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Mittwoch, 9. September 2026

Anno Domini 1746 "Raufhändel..." Part 1

Dieses Jahr sollten wir eine spezielle Veranstaltung bekommen in Wackershofen. Trotz ein paar wenigen Ausfällen ist es wohl die größte Veranstaltung geworden, die wir jemals hatten und der Schankraum war an dem Abenden sehr gefüllt.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der starken Regenfälle, die uns mit Blitzen und Donner seit der Nacht schon beschäftigten. Daher konnte der designierte Amtmann Sanwald, der Nachfolger des am 27. August verstorbenen Arnold [1], nicht in den Weiler reiten, um dem Leutnant des bayerischen Leibregiments zu begegnen. In dem Haus eines Bauern wurden die beiden Bayern nicht fündig.

Den Regen sieht man hier garnicht. Wir haben keinen Deserteur gefunden. Der Dorfmeister war obendrein abwesend. - You can't see the heavy rain here. We didn't found a deserter - yet. Besides the mayor war absent. (photo: S. Winter)

 

This year, we were set to host a special event in Wackershofen. Despite a few minor setbacks, it turned out to be the largest event we have ever held, and the taproom was packed on those evenings.

The first day was dominated by heavy rainfall, accompanied by lightning and thunder that had been battering us since the night before. Consequently, the designated "Amtmann" Sanwald—successor to Arnold [1], who had passed away on August 27—was unable to ride into the hamlet to meet the lieutenant of the Bavarian Life Guards Regiment. The two Bavarians searched a farmer's house but found no trace of the man they were looking for.

Amtmann und Leutnant zusammen im Wirtshaus. - The bailiff and the lieutenant in the tavern. (Foto: S. Winter)


Später musste der baldige Amtmann der Frau des Schultheißen von Leoweiler ein Dekret in Form der "Obrigkeitlichen Verordnung..." [2] übergeben, da der Schultheiß nicht aufzufinden war. Da in dieser Verordnung das Strafmaß für Raufhändel garnicht verzeichnet ist, wurde vom baldigen Amtmann die Polizeiordnung [3] vorgestellt, wo eindeutig geregelt ist, welche Strafen man beispielsweise bei blutigen Wunden im Falle von Schlägereien zu erwarten hat. 

Der Amtmann ist zu Pferd eingetroffen. - The "Amtmann" arrived at horseback. (Foto: S. Winter)

Dienstag, 13. Januar 2026

Die Haller besetzen die Heg - The people of Hall occupy the border 1626

Bewaffnete Bauern an einem Durchgang der Heg bei Landleben 1619. - Armed peasants at a passage through the heg on our Landleben-1619 event. (photo: A. Schwark)


Dieses Jahr gibt es auf unserer Landleben-Veranstaltung zwei unterschiedliche Themen, die nicht viel miteinander zu tun haben: das Zollhaus von Bubenorbis und die Besetzung der Landheg durch Untertanen und Bürger von Schwäbisch Hall.

This year, our Landleben-event will feature two different topics that don't have much to do with each other: the customs house of Bubenorbis and the occupation of the Landheg by subjects and citizens of Schwäbisch Hall.

Dieses Gemälde zeigt wie Söldner ihre Waffen abgeben. Es bildet aber auch umgedreht wahrscheinlich die Ausstattung von Bewaffneten ab. - That painting shows mercenaries giving back their weapons. But in contrary it maybe illustrates well how soldiers were equiped. Pauweis van Hillegaert: "The disbanding of the "Wardtgelders" by prince Maurits" 1627, Rijksmuseum Amsterdam (photo: A. Hanselmann, 2023)

Ähnlich wie schon 1619 doch mit weniger dramatischem Ausgang [1], wurden auch 1626 erneut Bauern und andere Landleute zur Besetzung der Landheg aufgeboten. Der Haller Rat befürchtete einen erneuten Einfall kaiserlicher Reiter [2], daher ließ er immerhin 300 Bürger aufbieten und nach Lachweiler an die Heg führen [3]. Die Bürger, die ja in den Stadtkompanien organisiert waren, wurden einige Wochen vor dem Ausmarsch am 8. Mai 1626 auf der Unterwöhrd gemustert. Schon am 23. Mai schickte man an einen "Geheimen von Hohenlehr" ein Schreiben, worin man bereits das Vorhaben bekundete aus Bürgern "und Bauren" einen "Ausschuss zumachen". Die Besetzung der "Schlupf" sollte unter der Führung des Stadthauptmannes geschehen [4].  In der Nacht vom 24. auf den 25. Mai lagerten 300 Mann aus dem Bühler-Amt auf der Michelfelder Heide. Dann marschierten diese weiter Richtung Lachweiler und vereinigten sich mit 400 Bürgern, die aus Hall angerückt kamen. So befand sich dann eine Streitmacht von 1.000 Mann schließlich bei Lachweiler an der Landheg. Eine Art Hauptquartier dürfte die 7-köpfige Abordnung des Haller Magistrats gebildet haben [5], die im Stock-Wirtshaus [6] untergebracht war. Am 25. Mai musste der Haller Rat 150 Laibe Brot und 11 Eimer Wein an die versammelten Männer austeilen lassen. Am 26. Mai wurden immerhin noch 120 Laibe und 4 Fässer Wein ausgegeben. Als am 27. Mai die Lebensmittel ausgingen, gab der Haller Kanzlist den Befehl zum Rückmarsch [7]. Später hat man den nicht stattgefundenen Einfall durch die Aufbietung dieser Kontingente erklärt [8]. Holderbusch untermauert den Eindruck der reinen Abschreckung. So wären die befürchteten heran rückenden Reiter 500-600 Mann stark gewesen, hätten aber den hällischen Ausschuss ihrerseits für 3-4000 Mann stark gehalten und daher vom Eindringen aus dem Weinsperger Tal Abstand genommen und wären wieder abgezogen [9].

Similar to 1619, but with a less dramatic outcome [1], peasants and other rural people were again called up to occupy the Landheg in 1626. The Hall council feared another invasion by imperial cavalry [2], therefore it called up 300 citizens and led them to Lachweiler at the Heg [3]. The citizens, who were organized into the town companies, were mustered at Unterwöhrd a few weeks before the march on May 8, 1626. As early as May 23, a letter was sent to a "Secretary von Hohenlehr" announcing the intention to form a "committee" from citizens "and peasants." The garrison of the "Schlupf" (a fortified position) was to be under the command of the town captain [4]. On the night of May 24-25, 300 men from the Bühler district camped on the Michelfeld Heath. They then marched on towards Lachweiler and joined up with 400 citizens who had arrived from Hall. Thus, a force of 1,000 men was eventually stationed near Lachweiler at the Landheg (a defensive earthwork). A kind of headquarters was likely formed by the seven-member delegation from the Hall magistrate [5], who were housed in the Stock Inn [6]. On May 25, the Hall council had to distribute 150 loaves of bread and 11 buckets of wine to the assembled men. On May 26, at least 120 loaves and 4 barrels of wine were distributed. When the food ran out on May 27, the Hall clerk gave the order to march back [7]. Later, the failure to invade was explained by the mobilization of these contingents [8]. Holderbusch reinforces the impression of pure deterrence. The feared approaching cavalry would have numbered 500-600 men, but they themselves estimated the Hallian contingent to be 3000-4000 men strong and therefore refrained from invading from the Weinsperger Valley and withdrew [9].


Ein weiteres Detail des Gemäldes. Wie die Reiter auf der Linken des Gemäldes darf man sich wahrscheinlich auch Offiziere wie Rauchhaubt vorstellen. - One more detail of the same painting. Maybe Rauchhaubt was looking like the riders at the left. (photo: A. Hanselmann, 2023)


Durch die Chronik des J. K. Holderbusch - ein Zeitgenosse, der auch seine persönlichen Ansichten mit einstreute - wissen wir sehr detailiert über den turbulenten Auszug an die Heg und die Unterbringung der Männer bescheid [10]. Man musste Bürgerquartiere nehmen, denn im Zeughaus von Schwäbisch Hall sind auf jeden Fall keine Zelte 1619 dokumentiert worden [11]. Der Ort Stock, der bei German erwähnt wird, bestand nur aus dem Wirtshaus selbst, während Lachweiler damals nur ein kleiner Weiler war und wohl ebenfalls keine 1.000 Bewaffnete untergebracht hätte. Auch ist kein eigener Fuhrpark dokumentiert, welcher den Antransport der Brote hätte bewerkstelligen können. Bei Anlässen wie der Fronarbeit auf der Molkensteiner Wiese wurden Fuhrwerke von Untertanen gegen Bezahlung organisiert. Noch im 18. Jahrhundert sollten für den Transport kranker Soldaten Ochsenfuhrwerke aufgeboten werden [12]. Holderbusch sagt, die Bürger wären "theils beim Stock, theils zu Mainhard, theils im neuen Wirthshaus und theils beim Fuxschwanz gesessen, zecht und sich ergözt". Die Versorgungslage kann insgesamt nicht so gut gewesen sein, denn die Frauen seien aus der Stadt gelaufen und haben den vielen Bürgern "tapfer zu essen und zu trinken gebracht" [13]. 

Thanks to the chronicle of J. K. Holderbusch—apparently a contemporary who also included his personal views—we know in great detail about the turbulent exodus to the Heg and the accommodation of the men [10]. They had to take up quarters with local citizens, as no tents are documented in the armory of Schwäbisch Hall in 1619 [11]. The Stock hamlet, mentioned by German, consisted only of the inn itself, while Lachweiler was then just a small hamlet and probably could not have accommodated 1,000 armed men either. No dedicated fleet of vehicles is documented that could have transported the bread. On occasions such as the forced labor on the Molkenstein meadow, carts were organized by subjects for a fee. Even in the 18th century, oxcarts were to be used to transport sick soldiers [12]. Holderbusch says that the citizens were "partly at the Stock, partly at Mainhard's, partly in the new inn and partly at the Fuxschwanz, drinking and enjoying themselves". The overall supply situation cannot have been so good, because the women ran out of town and "bravely brought food and drink" to the many citizens [13].


Ein bewaffneter Bürger auf unserer Landlebenveranstaltung 2025. - An armed citizen at our Landlebenveranstaltung. (photo: D. Klotz 2025)

Spannenderweise erfahren wir aber sogar, was mit Bürgern geschah, die nicht der Aufforderung an die Heeg zu marschieren nachkamen. Es findet sich nämlich der aus Unterlimpurg [14] stammende Lienhardt Greiner, der am 21. Juni 1626 2 Gulden Strafe zahlen musste, weil er "ungehorsam gewest" und unterlassen hatte "sich bei der heeg einzustellen" wie es in einer Auflistung der Strafen heißt [15]. Holderbusch erwähnt sogar "150 ungehorsame Burgersöhne", die nicht nur mit den besagten 2 fl Strafe belegt sondern bei Wiederholung der Tat auch samt "Weib und Kinder" zur Stadt "hinaus geschafft" werden sollten nachdem man ihnen das Bürgerrecht entzogen habe [16]. Es gab aber nicht nur Strafen in dem Zusammenhang, so wurde beschlossen denen "so uff dem Lanthuren Wacht gehalten" ein "Wachtgelt" in Höhe von 12 ß zu zahlen [17].

Intriguingly, we even learn what happened to citizens who did not comply with the order to march to the town crier. For example, there is Lienhardt Greiner from Unterlimpurg [14], who had to pay a fine of 2 guilders on June 21, 1626, because he had been "disobedient" and had failed to "report to the town crier," as stated in a list of fines [15]. Holderbusch even mentions "150 disobedient sons of citizens" who were not only fined the aforementioned 2 guilders but, if they repeated the offense, were also to be "taken out of the city" along with their "wives and children" after their citizenship had been revoked [16]. However, there were not only penalties in this context; it was decided to pay a "watch fee" of 12 shillings to those "who kept watch on the Landtower" [17].


So wird wohl das Lager der Haller nicht ausgesehen haben. Es ist aber sehr anschaulich. (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg) - The camp of the citizens of Hall naturally was not looking so. But these models are very nice. (Germanisches Nationalmuseum) [18] (photo: C. Hanselmann, 2023)

 

Dienstag, 1. Juli 2025

Inventar eines Hauptmanns einer Stadtkompanie 1774 - Inventory of a captain of the city's company in 1774

Während wir oft über Vorgänge im Kreiskontingent informiert werden[1], erfährt man meistens wenig über die Stadtkompanien. 1775 hingegen ist der Lieutenant (wahrscheinlich der Rang des Kommandeurs) der „Über Kochener Compagnie“ gestorben, der durch den Rotgerber und ehemaligen Fähndrich Weckerle ersetzt wurde. Die ihm nachgeordnete Erste Sergeant und Seiler Röhler übernahm nun den Posten von Weckerle. Gleichzeitig war der Fähndrich der Kompanie „in der Gelbinger Gassen“ gestorben und wurde durch den amtierenden Ersten Sergeanten und „Hochzeit Bäder Kozner“ ersetzt. Die neuen Diensthabenden sollten vom Rat den Stadtsoldaten der jeweiligen Kompanien vorgestellt werden[2].

While we are often informed about events in the district contingent[1], we usually learn little about the city companies. In 1775, however, the lieutenant (probably the rank of commander) of the “Über Kochener Company” died, who was replaced by the red tanner and former ensign Weckerle. The first sergeant and roper Röhler, who was subordinate to him, now took over Weckerle's position. At the same time, the ensign of the company “in der Gelbinger Gassen” died and was replaced by the acting first sergeant and “Hochzeit Bäder Kozner”. The council should introduce the new officers to the city soldiers of the respective companies[2].

Porträt des Johann Friedrich Deutelin, Wirt der "Güldenen Glocke" und Hauptmann einer Stadtkompanie, Kopie nach Gemälde von Georg Adam Eger, 1779 - Portray of Johann Friedrich Deutelin, innkeeper of the "Güldene Glocke" (Golden Bell) and captain of one of the city's companies, copy of a painting by Georg Adam Eger, 1779 (photo: C. Hanselmann)

 

 

Die Reichsstadt verfügte im 18. Jahrhundert über 5 Bürgerkompanien, die dem Stadthauptmann oder Stadtleutnant als Oberkommandierenden unterstanden[3]. Die wesentlichste Aufgabe der Bürgerkompanien bestand in Wachtdiensten - insbesondere wenn die Kreistruppen abwesend waren oder wie in der Zeit nach dem Stadtbrand von 1728 komplett abgeschafft. Diese Kompanien wurden von Offizieren kommandiert, die ihrerseits anders als die Stadthauptmänner, keine professionelle militärische Ausbildung genossen hatten. Ein Inventar[4] eines solchen "Capitains der Burgerl. Compagnie jenseits Kochers" hat sich überliefert [5].

In the 18th century, the imperial city had 5 citizen companies, which were subordinate to the city captain or city lieutenant as commander-in-chief[3]. The most important task of the citizen companies was guard duty - especially when the district troops were absent or, as was the case after the city fire of 1728, were completely abolished. These companies were commanded by officers who, unlike the city captains, had not received any professional military training. An inventory[4] of such a "captain of the Burgerl. Compagnie beyond Kocher" has come down to us [5].


Dieser Hauptmann namens Johann Michael Zimmerer war auch als Baumwirt scheinbar neben seinem militärischen Rang eine bedeutende Person in seinem Stadtviertel. Seine vier Töchter vermochte er an einen Gastwirt in Eltershofen, einen Bäcker in Hall, einen Schmied und einen Leinenweber zu vermählen, während ihm sein einziger Sohn, Georg Michael, als Baumwirt nachfolgen sollte.

This captain named Johann Michael Zimmerer, as the "Baumwirt" (innkeeper of the "Baum"-tavern), was apparently, in addition to his military rank, an important person in his district. He was able to marry off his four daughters to an innkeeper in Eltershofen, a baker in Hall, a blacksmith and a linen weaver, while his only son, Georg Michael, was to succeed him as innkeeper of the "Baum"-tavern.

Donnerstag, 3. April 2025

Die Achtung vor dem Amtmann - The respect for the bailiff (in 1775)

Es ist spannend wie penibel die Amtspersonen im 18. Jahrhundert auf ihre Würde achteten. So bestand man darauf, dass dem Amtmann die nötige Achtung entgegen gebracht wurde. Wir versuchen das auch auf unseren Veranstaltungen in unserem Verhalten widerzuspiegeln. Normalerweise findet man keine Vergehen, die sich gegen die Würde der Obrigkeit verging, was auch heißen kann, dass man früher nicht so akribisch darauf geachtet hatte. Es ist indessen auch nicht so, dass die Vertreter der Reichsstadt in der Fläche wie die Schultheißen selbst immer ganz vorbildlich sich verhielten. So habe ich in den Jahren meiner Recherchen schon einmal einen Schultheiß gefunden, der mehrfach straffällig wurde indem er einfach so Einwohner seines Dorfes mit seiner Flinte bedrohte und beschimpfte.

It is exciting how meticulously officials in the 18th century paid attention to their dignity. So it was insisted that the bailiff was shown the necessary respect. We also try to reflect this in our behavior at our events. Normally you don't find any offenses against the dignity of the authorities, which may also mean that they weren't so meticulous in the past. However, it is not the case that the representatives of the imperial city in the area, like the mayors themselves, always behaved in an exemplary manner. In the years of my research, I have already found a mayor who committed multiple crimes by simply threatening and insulting the residents of his village with his gun.

Der Amtmann 1763 im Steigengasthaus mit dem damaligen Pfarrer und seiner Frau. Bei Kirchenvisitationen speiste der Amtmann regelmäßig mit den Pfarrern in den Wirtshäusern in seinem Amt. - The bailiff in the tavern together with the vicar and his wife in 1763. At the occassion of the "Kirchenvisitationen" the bailiff regulary took his meal with the priests in the inns of his district. (photo: M. Paulick 2013)

 

Konkrete Beispiele findet man immer wieder in einer der besten Quellen zum Leben der Bauern untereinander und mit der Obrigkeit in Form der Amtsrechnungen. Die Häufung solcher Fälle von scheinbar gedemütigtem Stolz der Vertreter des Staates ist 1775 aber wirklich ungewöhnlich. Ich habe ja zuvor bereits viele Amtsrechnungen anderer Jahre durchgesehen. Ein Bauer aus Hegenau[1] beispielsweise trat am 25. Juli vor eine Deputation ohne seinen Hut abzuziehen, wobei es scheinbar allein schon schlimm genug war, dass er die „HeydStuben“ betrat mit Hut auf dem Kopfe. Der Bauer sollte 1775 1 fl. Strafe für diese „Grobheit“ bezahlen[2]. 

Concrete examples can always be found in one of the best sources on the lives of farmers among themselves and with the authorities in the form of official accounts. The accumulation of such cases of seemingly humiliated pride among state representatives is really unusual in 1775. I have already looked through many official accounts from other years. A farmer from Hegenau[1], for example, appeared before a deputation on July 25th without taking off his hat, although it was apparently bad enough that he entered the “HeydStuben” with a hat on his head. In 1775 the farmer had to pay a fine of 1 fl. for this “rudeness” [2].

 

Der Amtmann siegelt 1769 ein Schreiben. - The bailiff put his seal on a writing in 1769. (photo: C. Behnke, 2019)

Ebenso wollte auch ein Schultheiß keinen Schimpf auf sich sitzen lassen. So verklagte der Schultheiß des kleinen Dorfes Rieden einen Hans Jörg Weidner, ebenfalls von dort, der ihn damit beleidigt haben soll, dass er angeblich besser zum „Eselstreiber“ statt zum Schultheißen getaugt hätte[3]. Wenige Tage danach am 12. August verging sich auch ein Bauer, Jörg Adam Haug, aus Biebersfeld, welcher die Herrschaften in der Amtsstube geärgert habe indem er ohne anzuklopfen und mit dem Hut auf dem Kopf eingetreten sei[4]. Leider wird die Amtsstube nicht näher beschrieben und ich habe bislang nichts weiter darüber gefunden. Der Amtmann des Amtes Rosengarten selbst hatte auf dem Land keinen Amtssitz[5] sondern wohnte in den Mauern der Reichsstadt, wo er bei Anliegen der Untertanen wie Anzeigen von Straftaten scheinbar in ihrer Privatwohnung aufgesucht wurde.

Beleidigungen mit groben Worten wurden aber härter geahndet. Ähnlich wie es dem Riedener Schultheiß ergangen war, wurden auch die beiden Schultheißen [6] von Uttenhofen und auch der dortige Wirt Seckel durch Friedrich Zörn "elende Tropfen" genannt, wofür Zörn immerhin 3 fl. Strafe zahlen musste [7].

Likewise, a mayor (Schultheiß) did not want to endure any insults. The mayor of the small village of Rieden sued Hans Jörg Weidner, also from there, who is said to have insulted him by saying that he would have been better suited to be a “donkey driver” instead of a mayor[3]. A few days later, on August 12th, a farmer, Jörg Adam Haug, from Biebersfeld, also committed himself because he annoyed the people in the office by entering without knocking and with his hat on his head[4]. Unfortunately, the office is not described in more detail and I have not found anything further about it so far. The bailiff of the Rosengarten office himself did not have an official residence in the countryside[5] but lived within the walls of the imperial city, where they were apparently visited in their private apartment if their subjects had concerns such as reporting crimes.

However, insults with harsh words were punished more severely. Similar to what happened to the Rieden mayor, the two mayors [6] of Uttenhofen and the local innkeeper Seckel were called "miserable drops" by Friedrich Zörn, for which Zörn had to pay a fine of 3 fl. [7].

Freitag, 14. Februar 2025

Salzträger und Salzkärrner - Salt carriers and salt carters

 Dieses Jahr soll das Thema unserer Veranstaltung im August der Transport von Salz sein. Das ist ziemlich anspruchsvoll, da wir dazu zum einen sehr viel recherchieren mussten und zum anderen auch der Forschung manche Details nicht ganz bekannt sind. So scheint es auch dem Experten unglaubwürdig, wenn wir erfahren, dass die Salzträger 6-8 Meß Salz (das wären 98 bis 130 Kilo) geschleppt haben sollen [1].

This year the theme of our event in August will be the transport of salt. This is quite challenging because, on the one hand, we had to do a lot of research and, on the other hand, some details are not entirely known to researchers. It also seems unbelievable to the expert when we learn that the salt carriers were said to have carried 6-8 measuring salt (that would be 98 to 130 kilos) [1].

In die Kiepe von dem Mann links passen sicher keine 6-8 Meß Salz. - It seems that there are not 6-8 "Meß" of salt in the basket of the men at the left. (Foto: Michael Paulick, 2010 - von unserer ersten Anno Domini-Veranstaltung!)

 

Wie dem auch sei, darf man sich das Leben des Salzträgers für die Haller im Jahre 1775 als wohl kein besonders rosiges vorstellen. Der Verdienst, auf den wir weiter unten eingehen werden, war so gering, dass er den Bewohnern landwirtschaftlich besser nutzbarer Gebiete als zu unlukrativ erschien. Daher übernahmen beinahe ausschließlich die Leute des Mainhardter Waldes, von denen in den 1750ern bis 70ern einige Räuber wurden, aus Not diese Arbeit als Nebenerwerb [2]. Immerhin waren die Salzträger offenbar anders als die Fuhrleute durch die von der hällischen Obrigkeit eingerichteten Einschränkungen auf Straßen und Wegen weniger betroffen. Die Landheeg und anderen Einrichtungen sollten ja dazu dienen die Warentransporte durch das Land zu steuern [3] und beispielsweise die Kaufleute dazu zwingen bestimmte Straßen zu verwenden an denen die Zollstationen von Schwäbisch Hall - wie beispielsweise am Michelfelder Landturm - lagen. Dahingegen bewegten sich die Salzträger recht frei durch das Land, was wir daran sehen wie wenig Notiz man zum Beispiel von den Räubern nahm, die getarnt als Salzträger an einem der großen Coups - dem Überfall auf die Postkutsche an der Cröffelbacher Steige 1768 [4]. Auch das Ende der Mainhardter Bande 1773 [5] stellte keine Zäsur für den Salztransport dar, auch wenn einige Salzträger dadurch ihr Leben verloren. Im Gegenteil war durch die Inovationen in der Salzgewinnung [6], die zu einer Erhöhung der Produktion von 20.000 Zentnern auf 65.000 bis 80.000 Zentner die Mengen, die transportiert werden mussten, entsprechend auch gewaltig gestiegen.

Be that as it may, one cannot imagine the life of the salt carrier for the people of Hall in 1775 as being particularly rosy. The income, which we will discuss below, was so low that it seemed too unlucrative to the residents of areas with better agricultural use. Therefore, almost exclusively the people of the Mainhardt Forest, some of whom became robbers in the 1750s to 70s, took on this work as a sideline out of necessity [2]. After all, unlike the carters, the salt carriers were apparently less affected by the restrictions on roads and paths imposed by the Hellenic authorities. The Landheeg and other facilities were intended to control the transport of goods through the country [3] and, for example, to force merchants to use certain roads on which the customs stations of Schwäbisch Hall - such as the Michelfelder Landturm - were located. The salt carriers, on the other hand, moved quite freely through the country, which we can see in how little attention was paid to the robbers, for example, who, disguised as salt carriers, took part in one of the big coups - the attack on the mail coach on the Cröffelbacher Steige in 1768 [4]. The end of the Mainhardt gang in 1773 [5] did not represent a turning point for salt transport, even if some salt carriers lost their lives as a result. On the contrary, due to the innovations in salt production [6], which increased production from 20,000 hundredweight to 65,000 to 80,000 hundredweight, the quantities that had to be transported also increased enormously.

Dienstag, 4. Februar 2025

Schwäbisch Hall 1775

1775 scheint ersteinmal kein irgendwie bedeutendes Jahr, wenn wir auf Deutschland und insbesondere den Schwäbischen Kreis schauen. Während es in Frankreich große Umwälzungen gab, wurde die Welt aber vor allem durch die Ereignisse in den 13 Kolonien erschüttert, die in Zeitungsmeldungen auch nach Deutschland strahlten. Wenn wir in die 1770er schauen, so wurden diese bis dahin durch die Unruhen in Polen [1], die auch Deutschland betrafen und die Hungerkatastrophe bestimmt [2]. Die Mainhardter Bande beschäftigte auch lange Zeit die Gemüter und die Behörden der angrenzenden Territorien [3]. Schauen wir in die zeitgenössischen Zeitungen, so erfahren wir vor allem von den Einschnitten, die mit der Aufhebung des Jesuitenordens überall in katholischen Gebieten auch im Heiligen Römischen Reich einher gingen [4]. Die Konkurrenz um die Vormacht im Reich zwischen Österreich und Preußen hielt an. 

At first glance, 1775 does not seem to be a significant year in any way if we look at Germany and especially the Swabian Circle. While there were major upheavals in France, the world was primarily shaken by the events in the 13 colonies, which were also reflected in newspaper reports in Germany. If we look at the 1770s, up until then they were dominated by the unrest in Poland [1], which also affected Germany, and the famine catastrophe [2]. The Mainhardt gang also occupied the minds and authorities of the neighboring territories for a long time [3]. If we look at contemporary newspapers, we learn primarily about the cuts that accompanied the abolition of the Jesuit order everywhere in Catholic areas, including in the Holy Roman Empire [4]. The competition for supremacy in the empire between Austria and Prussia continued.

Wir waren ja "1774" in Frankreich, weshalb wir uns schon 2024 mit den Umständen der Zeit um 1775 beschäftigt haben. Hier die Dame des Hauses beim Ballabend in Gala mit typischer Frisur der 1770er. - We were in "1774" in France. Therefore we researched for the historical background of 1775. Here you can see the lady of our house in gala at our ball evening with a typical hairstyle from the 1770s. (photo: C. Bernath)


Andererseits nahm der Einfluss Frankreichs auf das Reich ab. Die "Augspurgische Ordinari Postzeitung" frohlockte über die Entlassung der höchst wirksamen Minister Louis XV [5] und die Wiedereinsetzung des alten Parlamentes, welches ja alle Reformen vor 1771 behindert hatte [6]. Es ist hier die Frage, ob die "schmeichelhafteste Hofnung", welche die Zeitung erwähnt, vielleicht eher darauf abzielte, dass Frankreich durch die Veränderungen unter Louis XVI wieder politisch an Macht verlor. Tatsächlich kam es ja unter Louis XVI trotz der Sparmaßnahmen [7] zur großen Finanzkrise und Schwäche der Monarchie gegenüber der Erstarkung der Aristokratie.

On the other hand, France's influence on the empire declined. The "Augspurgische Ordinari Postzeitung" rejoiced over the dismissal of the highly effective ministers of Louis XV [5] and the reinstatement of the old parliament, which had hindered all reforms before 1771 [6]. The question here is whether the "most flattering hope" that the newspaper mentions was perhaps aimed at France losing political power again as a result of the changes under Louis XVI. In fact, despite the austerity measures [7], under Louis XVI the royal power was in decline while the aristocracy regained influence on politics.

Ich habe in meiner Funktion als Hausherr auch 1774 mein Hausgesinde entlohnt - wie damals üblich mit großen Unterschieden zwischen männlichen und weiblichen Dienstboten [8]. - I have paid my household in my function as the master of the house in 1774 - as it was common in the period there were big differences between male and female servants. [8] (Foto: C. Bernath)


Schwäbisch Hall war von alledem kaum betroffen. Luxusgüter wie Seiden wurden teurer [9] - aber das kümmerte ja den einfachen Landmann nicht. Als recht folgenschwer auf die Zukunft Schwäbisch Halls sollte sich das sich abzeichnende Aussterben der Brandenburg-Ansbachischen Markgrafenhäuser auswirken [10] mit dem Hall ohnehin wegen des Amtes Hohnhardt in beständigem Konflikt verwickelt war. 

Schwäbisch Hall was hardly affected by all of this. Luxury goods such as silk became more expensive [9] - but the simple farmer didn't care about that. The looming extinction of the Brandenburg-Ansbach margrave houses was to have a very serious impact on the future of Schwäbisch Hall [10] with which Hall was already involved in constant conflict because of the Hohnhardt district.

Der Amtmann reitet 1771 durch die Gegend. - The Amtmann is riding through the countryside in 1771. (Foto: J. Obergfell)

Samstag, 4. Januar 2025

Allerhand Einquartierungen Anno 1625 - Some billeting in 1625

Die diesjährige Veranstaltung in unserer Landleben-Reihe wird die "Wunderzeichen" behandeln, welche die Menschen im 17. Jahrhundert besonders beachteten. Man denke an den Kometen über Augsburg von 1618. Im Jahr 1625 wurden drei Regenbogen übereinander wahrgenommen und ein See bei Esslingen soll sich rot verfärbt haben [1]. 

This year's event in our Country Life series will focus on the "miracle signs" that people in the 17th century paid particular attention to. Think of the comet over Augsburg in 1618. In 1625, three rainbows were seen one above the other and a lake near Esslingen is said to have turned red [1].


Ein einquartierter bayerischer Söldner - hier ein Musketier. -  
A quartered Bavarian mercenary - in this case a musketeer. (Foto: C. Hanselmann, 2021)

 

Anders als 1624 lassen sich konkrete Einheiten fassen, die in das hällische Territorium eindrangen, welches ziemlich hilflos den Einquartierungen gegenüber stand. Am Ostermontag 1625 kamen 1.000 Reiter [2] ins Hällische, die in den Dörfern Haßfelden, Hohenberg, Hörlebach, Altdorf und Wolpertshausen sowie die Stadt Ilshofen einquartiert wurden [3]. Kurz nach den Abzug dieses kaiserlichen Reiterregiments im Mai kamen 80 Fahnen bayerischer Reiterei und wurden in und um Sulzdorf ab dem 27. Mai untergebracht [4]. Wie wir das schon aus früheren Jahren aus Chroniken kennen, wo es heißt man habe dem "Reutter" einen Taler unter den Teller legen müssen [5] - so taten sich diese Reiter insbesondere durch Gelderpressungen hervor. Zu kämpfen gab es im Hällischen ohnehin nicht. Oberst Truchseß richtete sein Hauptquartier im Wirtshaus von Michelfeld ein [6]. Der Wirt, Hans Eckh, geriet kurz zuvor am 8. April 1625 bereits in Konflikt mit dem Rat von Schwäbisch Hall über eine Forderung, weshalb ihm von Seiten der Reichsstadt eine Strafe angedroht wurde [7]. Die Reitertruppen unter Truchseß wurden von Münkheim im Norden bis Westheim im Süden verstreut auf die Dörfer untergebracht und behielten 100 Paar Ochsen, die ihnen von Hall zum Vorspann gestellt worden waren [8] [9]. Zu den erpresserischen Methoden der Reiterregimenter passt sehr gut, dass man für 1.000 Taler nicht nur das Einrücken weiterer 4 Cornets abwendete, sondern auch den Amtsvorsteher des Amtes Jenseits der Bühler namens Balthasar Moser auslöste, den die Soldaten entführt hatten.

In contrast to 1624, concrete units can be identified that penetrated the Hellenic territory, which was quite helpless in the face of the billetings. On Easter Monday 1625, 1,000 riders [2] came to Hällisches, who were quartered in the villages of Haßfelden, Hohenberg, Hörlebach, Altdorf and Wolpertshausen as well as the town of Ilshofen [3]. Shortly after the withdrawal of this imperial cavalry regiment in May, 80 flags of Bavarian cavalry arrived and were housed in and around Sulzdorf from May 27th [4]. As we already know from chronicles in previous years, where it is said that one had to put a thaler under the plate of the "Reutter" [5] - these riders particularly distinguished themselves by extorting money. There was no fighting in Hell anyway. Colonel Truchseß set up his headquarters in the Michelfeld inn [6]. Shortly before, on April 8, 1625, the innkeeper, Hans Eckh, came into conflict with the council of Schwäbisch Hall over a demand, which is why the imperial city threatened him with a punishment [7]. The cavalry troops under Truchseß were scattered across the villages from Münkheim in the north to Westheim in the south and kept 100 pairs of oxen that had been provided to them by Hall [8] [9]. The blackmailing methods of the cavalry regiments are very consistent with the fact that for 1,000 thalers they not only averted the arrival of another 4 cornets, but also released the head of the office Beyond the Bühler named Balthasar Moser, whom the soldiers had kidnapped.

Donnerstag, 7. November 2024

Anno Domini 1734: Die Post ist da - The mail has arrived p. 3

 Den Sonntag begingen wir mit einer kurzen Andacht, wobei wir von Johann Balthasar Beyschlag [1] sein "Kriegslied" sangen [2], welches nicht nur inhaltlich hervorragend zu der Veranstaltung passt [3]. Sehr passend behandelte die Bibelpassage, die ich ausgewählt hatte, die Heilung eines Kranken in einem gewissen Teich [4] an einem Sabbat. Ich war besonders froh, dass die Kinder so schön das "Kriegslied" in unserer Schule auswendig gelernt hatten. Manch einer machte seinen Unmut darüber kund, dass wir keinen neuen Pfarrer bekommen hatten...

Die Gemeinde in froher Erwartung der Andacht. - The community waiting for the devotion. (photo: M. Leyendecker)

 

We celebrated Sunday with a short devotion, where we sang Johann Balthasar Beyschlag [1]'s "War Song" [2], which not only fits the event perfectly in terms of content [3]. Very appropriately, the Bible passage I chose dealt with the healing of a sick person in a certain pool [4] on a Sabbath. I was particularly happy that the children had so beautifully memorized the "War Song" in our school. Some people expressed their displeasure that we hadn't gotten a new pastor...

Sehr andächtig wird gesungen. - They are singing very pious. (photo: M. Leyendecker)

 

Nach dem Mittagessen wurde vor dem Wirtshaus wie jedes Jahr getanzt. Diesmal machten wir einen "neuern" Tanz [5]. Das klappte sehr gut. Daraufhin veranstalteten wir ein Wettrennen. Nicht nur, dass uns der verdächtigte Knecht des Schankwirtes allen davon lief und ein sehr schönes Halstuch gewann, sondern ich musste zu allem Überfluss auch noch beim Lauf mit dem Fuß umknicken. Danach warfen die Frauen ein Hufeisen nach einem Stecken wobei eine der Mägde meines Nachbarn das wunderschöne bedruckte Halstuch gewann. Leider war ich danach nicht mehr so wirklich dazu in der Lage an irgendetwas teilzunehmen.

Kartenspiel vor dem Wirtshaus am Sonntag. - Gambling in front of our tavern on Sunday. (photo: C. Behnke)

 

After lunch there was dancing in front of the inn like every year. This time we did a "new" dance [5]. That worked very well. We then held a race. Not only did the innkeeper's suspected servant run away from all of us and win a very nice scarf, but to make matters worse, I also had to twist my ankle while running. Afterwards the women threw a horseshoe at a stick and one of my neighbor's maids won the beautiful printed scarf. Unfortunately, I wasn't really able to take part in anything after that.

Hufeisenwerfen vor dem Gasthaus. - The threw horseshoes in front of the inn. (photo: C. Behnke)

Dienstag, 8. Oktober 2024

Anno Domini 1734: Die Post ist da - The mail has arrived p. 1

Dieses Jahr stand unsere Veranstaltung ganz im Zeichen der Themen Post [1] und Feldlazarett [2]. Wir hatten vor der Veranstaltung über 50 Zusagen unserer Teilnehmer, dann aber etwas weniger als 10 Absagen, so dass aber die Veranstaltung dennoch eine der größten jemals geworden ist. Am Freitag spielte ich selber einen der kranken Soldaten der kaiserlichen Armee, die von Oppenau nach Schwäbisch Hall transportiert wurden. Obwohl die Kranken eigentlich vorrangig Reiter, Husaren und Stückknechte waren, trugen unsere Kranken die Uniformen des Regimentes Bamberg [3], eines preußischen Infanterieregiments und österreichischer Husaren [4]. Somit bildeten wir einen guten "Querschnitt" durch die damalige Armee ab unter dem Prinzen Eugen ab. Das Haus aus Zaisenhausen fungierte bei uns als die Posthalterei des Posthalters Johann Caspar Schmidt [5]. Vor dieser spielte sich eine spekulative Szene ab. Ein Fuhrmann transportierte auf seinem Wagen einige Kranke wie es am 6. September 1734 geschehen ist [6]. Ein Schreiben wies uns als den angekündigten Transport aus dem Lazarett in Oppenau aus. Wegen der großen Hitze gelang es uns ziemlich leidend auszusehen.

 

Der Krankentransport ist beim Posthalter angekommen. - The transport is arriving at the post office. (photo: M. Leyendecker)

Und noch ein weiterer Blick von oben aus dem Haus. - And another view from above. (photo: M. Leyendecker)  

 

This year our event focused on the topics of post office [1] and field hospital [2]. Before the event, we had over 50 confirmations from our participants, but then a little less than 10 cancellations, so that the event was still one of the largest events ever from our Anno Domini-series. On Friday I played one of the sick soldiers of the imperial army who were transported from Oppenau to Schwäbisch Hall. Although the sick were actually primarily riders, hussars and hired men, our sick wore the uniforms of the Bamberg Regiment [3], a Prussian infantry regiment and Austrian hussar regiment [4]. In this way we represented a good "cross-section" of the army at the time under Prince Eugene. The house from Zaisenhausen served as the post office of the post office manager Johann Caspar Schmidt [5]. A speculative scene took place in front of this building. A carter was transporting some sick people in his wagon, as happened on September 6, 1734 [6]. A letter identified us as the announced transport from the hospital in Oppenau. Because of the intense heat we managed to look pretty suffering.


 

Pfeiferauchen und Wein trinken können die Kranken immerhin noch ganz gut. - At least to smoke a pike and to drink wine was still possible for the ill soldiers. (photo: S. Winter)

 

Später traf ein Husar aus dem Hauptquartier ein, welcher ein Schreiben für einen der Offiziere mitbrachte, welche unter den kranken Soldaten für Disziplin sorgen sollten und in der Reichsstadt einquartiert waren. Dieser Husar stand beispielhaft für die Nachrichtenübermittlung durch Meldereiter. Ich bekam auch einen Brief, der mich darüber informierte, dass man das Getreide ausdreschen sollte, damit die Soldaten Stroh für ihre Bettstätten bekämen. Außerdem erhielt ich eine Abschrift eines Schreibens des Prinzen Eugen, welcher die Ergreifung der zahlreichen Deserteure anordnete. Ich überlegte mir gleich, wer dazu geeignet sein konnte für eine Dublone nach einem Ausreißer zu suchen.

Die Kranken erholen sich ein bisschen vor einem Gasthaus. - The ill soldiers are recovering in front of a tavern. (photo: M. Leyendecker)

 

Later, a hussar from the headquarters arrived with a letter for one of the officers who were supposed to ensure discipline among the sick soldiers and who were quartered in the imperial city. This hussar was an example of the transport of news by messenger riders. I also received a letter informing me that the grain should be threshed so that the soldiers would have straw for their beds. I also received a copy of a letter from Prince Eugene, who ordered the capture of the numerous deserters. I immediately thought about who might be suitable to look for a runaway for a doubloon.

 


Der Meldereiter übergibt mir Mitteilungen aus dem Hauptquartier. - The rider is giving some messages to me, which where from the Imperial headquarters. (photo: Michael Leyendecker)

Ich wollte am Nachmittag einen Pflock herstellen, den wir für das Hufeisenwerfen am Sonntag brauchen konnten, während mein Nachbar einen Herd mauerte, die Mägde und Bäuerinnen nähten und sponnen. In der Schmiede hörte man den Hammer des Schmieds. Trotz der großen Hitze schafften wir so ziemlich alles umzusetzen, auch wenn es nicht ganz einfach für jedermann war immer die komplette Kleidung zu tragen. Manch einer ist einfach empfindlicher gegenüber Hitze und es gab auch vor manchen Gebäuden [7] kaum Schatten.

Mein Nachbar in seinem Hof. - My neighbour in the courtyard of his house. (photo: M. Leyendecker)

 

In the afternoon I wanted to make a stake that we could use for the horseshoe throwing on Sunday, while my neighbor was building a stove and the maids and farmers' wives were sewing and spinning. In the forge you could hear the blacksmith's hammer. Despite the extreme heat, we managed to do pretty much everything, even if it wasn't easy for everyone to wear all the clothes at all times. Some people are simply more sensitive to heat and there was hardly any shade in front of some buildings [7].

In der Küche des Wirtshauses. - In the kitchen of the tavern. (photo: M. Leyendecker)

 


Es war schön zu sehen wie es schon an diesem Tag klappte mit teilweise neuen Leuten im Steigengasthaus und bei uns in der Baugruppe Weinland ein bisschen Rollenspiel zu entwickeln.

It was nice to see how it worked that day with some new people in the Steigengasthaus and with us in the Weinland-section of the museum to develop a bit of role play.


Text: André Hanselmann

Fotos: Michael Leyendecker, Stefan Winter


Notizen / Notes:

1) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2024/03/postreiter-und-briefboten-post-rider.html

2) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2024/01/schwabisch-hall-im-krieg-in-war-1734-p-2.html

3) Ein Infanterieregiment des Fürstbistums Würzburg. - A regiment of the Prince-Bishopric Würzburg. Siehe: Hans Bleckwenn: "Reiter, Husaren und Grenadiere" Hardenberg Kommunikation, Dortmund, 1979, S. 71-72

4) Vgl.: Hans Bleckwenn: "Reiter, Husaren und Grenadiere" Hardenberg Kommunikation, Dortmund, 1979, S. 47-48

5) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2024/03/posthalter-postmaster-johann-caspar.html

6) Leider hatten wir kein Ochsengespann wie es wohl 1734 verwendet wurde. - Unfortunately we had no cart with oxen which were used in 1734.

7) Wie unserem Häuschen von 1480. - Such as our small house from 1480.

Montag, 1. Juli 2024

Inventar der Frau Bäckerin 1762

Nach einem ungemein erfolgreichen Monat wollen wir euch ein weiteres Inventar einer Einwohnerin von Schwäbisch Hall im 18. Jahrhundert vorstellen. 


Herr und Dame um 1750, als Staffagefiguren auf einer Ansicht von Kempten. (Foto: Cecilia Hanselmann, Stadtmuseum Kempten)

 

Es handelt sich um "Johanna Jacobina Dorothea, Johann Dietrich Stangen, Burger und Becken zu Unterlimpurg" Ehefrau und das Inventar stammt vom 10. November 1762 [1]. Es ist sehr umfangreich und verdeutlicht, welch einen Umfang und finanziellen Wert ein Nachlass an Kleidern darstellen kann.


"an weiblichen Kleidern


1 schwarz tüchen Rock und Camisöl  12 fl
1 schwarz zeuchenen Rock 2fl
1 hell gestreiften zeuchenen dito 3fl
1 roth flannellenen Rock 1fl 13ß
1 alten dito 1fl
1 abgenehten zeuchenen Rock 2fl 14ß
1 schwarz tüchen Camisölein 1 fl 15ß
1 schwarz creppen dito 15ß
1 müzlein von blauem halbseiden zeuch 2fl 15ß [2]
1 dito rothlechtes 1fl
1 schwarz cottonen Camisölein 1fl 15ß
1 violetten dito 15ß
1 schwarz pomesinen Camisölein 20ß
1 weiß barcheten dito 1fl
1 weiß barcheten leible 5ß
3 cottonen Schürz, à 20ß  2fl
1 muselinener Schurz
1 blau pomesinen Schurz 15ß
1 alt leinen dito
4 schwarze Schürz baumwollene u. leinene 2fl
1 marder Schlupfer 15ß

Latus 37fl 5ß

Donnerstag, 14. März 2024

Posthalter / Postmaster: Johann Caspar Schmidt

 Als 2. Teil unserer Serie von Recherchen für unsere Veranstaltung

"Anno Domini 1734 - Die Post kommt"

wenden wir uns diesmal dem Posthalter zu nachdem wir zuletzt Postreiter und Briefträger angeschaut haben [1]. Da wir im Fall des 1734 tätigen Posthalters Johann Caspar Schmidt erstaunlich viel über sein Leben wissen, werden wir weniger auf andere Beispiele schauen. Von den Haller Postreitern kennen wir ja aus der für uns interessanten Zeitspanne nur Philipp Reichart Grätter (gestorben 1724?) [2] [3] und Hans Caspar Schmidt.

 

As the 2nd part of our series of research for our event

"Anno Domini 1734 - The post is coming"

This time we turn to the postmaster after we last looked at the postman and letter carrier [1]. Since we know a surprising amount about the life of the postmaster Johann Caspar Schmidt, who worked in 1734, we will look less at other examples. Of the Hall post riders, we only know Philipp Reichart Grätter (died 1724?) [2] [3] and Hans Caspar Schmidt from the period that interests us.

Ansicht von Schwäbisch Hall nach dem großen Stadtbrand von 1728. Ganz links bei den zwei schmalen Türmen liegt die Gelbinger Gasse. - A view on Schwäbisch Hall after the great fire of 1728. At the far left near the two slim towers is the Gelbinger Gasse. (photo: André Hanselmann)


Der Posthalter war der Vorsteher einer Posthalterei. Im Falle von Schwäbisch Hall lässt sich nachweisen, dass Johann Caspar Schmidt beide Häuserhälften der heutigen Gelbinger Gasse 91 erwarb. Bereits 1692 hatte Hans Caspar Schmidt, der offenbar mit Johann Caspar Schmidt identisch ist, als Postreiter die eine Haushälfte, die seinem Vorgänger als Postreiter Phil. R. Grätter gehört hatte, der Stadt für 510 Gulden abgekauft. Am 13. September 1692 heiratete Schmidt zum ersten Mal [4]. Schmidt konnte schließlich für 490 Gulden auch die andere Haushälfte erwerben [5]. 1724 kam Schmidts Vorgänger als Posthalter namens Johann Michael Rohnfelder arbeitsunfähig ins Spital [6]. Offensichtlich war Johann Caspar Schmidt ein erfolgreicher Bürger der Reichsstadt, da er es sogar bis in das Amt eines Mitglieds des Äußeren Rates brachte. Der Äußere Rat hatte allerdings kaum Befugnisse, konnte weder in der Außenpolitik noch in der Rechtsprechung mitwirken [7], wozu freilich die oft juristisch gebildeten Mitglieder des Inneren Rates auch deutlich besser geeignet waren.

The postmaster was the head of a post office. In the case of Schwäbisch Hall, it can be proven that Johann Caspar Schmidt purchased both halves of the house at today's Gelbinger Gasse 91. As early as 1692, Hans Caspar Schmidt, who is apparently identical to Johann Caspar Schmidt, as "Postreiter", bought one half of the house that had belonged to his predecessor as Postreiter Phil. R. Grätter from the city for 510 guilders. On September 13, 1692, Schmidt married for the first time [4]. Schmidt was finally able to purchase the other half of the house for 490 guilders [5]. In 1724, Schmidt's predecessor as postmaster, Johann Michael Rohnfelder, was hospitalized because he was unable to work [6]. Apparently Johann Caspar Schmidt was a successful citizen of the imperial city, as he even achieved the position of member of the Outer Council. However, the Outer Council had hardly any powers and could neither participate in foreign policy nor in jurisprudence [7], for which the members of the Inner Council, who were often legally trained, were much better suited.

Samstag, 2. März 2024

Postreiter und Briefboten - Post rider and letter carrier

Unsere nächste Anno Domini-Veranstaltung wird den Titel "Die Post ist da!" tragen. Daher werden wir uns verschiedenen Aspekten zu dem Thema zuwenden. Daneben wird das Jahr 1734 in Bezug auf Schwäbisch Hall eine große Rolle spielen. Die Ereignisse vor allem des Polnischen Thronfolgekrieges boten viel Material für die damaligen Zeitungen, die auch von der Post befördert wurde.

 

Our next Anno Domini event will be titled “The Post is here!”. We will therefore address various aspects of the topic. In addition, the year 1734 will play a major role in relation to Schwäbisch Hall. The events, especially the War of the Polish Succession, provided a lot of material for the newspapers of the time, which were also carried by the post office.

Diese Schützenscheibe zeigt neben einer weiblichen Postreiterin (wohl berittene Briefträgerin) auch zahlreiche interessante Details im Hintergrund wie die Landschaft mit einem Landturm rechts. - The shooting target shows a female rider (obviously it is a letter carrier) and there are some interesting details in the background such as the landscape and a land tower. (Schützenscheibe, Hällisch-Fränkisches Museum, Foto: Kim Krawiec)

Zuerst wollen wir bei der Post auf die untere Charge an Personal schauen: den Postreitern. Postreiter beförderten Post auf den Postcoursen von einer Poststation zur nächsten. Die Posthaltereien dienten vor allem zur Unterbringung der Postpferde für diese Reiter und als Übernachtungsmöglichkeit. Zahlreiche Postcourse wurden ja auch nur von Postreitern bedient. Im Fall von Schwäbisch Hall haben wir mindestens die Postlinie von Heilbronn nach Crailsheim, die über die Reichsstadt verlief [1].

 

First we want to look at the lower level of staff at the post office: the post riders. Post riders transported mail from one post station to the next on the post courses. The post offices were primarily used to accommodate the post horses for these riders and as a place to stay overnight. Many post courses were only served by post riders. In the case of Schwäbisch Hall we have at least the postal line from Heilbronn to Crailsheim, which ran via the imperial city [1].

Schon als Postreiter gehörte Johann Caspar Schmidt die Hälfte vom Haus Gelbinger Gasse 91. - Even as a postrider Johann Casper Schmidt already had half of the building Gelbinger Gasser 91. (photo: M. Leyendecker, 2024) 


Als Postreiter konnte man viel erleben. Interessant ist ein Postreiter namens Johann Georg Grätter, der versuchte auf Nebenwegen das Hohenloher Territorium zu durchqueren. Deswegen beschwerte sich die Regierung von Hohenlohe-Neuenstein 1698 bei Hall. Als der Postreiter ertappt wurde, ließ er sich zu "Scheltworten" hinreißen, was wohl zu weiterem Unmut führte [2]. 

Donnerstag, 8. Februar 2024

1624 - ein gutes Jahr? / a good year?

Die Veranstaltung unserer Landleben-Reihe 2024 wird den Titel "1624 - ein gutes Jahr?" haben. Der Titel ist etwas herausfordernd gemeint. Was könnte 1624 zu einem guten Jahr machen? Das Jahr liegt zwischen dem blutigen Zusammenstoß mit den Söldnern bei Großallmerspann 1619 [1] und den bedrückenden Einquartierungen, die mit den Truppen unter Obrist Kratz und Obrist von Kronenberg in der 2. Hälfte der 1620er Jahre einsetzten [2]. Natürlich ist diese militärische Ruhe nur eingeschränkt zu begreifen, da auch von kleineren Einquartierungen ausgegangen werden muss [3]. Außerdem bezieht es sich nur auf die Umgegend von Hall. Schon im Ellwangischen Territorium, mit welchem Hall als Lehensträger verbunden war, erfahren wir aus den frühen 1620ern von großen Engpässen, welche zumindest für das von Holz sehr abhängige Hall mit seiner Saline gravierende Folgen haben konnte. Der hällische Bauschreiber Joseph Eisenmann erwähnt Soldaten, die wegen dem "kaldten wetter" einen Wagen Holz verbrennen würden und bis Weihnachten "für 1. thausent gulden holz" verschwendeten, wodurch Holz "klamm, hoch: und theyer" würde. Der Rat sollte überlegen, ob man nicht mit dem "Capitain" der Soldaten verhandeln könne. Auch der Preis für Eisen stiege durch den erhöhten Bedarf [4]. 

The event in our country life series 2024 will have the title: "1624 - a good year?". The title is meant to be somewhat challenging. What could make 1624 a good year? The year lies between the bloody clash with the mercenaries at Großallmerspann in 1619 [1] and the oppressive quartering that began with the troops under Colonel Kratz and Colonel von Kronenberg in the second half of the 1620s [2]. Of course, this military calm can only be understood to a limited extent, since smaller billetings must also be assumed [3]. Furthermore, it only refers to the area surrounding Hall. Already in the Ellwangian territory, to which Hall was connected as a fiefdom, we learned from the early 1620s of major bottlenecks, which could have serious consequences, at least for Hall, which was very dependent on wood. Hall's secretary for construction Joseph Eisenmann mentions soldiers who would burn a wagon of wood per day because of the "cold weather" and waste "for 1 thousand guilders of wood" until Christmas, which would cause wood to become "clammy, high: and expensive". The council should consider whether they could negotiate with the "Capitain" of the soldiers. The price of iron would also rise due to the increased demand [4].

 

Diese Söldner sehen recht friedlich aus. Bayerisches und württembergisches Fußvolk auf unserer Anno Domini 1623-Veranstaltung. - At least these mercenaries are looking peacefully. Bavarian and Württemberg foot on our Anno Domini 1623-event. (photo: Michael Leyendecker, 2023)
 

Andernorts im Schwäbischen Kreis wie im Umland von Ulm, wo Kriegsvolk übel hauste [5], war die Lage durchaus ernst. Aus dem Gebiet rund um Schmalkalden erfahren wir immerhin davon, dass dort scheinbar noch versucht wurde durch drakonische Strafen die Disziplin aufrecht zu erhalten. Aus unbekannten Gründen wurde in der Stadt ein Korporal vom Schönburgischen Regiment im Januar 1624 aufgehängt. Ein Soldat wurde ebenfalls auf dem Altmarkt von Schmalkalden 7 Monate später dafür hingerichtet, weil er eine Magd auf offener Straße vergewaltigt hatte [6]. Solche Greuel sind aus dem Jahre 1624 aus "unserer" Gegend nicht überliefert. Wie wir an den Beispielen in Schwaben und Thüringen gesehen haben, hat es aber nichts damit zu tun, dass es zu keinen größeren Kampfhandlungen kam und sich die kleineren in eine andere Region verlagerten. Denn auch einfach die Einquartierung von Truppen und ihr Durchmarsch verursachten gewaltige Sorgen und Probleme.

Elsewhere in the Swabian district, such as in the surrounding area of ​​Ulm, where warriors lived badly [5], the situation was quite serious. From the area around Schmalkalden we learn that attempts were apparently still being made to maintain discipline through draconian punishments. For unknown reasons, a corporal from the Schönburg Regiment was hanged in the city in January 1624. A soldier was also executed on the AltmarktB in Schmalkalden 7 months later for raping a maid on the street [6]. There are no reports of such atrocities from “our” area in 1624. As we have seen from the examples in Swabia and Thuringia, it has nothing to do with the fact that there were no major fighting operations and that the smaller ones were relocated to another region. Simply billeting troops and marching through them caused enormous worries and problems.