Dieses Jahr jährt sich die berühmte Schlacht an der Dessauer Brücke zum 400. Mal. Diese hat zwar keinen direkten Bezug zu unserer Veranstaltung in Wackershofen. Aber so ist das ja immer wieder bei uns auf dem Blog. Wir haben aber bereits mehrere Schlachten des Hauptprotagonisten, des Grafen von Mansfeld (1580-1626) vorgestellt [1] [2] [3]. Immerhin wäre diese bedeutende Schlacht im Frühjahr 1626 gewiss in Schwäbisch Hall Gesprächsthema auf den Straßen der Reichsstadt gewesen.
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| Trompeter der schweren kaiserlichen Reiterei um 1626 auf unserer Landlebenveranstaltung. - Trumpeter of heavy Imperial horse around 1626 on our Landleben event. (H. Engel, 2025) |
This year marks the 400th anniversary of the famous Battle of Dessau Bridge. While this doesn't have a direct connection to our event in Wackershofen, it's a recurring theme on our blog. However, we have already featured several battles fought by the main protagonist, Count of Mansfeld (1580-1626) [1] [2] [3]. After all, this important battle would certainly have been a topic of conversation on the streets of Schwäbisch Hall in the spring of 1626.
Wie wir in unseren Recherchen früher schon gesehen haben, hatten Mansfeld und Christian von Braunschweig (1599-1626) ein immer gleiches Muster entwickelt. Sie stellten Armeen auf, verloren diese durch die Niederlagen gegen ligistische, spanische und kaiserliche Truppen oder durch Desertion und suchten nach den Fehlschlägen erneut wohlhabende Geldgeber, welche die Mittel beschafften, um erneut Truppen anzuwerben. Wenngleich beide Feldherren in diesen Jahren durchweg im grob gesagt protestantischen Lager blieben, waren doch die Ziele unterschiedliche. Für Mansfeld war es nach dem Versuch Böhmen zu verteidigen, danach derjenige die Armee zu konservieren und danach die Rheinpfalz zu befreien, wobei ihm immer wieder misslang mit anderen Feldherren wie Christian von Braunschweig und Georg Friedrich von Baden-Durlach (1573-1638) erfolgreich zu kooperieren.
As we have seen in our earlier research, Mansfeld and Christian of Brunswick (1599-1626) developed a consistent pattern. They raised armies, lost them through defeats against Catholic League, Spanish, and Imperial troops, or through desertion, and after these setbacks, sought wealthy patrons to provide the funds to recruit more troops. Although both commanders remained broadly within the Protestant camp during these years, their objectives differed. For Mansfeld, after attempting to defend Bohemia, the next goal was to conserve his army and then liberate the Palatinate, though he repeatedly failed to cooperate successfully with other commanders such as Christian of Brunswick and George Frederick of Baden-Durlach (1573-1638).
Dennoch wurde genau dieser Versuch 1626 erneut unternommen. Es wurde ein Plan entworfen, wonach Ernst von Mansfeld mit seinem kleinen nur 12.000 Mann starken Heer von Brandenburg nach Schlesien durchbrechen sollte, während König Christian IV. von Dänemark, dem sich Mansfeld unterstellen musste, in Niedersachsen operierte. Dieses Unterfangen scheiterte allerdings bereits in der Gegend von Dessau, wo er zuerst einmal auf die Truppen unter Graf von Aldringen (1588-1634) traf [5], der Befestigungswerke an der Elbbrücke errichtet hatte. Denn Wallenstein hatte seit dem Einrücken Mansfelds in die Altmark im Februar dessen Absicht des Elbübergangs durchschaut [6], da er das Vorgehen einer Abteilung unter Fuchs [7] rasch parierte, da dieser statt Mansfeld zu unterstützen sich von Wallensteins Truppen bei Magdeburg und Tangermünde schlagen und zum Rückzug zwingen ließ. Ohne Fuchs war das Unternehmen Mansfelds gegen die Dessauer Brücke bereits etwas weniger erfolgversprechend. Dennoch griff er Aldringens Stellungen am 12. April an und versuchte dessen Schanzen im Handstreich zu nehmen.
Nevertheless, this very attempt was made again in 1626. A plan was devised whereby Ernst von Mansfeld, with his small army of only 12,000 men, was to break through from Brandenburg into Silesia, while King Christian IV of Denmark, to whom Mansfeld had to submit, operated in Lower Saxony. This undertaking, however, failed in the vicinity of Dessau, where he first encountered the troops under Count von Aldringen (1588-1634) [5], who had constructed fortifications at the Elbe bridge. Wallenstein had seen through Mansfeld's intention to cross the Elbe since his entry into the Altmark in February [6], as he quickly countered the advance of a detachment under Fuchs [7], who, instead of supporting Mansfeld, allowed himself to be defeated by Wallenstein's troops at Magdeburg and Tangermünde and forced to retreat. Without Fuchs, Mansfeld's operation against the Dessau bridge was already somewhat less promising. Nevertheless, he attacked Aldringen's positions on April 12th and attempted to take his fortifications in a surprise attack.
Dieser Versuch misslang und statt daraus den Schluss zu ziehen, dass er das Unternehmen aufgeben musste, weil Fuchs kaum mehr als Verstärkung taugen würde, verschob Mansfeld den Zeitpunkt des Angriffes auf den 25. April, als Aldringens Kompanien bereits verstärkt worden waren, was die Verluste dieser Truppen durch den anhaltenden Beschuss durch die Mansfelder mehr als ausglich. Die mit Zeltplanen kaschierte Elbbrücke hatte dazu geführt, dass für General von Mansfeld das Überqueren der Elbe durch zahlreiche Kaiserliche unbekannt geblieben war. Der Sturmangriff der Mansfelder erlahmte mit der Zeit und die - wie manche zeitgenössische Darstellungen vermitteln - aus ihren Schützengräben hervor brechenden Mansfelder Söldner wurden zusehends in eine Art Abwehr gedrängt. Schließlich brach eine in einem Wäldchen postierte kaiserliche Reiterei [8] hervor und fiel die überraschten Kaiserlichen an, die mithin zwischen zwei Feuer gerieten und auf ihrem Rückzug vor den Toren von Zerbst erneut angegriffen wurden. Während der 5-stündigen Kämpfe geriet das nahe Dorf Rodleben - so auch sehr lebendig auf besagtem Stich von Merian dargestellt - in Brand.
This attempt failed, and instead of concluding that he had to abandon the undertaking because Fuchs would be of little use as reinforcements, Mansfeld postponed the attack until April 25th, when Aldringen's companies had already been reinforced, more than compensating for the losses these troops had suffered from the sustained bombardment by the Mansfeld troops. The Elbe bridge, concealed with tarpaulins, had meant that General von Mansfeld was unaware of the numerous Imperial troops crossing the Elbe. The Mansfeld assault gradually weakened, and the Mansfeld mercenaries—as some contemporary accounts suggest—who were emerging from their trenches, were increasingly forced into a defensive posture. Finally, an Imperial cavalry unit [8] positioned in a small wood broke out and attacked the surprised Imperial troops, who thus found themselves caught between two fires and were attacked again during their retreat before reaching the gates of Zerbst. During the 5-hour battle, the nearby village of Rodleben – as vividly depicted in the aforementioned engraving by Merian – caught fire.



















