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Dienstag, 20. Oktober 2026

Ligatruppen um 1626 - Troops of the league in 1626

Für meine bayerische bzw. ligistische Armee wollte ich noch ein paar charakteristische Einheiten. Daher habe ich mich für die wenigen Truppen entschieden bei denen man überhaupt etwas über das äußere Erscheinungsbild weiß. Begonnen habe ich mit dem Regiment des Obristen Baur von Eyseneck, der in der Schlacht auf dem Blutacker 1621 gefallen ist [1]. Das Regiment wurde relativ detailliert von Snayers in einem Gemälde der Schlacht am Weißen Berg 1620 gemalt [2] [3]. Man erkennt deutlich, dass die Musketiere und Pikeniere keine Uniformen trugen. Die Offiziere zu Fuß und zu Pferd haben hellblaue Schärpen als Erkennungsmerkmale. Die zehn wahrnehmbaren Fahnen haben weiße Kreuze in demselben Blau wie das der Schärpen. Es gibt verschiedene typische Designs von bayerischen Fahnen wie man bei Spring sehen kann [4]. Ich habe mich für die Variante mit dem Burgunderkreuz in Weiß entschieden, da man so genau die Form des Kreuzes auf dem Gemälde nicht erkennen kann. 

Mein dritter Trupp von Musketieren. - My third unit of Musketeers. (photo: F. Hanselmann)

 

I wanted a few more distinctive units for my Bavarian—or rather, Catholic League—army. I therefore chose the few troops whose outward appearance is actually known. I began with the regiment of Colonel Baur von Eyseneck, who fell at the Battle of Blutacker in 1621 [1]. This regiment was depicted in considerable detail by Snayers in a painting of the Battle of White Mountain in 1620 [2] [3]. It is clearly evident that the musketeers and pikemen wore no uniforms. The officers, both on foot and on horseback, wear light blue sashes as distinguishing marks. The ten visible flags feature white crosses in the same shade of blue as the sashes. There are various typical designs for Bavarian flags, as shown by Spring [4]. I opted for the version featuring a white Burgundian cross, as the precise shape of the cross cannot be clearly discerned in the painting.

Ich habe vor allem die Hüte angepasst, da ich nur Helme wie bei Revell nicht so gut finde. - I have made some hats because I thought that the helmets of the Revell set not so nice. (photo: F. Hanselmann)


Das Regiment Baur wurde vom Bischof von Würzburg [5] für die Liga aufgestellt. Nach dem Tod des Obristen Baur kam es zwischen Würzburg und Maximilian von Bayern zu Streitigkeiten über die Neubesetzung der Stelle, woraus die Offiziere des Regiments und der fränkische Landesherr erfolgreich hervorgingen wodurch Wolf Dietrich Truchsess von Wetzhausen auf Weißendorf und Weisenbach als Obrist eingesetzt wurde [6]. Das Regiment kam auch ins hällische Territorium, wo es zusammen mit dem Regiment von Schönberg längere Zeit einquartiert war [7]. Da auch dieses Regiment, ein Reiterregiment, von Würzburg aufgestellt worden war, kann es da eine Verbindung geben, warum beide Regimenter gemeinsam 1623 im Hällischen lagen [8].

6 Reiter für das Regiment von Cronberg. - Six riders for the Cronberg regiment. (photo: F. Hanselmann)


The Baur Regiment was raised for the League by the Bishop of Würzburg [5]. Following the death of Colonel Baur, a dispute arose between Würzburg and Maximilian of Bavaria regarding the appointment of a successor; the regiment's officers and the Franconian territorial ruler successfully prevailed in this matter, resulting in the appointment of Wolf Dietrich Truchsess von Wetzhausen (of Weißendorf and Weisenbach) as colonel [6]. The regiment also entered the territory of Hall, where it was quartered for an extended period alongside the von Schönberg Regiment [7]. Since this latter unit—a cavalry regiment—had also been raised by Würzburg, there may well be a connection explaining why both regiments were stationed together in the territory of Hall in 1623 [8].

Von hinten. Ich mag die zahlreichen leicht variierten Posen. - From behind. I love the slightly different poses. (photo: F. Hanselmann)


Als Nächstes habe ich 6 Reiter des Regiments von Cronberg fertiggestellt. Durch Dr. Bernd Warlich haben wir folgende Informationen über das Regiment: "In der Schlacht bei Stadtlohn 1623 kämpften die "Unüberwindlichen Cronbergs, erkennbar  an schwarzen Pferden, geschwärztem Trabharnisch und Helm mit einem weißen Totenkopf"" [9]. Da das Regiment 1627 im Hällischen Gebiet längere Zeit und als wahre Landplage lag, war das Aussehen der Reiter für mich von besonderem Interesse [10]. Die Figuren sind diesmal aus Zinn und stammen von Art Miniaturen [11]. 

Donnerstag, 27. August 2026

Lutter am Barenberge 1626

Da das Regiment von Cronberg, das 1627 ins Hällische Territorium einfallen sollte, an der Schlacht teilnahm, habe ich beschlossen mich auch ein bisschen der Sache anzunehmen. Eine sehr anschauliche und detaillierte Beschreibung mit Fotos vom Schlachtfeld findet man auf einem sehr lesenswerten Blog hier: https://tabletopdeutschland.com/2015/07/02/die-schlacht-bei-lutter-am-barenberge/

Musketiere 1626 auf unserer Landlebenveranstaltung. - Musketeers in 1626 at our Landleben-event. (photo: S. Winter)


Since Cronberg's regiment, which was to invade the Hall territory in 1627, participated in the battle, I decided to delve into the subject myself. A very vivid and detailed description with photos of the battlefield can be found on a highly recommended blog here: https://tabletopdeutschland.com/2015/07/02/die-schlacht-bei-lutter-am-barenberge/


Eine Karte der Aufstellung beider Seiten für unser Spiel. Die präzise Positionierung einzelner Einheiten geht aus zeitgenössischem Kartenmaterial nicht hervor. - The map for our game. The precise position of the units is not visible in the contemporary maps. (Karte: André Hanselmann)


Um mich selber aber dann doch ein bisschen näher damit zu beschäftigen, habe ich mich bemüht ein Szenario für die Schlacht zu entwickeln. Die zeitgenössische Abbildung [1], die man meistens findet, stellt vor allem die Umgebung dar, aber das Schlachtgeschehen an sich viel zu schematisch mit nur 3 Reiterregimentern auf ligistischer Seite beispielsweise. Das zur ligistischen Armee wenig ergiebige Buch von Laurence Spring verzeichnet immerhin bei jedem der Regimenter, welches bei Lutter dabei gewesen sein soll "Lutter". Da Spring auch zahlreiche Orte falsch geschrieben hat [2] und mehrfach Verwechslungen aufzusitzen scheint, sind die Angaben leider mit Vorsicht zu genießen [3]. Grob skizziert der Youtube-Kanal SandRhoman den Ablauf der Ereignisse [4]. Da die Autoren immerhin selbst fließend Deutsch sprechen, scheinen sie die vorhandenen Quellen angemessen ausgewertet zu haben. Ähnlich wie in der zeitgenössischen Abbildung, die ich bereits erwähnte, stehen sich beide Armeen frontal gegenüber und es scheint sich um eine klassische Schlacht zu handeln, nur dass sich König Christian IV. (1577-1648) am 27. August mit dem Abzug des Trosses beschäftigte, statt den Fokus auf die Schlacht zu lenken.

 

Bei uns nahm diese verhältnismäßig kleine Schlacht nahm unseren ganzen Wohnzimmertisch ein. - The small battle used our whole table of our living room. (photo: C. Hanselmann)

 

To delve a little deeper into the subject myself, I attempted to develop a scenario for the battle. The contemporary illustration [1] that is most commonly found primarily depicts the surroundings, but the battle itself is far too schematic, showing, for example, only three cavalry regiments on the Catholic League side. Laurence Spring's book, which offers little information on the Catholic League army, at least lists "Lutter" for each of the regiments that supposedly participated at Lutter. However, since Spring also misspelled numerous places [2] and seems to have made several errors, his information should unfortunately be treated with caution [3]. The YouTube channel SandRhoman provides a rough outline of the events [4]. As the authors themselves are fluent in German, they appear to have adequately evaluated the available sources. Similar to the contemporary illustration I mentioned earlier, both armies are facing each other head-on and it appears to be a classic battle, except that on August 27th King Christian IV (1577-1648) was preoccupied with the withdrawal of the baggage train rather than focusing on the battle.

Am linken Flügel sind die Reiter unter Fuchs von Bimbach bei uns ungewöhnlich erfolgreich, nachdem die ligistische Artillerie die dänischen Geschütze beinahe allesamt zum Schweigen gebracht hat. - At our left wing the riders under Fuchs of Bimbach was unusually successful after the League's artillery have nearly silenced the Danish guns. (photo: C. Hanselmann)


Mittwoch, 19. August 2026

Fleurus 1622 - zweiter Versuch - a second attempt

Nachdem wir die Schlacht bei Fleurus schon einmal betrachtet haben [1], sind wir dahin zurück gekehrt v.a. weil sich PML [2] für uns beispielsweise bei unserem Spiel von Lutter am Barenberge [3] bewährt hat. Wir haben versucht auch durch dergleichen wie die Caracole in PML für den Einheitentyp "Trottters" (Arkebusiere und Kürassiere) ein Charakteristikum der Schlacht wie wir es von dem Gemälde von Snayers kennen [4] widerzuspiegeln.


Das gesamte Schlachtfeld betrachtet vom linken spanischen Flügel. - The battlefield from the left Spanish wing. (Foto: C. Hanselmann)

Having previously examined the Battle of Fleurus [1], we revisited it—primarily because the PML ruleset [2] had proven its worth for us, for instance in our game of Lutter am Barenberge [3]. We also sought to reflect a key characteristic of the battle—as known from the Snayers painting [4]—by incorporating elements such as the *caracole* into the PML rules for the "trotters" unit type (arquebusiers and cuirassiers).



Die Aufstellung der Heere habe ich teilweise den Karten entnommen, die man auch auf Wikipedia findet. Das Schlachtfeld habe ich bewusst einfach gehalten. Die Bezeichnungen der spanischen Einheiten besonders des Zentrums sind gut dokumentiert [5]. Auch sind mehrere Bücher in den letzten Jahren zu dem Thema erschienen [6] [7]. Sehr inspirierend fand ich auch die Darstellung der Schlacht auf dem Blog "Le Coq Fou" [8]. Dort sieht man auch den Versuch die Namen der niederländischen Regimenter widerzugeben. Mansfelds und Christian von Braunschweigs Regimenter waren ja bspw. bei Höchst überwiegend aufgerieben worden. Ich selbst habe mich ein wenig wegen Mingolsheim mit den Namen der Mansfelder Regimenter beschäftigt wie dem Neuen Englischen Regiment (zu Fuß) [9]. 

Ein Blick vom Flügel des Tollen Halberstädters. - A view from the wing of the Mad Halberstädter. (photo: F. Hanselmann)

I derived the army deployments partly from maps that can also be found on Wikipedia. I deliberately kept the battlefield layout simple. The designations of the Spanish units—particularly those in the center—are well documented [5]. Several books on the subject have also been published in recent years [6] [7]. I also found the depiction of the battle on the "Le Coq Fou" blog [8] very inspiring; it includes an attempt to list the names of the Dutch regiments. For instance, the regiments belonging to Mansfeld and Christian of Brunswick had largely been destroyed at Höchst. I had previously looked into the names of Mansfeld's regiments—such as the New English Regiment (infantry)—in connection with the Battle of Mingolsheim [9].


Die Schlacht begann mit Caracoles durch Gauchiers schwere Reiter. Derweil wurde das Gehöft von meinen kommandierten Schützen besetzt. - The battle started with the caracoles of Gauchier's heavy horse. Meanwhile my Commanded Shot occupied the hamlet. (Foto: F. Hanselmann)

Montag, 10. August 2026

Spanische Musketiere für Córdoba! - Spanish Musketeers for Córdoba

Für den Fall, dass wir dieses Jahr nochmal Fleurus spielen sollten, habe ich einige spanische Musketiere bemalt, wofür ich ausschließlich Figuren von RedBox verwendet habe [1]. Als Quelle für die Fahne und die Kasocks nutzte ich ein Gemälde aus Rom [2], das ich in dem Buch zur Schlacht bei Waidhaus gefunden habe. Ich fand das Design besonders ansprechend, auch wenn man auf dem Bildausschnitt 3 verschiedene spanische [3] Uniformen erkennen kann [4]. 

Die Protze mit 6 Pferden. - The limber with 6 horses. (photo: F. Hanselmann)
 

In case we play Fleurus again this year, I have painted some Spanish musketeers, using exclusively figures from RedBox [1]. For the flag and the cassocks, I used a painting from Rome [2] that I found in the book about the Battle of Waidhaus. I found the design particularly appealing, even though three different Spanish [3] uniforms can be made out in the detail of the image [4].

 

Donnerstag, 9. Juli 2026

Württemberger & Haller Fußvolk

Passend zur Veranstaltung dieses Jahr [1] habe ich einen Trupp Württemberger Musketiere aufgestellt. Die Herausforderung war, dass ich nichts über eine Uniformierung der Württemberger Kompanien wusste. Zumindest rudimentär wie bei den hessischen Ausschusstruppen um 1600 [2] wäre eine Uniformierung ja durchaus plausibel.

Die Württemberger Musketiere. - The Württemberg musketeers. (Foto: F. Hanselmann)

 

In keeping with this year's event [1], I have fielded a squad of Württemberg musketeers. The challenge was that I knew nothing about the uniforms of Württemberg companies. However, some form of uniform—at least a rudimentary one, like that of the Hessian militia troops around 1600 [2]—would certainly be plausible.

Von hinten. - From behind. (Foto: F. Hanselmann)

 
Hatten sie sich hinter der Scheune versteckt? - Were they covered behind the barn? (Foto: F. Hanselmann)

 

Anders ist es bei den dazu passenden Haller Aufgebotstruppen. Die Städter hatten, wie bereits angedeutet, wahrscheinlich überwiegend Musketen [3]. Wie auf einer Stadtansicht von Hall von um 1640 zu sehen, trugen die Sieder bereits in der ersten Hälfte des 17. Jh. rote Wämser [4]. Daher repräsentieren bei den Figuren die Musketiere Haller Bürger und die Pikeniere Landleute, obwohl diese im Grunde genommen auch zu einem hohen Anteil Musketen oder Arkebusen hatten [5].

 

Die gesamten Truppen. - All of the troops. (Foto: F. Hanselmann)

The situation is different regarding the corresponding levy troops from Hall. As previously indicated, the townsmen were likely equipped predominantly with muskets [3]. As shown in a view of Hall dating from around 1640, the town's militia members were already wearing red doublets in the first half of the 17th century [4]. Consequently, among the figures, the musketeers represent citizens of Hall while the pikemen represent countrymen—even though, in reality, a large proportion of the latter were also armed with muskets or arquebuses [5].

 

Mittwoch, 13. Mai 2026

"Rose" 2026

Ich habe mir vorgenommen, diesen Film anzuschauen, weil er am Ende des Dreißigjährigen Krieges spielen soll, auch wenn die Trailer durch die dort erkennbaren Kostüme in der Hinsicht nicht ganz eindeutig waren. Immerhin sieht man dort eher die Epoche als in dem 2024 erschienenen "Des Teufels Bad", wo die Kostümierung eher nach modernem Theater aussah mit Sachen vom 17.-20. Jh. und Szenen im Trailer, die schon eher an eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft im 20. Jh. erinnerten, als an die Schweiz mit spezifischer Tracht um die Mitte des 18. Jahrhunderts [1]. Vorab kursierten Gerüchte, dass die Hintergrundgeschichte zu "Rose" eher die des Anastasius Rosenstengel bzw. Catharina Margaretha Linck (1687-1721), auch wenn diese im 18. Jahrhundert als Soldat diente [2]. Ich habe dazu schon aufmerksam einen Podcast gehört [3].

I resolved to watch this film because it is reportedly set at the end of the Thirty Years' War—even if the trailers, judging by the costumes visible therein, were not entirely unambiguous in this regard. At the very least, the historical era is more discernible here than in the 2024 release "Des Teufels Bad", where the costuming looked more like modern theater—featuring garments spanning the 17th through 20th centuries—and where scenes in the trailer were more reminiscent of a 20th-century agricultural production cooperative than of 18th-century Switzerland with its specific traditional dress [1]. Prior to its release, rumors circulated that the backstory for the character "Rose" was actually based on that of Anastasius Rosenstengel—or rather, Catharina Margaretha Linck (1687–1721)—even though the latter served as a soldier in the 18th century [2]. I have already listened attentively to a podcast discussing this very topic [3].

Plakat am Kino mit der Hauptdarstellerin Sandra Hüller. - A poster at the cinema with the lead actress Sandra Hüller. (Foto: André Hanselmann)


Prinzipiell kann man sagen, dass es im Dreißigjährigen Krieg, weil es sich noch nicht um Stehende Heere handelte, wahrscheinlich einfacher war sich als Frau im Militär unterzumischen. Es war ja im 30-jährigen Krieg in der Regel [4] ein Heer, das ganz auf Freiwilligkeit beruhte. Dennoch haben wir neben Linck noch weitere zeitgenössische Beispiele von Frauen, die im Spanischen Erbfolgekrieg mitkämpften. "Me and Marlborough" [5] thematisierte auf komödiantische Weise eine Frau, die ihrem Mann in den Krieg folgte und orientierte sich teilweise an einer historischen Person [6]. Von daher ist eine Frau als Soldat in der Epoche nichts so unglaublich neues für das Kino.

Broadly speaking—since the armies of the Thirty Years' War were not yet standing armies—it was likely easier for a woman to blend in within the military ranks during that conflict. After all, armies during the Thirty Years' War were typically [4] based entirely on voluntary enlistment. Nevertheless, beyond the case of Linck, we have other contemporary examples of women who fought in the War of the Spanish Succession. The film "Me and Marlborough" [5] humorously depicted a woman who followed her husband to war, drawing inspiration in part from a historical figure [6]. Consequently, the portrayal of a woman as a soldier in this era is not an entirely novel concept for cinema.

Sonntag, 10. Mai 2026

Der Zöllner und die zehn Musketiere - The customs officer and the ten musketeers. P. 3

Am Sonntag gingen wir wieder zu der Andacht, wobei nicht unerwähnt blieb, dass sich die Zahl der Musketiere verringert hatte, was ich natürlich auf die derzeit wütende Pestilenz [1] schob. Direkt danach übten wir uns auf der "Straße" vor dem Haus des Weinbauers im Tanzen, was ein großer Spaß war.

Wir tanzen auf der "Straße". - We are dancing in the street. (photo: M. Leyendecker)


On Sunday we went to the service again, and it was mentioned that the number of musketeers had decreased, which I naturally attributed to the plague currently raging [1]. Immediately afterwards, we practiced dancing on the "street" in front of the winegrower's house, which was great fun.

Nach der Andacht wurde die Tanzmusik eingeübt. - After the services we practiced the dancing music. (photo: M. Leyendecker)

Vor unserem Wirts- und Zollhaus wurde nicht nur getanzt, sondern auch gekegelt, mit hölzernen Schwertern und Degen gefochten, Karten gespielt und was sonst noch zu einer Kirmes gehört. Vor allem kurz nach dem Tanzen war es ein sehr buntes Treiben. 

In front of our inn and customs house, people not only danced, but also bowled, fenced with wooden swords and rapiers, played cards, and did all the other things that belong to a fair. Especially right after the dancing, it was a very lively and colorful scene.

Aufgestellt zum Tanzen vor dem Zollhaus. - Positioned for dancing in front of the customs house. (Foto: Stefan Winter)

Auf der Kirmes. - At the fair. (photo: Stefan Winter)

Der Weinbauer schlägt die Trommel. - The winemaker is beating the drum. (photo: R. Mahr)


Anschließend konnte man mehr über das Zollhaus erfahren und die verbliebenen Musketiere schossen auf eine improvisierte Schützenscheibe. 

Der Korporal macht sich mit dem neuen Ziel auf den Weg. - The corporal with his new target. (photo: S. Winter)

Afterwards, one could learn more about the customs house, and the remaining musketeers shot at an improvised target.

Samstag, 25. April 2026

Schlacht an der Dessauer Brücke - The battle at Dessau Bridge 1626

Dieses Jahr jährt sich die berühmte Schlacht an der Dessauer Brücke zum 400. Mal. Diese hat zwar keinen direkten Bezug zu unserer Veranstaltung in Wackershofen. Aber so ist das ja immer wieder bei uns auf dem Blog. Wir haben aber bereits mehrere Schlachten des Hauptprotagonisten, des Grafen von Mansfeld (1580-1626) vorgestellt [1] [2] [3]. Immerhin wäre diese bedeutende Schlacht im Frühjahr 1626 gewiss in Schwäbisch Hall Gesprächsthema auf den Straßen der Reichsstadt gewesen.

Trompeter der schweren kaiserlichen Reiterei um 1626 auf unserer Landlebenveranstaltung. - Trumpeter of heavy Imperial horse around 1626 on our Landleben event. (H. Engel, 2025)

 

This year marks the 400th anniversary of the famous Battle of Dessau Bridge. While this doesn't have a direct connection to our event in Wackershofen, it's a recurring theme on our blog. However, we have already featured several battles fought by the main protagonist, Count of Mansfeld (1580-1626) [1] [2] [3]. After all, this important battle would certainly have been a topic of conversation on the streets of Schwäbisch Hall in the spring of 1626.


Ursprüngliche Positionen. Mansfeld beschießt Aldringens Artillerie in der Schanze an der Brücke. Bemerkenswert ist die kaiserliche Kavallerie in dem Wald am linken Mansfelder Flügel. - Initial positions. Mansfeld shoots at Aldringen's artillery in the redoubt at the bridge. (photo: C. Hanselmann)

 

Wie wir in unseren Recherchen früher schon gesehen haben, hatten Mansfeld und Christian von Braunschweig (1599-1626) ein immer gleiches Muster entwickelt. Sie stellten Armeen auf, verloren diese durch die Niederlagen gegen ligistische, spanische und kaiserliche Truppen oder durch Desertion und suchten nach den Fehlschlägen erneut wohlhabende Geldgeber, welche die Mittel beschafften, um erneut Truppen anzuwerben. Wenngleich beide Feldherren in diesen Jahren durchweg im grob gesagt protestantischen Lager blieben, waren doch die Ziele unterschiedliche. Für Mansfeld war es nach dem Versuch Böhmen zu verteidigen, danach derjenige die Armee zu konservieren und danach die Rheinpfalz zu befreien, wobei ihm immer wieder misslang mit anderen Feldherren wie Christian von Braunschweig und Georg Friedrich von Baden-Durlach (1573-1638) erfolgreich zu kooperieren. 

As we have seen in our earlier research, Mansfeld and Christian of Brunswick (1599-1626) developed a consistent pattern. They raised armies, lost them through defeats against Catholic League, Spanish, and Imperial troops, or through desertion, and after these setbacks, sought wealthy patrons to provide the funds to recruit more troops. Although both commanders remained broadly within the Protestant camp during these years, their objectives differed. For Mansfeld, after attempting to defend Bohemia, the next goal was to conserve his army and then liberate the Palatinate, though he repeatedly failed to cooperate successfully with other commanders such as Christian of Brunswick and George Frederick of Baden-Durlach (1573-1638).

Karte der Schlacht an der Dessauer Brücke für CC. C. W. von Brandenburg [4] und Wallenstein haben auf ihren Feldern auch Infanterie - hier nicht zu erkennen. Ich habe die Mansfelder Schanzen der Einfachheit halber weggelassen. - Map of the battle at the bridge of Dessau for CC. C.W. von Brandenburg [4] and Wallenstein have infantry on their hex. I have decided to omit Mansfeld's redoubt to make it easier. (map: André Hanselmann)


Dennoch wurde genau dieser Versuch 1626 erneut unternommen. Es wurde ein Plan entworfen, wonach Ernst von Mansfeld mit seinem kleinen nur 12.000 Mann starken Heer von Brandenburg nach Schlesien durchbrechen sollte, während König Christian IV. von Dänemark, dem sich Mansfeld unterstellen musste, in Niedersachsen operierte. Dieses Unterfangen scheiterte allerdings bereits in der Gegend von Dessau, wo er zuerst einmal auf die Truppen unter Graf von Aldringen (1588-1634) traf [5], der Befestigungswerke an der Elbbrücke errichtet hatte. Denn Wallenstein hatte seit dem Einrücken Mansfelds in die Altmark im Februar dessen Absicht des Elbübergangs durchschaut [6], da er das Vorgehen einer Abteilung unter Fuchs [7] rasch parierte, da dieser statt Mansfeld zu unterstützen sich von Wallensteins Truppen bei Magdeburg und Tangermünde schlagen und zum Rückzug zwingen ließ. Ohne Fuchs war das Unternehmen Mansfelds gegen die Dessauer Brücke bereits etwas weniger erfolgversprechend. Dennoch griff er Aldringens Stellungen am 12. April an und versuchte dessen Schanzen im Handstreich zu nehmen.

Nevertheless, this very attempt was made again in 1626. A plan was devised whereby Ernst von Mansfeld, with his small army of only 12,000 men, was to break through from Brandenburg into Silesia, while King Christian IV of Denmark, to whom Mansfeld had to submit, operated in Lower Saxony. This undertaking, however, failed in the vicinity of Dessau, where he first encountered the troops under Count von Aldringen (1588-1634) [5], who had constructed fortifications at the Elbe bridge. Wallenstein had seen through Mansfeld's intention to cross the Elbe since his entry into the Altmark in February [6], as he quickly countered the advance of a detachment under Fuchs [7], who, instead of supporting Mansfeld, allowed himself to be defeated by Wallenstein's troops at Magdeburg and Tangermünde and forced to retreat. Without Fuchs, Mansfeld's operation against the Dessau bridge was already somewhat less promising. Nevertheless, he attacked Aldringen's positions on April 12th and attempted to take his fortifications in a surprise attack.

Mit der Karte "Short Supply" habe ich zwar früh im Spiel die kaiserlichen Reiter in meiner Flanke auf die Grundlinie verbannt. Dafür habe ich als Mansfeld aber auch schon viel meiner Reiterei an den Flügeln eingebüßt. - Using the "Short supply"-card I forced the Imperial horse in my flank to fall back on the Imperial baseline. In return I as Mansfeld lost much of my horse at my wings already. (photo C. Hanselmann)


Dieser Versuch misslang und statt daraus den Schluss zu ziehen, dass er das Unternehmen aufgeben musste, weil Fuchs kaum mehr als Verstärkung taugen würde, verschob Mansfeld den Zeitpunkt des Angriffes auf den 25. April, als Aldringens Kompanien bereits verstärkt worden waren, was die Verluste dieser Truppen durch den anhaltenden Beschuss durch die Mansfelder mehr als ausglich. Die mit Zeltplanen kaschierte Elbbrücke hatte dazu geführt, dass für General von Mansfeld das Überqueren der Elbe durch zahlreiche Kaiserliche unbekannt geblieben war. Der Sturmangriff der Mansfelder erlahmte mit der Zeit und die - wie manche zeitgenössische Darstellungen vermitteln - aus ihren Schützengräben hervor brechenden Mansfelder Söldner wurden zusehends in eine Art Abwehr gedrängt. Schließlich brach eine in einem Wäldchen postierte kaiserliche Reiterei [8] hervor und fiel die überraschten Kaiserlichen an, die mithin zwischen zwei Feuer gerieten und auf ihrem Rückzug vor den Toren von Zerbst erneut angegriffen wurden. Während der 5-stündigen Kämpfe geriet das nahe Dorf Rodleben - so auch sehr lebendig auf besagtem Stich von Merian dargestellt - in Brand.

This attempt failed, and instead of concluding that he had to abandon the undertaking because Fuchs would be of little use as reinforcements, Mansfeld postponed the attack until April 25th, when Aldringen's companies had already been reinforced, more than compensating for the losses these troops had suffered from the sustained bombardment by the Mansfeld troops. The Elbe bridge, concealed with tarpaulins, had meant that General von Mansfeld was unaware of the numerous Imperial troops crossing the Elbe. The Mansfeld assault gradually weakened, and the Mansfeld mercenaries—as some contemporary accounts suggest—who were emerging from their trenches, were increasingly forced into a defensive posture. Finally, an Imperial cavalry unit [8] positioned in a small wood broke out and attacked the surprised Imperial troops, who thus found themselves caught between two fires and were attacked again during their retreat before reaching the gates of Zerbst. During the 5-hour battle, the nearby village of Rodleben – as vividly depicted in the aforementioned engraving by Merian – caught fire.

Montag, 20. April 2026

Der Zöllner und die zehn Musketiere - The customs officer and the ten musketeers P. 2

Der folgende Tag unterschied sich schon allein dadurch, dass wir auch arbeiten konnten. Das heißt, dass beispielsweise die Schmiede in der Schmiede hämmerten. Wir haben Eisenteile für ein Joch geliefert bekommen. Uns wurden auch Schüreisen geschmiedet und die anderen Landleute bestellten auch kleinere Reperaturen, während einer der Schmiede an einem Hauschwert arbeitete.

Ein neuer Morgen in meiner Schankstube. - A new morning in the tavern. (Foto: Michael Leyendecker)

The following day was different simply because we were able to work. This meant, for example, that the blacksmiths were hammering away in their forge. We received iron parts for a yoke. They also forged pole irons for us, and the other villagers ordered minor repairs, while one of the blacksmiths worked on a domestic sword.

Die Schmiede liefern ihre Arbeit bei uns ab. - The blacksmiths are bringing their work. (photo: M. Leyendecker)




Für mich und meine beiden Knechte bedeutete es, dass wir das auf einem großen Wagen aufgeschichtete Getreide dreschen konnten, was wir zu dritt bewacht von ein paar der Musketiere ziemlich rasch erledigten. Es ist ja wirklich so, dass 1626 durch die Wetterverhältnisse im Reich teilweise schlimme Missernten vorkamen [1]. Auch wenn wir noch keine an den Bettelstab gebrachten bayerischen Landleute zu Gesicht bekommen haben, so konnte auch uns jederzeit die grassierende Seuche betreffen, welche insbesondere Württemberg heimsuchte [2]. Einer der Dreschflegel ging zu Bruch. Gerade diese Zeit, wenn es noch sehr kalt ist, wird für Gewöhnlich für Aufgaben wie die Reperatur von Geräten genutzt. 

Das Kalb vor dem Kuhstall. - The calf in front of the cowshed. (Foto: Stefan Winter)



For me and my two farmhands, it meant we could thresh the grain piled up on a large wagon, which the three of us accomplished quite quickly, guarded by a few of the musketeers. It is indeed true that in 1626, due to the weather conditions, there were some severe crop failures in the empire [1]. Although we have not yet seen any Bavarian peasants reduced to beggary, the rampant epidemic, which particularly afflicted Württemberg [2], could have affected us at any time. One of the flails broke. This time of year, when it is still very cold, is usually used for tasks such as repairing equipment.


Wir dreschen in meiner alten Scheune, die direkt neben dem Zollhaus steht. - We are threshing in my old barn, which is direct next to the customs house. (Foto: M. Leyendecker)

Donnerstag, 9. April 2026

Der Zöllner und die zehn Musketiere - The customs officer and the ten musketeers P 1

Nun sind wir zurück von unserer Landleben-Veranstaltung, deren Reihe wir vor 10 Jahren begonnen haben [1]. Diesmal hatten wir soviele Teilnehmer wie noch nie dabei, letztlich bedingt durch das Thema der Veranstaltung: "Der Zöllner und die zehn Musketiere 1626". Zum primären Thema habe ich die Inhalte schon veröffentlicht [2]. Trotz einiger kurzfristiger Absagen, nicht zuletzt des Darstellers des Leutnants Geyer [3], hatten wir ausreichend viele Teilnehmer für alle Rollen.

Das von einem bedeutenden Künstler gemalte und frisch angelieferte Wirtshausschild des Zöllners Hans Jacob Müller. - The sign of the inn was newly painted by a famous artist. (Foto: Stefan Winter)


We are now back from our Landleben event, a series we started 10 years ago [1]. This time we had more participants than ever before, ultimately due to the event's theme: "The Tax Collector and the Ten Musketeers 1626". I have already published the content related to the primary theme [2]. Despite some last-minute cancellations, not least from the actor playing Lieutenant Geyer [3], we had enough participants for all the roles. 

 

Der Korporal am Morgen mit Pelzmütze am Tisch mit seinen zahlreichen Musketieren. - In the morning the corporal with his fure cap is sitting at the table with his many musketeers. (photo: M. Leyendecker)

 

Nach dem Eintreffen der meisten Darsteller am Donnerstag, begann unsere Veranstaltung am Karfreitag mit einer Andacht beim Weinbauer Pahlhuber, der im Haus aus Sachsenflur wohnte [4]. Vor allem die Bewohner des württembergischen Zoll- und Wirtshauses mit dem Zöllner Hans Jacob Müller [5] samt den dort einquartierten württembergischen Söldnern trafen bei dem Bauer ein, der schon vieles vorbereitet hatte. Man hörte nicht nur die entsprechende Passage aus der Bibel, sondern erfuhr auch von den Drangsalen, welche dem Herzogtum Württemberg zusetzten. Herzog Johann Friedrich wurde in die Fürbitten freilich eingeschlossen.

Begleitet von den zehn Musketieren ziehen wir zum Hof des Weinbauers. - We are walking to the farm of the wine farmer together with the ten musketeers. (Foto: Michael Leyendecker)

After most of the performers arrived on Thursday, our event began on Good Friday with a service at the home of the winegrower Pahlhuber, who lived in the house from Sachsenflur [4]. The inhabitants of the Württemberg customs and inn, including the customs officer Hans Jacob Müller [5] and the Württemberg mercenaries quartered there, gathered at the farmer's house, where he had already made many preparations. They not only heard the relevant passage from the Bible but also learned of the tribulations afflicting the Duchy of Württemberg. Duke Johann Friedrich was, of course, included in the prayers.


Bei der Andacht am Karfreitag. In der zweiten Reihe sitzt der Korporal der Württemberger Musketiere und dahinter Leutnant Geyer. - During the prayers at the Good Friday. In the second row the corporal of the Württemberg musketeers is sitting and behind him lieutenant Geyer. (Foto: Michael Leyendecker)

Den ganzen Tag lang hatte ich damit zu tun vorbeifahrende Karren zu untersuchen, ob denn der Zoll auch entrichtet wurde. Ein Fuhrmann wollte mir weismachen, er müsse ja nichts entrichten, da seine Fuhre Holz nur zur Roten Steige ginge. Dabei liegt diese ja schon im Hällischen und erzählen kann der Mann viel. Genauso gut, kann er das Scheiterholz weiter nach Crailsheim oder ins comburgische Steinbach fahren.

Montag, 2. März 2026

Seuchen und Krisen 1626 - Plagues and Crisis in 1626

Die große in Württemberg grassierende Seuche, die nicht zuletzt von den Söldnern wie denen unter Sachsen-Lauenburg eingeschleppt wurde, ist kein vorrangiges Thema auf unserer Veranstaltung. Dennoch will ich es nicht so ganz unerwähnt lassen. In einer Haller Chronik wird die Dramatik der Ereignisse im angrenzenden Württemberg geschildert, Dort regnete es 10 Wochen lang, so dass das Korn ungenießbar wurde, die Ärmsten, die von ihrem Handwerk nicht mehr leben konnten, gezwungen waren "Graßdisteln, Melten und dergleichen" zu verzehren. Noch härter soll es Bayern getroffen haben, weil man dort sehr einseitig auf den Anbau von Roggen setzte, wodurch viele ihr Land verließen und in Württemberg oder gar dem Elsass betteln gehen mussten. Auf die Missernte folgte in Württemberg die Pest, von der 28.000 Menschen dahingerafft wurden [1].

The great epidemic raging in Württemberg, which was brought in part by mercenaries like those under Saxe-Lauenburg, is not a primary topic at our event. Nevertheless, I don't want to leave it entirely unmentioned. A chronicle from Hall describes the dramatic events in neighboring Württemberg. There, it rained for ten weeks straight, rendering the grain inedible, forcing the poorest, who could no longer make a living from their trades, to eat "grass thistles, ragwort, and the like." Bavaria was said to have been hit even harder because of its heavy reliance on rye cultivation, which led many to abandon their land and beg in Württemberg or even Alsace. The crop failure in Württemberg was followed by the plague, which claimed the lives of 28,000 people [1].

Wir haben damals keine Disteln gekocht auf unserer Landleben 1619 Veranstaltung. - We didn't cook any thistles on our Landleben 1619 event. (photo: S. Winter, 2019)


Die Auswirkungen der Krise sieht man auch im Kleinen, beispielsweise wenn wiederholt Bäcker in Schwäbisch Hall wegen "übel gebackenen" Brot wie David Hoffmann am 12. Mai 1626 oder "zu gering gebackenen Brodt" wie Endris Löchner belangt wurden. Die Reichsstadt hatte klare Maße, welche die Bäcker bei einem gewissen Brotpreis, der vom Magistrat erhöht oder gesenkt werden konnte, eingehalten werden musste, wenn man nicht wie hier mit 4 Talern Strafe belegt werden wollte. Bezeichnenderweise ging die Hälfte von Hoffmanns Strafe, also 2 Taler, an den Haller Bettelvogt [2]. Der Rat erließ im 17. Jahrhundert mehrfach Verbote einheimisches Brot oder Getreide ohne Wissen des Rates auszuführen. Da scheint es beinahe übermäßig milde, wenn dem "weib" des Balthasar Widmann nur eine Strafe von 2 Gulden auferlegt wurde, weil sie "Burgers brot hinaus geben" [3]. Die Vergehen wegen veruntreuten Brotes häufen sich im Frühsommer 1626. Besonders schwer wurde der Bäcker Hans Caspar Glock bestraft, weil er im Juli 40 Laib Brot "zunicht gebacken" wofür er nicht weniger als 12 fl Strafe zahlen musste [4].

The effects of the crisis can also be seen on a smaller scale, for example, when bakers in Schwäbisch Hall were repeatedly fined for "poorly baked" bread, as David Hoffmann was on May 12, 1626, or for "bread baked too thinly," as Endris Löchner was. The imperial city had strict regulations that bakers had to adhere to at a certain bread price, which could be raised or lowered by the city council, if they wanted to avoid a fine of 4 talers, as in this case. Significantly, half of Hoffmann's fine, 2 talers, went to the Hall beggar bailiff [2]. During the 17th century, the council repeatedly issued prohibitions against exporting local bread or grain without its knowledge. In comparison, it seems almost excessively lenient that Balthasar Widmann's wife was only fined 2 guilders for "giving away citizens' bread" [3]. Offenses involving embezzled bread increased in the early summer of 1626. The baker Hans Caspar Glock was punished particularly severely because he "wasted" 40 loaves of bread in July, for which he had to pay a fine of no less than 12 florins [4].

Arbeit am Backofen bei Landleben 1625. - Work at the oven on our Landleben 1625 event. (photo: S. Winter)

Samstag, 21. Februar 2026

The bastion at the river ... and Kettie's castle P 5 of the Dumas campaign

After her bad luck at Le Lion Rouge [1] Kettie's had to pay the price and got some weaker units such as militia pike and shot under her personal command. She heard that she would find some gold coins in the ruins of a small chapel at the French border (4 honours for reaching the chapel).

(She had 1 x Aggressive Forlorn Hope, 1 x raw pike and 1 x raw musketeers under her personal command AND 1 x Commanded shot, 1 x Forlorn Hope (the famous musketeers!) and 1 x trotters on the other road.)

Our forces have a strong position behind the river. The vanguards exchanging volleys... Please notice the priest at the chapel! (photo: C. Hanselmann)

Unfortunately for her, her very elegant and somehow sly enemy Augustus von Wiesel had the order to defend two bridgeheads against all Spanish or Imperial troops which would try to cross the bridges over a small river. Augustus would get a nice award for holding a small redoubt with a gun (4 honours for 8 turns) if he would be under attack. 

(I and my good friend had 1 regimental gun, 1 x pikes, 1 x elite trotters (cuirassiers), 1 x trotters, 2 x musketeers and 1 x Commanded shot devided in two wings defending one bridge per wing.) 

 

Kettie's Commanded shot have their first losses. (photo: C. Hanselmann)

But Kettie had some bad luck resulting in most of the units arriving one after the other at the bridges. Her swordfighters for example moved so late that they arrived after Kettie's own pike unit already suffered heavy losses. Therefore I could concentrate my fire on one unit after another.

 

Finally our gun is firing at the advancing enemy. (photo: C. Hanselmann)

However in the first turns I feared that I would pay a high price too, because not only my Commanded Shot run away fast but soon later my arquebusier riders followed that example (and in my Special orders we had to rout or kill more enemy units then we would lose and in my second Special order I had to rout at least half of Kettie's units).

After some bad luck we are successful in stopping Kettie's forces. Early in the game our vanguard was routed. (photo: C. Hanselmann)

After 4 or 5 turns Kettie's subcommander became frustrated because they lost too many of their best soldiers before even crossing one of the bridges because our light regimental gun finally started to shoot very effectively (after missing to fire for 3 turns or so).


Kettie's best unit with their swords and shields lost too many to really attack our fortifications. (photo: C. Hanselmann) 


Running out of options and troops Kettie and her surviving units decided to fall back and lick their wounds until they will see a better chance to get their revenge.

I was surprised that the Spanish shock troops this time had so little of an effect. After a lot of bad dice rolling at the start of our game, the musketeers and artillery shot very well and more or less won the encounter. For his fine conduct at the engagement he was rewarded with his promotion to lieutenant (and got the musketeer master's trait). Let's see if she will have her opportunity to give me a lesson and my happy comrades... 

Finally Kettie had lost too many of her best troops and decided to retreat with all she had left. (photo: C. Hanselmann)

Some weeks later we had another game. The story is easy. There is the ruin of an old castle surrounded by some more recent structures of fortification. But they were never completed. After some success in our previous game Wiesel decided to occupy Kettie's headquarter which was defended by a group of Royal Musketeers, a company of Musketeers and pikemen. My son called it "Kettie's castle".
 

Dienstag, 10. Februar 2026

Das württembergische Zollhaus in Bubenorbis 1626 - The Wurttemberg customs house at Bubenorbis in 1626

Dieses Jahr soll es auch um das Zollhaus in Bubenorbis im Jahr 1626 gehen. Die Geschichte der Querelen zwischen der Reichsstadt Schwäbisch Hall und dem Herzogtum Württemberg wegen dem Zoll- und Wirtshaus ist lang. Zwar musste die Reichsstadt 1532 die Zugehörigkeit der Schmiede und des Zollhauses in Bubenorbis zu Württemberg anerkennen, aber nach der Wiedererrichtung des Zoll- und Wirtshauses 1558 vermehrten sich eher die Konflikte mit Hall. Ihren Höhepunkt fanden sie in dem Zusammenstoß zwischen dem württembergischen Zöllner Matthias Dörner und zwei Haller Metzgermeistern, deren Hirte 1564 brutal vom Zöllner angegriffen wurde. Obwohl die beiden Metzger Römig und Groß beteuerten den Zoll für ihre hundert Schweine entrichtet zu haben, setzte sich der Zöllner anschließend mit Unterstützung von Seiten seiner Landesherrschaft durch und die Haller Metzger sollten bestraft werden, statt dem übergriffigen Zöllner, der behauptet hatte, dass er von den Hallern mit Wehr und Büchse bedroht worden war, zu veruteilen. Immerhin erfahren wir, dass die Metzger damals hätten 8 Schilling Zoll für ihre Schweine entrichten müssen [1].

This year's focus will also be on the customs house in Bubenorbis in 1626. The history of the disputes between the Imperial City of Schwäbisch Hall and the Duchy of Württemberg over the customs house and inn is long. Although the Imperial City had to acknowledge the Württemberg affiliation of the smithy and customs house in Bubenorbis in 1532, conflicts with Hall only intensified after the customs house and inn were rebuilt in 1558. These conflicts culminated in the clash between the Württemberg customs officer Matthias Dörner and two master butchers from Schwäbisch Hall, whose shepherd was brutally attacked by the customs officer in 1564. Although the two butchers, Römig and Groß, insisted they had paid the toll for their one hundred pigs, the toll collector subsequently prevailed with the support of his sovereign, and the Haller butchers were to be punished instead of condemning the overzealous toll collector, who had claimed that he had been threatened with weapons and a rifle by the Haller men. We do, however, learn that the butchers would have had to pay 8 shillings in toll for their pigs at that time [1]. 

 

Württembergische Musketiere 1623 anlässlich des Einrückens der Kompanie des Hammer von Marbach mit Fahne. - Musketeers from Württemberg in 1623 during the indent of Hammer of Marbach's company with their flag. (photo: A.-K. Kemmer)

Montag, 2. Februar 2026

More Musketeers for the king

 I decided to paint some more figures for PML using sets by RedBox only. First I used the "Guards of Cardinal Richelieu" [1]. There is even a figure for the "men from Meung" in the set. As the Plastic Soldier Review mentioned it, the cross on all of the cassocks is wrong. We find a very simple cross on the only contemporary painting of that unit from the 1620s [2]. Maybe RedBox relied on photos from TV or cinema productions. Although in the most recent movie we see no cassocks for those guards at all [3]. I just ignored the crosses on the figures and painted as I wished. The arquebuses of the set are looking very short compared with the weapons on the painting.




Maybe the guy in the black cloak is one of those poor scoundrels from the novel. The other prominent figure maybe is the comte de Rochefort? (photo: F. Hanselmann)
The Musketeers of the Royal Guard are sculpted with more elaborated details. All of the horses have 2 pistols hanging from the saddles and have very relaxed poses. I decided that these poses are better for escorting the king or a very important commander. (photo: F. Hanselmann)

After these figures, I tried to paint more Musketeers of the famous Guard under the comte de Tréville (1598-1672) - although he was not Capitaine-Lieutenant in 1627 during the siege of La Rochelle [4]. Some of them are on horseback and therefore I had to use the Mounted Musketeers of the king of France [5] however the muskets are looking much too short and they even miss the forked rest. That's very strange because the companions on foot do have them and it's not plausible at all why they should lose them on horse. I asked myself how to use them in the skirmish games because the musketeers on their horses would fight like trotters, maybe using their pistols because you surely can't use your musket shooting from the saddle. In a very interesting documentary by arte you can see the real muskets from the period [6]. These weapons are not only too heavy but too long too. The historian presented a very elaborated model - but maybe these guns were very much decorated because all of the guards were aristocrats such as the famous d'Artagnan himself [7].

Unfortunately riders by RedBox and Strelets mostly don't fit on the somehow fat horses. But the beards are very nicely done. (photo: A. Hanselmann)

Maybe here you can see how I tried to paint most of them very individual clothes, because they are nobles. I didn't cut the feathers as I normally do for that period. (photo: A. Hanselmann)

I have no idea how the flag of the musketeers was looking. Therefore I painted one of them as a normal infantry flag with a with cross on a white field. (photo: A. Hanselmann)