Montag, 12. Juli 2021

Dienstboten im 18. Jh. T. 4 / servants during the 18th century p. 4

Ich selbst als Diener 


Hier will ich nun von meinen Erfahrungen als "Dienstbote" berichten. Sofort als ich 2002 in die Zivildarstellung eingestiegen bin, habe ich mir die Rolle als Dienstbote ausgesucht. Hierbei stellte sich natürlich gleich die Frage, wer denn die Herrschaft sein sollte? Es gab eine Art Testballon auf einer Veranstaltung in Fulda im Jahr darauf, wo wir ursprünglich 2 männliche und ein weiblicher Dienstbote einer Dame sein wollten. Das klappte mangels Begeisterung der Teilnehmer ebenso wenig wie mangels Vorbereitung. 

Myself as a servant

Here I want to report on my experiences as a "servant". As soon as I got into civilian reenactment in 2002, I chose the role of a servant. Here, of course, the question arose, who should be the master? There was a kind of test balloon at an event in Fulda the following year, where we originally wanted to be two male and one female servants of a lady. This didn't work out due to a lack of enthusiasm on the part of the participants, as well as a lack of preparation.

 

Ich nehme Maß an meinem ersten Herrn bei einer Museumsveranstaltung im Freilichtmuseum Kommern. - I take the measures of my first master at an event in the open air museum Kommern. (Foto: Cecilia Hanselmann, 2005)

Kammerdiener für ein paar Jährchen (18. Jahrhundert)

Später habe ich dann recht lange für die Zeit Mitte des 18. Jahrhunderts die Rolle eines Kammerdieners eines Rats übernommen. Da diese Darstellung zumeist im Freilichtmuseum Kommern stattfand, hatten wir dazu auch die nötigen Räumlichkeiten. Wir stellten dabei keinen kompletten Haushalt dar, sondern nur einen reisenden Herrn mit seinem Diener beziehungsweise ein reisendes Paar mit zwei Dienstboten. Ich denke, dass das auch von daher recht gut funktionierte, da wir rasch miteinander einig waren, was der Herr von mir wollte und ich leisten konnte und mochte. Etwas unrealistisch war vielleicht, dass ich in der Rolle zu der Zeit oftmals in einem fremden Haushalt mitdienen musste. Das kam wohl vor wie es auch Lehndorff beschreibt. Aber es war gewiss nicht realistisch, dass der einzige Diener, der an der Tafel bediente, der Diener eines Gastes war. 

Ich bin hier auf einer meiner ersten Veranstaltungen als Dienstbote des Herrn von Bolt in der Nähe von Fulda. - I'm here on one of my first events as the servant of Mr. Bolt near Fulda (Foto: Cecilia Hanselmann).

 

Schön war es ein paar Erfahrungen zu sammeln. Wie ist es stundenlang herum zu stehen ohne etwas sagen zu können, da man nur bereit dazu im Raum steht, Getränke nachzuschänken oder Geschirr aufzutragen? Man hört die Herren und Damen plaudern und kann als Diener keine Kommentare dazu abgeben, denn ein Dienstbote redet einfach nicht unaufgefordert. Außerdem erlebte ich wie es ist vom Morgen bis in die Nacht Diener zu sein. Ich kleidete Morgens meinen Herrn an, bemühte mich den gesamten Tag um sein Wohl und brachte ihn auch Abends zu Bett. Freizeit hatte ich in der Rolle, wenn mein Herr im Bett war. Aber dann waren auch die meisten Leute im Wirtshaus schlafen und ich hatte nur noch 1-2 Stunden um mich mit den paar letzten Leuten, die noch wach waren, zu unterhalten. 

Ich habe meinen Herrn den Rat auch auf seinen Reisen begleitet wie hier im Freilichtmuseum Kommern. Ich habe zu seinen Füßen auf einer Strohmatratze geschlafen und ihm wie hier am Morgen Kaffee gebracht vor dem Ankleiden. - I attended my master the administrator on his journeys as here in the open air museum Kommern. I slept at his feet on a straw mattress and brought him coffee before I could dress him (Foto: Hartmut Writh).

Spannend war auch zu erleben wie man als Lakai oder Kammerdiener zwischen zwei Welten steht. Drinnen im Salon der Herrschaften gab es Wünsche nach Essen, Getränken und so weiter und draußen an der Feuerstelle jene Dienstboten, welche sich ungezwungen da unbeaufsichtigt unterhalten konnten wie dem Haushälter oder Koch und seinen Küchenmägden. Insgesamt ist das Leben als Lakai oder Kammerdiener weitaus reizvoller und unterhaltsamer, wenn es weitere männliche Dienstboten gibt mit denen man sich austauschen kann und mit denen man nicht nur dasselbe Los teilt, sondern auch mit denen man Lösungen für Probleme findet.

Ich pudere die Haare meines zweiten Herrn auf einer Veranstaltung im Museum Roscheider Hof. - I put some powder on the hair of my second master at an event in the museum Roscheider Hof. (Foto: Cecilia Hanselmann, 2008)

 

Valet for a couple of years (18th century)

Later I took on the role of a councilor's valet in the mid-18th century for some time. Since this presentation mostly took place in the open-air museum in Kommern, we also had the necessary space. We did not represent a complete household, but only a traveling gentleman with his servant or a traveling couple with two servants. I think that this worked out quite well because we quickly agreed what the master wanted from me and what I could and would do. Perhaps it was a bit unrealistic that I often had to help out in someone else's household at the time. That probably happened as Lehndorff describes it. But it was certainly not realistic that the only male servant serving at the table was a guest's servant.

However it was nice to gain some experience. What is it like to stand around for hours without being able to say anything, because you are only standing in the room ready to refill drinks or put on dishes. You can hear the gentlemen and ladies chatting and as a servant you cannot make any comments, because a servant simply does not speak unsolicited. I also experienced what it is like to be a servant from morning until night. I dressed my master in the morning, took care of his well-being all day and also put him to bed in the evening. I had free time in the role when my master was in bed. But then most of the people in the pub were asleep and I only had 1-2 hours to talk to the last few people who were still awake. It was also exciting to experience how a lackey or valet stand between two worlds. Inside in the gentlemen's salon there were requests for food, drinks, and so on, and outside by the fireplace there were those servants who could converse casually and unsupervised like the housekeeper or cook and his kitchen maids. All in all, life as a lackey or valet is far more delightful and entertaining when there are other male servants with whom one can talk and with whom one not only shares the same lot, but also with whom one can find solutions to problems.

Ich repariere den Rock meines Herrn im Freilichtmuseum in Bad Windsheim. Meine Kleidung folgt Vorbildern der 1790er. - I repair the coat of my master at the open air museum in Bad Windsheim. My clothes follow some examples from the 1790s. (Foto: Cecilia Hanselmann)

 

Kellermeister (?) im Empire in einem großen Haushalt

Eine ganz einmalige Erfahrung für mich war die Integration in einen kompletten Haushalt im Rahmen einer Veranstaltung im Freilichtmuseum Bad Windsheim. Ich will das Beispiel hier auch aufführen obwohl es eigentlich nicht ins 18. Jh. passt, da es einfach imposant als Projekt war. Der Haushalt bestand aus der Herrschaft (Herr und Dame ohne Kinder) und zahlreiche Dienstboten (ich als Kammerdiener, eine Kammermagd, ein Knecht für die Küche, eine Köchin und mehrere Küchenmägde). Leider waren die Räumlichkeiten etwas beengt. So bekam ich selber beispielsweise keine authentische Schlafstätte. Das kleine Schlafgemach der Herrschaft verhinderte teilweise ein passendes Ankleiden. Als Höhepunkt gab es ein Diner wobei auch die beiden Dienstboten der Gäste mithalfen. Trotz einiger negativer Erfahrungen bei der Veranstaltung, die vielleicht auch dazu führten, dass die "Herrschaft" von damals sowas in der Form nicht nochmal machte, waren doch einige Erlebnisse auch sehr spannend.

Ich räume am Morgen den Tisch ab. Freilichtmuseum Bad Windsheim. - I clear away the table at the open air museum Bad Windsheim. (Foto: Cecilia Hanselmann)

Als Kellermeister in meinem Element beim Öffnen der Champagnerflaschen. - Working as a real butler opening the bottles of champagne.

Arbeit, Arbeit, Arbeit. Gewehr putzen, Stiefelputzen wie hier - es gab viel zu tun. - Working, working, working. Cleaning the rifle of my master, his boots as shown here - I had a lot to do.

 

Butler during the Regency in a large household

A very unique experience for me was the integration into a complete household as part of an event in the open-air museum Bad Windsheim. I also want to give the example here, although it doesn't actually fit into the 18th century, because it was simply impressive as a project. The household consisted of the master (master and lady without children) and numerous servants (me as a valet, a chambermaid, a servant for the kitchen, a cook and several kitchen maids). Unfortunately the space was a bit cramped. For example, I didn't get an authentic place to sleep myself. The small bedchamber of the rulers sometimes prevented a suitable dressing. As a highlight there was a dinner where the two servants of the guests also helped. Despite some negative experiences at the event, which perhaps also meant that the "rule" from back then did not do something like that again, some experiences were also very exciting.

Mittwoch, 30. Juni 2021

Schwäbisch Hall und die Krise von 1769-71 / Schwäbisch Hall and the crisis of 1769/71

Wir haben uns überlegt für dieses Jahr uns dem Jahr 1771 zuzuwenden, nicht nur weil es 250 Jahre her ist und somit ein rundes Jubiläum, sondern weil es auch sehr spannend ist. International denkt man bei der Jahreszahl wahrscheinlich an die bedeutenden Ereignisse in den 13 Kolonien mit dem sogenannten Boston Massacre 1770 und andererseits dem Staatsstreich von oben durch Louis XV mit der Entmachtung der Parlamente und der Absetzung des Duc de Choiseul[1]. Das tief gespaltene Polen trieb der Polnischen Teilung entgegen.

For this year we have considered turning to the year 1771, not only because it was 250 years ago and thus a round anniversary, but because it is also very exciting. Internationally, one thinks of the significant events in the 13 colonies with the so-called Boston Massacre in 1770 and, on the other hand, the coup d'état from above by Louis XV with the disempowerment of parliaments and the deposition of the Duc de Choiseul [1]. The deeply divided Poland was drifting towards the division of Poland. 

Der Amtmann zu Pferde. Das Foto ist bei einem kleinen Ausflug mit unserem Grabenreiter entstanden.  1770/71 ließ der Haller Rat immer wieder Informationen über die Lage in den Ämtern einholen. - The "Amtmann" on horseback. The photo was made during a small trip with our "Grabenreiter". In 1770 and 1771 the council of Hall again and again researched for information out of the destricts of the territory.  (Foto: Albert Schwark, 2021)

Die Missernte und ihre Auswirkungen

Ähnlich wie andere Gebiete in Europa war Deutschland vor allem durch die Missernte von 1770/71 geprägt. Die meteologischen Ursachen auch anhand der Temperaturentwicklung im fränkischen [2] Nürnberg wurden bereits intensiv in der Publikation "Die Hungerjahre 1770-1772 in den böhmischen Ländern" beleuchtet[3]. In Schwäbisch Hall berichtet uns eine Chronik von 1769 das "Jahr war so naß" wie die vorigen, welche aber nun das "Wachsthum der Früchte" verhinderte. Die Preise stiegen an, so der Dinkel von 3 fl. 30 x 1768 auf 3 fl 40 x "u. drüber" im Jahr 1769[4]. Auch in der Folge ist für die Jahre 1770 und 1771 wiederholt von großer Nässe, dem Verfaulen nicht nur der "Früchte", des Korns, sondern auch vom Verderben der Kräuter und sogar erheblichen Einbußen beim Einbringen des Heus die Rede.

The crop failure and its effects 

Similar to other areas in Europe, Germany was mainly shaped by the poor harvest of 1770/71. The meteological causes, also based on the temperature development in the Franconian [2] Nuremberg, have already been examined intensively in the publication "The years of hunger 1770-1772 in the Bohemian countries" [3]. In Schwäbisch Hall a chronicle from 1769 tells us that "the year was as wet" as the previous one, but which now prevented the "growth of the fruits". The prices rose, for example the spelled from 3 fl. 30 x 1768 to 3 fl. 40 x "u. over" in 1769 [4]. Subsequently, for the years 1770 and 1771, there is repeated talk of great wetness, the rotting not only of the "fruits" and the grain, but also of the spoilage of the herbs and even considerable losses when the hay is brought in.

Zerstörte Waffen auf der Schützenscheibe des Stadtleutnants Friderich Imanuel Boelz - destroyed weapons on the target of the town's lieutenant Friderich Imanuel Boelz (Foto: Cecilia Hanselmann)


Die Reichsstadt Schwäbisch Hall musste sich während der 1760er zum einen von den finanziellen Belastungen des Siebenjährigen Krieges und zum anderen von den Auswirkungen einer Ruhrepedemie erholen[5]. Das Thema der spanischen Werbungen im Hällischen haben wir bereits thematisiert[6]. Schon im September 1770 musste sich der Haller Rat insbesondere der Versorgung der Armen zuwenden[7]. Verschiedene Gemeinden baten um den Erlass oder die Umwandlung bestimmter Abgaben oder darum, dass der Rat Saatgut aus dem Kornhaus zur Verfügung stellte[8]. Der Haller Rat ebenso wie der Schwäbische Kreis bemühten sich darum den Verbrauch des wenigen Korns zu verringern. Der Kreis verhängte eine "Fruchtsperre" gegen die Ausfuhr von Korn während der Magistrat der Reichsstadt die Branntweinbrennerei verbot[9]. Da bei einer Betstunde am 27. Juli 1770 nur "der gemeine Pöbel" zugegen war, während viele Haller in den Wirtshäusern weilten, hielt man dies für eine Ursache für das an dem Tag eingetretene schreckliche Unwetter, welches sogar das Pflaster aus den Gassen ausspülte und die Treppen vor den Häusern wegriss[10].

Auch wenn Anfang 1771 gehofft wurde, dass sich die Lage verbessern würde, erwies sich auch dieses Jahr wiederum als so verheerend, dass sogar "Brod aus dem schwärzesten Mehl mit Kleie vermischt" gebacken wurde. Es wurden auch "Stein Klee Saamen" und Stroh gemahlen. Doch wurde von der Obrigkeit erkannt, dass dieses Mehl zu Krankheiten führen konnte, weshalb sie das Mehl "wegnehmen" ließ. Unter der Bewachung durch 2 Soldaten wurde das Mehl am Hospital von einer Ratsdeputation ausgeteilt um "den Unfug zu steuern". Am 8. April wurde angeordnet, dass sowohl in der Stadt als auch auf dem Land "bey hoher Strafe" das Tanzen verboten wurde. Am Tag darauf wurde vom Rat verkündet, dass die Bäcker nur noch "Wecken" und Brot backen durften[11]. Im Laufe des Aprils spitzte sich die Lage immer stärker zu bis hin zu der Situation, dass arme Leute, die am Leib Brot unter ihrer Kleidung aus der Reichsstadt schmuggeln wollten, von den Torwachen angehalten wurden. Besonders argwöhnisch wurde von den Haller Regierenden der Zöllner von Bubenorbis[12] gesehen, der dem "Schleichhandel" also Schmuggel Vorschub leistete indem er Fuhren von Korn ohne Pässe durchgehen ließ[13]. Der Preis des Korns stieg während des Frühjahrs 1771 bis auf über 6 Gulden pro Scheffel. Im August sanken die Preise allerdings durch "das holländische [Korn] davon viel hiehergebracht worden ist". Am 8. August sank der Preis sogar auf unter 3 Gulden[14]. Als ein deutliches Zeichen der Entspannung wurde am 12. August vom Stadtschultheißen den Bäckern wieder erlaubt Brot an Fremde zu verkaufen[15].

During the 1760s, the imperial city of Schwäbisch Hall had to recover from the financial burdens of the Seven Years' War on the one hand, and from the effects of an eruption on the other hand [5]. We have already discussed the topic of Spanish recruitment in the territory of Hall [6]. As early as September 1770, the Hall council had to focus on caring for the poor [7]. Various municipalities asked for the remission or conversion of certain taxes or for the council to provide seeds from the granary [8]. The Hall council as well as the Swabian imperial circle tried to reduce the consumption of the little grain. The imperial circle imposed a "fruit barrier" against the export of grain while the city's magistrate banned the distillery [9]. Since only "the common mob" was present at a prayer hour on July 27, 1770, while many Hallers were staying in the inns, this was thought to be a cause of the terrible storm that occurred that day, which even washed the pavement from the streets and tore away the stairs in front of the houses [10].

Even if at the beginning of 1771 it was hoped that the situation would improve, this year again turned out to be so devastating that even "bread made from the blackest flour mixed with bran" was baked. Stone clover seeds and straw were also ground. But it was recognized by the authorities that this flour could lead to diseases, which is why they had the flour "removed". Under the guard of 2 soldiers, the flour was distributed at the hospital by a council deputation in order to "control the mischief". On April 8, it was ordered that dancing be banned "by heavy punishment" in both the city and the countryside. The next day the council announced that the bakers were only allowed to "wake up" and bake bread [11]. In the course of April the situation escalated to the point that poor people who wanted to smuggle bread from the imperial city under their clothes were stopped by the gate guards. The rulers of Hall viewed the customs officer of Bubenorbis [12] with particular suspicion, who encouraged the "surreptitious trade" by allowing grains to pass through without passports [13]. The price of the grain rose to over 6 florins per bushel during the spring of 1771. In August, however, prices fell due to "the Dutch [grain] of which much has been brought here". On August 8, the price even fell below 3 florins [14]. As a clear sign of relief on August 12th the imperial town's sheriff allowed the bakers to sell bread again to the foreigners[15].

Wohl eine allegorische Darstellung der drei Stände auf einer Haller Schützenscheibe von 1771: Bauer in typisch hällischer Tracht, Handwerker/Bürger von Hall (?), Patrizier/Ratsmitglied (?). Schützenscheibe des Friedrich Lorenz Haspel, 1771, Hällisch-Fränkisches Museum Schwäbisch Hall - That maybe is an allegorical reflection of the three states on a target from Hall from the year 1771: a peasant in a typical clothing of Hall, a craftsmen or citizen of Hall (?), a patrician or member of the council (?), target of Friedrich Lorenz Haspel, 1771, Hällisch-Fränkisches Museum Schwäbisch Hall (Foto: Kim Krawiec)

Dienstag, 15. Juni 2021

Schlacht bei Piacenza 1746 - The battle of Piacenza in 1746

Ich will meine Serie zu dem etwas in Vergessenheit geratenen Österreichischen Erbfolgekrieg fortsetzen und dann gleich mit einer Schlacht, die wie kaum eine zweite eine Entscheidungsschlacht geworden ist. Nicht ganz zu Unrecht urteilte Maria Theresia danach: "Ich möchte hoffen, dass dieses Ereignis meinen Feinden den Gedanken zerstreuen wird, mich vollständig aus Italien zu verbannen."[1] 

I want to continue my series on the somewhat forgotten War of the Austrian Succession and then with a battle that has become a decisive battle like no other. Maria Theresa judged it not entirely wrongly: "I want to hope that this event will dispel from my enemies any thought they may have of completely banishing me from Italy."[1]

Doch ich will zuerst mit einer kleinen Vorgeschichte an meinen Bericht der Schlacht bei Bassignana anknüpfen[2]. Denn vor der Schlacht von Piacenza hatte es für die Sache der Kaiserin alles andere als rosig ausgesehen. Da wäre der Ausgang des 2. Schlesischen Krieges zu nennen. Die Sachsen wurden in der Schlacht bei Kesselsdorf vernichtend geschlagen. Alexander Querengässer hat vor kurzem ein vor allem in der Verwendung zahlreicher Augenzeugenberichte sehr anschauliches Buch darüber verfasst[3]. Nicht nur das Ausbleiben der Österreicher hatte sich als fatal erwiesen, auch das sächsische Oberkommando hatte schwere Fehler begangen. Der Rückzugsweg war durch Trosswagen verstopft. Die Verluste der armen Sachsen waren enorm. Sachsen schied aus dem Krieg aus und konnte auch für eine Involvierung in den Krieg in Flandern nicht gewonnen werden. Doch dazu an anderer Stelle vielleicht mehr. 

Ein sächsischer Wagen auf Festung Königsstein. - A Saxon waggon on the Königsstein fortress (Foto: André Hanselmann, 2020)

 

But first I want to tie in with my report of the Battle of Bassignana with a brief history [2]. For before the Battle of Piacenza things had looked anything but rosy for the Empress's cause. There the outcome of the 2nd Silesian War should be mentioned. The Saxons were defeated in the battle of Kesselsdorf. Alexander Quergässer recently wrote a very descriptive book about it, especially in the use of numerous eyewitness accounts [3]. Not only the absence of the Austrians had turned out to be fatal, the Saxon high command had also made serious mistakes. The route to retreat was blocked by supply wagons. The losses suffered by the poor Saxons were enormous. Saxony withdrew from the war and could not be won over to become involved in the war in Flanders. But maybe more on that elsewhere.

Während der Maréchal de Saxe in den österreichischen Niederlanden vordrang und nach den Schlachten bei Fontenoy und Melle Stadt um Stadt einnahm, drangen die bourbonischen Truppen auch in Italien immer weiter vor. Mailand fiel in ihre Hände. Elisabetha Farnese schien ihrem Traum ihrem Sohn Don Felipe eine Krone zu verschaffen zum Greifen nahe. Die Ereignisse in Deutschland aber verschoben wie schon mehrfach in diesem Krieg die Verhältnisse wieder an anderer Front und so konnten die Österreicher nachdem Schulenburg bei Bassignana dem König von Sardinien nicht rechtzeitig zur Hilfe geeilt war, für den Feldzug 1746 nicht nur ein bedeutendes Heer in Norditalien ins Feld stellen, sondern auch auf ebenso große Namen als Kommandeure zurück greifen. Der Fürst von Liechtenstein (1696-1772) übernahm das Kommando über die Truppen. Insbesonder Nadàsdy (1708-1783) [4] aber auch Browne und Bernklau waren erfahrene Generäle, die sich schon in Deutschland bewährt hatten. 

While the Maréchal de Saxe was advancing into the Austrian Netherlands and taking town after town after the battles at Fontenoy and Melle, the Bourbon troops were also advancing further and further into Italy. Milan fell into their hands. Elisabetha Farnese seemed close to her dream of giving her son Don Felipe a crown within reach. The events in Germany, however, shifted the situation on another front, as already several times in this war, and so the Austrians were not only able to enter an important army in the field in northern Italy for the 1746 campaign after Schulenburg near Bassignana had not rushed to the aid of the King of Sardinia in time, but also rely on big names as commanders. The Prince of Liechtenstein (1696-1772) took command of the troops. In particular Nadàsdy (1708-1783) [4] but also Browne and Bernklau were experienced generals who had already proven themselves in Germany.

Eine von mir entworfene Karte für mein Szenario der Schlacht bei Piacenza. - The scenario of the battle of Piacenza on the map created by myself. (map by myself)


Unter ähnlichen Schwierigkeiten wie in den anderen Feldzügen leidend entschlossen sich die Oberkommandierenden der bourbonischen Truppen endlich im Juni 1746 mit ihren zusammen geschmolzenen Kräften die 45.000 Österreicher bei Piacenza anzugreifen. Der spanische Kommandeur de Gages hatte seine Armee von 25.000 Mann in die Befestigungen der Stadt gelegt. Nachdem er einige Bataillone voraus geschickt hatte, folgte ihnen Maillebois persönlich wodurch die französischen Truppen eine Stärke von etwa 15.000 Mann erreichten[5]. Zwar gehen die Angaben über die Stärke beider Seiten bisweilen auseinander [6], aber das Ergebnis der Kämpfe wird ähnlich dargestellt. Obwohl nummerisch unterlegen entschlossen sich De Gages und Maillebois nicht zuletzt deswegen zum Angriff, da sie dem Eintreffen der Armee des Königs von Sardinien mit 10.000 Mann zuvor kommen wollten. Obendrein hatte De Gages klare Instruktionen, dass er Piacenza auf keinen Fall aufgeben sollte und Maillebois seinerseits durch seinen König den Befehl die Probleme für seine Kommunikationslinien ungeachtet den Weisungen des Infanten Don Felipe zu folgen. 

Das Schlachtfeld bei Piacenza auf unserem Wohnzimmertisch - The battlefield of Piacenza on the table in the living room. (photo: Cecilia Hanselmann, 2021)

 

Suffering from similar difficulties as in the other campaigns, the commanders-in-chief of the Bourbon troops finally decided in June 1746 to attack the 45,000 Austrians near Piacenza with their melted forces. The Spanish commander de Gages had placed his army of 25,000 men in the fortifications of the city. After sending a few battalions ahead, Maillebois followed them personally so that the French troops reached a strength of about 15,000 men [5]. Although the information about the strength of both sides sometimes diverge [6], the result of the fighting is presented similarly. Although numerically inferior, De Gages and Maillebois decided to attack not least because they wanted to prevent the arrival of the army of the King of Sardinia with 10,000 men. On top of that, De Gages had clear instructions that he should not give up Piacenza under any circumstances and that Maillebois, through his king, ordered the problems for his lines of communication to follow regardless of the instructions of the Infante Don Felipe.

Diesmal das "Schlachtfeld" aus französischer Sicht. - The battlefield from the French perspective. (photo: Cecilia Hanselmann)

Die Österreicher ihrerseits hatten sich vorteilhaft mit Blockhäusern und ähnlichem eingerichtet und erwarteten einen Angriff. Der Plan der Verbündeten war es das Zentrum der Österreicher weitesgehend zu ignorieren und mit einer weit ausholenden Bewegung die linke Flanke der Österreichermit den französischen Truppen zu attackieren, während der linke spanische Flügel den rechten österreichischen Flügel mit einer einfacheren Bewegung übermannen und gegen das Zentrum drücken sollte. Nichts von alledem glückte. Browne, der den immer wieder kränkelnden Liechtenstein vertrat, hatte seine Truppen in eine genau Maillebois Manöver geschickt parierende Position gebracht, so dass Maillebois sogar mutmaßte, dass Gages Plan durch einen Spion verraten worden war[7]. Die Generäle Lucchesi und Serbelloni sollen die bourbonische Reiterei als Erste zum Weichen gebracht haben. [8]

Die Spanier rücken frontal vor, während die französische Infanterie einen Kanal überschreitet. - The Spaniards are advancing forward while the French infantry moves across a channel. (photo: Cecilia Hanselmann, 2021)
 

The Austrians, for their part, had settled favorably with log houses and the like and were expecting an attack. The plan of the allies was to ignore the center of the Austrians as far as possible and to attack the left flank of the Austrians with the French troops with one sweeping movement, while the left Spanish wing was to overtake the right Austrian wing with a simpler movement and push it against the center . None of this worked. Browne, who represented Liechtenstein, who was ailing again and again, had brought his troops into a skillfully parrying Maillebois maneuver, so that Maillebois even suspected that Gage's plan had been betrayed by a spy [7]. It was told that the Austrian generals Lucchesi and Serbelloni were the first which forced back the Bourbon cavalry[8].

 

Die bourbonischen Truppen kommen in Feuerreichweite. - The Bourbon troops are coming in the range of musketry. (photo: Cecilia Hanselmann)

Mittwoch, 2. Juni 2021

Eine kleine Baustelle / A small building site

Man erkennt anfangs nicht viel an Unterschied während man die Kalkfarbe aufträgt. - You can't see much of a difference while you are bringing the limepaint on the wall.

 

Da ich ja letztes Jahr leider nicht auf unserer Veranstaltung in Wackershofen in das Thema "Bauen im 18. Jahrhundert" auch praktisch einsteigen konnte, habe ich dieses Jahr ein verlockendes Angebot angenommen. Eine der Teilnehmerinnen unserer letzten Jahre hat bei sich vor Ort eine hübsche kleine Baustelle. Bei der Instandsetzung eines Bauernhauses mit dazugehörigen Stall- und Scheunenbereichen war es wichtig möglichst viele historische Bautechniken kennen zu lernen. Heutzutage bieten verschiedene Institutionen oder auch Baustoffhersteller und Fortbildungszentren Kurse an bei denen sich auch Eigentümer von Baudenkmälern informieren können. 

Since I was unfortunately unable to get into the subject of "Building in the 18th Century" at our event in Wackershofen last year, I accepted an attractive offer this year. One of the participants in our last few years has a pretty little construction site at home. When repairing a farmhouse with the associated stable and barn areas, it was important to get to know as many historical building techniques as possible. Nowadays, various institutions or building material manufacturers and training centers offer courses where owners of architectural monuments can also obtain information.


 

Sonntag, 9. Mai 2021

Die Habseligkeiten einer Dienstmagd

Das heutige Inventar führt uns in die soziale Schicht der städtischen Dienstboten.
Die Dienstmagd Ursula Maria Gerwigin verstarb 1764, sie war in Diensten bei einem Ratsherren gewesen[1].
Auffällig ist hier, dass gar keine Kopfbedeckungen zu finden sind (mit "Mützle" sind Jacken/Oberteile gemeint), ob sie ihre einzige Haube mit ins Grab genommen hat?
Ebenso wird kein Ehemann erwähnt, wahrscheinlich war sie ledig Mutter geworden, denn sie vererbte ihre wenigen Hinterlassenschaften ihrem Sohn.

 

 

Ein Bild von einer unserer Veranstaltungen 2012.

 

 





Bettwerk

1 zwischen Deckbett
1 dito Liegbett
1 dito Pfülben (?)
1 dito Küßen

mit Enden und Hühnerfedern gefüllt 4fl 20ß

Weißzeuch
12 ß
 


Weiblichen Kleidern

1 schwartz zeuchenen Rock 20ß
1 dito                                      1 fl
1 brauner dito                         1 fl 15ß
1 schwartz zeuchen Mützle          10 ß
1 zeuchen Mützle schwartz          12 ß
1 Goller* dito                                 15 ß
1 getruckter Schurtz                     6 ß
1 rothtüchen Mieder               1 fl
1 Hembd                                        1 ß



Summa 10 fl 28 ß 

* Ein "Goller" war eigentlich laut Frauenzimmerlexikon ein aus weißer Leinwand, Baumwolle oder Nesteltuch geschnittenes über dem Hals geschlagenes "Halbbrüstlein" oder "Kräglein".[2]

 

Text: Cecilia Hanselmann

Foto: Wolf Hanselmann


1)Stadtarchiv Schwäbisch Hall: Inventar der Ursula Maria Gerwig, 1764

2) "Frauenzimmerlexikon" Leipzig, 1715, Reprint des Verlages Edition Leipzig, Leipzig, 1980, S. 1075

Samstag, 1. Mai 2021

Dienstboten im 18. Jh. / servants during the 18th century T. 3 p. 3

Am Tag der Arbeit geht es weiter mit unserer Serie zu den Dienstboten.

At the labor day we continue our series about the servants. 

Dienstzeit und Löhne

Es ist schwierig über die Dauer des Dienstes und die Löhne zu generalisieren. Wenn man sich die Einkünfte der Dienstboten im 18. Jahrhundert anschaut, muss man ja auch die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten ansehen und auch der unterschiedliche Wert des Geldes in den verschiedenen Regionen. Denn erschwerend zur Einschätzung kommen die unterschiedlichen Währungen, Aspekte wie Münzverschlechterungen und ähnliches zur Wirkung. Daher ist es eigentlich am sinnvollsten die Dienstboten innerhalb einer Region, eines Staates oder am besten innerhalb einer Stadt oder Gemeinde zu vergleichen. Besonders aussagekräftig scheinen mir, auch wenn es hier in der Serie über Dienstboten garnicht um Dienerschaft an Höfen gehen soll die recht gut dokumentierten Rechnungen für Personalausgaben von Hofhaltungen. Das Schöne an diesen ist auch, dass man dort so ziemlich alle verschiedenen Typen von Dienstboten[1] findet, die es während der Epoche gab.

Length of service and wages 

It is difficult to generalize about length of service and wages. If you look at the income of the servants in the 18th century, you also have to look at the different cost of living and the different value of money in the different regions. Because the different currencies, aspects such as coin deterioration and the like make the assessment more difficult. Therefore, it actually makes the most sense to compare the servants within a region, state or, best, within a city or town. Particularly meaningful to me, even if the series about servants is not supposed to be about servants at courts, are the well-documented bills for personnel expenses of court holdings. The nice thing about these is that you can find pretty much all the different types of servants [1] that existed during the era.

Zwei Jungen servieren in einem Schokoladentrinkhaus. Gerade für solche Dienste hat man Kindern gern eingesetzt. - Two boys are serving in a chocoladedrinkinghouse. Especially for such jobs kids were used often. (Deutsch oder Italienisch: "Die Schokoladentrinkstube" 18. Jh.)

Eintrittsalter und Diensteintritt

Man kann hierrüber nichts allgemein gültiges sagen. Bisweilen finden wir nützliche Angaben in Biographien. Nicht ganz unüblich scheint mir das Schicksal der Susanne Margaretha Brandt, welche als Waise aufwuchs und von daher wohl keine besonders andere Perspektive hatte außer sich als Magd in Dienste zu begeben[2]. Sehr schön hat die Beweggründe etwa die eigenen Kinder in Dienste zu schicken Renate Dürr in ihrer Arbeit über die Mägde in Hall dargestellt. Sie verdeutlicht auch, dass die Mägde nicht unbedingt den unteren Bevölkerungsschichten entstammen mussten, sondern im Falle von Hall durchaus auch den führenden Bürgerfamilien der Reichsstadt entstammen konnten. Insbesondere eine große Schar von Kindern kann die Eltern dazu gezwungen haben zumindest einige von ihnen über eine Dienstbotenanstellung versorgt zu wissen. Gerade bei den höheren Familien war aber die Anstellung als Magd offenbar kein Hinderungsgrund später wieder als gleichberechtigt betrachtet in reiche Patrizierfamilien verheiratet zu werden[3].

Die Versorgung der Herrschaften einer Stadt mit einer ausreichenden Anzahl an Dienstboten war das ständige Augenmerk der damaligen Obrigkeit - also der Regierung eines Staates oder des Magistrats einer Stadt. Man findet von dieser Seite her auch immer wieder Klagen über zuviele Leute, welche statt  in Dienste zu treten versuchten mit ihrer Hände Arbeit als eine Art Tagelöhner, mit Spinnen und dergleichen Tätigkeiten eine Bleibe zu finden und unabhängig zu bleiben. Diese Menschen waren der Obrigkeit auch daher ein Dorn im Auge, da sie früher oder später etwa den Sozialkassen zur Last fielen. Auch die Eltern wie insbesondere "arme Wittweiber" wie es in Hall heißt wurden sogar mit Androhung einer Strafe dazu gezwungen ihre Kinder in Dienste zu schicken[4].

Einerseits versuchte zwar die Obrigkeit durch eine gewisse Transparenz und die Verordnung einer Art Fairness der Herrschaft gegenüber den Dienstboten die Arbeit als Gesinde attraktiv zu machen. Andererseits herrschte auch gewiss ein gewisser Eigennutz, da die Gesetzgeber letztlich ja auch selbst Herrschaft ihrer Dienstboten waren und wenn überhaupt von den Wohlhabenden auf kurze Sicht politischen Druck zu befürchten hatten[5]. Typisch für die doch eher einseitige Interessenlage der Obrigkeit ist die Verfügung von möglichst niedrigen Löhnen, welche zum Schutz der Herrschaft reguliert wurden. Einem sich gegenseitigen Abwerben mit höheren Löhnen sollten Gesindeordnungen einen Riegel vorschieben[6].

Je nach Gegend konnte neben der Obrigkeit auch eine eher private Art von Stellenvermittlung in Form der Gesindemäkler, "Gesindevermiether", "Knechtväter" oder "Mägdemütter", die aber mit der Obrigkeit insofern verbändelt ist, dass Krünitz erwähnt, dass diese Vermittlungen nur diejenigen Dienstboten annahmen, die auf die Gesindeordnung vereidigt und bei der örtlichen Polizei gemeldet waren[7].  

Entry age and entry into service 

One cannot say anything generally applicable about this. Sometimes we find useful information in biographies. The fate of Susanne Margaretha Brandt, who grew up as an orphan and therefore probably had no particularly different perspective other than to serve as a maid, seems to me not entirely unusual [2]. Renate Dürr's work on the maids in Hall very nicely portrayed the motivation to send one's own children into service. It also makes it clear that the maids did not necessarily have to come from the lower classes of the population, but in the case of Hall could also come from the leading bourgeois families of the imperial city. A large number of children in particular may have forced their parents to know that at least some of them are being cared for by servants. In the case of higher families in particular, however, employment as a maid was apparently no obstacle to later being married into wealthy patrician families as having equal rights [3]. 

Providing the rulers of a city with a sufficient number of servants was the constant focus of the then authorities - that is, the government of a state or the magistrate of a city. From this point of view, one finds again and again complaints about too many people who instead of entering service tried to work with their hands as a kind of day laborer, with spiders and similar activities to find a place to stay and to remain independent. These people were a thorn in the side of the authorities because sooner or later they would be a burden on the social security funds. The parents, especially "poor widow women" as it is called in Hall, were even forced to send their children into service with the threat of punishment [4]. 

On the one hand, the authorities tried to make work as servants attractive through a certain transparency and the regulation of a kind of fairness of the rule towards the servants. On the other hand, there was certainly a certain self-interest, since the legislators were ultimately also in control of their servants and, if at all, had to fear political pressure from the wealthy in the short term [5]. Typical for the rather one-sided interests of the authorities is the provision of the lowest possible wages, which were regulated to protect the rulers. Mutual poaching with higher wages should put a stop to servant orders [6]. 

Depending on the area, in addition to the authorities, a more private type of job placement in the form of "Gesindemäkler" (servant brokers), "Gesinde-Vermiether" (servant lessors), "Knecht-Väter" (farmhand fathers) or "Magd-Mütter" (maid mothers), which is linked to the authorities insofar as Krünitz mentions that these mediations are only used by servants assumptions that were sworn in to the servants' rules and reported to the local police [7].

Dauer des Dienstes

Prinzipiell blieben viele Dienstboten bis zu ihrem Tode in den Diensten irgendeiner Herrschaft. So erwähnt G. Wunder eine Klara Sibille Kurr (1661-1724) sie habe "in Diensten so lange verharrt, bis sie Alters und Baufälligkeit halber nimmer mehr fortkommen können" - immerhin kam diese Magd vor ihrem Tod zur Versorgung ins Spital [8]. In Dienste zu gehen konnte auch eine Art Altersabsicherung bedeuten. So erwähnt Graf Lehndorff, dass die Königin-Mutter Sophie Dorothea von Preußen (1687-1757) verfügt hatte, dass ihre Dienstboten nach ihrem eigenen Ableben finanziell versorgt sein sollten beziehungsweise man sich einfach um sie kümmerte[9] wie es auch eine Frau von Hacke verfügte für ihre Dienstboten[10]. Der treue alte Diener, welcher bis ins hohe Alter und über Generationen seiner Herrschaft brav gedient hat, scheint aber mehr als ein Topos zu sein und ist ein beliebte Figur auf dem Theater[11].

Eine Art von Ideal scheint es aber gewesen zu sein sich als Dienstbote irgendwann durch das Ersparte oder etwa Geld aus dem Vermächtnis der Herrschaft finanziell unabhängig zu machen. Beliebt ist im Theater das Bild des Dieners oder der Zofe, welche durch eine Schenkung der Herrschaft die Möglichkeit bekommt zu heiraten und einen eigenen Hausstand zu führen. 

Ein schönes Beispiel ist die Haller Dienstbotin Susanne Elisabeth Firnhaber (1678-1756), die durch ein Testament ihres Hausherrn des Haller Stättmeisters selber eine gute Partie wurde, im Alter von 41 Jahren den 20 Jahre jüngeren Christoph David Kochendörfer heiratete und noch eine offenbar recht glückliche Ehe führte[12].

Susanna Elisabeth Kochendörffer geb. Firnhaber Tochter eines Wein-und Zinsschreibers, später Haushälterin eines Städtmeisters. (Gemälde im Hällisch Fränkischen Museum Schwäbisch Hall) - Susanne Elisabeth Kochendörfer born as Firnhaber daughter of a vine and tin secretary and later housekeeper of the mayor of Hall.


Christoph David Kochendörffer (1698-1764), Gemälde von P.Meyer 1743, Kaufmann ursprünglich Nadler. - Christoph David Kochendörfer, painting by P. Meyer, merchant former needlesmith (Hällisch Fränkisches Museum Schwäbisch Hall).


Prinzipiell konnte das Dienstverhältnis von beiden Seiten aufgekündigt werden. Die zahlreichen überlieferten Polizeiordnungen und die darin enthaltenen oder separat veröffentlichten Gesindeordnungen regelten diese Auflösungen des Verhältnisses zwischen Herrschaft und Dienstboten. Es gab dafür bestimmte Termine und auch Fristen. In Schwäbisch Hall beispielsweise sollten Dienstboten bis auf Ausnahmen mindestens ein halbes Jahr in Diensten bleiben[13]. Auch das Ausstellen eines Arbeitszeugnisses wurde darin geregelt. Die Kündigung musste auch begründet werden, etwa wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Diener und Herrschaft zerstört war oder auf andere Weise ein Böswillen dem jeweils anderen Teil nachgewiesen werden konnte. Man liest aber auch immer wieder von entlaufenen Dienstboten, die beispielsweise ihrer Herrschaft abtrünnig wurden, wenn diese in finanzielle Engpässe kam wie es auch Major Tellheim in "Minna von Barnhelm" widerfuhr[14]. 

Gesinde-Erlassungsscheine nach dem Vorbild bei Krünitz. - Dismissal-documents as mentioned in Krünitz' book.

 

Samstag, 24. April 2021

Schlacht bei Freiburg 1644 T. 4, battle of Freiburg p. 4

Musketier des Dreißigjährigen Krieges. (Dank dafür an Milan M. und seine Gruppe "Die Kompanie" https://www.facebook.com/ProjektDieKompanie ) - A musketeer from the 30-years-war. (many thanks to Milan M. and his group "Die Kompanie" https://www.facebook.com/ProjektDieKompanie )


Die Angriffe des 5. August 1644

Zu Enghiens Entsetzen fand er die Stellungen vor sich am nächsten Tag leer. Mercy war seiner Vernichtung entgangen und noch schlimmer, er hatte sich am Lorettoberg in eine ungleich günstigere Position begeben. Nun blieb den französischen Befehlshabern nur die Möglichkeit entweder anzugreifen und hohe Verluste zu riskieren oder aber Mercy zu umgehen. Letzteres hatte gegen sich, dass Mercy leicht in eine solche Umgehung hätte hinein stoßen können. Genaus deswegen hatte man ja wahrscheinlich schon vor dem 3. August eine weiträumige Umgehung von Mercys Stellungen bei Freiburg bleiben gelassen.

Zwar durften sich die französisch-weimarischen Truppen beispielsweise bei Uffhausen am restlichen 4. August erholen, aber das Oberkommando musste sich entscheiden. Nach und nach trafen Nachzügler der Armée de France ein, die teilweise die gelichteten Reihen auffüllen sollten. Außerdem kam Proviant, Pulver und Blei an[1].

Enghien entschloss sich für den Angriff auf die wohl vorbereiteten Stellungen der Bayern für die frühen Morgenstunden des 5. August.

Auf dem Gelände des damaligen Gaishofs steht heute das Jesuitenschlössle. Unweit hatten die Franzosen am 5. August Batterien aufgefahren um Mercys Loretto-Stellungen zu beschießen. - On the ground of the Gaishof today stands the Jesuitenschlössle. The French had unlimbered batteries on August 5th to bombard Mercy's Loretto positions.

Der Rücken des Lorettoberges wurde bei Merian als Hochfläche dargestellt. An Mercys linken Flügel ist deutlich ein Turmgebäude erkennbar, das heute nicht mehr existiert. Man bemerke, dass bei Merian keine Kavallerie am linken französischen Flügel zu erkennen ist. - The ridge of the Lorettoberg was represented by Merian as a plateau. A tower which no longer exists today can clearly be seen on Mercy's left wing. Note that there's no cavalry visible on the French left wing on Merian's engraving.

The attacks on August 5th 1644

To Enghien's horror, he found the positions in front of him empty the next day. Mercy had escaped destruction, and worse, he had found himself in a far more favorable position on the Lorettoberg. Now the French commanders only had the option of attacking and risking heavy losses or bypassing Mercy. The latter was against the fact that Mercy could easily have pushed into such a bypass. Precisely for this reason, a large-scale evasion of Mercy's positions in Freiburg was probably allowed to remain before August 3rd. 

Although the Franco-Weimar troops were allowed to recover at Uffhausen on the remainder of August 4th, the high command had to make a decision. Little by little, stragglers from the Armée de France arrived to fill in some of the thinned ranks. In addition, provisions, powder and lead arrived [1].

Enghien decided to attack the well-prepared positions of the Bavarians for the early hours of the morning of August 5th.

 

Skizze der Kämpfe vom 5. August. - A sketch of the fightings on August 5th. (Copyright: André Hanselmann)


Die Kämpfe des Vormittages: Der linke französische Flügel

Der linke französische Flügel sollte ursprünglich am 5. August nur einen Ablenkungsangriff unternehmen, da das französische Oberkommando den Angriff von Südwesten aus Merzhausen kommend für deutlich leichter hielt, weil dort auch das Gelände weitaus günstiger war. Man konnte dort gedeckt von Bäumen durch den Becherwald (heute meistenteils überbaut) vorgehen und recht zügig angreifen[2].

Die französischen Angriffe des Vormittages. A: Scheinangriff der Infanterie gegen den Lorettoberg. B: kleinerer Scheinangriff. C: Hauptangriff Richtung Wonnhalde von Merzhausen aus. - The French attacks of the morning. A: Fake attack of the infantry against the Lorettoberg. B: small fake attack. C: Main attack towards the Wonnhalde from Merzhausen.

Anstatt auf die Rückkehr der Oberbefehlshaber Enghien und Turenne, welche sich mit einem Erkundungsritt Richtung Buck selber in hohe Gefahr gebracht haben[3], zu warten begann am Lorettoberg ein Feuergefecht. Die Vorhut der Kolonne unter Maréchal de Camp Espenan war auf eine Schanze in den Reben[4] gestoßen, welche von bayerischen Dragonern besetzt war.

Der linke französische Flügel am Vormittag des 5. August. - The left French wing on the morning of August 5th.

Die Bayern entschlossen sich die Verteidiger der Schanze zu verstärken und ein heftiges Gefecht entwickelte sich dort. Die offenbar vom Widerstand der Bayern überraschten Franzosen mussten nun erhebliche Kräfte einsetzen, um die Dragoner zu vertreiben.

Man bekommt beim Blick von der heutigen Haltestelle Weddingstraße hinauf Richtung Schlierberg noch einen kleinen Eindruck von der Anstrengung, die ein Angriff bei der Steigung bedeutet haben könnte. Etwa auf der Höhe der Häuser dürfte die Schanze der bayerischen Dragoner gelegen haben. Die zeitgenössische Abbildung von Merian gibt leider keine genauen Hinweise. - You may get a tiny impression of the effort to attack up hill when you are looking upwarts from the tram stop Weddingstraße in the direction of the Schlierberg. The redoubt which was occupied by the Bavarian dragoons may have been situated at the level of the houses. Unfortunately the contemporary print doesn't offer a clear hint.


Das Gelände unterhalb des heutigen Hildaturms. Hier befand sich ebenfalls bayerische Artillerie. Man sieht rechts eine recht ebene Fläche, die für die Einrichtung einer Artilleriestellung ideal gewesen sein dürfte. Bei den Bäumen ganz rechts fällt das Gelände steiler Richtung Tal ab. Im Hintergrund ist der Schönberg zu erkennen. Auf der Wiesenfläche am Waldsaum hat sich nach Schaufler Turennes Kampf vom 3. August abgespielt. - The terrain beneath today's Hildaturm. Here the Bavarian artillery was positioned too. You can notice a quite flat area at the right which should have been ideal for an artillery position. At the extreme right close to the line of trees the terrain is falling down to the valley. You can see the Schönberg mountain in the background. At the edge of the wood - relying on Schaufler - the fighting of Turenne took place on August 3rd.




Das Gelände westlich der heutigen Lorettokapelle. Der gepflasterte Weg links ist sehr schmal und führt auf einer Art Kamm hinauf bis zur Kapelle. Die rechts davon anschließenden Bäume verdecken hier auf dem Bild das unwegsame Gelände des früheren Freiburger Steinbruchs. Weiter rechts sieht man wie steil ein Weg heute hinab führt. Ganz rechts außerhalb des Bildes fällt der Hang sehr steil zum heutigen Freiburg (1644 unbebaut) herab. Unweit der hier dargestellten Örtlichkeit muss sich die von bayerischen Dragonern verteidigte Schanze befunden haben. - The terrain westwards near the today Loretto chapel. The paved path at the left is very narrow and leads on some sort of a ridge up to the chapel. The trees at the right of the track are covering the impassable terrain of the former quarry. A little bit further at the right you can see how steep a path is runing  down the hill. At the far right out of the photo the slope is falling very steep down to today Freiburg (not overbuilt in 1644). Not far awy from this place must have been the redoubt which was defended by the Bavarian dragoons.

The morning's battles: The French left wing 

The left French wing was originally only supposed to undertake a diversionary attack on August 5th, since the French high command considered the attack coming from the southwest from Merzhausen to be much easier, because the terrain there was also much more favorable. Covered by trees, you could proceed through the Becherwald (now mostly built over) and attack quickly [2].

Instead of waiting for the return of the commanders-in-chief Enghien and Turenne, who put themselves in great danger with a reconnaissance ride towards the Buck hill [3], a firefight began on Lorettoberg. The vanguard of the column under Maréchal de Camp Espenan had come across a hill in the vines [4] which was occupied by Bavarian dragoons.

The Bavarians decided to strengthen the defenders of the hill and a fierce battle developed there. The French, apparently surprised by the Bavarian resistance, had to use considerable forces to drive the dragoons away.


Die Kämpfe des Vormittages: Der rechte französische Flügel

Für den Vormittag wurde ein Angriff von Turennes Armee von Merzhausen aus vorgesehen. 1.000 aus Turennes Fußregimentern zusammen gezogene Musketiere unter Maréchal de Camp Leschelle sollten die Kolonne anführen. 4 Falkonetten sollten mit vorgeführt werden und den Angriff unterstützen.
Auf die Vorhut sollten 3 Brigaden Infanterie unter dem Maréchal de Camp D'Aumont folgen. In der 3. Brigade befanden sich auch die besonders stark während der Kämpfe des 3. August dezimierten ehemals weimarischen Regimenter[5].


Turennes rechter Flügel bei Merzhausen. - Turenne's right wing at Merzhausen.

Leschelle hörte den Kampflärm vom linken Flügel[6] und ging dadurch davon aus, dass der Kampf bereits begonnen habe. Daher befahl er sogleich den Angriff und wartete nicht mehr das Eintreffen der übrigen Brigaden ab. Das erinnert uns wieder an den ersten Angriff der Brigade Espenan am Bohl vom 3. August[7]. Der Maréchal de Camp wurde aber sogleich von einer bayerischen Kugel getroffen und die Musketiere liefen führungslos auseinander. Der Maréchal de Camp d'Aumont war aber endlich zur Stelle und griff mit der ersten seiner Brigaden[8] an. Der Angriff wurde aber nicht nur durch bayerisches Abwehrfeuer aus günstiger Stellung zum Stehen gebracht, sondern durch einen Gegenangriff auch noch geworfen [9]. 

Der Angriff von Turenne gegen den linken bayerischen Flügel am Vormittag des 5. August. Ganz rechts auf dem Bild im Vordergrund steigt das Gelände Richtung Stephanienruhe an. Hier etwa müssen sich Turenne und Enghien befunden haben, als sie auf einem Ritt auskundschaften wollten, ob sich die Bayern nicht in Richtung Günterstal zurückzogen. Überrascht mussten die beiden Marschälle feststellen, dass die Schlacht gegen ihre Befehle bereits begonnen hatte. - Turenne's attack against the Bavarian left wing in the morning of August 5th. On the far right of the picture in the foreground the terrain rises in the direction of the Stephanienruhe. That's where Turenne and Enghien must have been when they went on a ride to find out whether the Bavarians where not retreating in the diretion of Günterstal. The two marshals were surprised to learn that the battle against their orders had already begun.

Ebenso wie am Bohl [10] suchte nun Enghien, der ja unweit auf seinem Erkundungsritt gewesen war, persönlich in die Kämpfe einzugreifen indem er mit einer Brigade die Bayern auf ihre Schanze zurück warf, während die von Maréchal de Camp Tournon wieder gesammelten Musketiere einen Flankenangriff unternahmen. Obwohl sich Enghien selbst in Lebensgefahr begab und zahlreiche seiner Offiziere um ihn herum fielen, gelang es ihm nicht die Schanze zu erstürmen. Die französische Infanterie von Turennes Armee flutete zurück Richtung Merzhausen. Der Angriff war gescheitert. Mit Mühe und Not konnte Turenne mit Hilfe von Taupadels Kavallerie eine Gegenattacke der Bayern vereiteln[11].  

Dies hier ist der Ort, wo Turennes Franzosen auf die Bayern trafen. - That's the spot, where Turenne's French troops met the Bavarians.

 

The morning's fightings: The French right wing 

An attack by Turenne's army from Merzhausen was planned for the morning. 1,000 musketeers under Maréchal de Camp Leschelle, drawn from Turenne's foot regiments, were to lead the column. 4 falconettes should be shown and support the attack. 

The vanguard was to be followed by 3 infantry brigades under the Maréchal de Camp D'Aumont. The 3rd brigade also included the former Weimar regiments, which were particularly heavily decimated during the fighting on August 3rd [5]. 

Leschelle heard the noise of the fight from the left wing [6] and assumed that the fight had already started. So he immediately ordered the attack and no longer waited for the other brigades to arrive. This reminds us of the first attack by the Espenan Brigade on the Bohl on August 3 [7]. The Maréchal de Camp was immediately hit by a Bavarian bullet and the musketeers dispersed without a leader. The Maréchal de Camp d'Aumont was finally on the spot and attacked with the first of his brigades [8]. The attack was not only brought to a standstill by Bavarian defensive fire from a favorable position, but also thrown back by a counterattack [9]. 

Just like at the Bohl [10], Enghien, who had been on his exploratory ride not far, tried to intervene personally in the fighting by throwing the Bavarians back onto their hill with a brigade, while the musketeers, who had been rallied by Maréchal de Camp Tournon, attacked the flank. Although Enghien put himself in mortal danger and numerous of his officers fell around him, he did not succeed in storming the hill. The French infantry from Turenne's army flooded back towards Merzhausen. The attack had failed. With great difficulty Turenne was able to thwart a counterattack by the Bavarians with the help of Taupadel's cavalry [11].



Noch ein schönes Bild des Musketiers dieser Zeit.  - Another nice picture of the musketeer of the period. (Milan M. / Die Kompanie)


Der Nachmittag des 5. August: Die Kämpfe konzentrieren sich auf den Schlierberg

Um die Mittagszeit dieses heißen Augusttages waren die Kämpfe zum Erliegen gekommen. Die Bayern hatten nicht nur geschafft sich wieder mit Dragonern in den Weinreben festzusetzen, sondern es gelang ihnen sogar alle französischen Geschütze bis auf 8 auszuschalten[12]. 

Es ist hier auffällig, dass Enghien seine Entschlossenheit auch im Angesicht hoher Verluste nicht aufgab sondern genauso wie am 3. August bei Ebringen bereit war die Angriffe auch gegen alle Wahrscheinlichkeit auf Erfolg zu erneuern. Ich weiß leider nicht, ob die Truppen unter Espenan oder dieser General selbst, der die Kämpfe am Vormittag gegen den Schlierberg geleitet hatte, nicht Enghien bestürmten von weiteren Angriffen abzusehen. Tatsächlich blieb Enghien scheinbar nichts anderes angesichts der hohen Ausfälle unter Turennes Leuten übrig, wenn er die Armeen nicht hätte komplett umgruppieren wollen. So wurde entschieden, dass die Rollen umgedreht wurden und nun die Armee unter Turenne nicht viel mehr als demonstrieren und den Gegner binden während die Armée de France mit Entschlossenheit den Schlierberg attackieren sollte.