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Donnerstag, 21. Mai 2026

"Vivaldi und ich" (Primavera)(2026)

Das Filmplakat zeigt im Hintergrund Anachronismen, im Vordergrund die beiden absoluten Hauptfiguren. - The poster of the movie let you see some anachronisms in the background and the main characters in the foreground. (photo: A. Hanselmann)

 

Es ist faszinierend, dass just in dem Jahr nachdem wir selbst in Venedig waren [1] ein großer Film, der in der Lagunenstadt spielt, in die Kinos kommt. Obendrein ist es auch von daher reizvoll, da unsere diesjährige Veranstaltung in Wackershofen in den 1740ern angesiedelt ist - der Zeit also, als Vivaldi gerade erst verstorben war. In Venedig begegnet man Vivaldi auf Schritt und Tritt, überall hört man jemanden aus den "Vier Jahreszeiten" eine Passage spielen, es gibt Gebäude, die Plaketten haben, die auf seine Lebensphasen hinweisen. Venedig ist natürlich ebenso die Stadt Casanovas über dessen Leben ich momentan lese [2], über den es in letzter Zeit aber keine gelungenen Filme gab [3]. 

It is fascinating that, in the very year following our own visit to Venice [1], a major film set in the Lagoon City is hitting theaters. Moreover, this is particularly intriguing given that our event in Wackershofen this year is set in the 1740s—precisely the era when Vivaldi had just passed away. In Venice, one encounters Vivaldi at every turn; everywhere you go, you can hear someone playing a passage from "The Four Seasons", and buildings bear plaques marking the various stages of his life. Venice is, of course, also the city of Casanova—whose life I am currently reading about [2], though there have been no successful films about him in recent times [3].

Venedig am Abend. Ein Blick auf San Giorgio Maggiore von San Zaccharia aus gesehen. - Venice in the evening. A view from San Zaccharia at San Giorgio Maggiore. (photo: C. Hanselmann)

Mittwoch, 13. Mai 2026

"Rose" 2026

Ich habe mir vorgenommen, diesen Film anzuschauen, weil er am Ende des Dreißigjährigen Krieges spielen soll, auch wenn die Trailer durch die dort erkennbaren Kostüme in der Hinsicht nicht ganz eindeutig waren. Immerhin sieht man dort eher die Epoche als in dem 2024 erschienenen "Des Teufels Bad", wo die Kostümierung eher nach modernem Theater aussah mit Sachen vom 17.-20. Jh. und Szenen im Trailer, die schon eher an eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft im 20. Jh. erinnerten, als an die Schweiz mit spezifischer Tracht um die Mitte des 18. Jahrhunderts [1]. Vorab kursierten Gerüchte, dass die Hintergrundgeschichte zu "Rose" eher die des Anastasius Rosenstengel bzw. Catharina Margaretha Linck (1687-1721), auch wenn diese im 18. Jahrhundert als Soldat diente [2]. Ich habe dazu schon aufmerksam einen Podcast gehört [3].

I resolved to watch this film because it is reportedly set at the end of the Thirty Years' War—even if the trailers, judging by the costumes visible therein, were not entirely unambiguous in this regard. At the very least, the historical era is more discernible here than in the 2024 release "Des Teufels Bad", where the costuming looked more like modern theater—featuring garments spanning the 17th through 20th centuries—and where scenes in the trailer were more reminiscent of a 20th-century agricultural production cooperative than of 18th-century Switzerland with its specific traditional dress [1]. Prior to its release, rumors circulated that the backstory for the character "Rose" was actually based on that of Anastasius Rosenstengel—or rather, Catharina Margaretha Linck (1687–1721)—even though the latter served as a soldier in the 18th century [2]. I have already listened attentively to a podcast discussing this very topic [3].

Plakat am Kino mit der Hauptdarstellerin Sandra Hüller. - A poster at the cinema with the lead actress Sandra Hüller. (Foto: André Hanselmann)


Prinzipiell kann man sagen, dass es im Dreißigjährigen Krieg, weil es sich noch nicht um Stehende Heere handelte, wahrscheinlich einfacher war sich als Frau im Militär unterzumischen. Es war ja im 30-jährigen Krieg in der Regel [4] ein Heer, das ganz auf Freiwilligkeit beruhte. Dennoch haben wir neben Linck noch weitere zeitgenössische Beispiele von Frauen, die im Spanischen Erbfolgekrieg mitkämpften. "Me and Marlborough" [5] thematisierte auf komödiantische Weise eine Frau, die ihrem Mann in den Krieg folgte und orientierte sich teilweise an einer historischen Person [6]. Von daher ist eine Frau als Soldat in der Epoche nichts so unglaublich neues für das Kino.

Broadly speaking—since the armies of the Thirty Years' War were not yet standing armies—it was likely easier for a woman to blend in within the military ranks during that conflict. After all, armies during the Thirty Years' War were typically [4] based entirely on voluntary enlistment. Nevertheless, beyond the case of Linck, we have other contemporary examples of women who fought in the War of the Spanish Succession. The film "Me and Marlborough" [5] humorously depicted a woman who followed her husband to war, drawing inspiration in part from a historical figure [6]. Consequently, the portrayal of a woman as a soldier in this era is not an entirely novel concept for cinema.

Dienstag, 25. Februar 2020

"Maria Theresia" 2019 Rezeption - Review







English Text below




Wie vor ein paar Wochen versprochen gibt es nun das Review zum 4-Teiler Maria Theresia und das wird natürlich ein ziemlich langes Review, selbst wenn ich einiges auslassen werde.

Ich habe bislang nirgendswo gelesen, ob der Mehrteiler tatsächlich eine Art Komödie ohne historischen Anspruch oder sowas sein soll, dafür würde es – wenn auch eher unkomisch und ungelungen – am ehesten durchgehen.


Ich will hier nicht im Detail auf Teil 1 und 2 eingehen, da ich nur Reviews zu aktuellen Filmen liefern möchte (ausgenommen meine Leser wollen das lesen). Daher hier nur grobe Züge dazu.

In beiden Teilen hatte das Drehbuch offenbar das Problem, dass die Geschichte keine eindeutig erkennbaren Gegenspieler hergibt.

Daher wurde für Teil 1 Prinz Eugen als eine Art alter Bösewicht porträtiert, der unbedingt Maria Theresia Vermählung mit Franz Stephan von Lothringen verhindern und ihre Heirat mit Kronprinz Friedrich von Preußen arrangieren möchte. Die Handlung spielt überwiegend Mitte der 1730er. Der Polnische Thronfolgekrieg wird ignoriert. So wird Franz Stephan letztlich zur Vermählung mit Maria Theresia und zur Aufgabe seines Herzogtums gedrängt um angeblich einen Krieg mit Frankreich zu verhindern, nicht um ihn zu beenden. Entsprechend ist auch Prinz Eugen immer in Wien zu sehen. Die ganze Handlung ist entsprechend bizarr, so auch die Darstellung der Ahnungslosigkeit Maria Theresias über simple Themen wie dem Frieden von Utrecht oder die Pragmatische Sanktion. Schließlich stirbt Prinz Eugen und Grumbkow spielt dabei eine dubiose Rolle. Die ganzen historischen Zusammenhänge sind überwiegend frei erfunden. Wenn Prinz Eugen zum Beispiel mit Wiener Dialekt spricht und scheinbar garkein Italiener oder Franzose ist, ist das nur eine Nebensächlichkeit.

Teil 2 setzt nach dem Tod Karl VI. ein. Da immer noch kein erkennbarer Feind gefunden ist, tritt nun Bartenstein, der irgendwie in Antiquitäten gesteckt wurde[1], als eine Art Antagonist auf, der Maria Theresia zur Aufgabe Schlesiens drängt[2]. Daneben will irgendein ungarischer Graf, dass Maria Theresia mit ihm schläft, wofür er für ihre Krönung stimmen will.

Wie gehabt also fast durchweg Geschichte in Soap-Format.


Teil 3 und 4[3] spielen nun nach dem Waffenstillstand von Klein-Schnellendorf. Louis XV (Krystof Hádek), der als eine Art Karnevalsprinz dargestellt wird, schickt Franz Stephans Mutter (Zuzana Mauréry) als eine Art Spitzel nach Österreich. Der Maréchal de Belle-Isle (Karel Dobrý) rät zum Krieg.

Etwas verwirrend hier – wenn man sich denn von sowas verwirren lässt – dass Belle-Isle eine österreichische Uniform trägt (abgesehen davon dass er unrasiert wie er ist, ausgesprochen ungepflegt daher kommt). Als ich ihn zuerst sah, dachte ich, das soll eine Art Verräter sein.

Maria Theresia (in Teil 3 und 4 Stefanie Reinsperger) empfängt ihre Schwiegermutter, die ihre Vorliebe für den französischen Hof offen zur Schau trägt, frostig. Nachdem die Bayern ein paar schwach besetzte österreichische Vorposten überrannt haben, verdächtigt Maria Theresia die Princesse de Commercy und Prinz Karl Alexander von Lothringen (Borek Joura) der Spionage. Nach ein bisschen hin und her verlässt die Schwiegermutter düpiert Wien. Derweil gerät Franz Stephan (Vojtech Kotek)[4] wiederholt mit Franz von der Trenck (Philipp Hochmair) aneinander, der von allen Generälen verachtet wird. Doch Maria Theresia hält zu ihm und verteidigt ihn gegen alle Anfeindungen. Trenck stellt mit türkischen Waffen (????) ein Korps auf, das für Maria Theresia nicht nur die Bayern und Franzosen zurückwerfen, sondern auch das Nürnberger Ei klauen soll (so what?).
Hat Trenck hier das Nürnberger Ei geklaut? (zeitgen. Kupferstich der Nürnberger Burg) - Did Trenck had stolen the egg of Nuremberg here? (contemporary print of the Castle of Nuremberg)

Dienstag, 4. Februar 2020

De Bande van Jan de Lichte / Thieves of the wood (2017)


Das wird nun ein etwas längerer Post. Da mich seit längerer Zeit, auch durch meine Publikation[1], die 1740er interessieren, fand ich es spannend, dass nun auch eine Miniserie in dieser Zeit spielen soll. Wenn man sich ein bisschen erinnert, merkt man, dass die 1740er offensichtlich eine für die Filmschaffenden sehr beliebte Zeit sind. Das liegt natürlich an folgenden Personen:
Bonnie prince Charlie und Louis XV auf zeitgenössischen Stichen.

Viele literarische Werke haben auch die Jakobitenrebellion als Hintergrund. Auf Anhieb fallen mir da „Tom Jones – Zwischen Bett und Galgen“ (Richardson, 1963), „The History of Tom Jones, a Foundling“ (Hüseyin, 1997), „The master of Ballantrae“ (Hickox, 1984) und „Die Abenteuer des David Balfour“ (1978) ein, wobei diese Klassiker natürlich auch noch etliche weitere Verfilmungen erlebt haben.

Andere Filme haben oft die Hofhaltung in einer der führenden Mächte in den Blickpunkt genommen. Vor allem Madame de Pompadour und der französische Hof waren da scheinbar reizvoll. In die Kategorie fallen beispielsweise „Maria Theresia“ 2-4 (Dornhelm 2017, 2019), „Jeanne Poisson, Marquise de Pompadour“ (Davis, 2006). Der Krieg an sich bietet auch manchmal einen Hintergrund oder die signifikanten Teile der Handlung finden deswegen in den 1740ern statt wie in „Fanfan, der Husar“ (Christian-Jaque 1952, Krawczyk 2003) oder den „Trenck“-Mehrteilern (Umgelter 1973, Kärger 2003), „Rani“ (Sélignac 2011).

Es spielen aber einfach auch viele zeitgenössische Romane in dieser Zeit, die sich einer anhaltenden Beliebtheit erfreuen wie „Fanny Hill“ (Hawes 2007), „Mistress Pamela“ (O’Connoly 1974) oder „Clarissa“ (Loader 1991).

Fast alle dieser Filme haben miteinander gemein, dass die Filmschaffenden eigentlich mit der Mode dieser Zeit nichts anfangen konnten, da sie den Stereotypen über das 18. Jh. wie etwa hohe Frisuren nicht entspricht. Deswegen wird die Mode meistens in die 1770er verlegt („Chasing the deer“(1994), „Maria Theresia“(2019), „The History of Tom Jones, a Foundling“ (1997)).

 

Wie sieht es nun bei „Jan de Licht“ aus?

Der historische Hintergrund klingt schonmal beeindruckend. Flandern zur Zeit des Österreichischen Erbfolgekrieges. Die Niederlande und ihre Verbündeten haben gerade die Schlacht bei Rocoux verloren und 1747 folgte auf die Laffeldt eine Invasion der Franzosen in die Generalstaaten[2].

Gleich am Anfang wird das auch ganz klar gemacht. Jan de Licht (Matteo Simoni) ist ein Deserteur, der von einer Bande Kopfgeldjäger, die ziemlich abgerissen aussehen und stark an „Pakt der Wölfe“ (F 2001) erinnern, an einem Pferd durch einen Wald geschleift wird. Die Reiter geraten allerdings in einen Hinterhalt. Straßenräuber verhelfen durch den Überfall de Licht zur Freiheit, den wir danach in den Straßen der mittelalterlich befestigten Stadt Aalst wiedersehen. Hier verschiebt sich das teilweise eh schon sagenhafte Geschehen – was Lichts Hemd z.B, alles aushielt! – in eine Art Larp-Story. Denn nicht nur dass de Licht in einen seltsamen Kapuzenmantel gesteckt wird, der schwer an „Assassin’s Creed“ erinnert, sondern es taucht mitten auf dem Markt der Stadt eine Wahrsagerin mit ihrem Stand auf, der wirklich eher auf einer modernen Fantasy-Convention zu erwarten wäre.

Es ist offenbar eine Zugangsvoraussetzung bei der Provinzverwaltung dieser Gegend, dass man einen gewaltigen Bart hat, der sich eigenwillig mit der „sowas wie Allonge-Perücke“ beißt. Diese muss sich gerade mit den Forderungen der französischen Besatzer auseinandersetzen, deren ranghöchster Offizier nicht nur einen Ordre de Saint-Esprit sein eigen zu nennen scheint sondern auch zur Bartfraktion gehört. Damit man weiß, dass man hier definitiv im 18. Jahrhundert zuhause ist, tragen die meisten Herren hohe 1770er Perücken oder irgendwas in der Art. Die Beamten haben offensichtlich persönlich nichts gegen die französischen Offiziere, sie amüsieren sich auch dann später auf einer Auspeitschung (weiß jemand ob das zu der Zeit in den Niederlanden üblich war?). Der Bürgermeister scheint ein wahnsinnig hoher Adliger zu sein, denn er trägt sogar den Orden vom Goldenen Vlies(!).

Sodann wird der neue Vogt oder Polizeichef de Baru (Tom van Dyck) vorgestellt. Wieder soll so eine Art Burnside-Bart auch Baru scheinbar als tatkräftigen Militär auszeichnen. Er stellt fest, dass sein Vorgänger ziemlich geschlampt hat und versucht sich so gut es geht bei seiner Magd über den Zustand des Verbrechens zu informieren. Das war mal kurz eine Szene, die mir sogar inhaltlich gefiel (Die inhaltliche Frage ist hier generell woher Baru stammt. Manchmal werden die Staate der Niederlande erwähnt. Aber Baru wurde ja aus Brüssel geschickt, welches der Sitz des Statthalters der ÖSTERREICHISCHEN Niederlande ist und obendrein seit 1746 besetzt ist. Also hätte er, wenn er nicht von den Franzosen eingesetzt wurde, seinen Befehl von Kaunitz aus Antwerpen bekommen müssen).  

Unser Assassin oder Jan de Licht rennt unterdessen im Wald rum, wo er in eine seltsam rollenspielhaft dargestellte Kapelle tritt. Später locken ihn zwei Jungs in eine gewaltige Grube. Wahrscheinlich haben die örtlichen Räuber entweder ‘nen Bagger oder nichts Besseres zu tun, als mitten im Wald eine Falle zu graben. Später trifft er auf seinen Blutsbruder, der ihn ins Lager der Vertriebenen führt. Die Flamen haben in Scharen ihre Dörfer verlassen müssen, die von den Franzosen verwüstet wurden – die scheinen in der hiesigen Auffassung zumindest eine Art Vernichtungsfeldzug gegen Land und Leute durchzuführen. Im Camp findet sodann eine Art satanistische Beschwörungszeremonie statt. Scheinbar sind die Räuber jetzt auf der schwarzen Seite angekommen. Irgendein Freak liest im Blut eines Federviehs, das er sich aufs Gesicht laufen lässt, die Zukunft.

Derweil ist Baru dem Bürgermeister, der ihn beständig abwimmelt, auf den Versen. Dieser führt nämlich nachts auf seinem Schloss eine Art Orgie durch, wobei er und seine französischen Fiesling-Freunde wie Raubtiere über Mädels herfallen, die als Waisen vorgestellt werden. Eine der Damen kann mithilfe Barus entkommen, landet dann aber in einer Hütte von Prostituierten, die auch wieder auf 1770er getrimmt sind. In der Hütte wechseln sich Soldaten und Adelige ab.

Die einzige Nebenhandlung, die mir zusagt, ist das ehrgeizige Projekt des Bürgermeisters trotz des Krieges das Straßennetz ausbauen zu wollen. Es fragt sich zwar, wozu das just jetzt, da der Warenverkehr wahrscheinlich weitesgehend zum Erliegen gekommen ist sinnvoll sein soll und wo der Magistrat das Geld hernehmen soll, wo man selbst die Kriegsschatzungen kaum aufbringen kann(wobei den Filmmachern vielleicht garnicht klar ist, dass der Straßenbau in der Form den Bürgermeister garnichts angeht). Aber immerhin hat das Projekt und die Zielstrebigkeit des Vlies-Trägers eine gewisse logische Komponente in all dem Gewirr von sinnlosem Sadismus und anachronistischem Verhalten.

Etwas skurril, dass laufend eine viel zu moderne Taschenuhr im Fokus steht. Fanden die Verantwortlichen wohl eine tolle Idee.

 

Die Produktion macht in der Tat den Eindruck eines überlangen Musikvideos oder eines PC-Games. Die Dialoge sind so lala. Was mir hier und da gefällt sind die, wenn auch spärlichen, authentischen Eindrücke wie in der Druckerei – ein Handwerker mit einer Ärmelweste, der mal nicht abgeranzt ausschaut! – oder in Barus Wohnung. Die Handlung ist halt schon schwer trashig mit zahlreichen Stereotypen ähnlich wie bei „Turn“. Bislang hat es mich aber noch nicht sosehr gelangweilt wie „Turn“ oder auch „Harlots“.

 

That will be a longer post. As I’m very much interested in the 1740s, I was excited when I read that a miniseries would be playing in this period. My own publication maybe was one of my reasons for that interest. You will realize that the filmmakers love the 1740s since a long time, if you remember a lot of productions. That somehow depends naturally on these two persons:

Mittwoch, 22. Januar 2020

Künftige Filmrezensionen / Upcoming reviews



Da meine Rezension zum Film über Zwingli hier ganz gut angekommen ist, wird es auch künftig weitere geben, so sie zum Interessenschwerpunkt dieses Blogs passen. Ich möchte darum bitten mir nachzusehen, dass ich keine Szenenfotos einfügen werde, da ich mir über die Bildrechte nicht im Klaren bin. Plakate an der Straße oder sowas finde ich OK, aber keine Mitschnitte von Filmen. Ich weiß, dass diese wie etwa auf dem empfehlenswerten und unterhaltsamen Blog Frock Flicks ungemein zur Illustration des Gesagten nutzen.
Warum interessieren mich aber Filme und welche schaue ich an und wo?
1. Mich interessieren historische Filme, weil ich einfach ein neugieriger Mensch bin. Wie haben die Filmemacher versucht die entsprechende Zeit oder etwa eine Biographie wieder zu geben? Welche Aspekte waren ihnen wichtig? Welche waren unwichtig?
Außerdem finde ich insbesondere den Vergleich von Filmen – egal ob Dokumentationen oder Spielfilmen – miteinander interessant. Inwiefern spiegeln sie die Zeitumstände und die Ästhetik der Entstehungszeit des Films wider?

Es gibt verschiedene Dinge, die auch aus dem Blickwinkel des Reenactors spannend sein können wie etwa die Chance historische Bauwerke zu sehen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt.

Dann ist aber sicher auch ein Punkt, dass Filme wie fast alles was wir mit mehreren Sinnen zugleich aufnehmen stärker prägen als Bücher. Viele Menschen kämen überhaupt nicht auf den Gedanken ein Buch über ein bestimmtes historisches Ereignis zu lesen, auch wenn sie einen Film darüber vielleicht anschauen würden. Das heißt also auch, dass ich durch Filme erfahre, welches Bild etwa Museumsbesucher vor einem Event von einem bestimmten Zeitschnitt vermittelt bekommen haben. Weiter unten will ich kurz ein Beispiel dazu liefern.

2. Mich interessiert eine weite Zeitspanne etwa ab der griechischen Antike bis ungefähr in die Napoleonischen Kriege. Was davor und danach geschah, gucke ich mir vielleicht als Doku an – „They should not grow old“ wäre da ein gutes Beispiel.


Die Qualität der Filme spielt dabei keine Rolle. Viele Bekannte im Internet oder aus dem persönlichen Umfeld fragen mich immer wieder, warum ich mir so manchen Schund denn antue. Aber das erklärt sich ja aus Punkt 1, dass ich ein möglichst breites Spektrum sehen will, um mir meine Meinung zu bilden.

3. Ich sehe mir Spielfilme am liebsten im Kino an. Oftmals interessieren sie mich dann auf DVD oder einem anderen Medium dann garnicht mehr. Einfach weil es mir scheint, als ob wir Filme ganz anders im Kino wahrnehmen. Dankbarerweise laufen in Freiburg sehr viele auch eher ungewöhnliche Filme, die eher in Independent Kinos gezeigt werden wie z.B. „Licht“, „L’échange des princesses“ oder „Zwingli“ insbesondere in den Kinos Friedrichsbau und Kandelhof.

Dokumentationen sehe ich oft in der Mediathek von Arte oder 3sat, seltener wenn sie von Sendern wie ARD auf Youtube zur Verfügung gestellt werden.


Ein gutes Beispiel für ein offensichtlich völlig einseitiges und falsches Bild von einem geschichtlichen Aspekt (oder eigentlich zahlreichen Aspekten) ist der damals ausgezeichnete Film „Ridicule“(1996). Der französische Adel wird hier überwiegend als vollkommen degeneriert und lächerlich abgebildet und beinahe kein Klischee ausgelassen. Da schminken sich Männer wie Frauen intensiv und beispielsweise in der Ankleideszene bei Madame de Blayac (Fanny Ardant) wird ein vollkommen fiktives Verhalten und Kleid dargestellt. Dass das Kostümbild extrem antiquiert wirkt und etwa an „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ oder ähnlich gelagerte Filme erinnert, änderte nichts daran, dass der Streifen 1997 mit dem César für bestes Kostümbild ausgezeichnet wurde. Wenn die Filmkritik bis heute die besondere „Authentizität“ der Kostüme in einem Film unterstreicht, heißt das nicht, dass die Filmkostüme tatsächlich historisch passenden Originalen nachempfunden sind.

Solche Filme verraten also denkbar wenig über die dargestellte Zeit, tragen aber sicherlich insbesondere wenn sie durch Filmpreise erhöhte Aufmerksamkeit bekommen, zum Geschichtsbild der Zuschauer bei. Die zeitgenössischen Filmkritiken etwa bei „Ridicule“ , die voller Lob waren,  im „Spiegel“, der „Chicago Sun Times“ und dann der „TV Movie“ sind ein beredtes Zeugnis, dass der Film, die ohnehin verzerrte Vorstellung über das Ancien Régime vollauf bestätigte.
Was könnten künftige „Opfer“ meiner Rezensionen werden? Ich denke da beispielsweise an die Fortsetzung der Historienkomödie/-farce (?) „Maria Theresia“ von 2017. Im letzten Dezember (2019) wurden Teil 3 und 4 bereits auf ORF ausgestrahlt. Ich erhoffe mir, dass die zahlreichen historischen Fehler fortgesetzt und an dem vollkommen unpassenden Bild des Habsburgerhofes unter Karl VI. und dann Maria Theresia festgehalten wurden.


As my review of the movie about Zwingli was very well recorded, there will come more in the future, if they match the focus of this blog. I want to beg you to apologize, that I will not include shots of film scenes. I’m not sure about the rights on such pictures. I think that posters and so on are OK, but no shots. I know that those are very useful to illustrate, what the reviewing blogger says, as the very entertaining and recommended blog Frock Flicks use them perfectly.   
Why I’m interested in movies? Which movies do I watch? Where do I watch movies?


1st: I’m interested in movies, because I’m a curious person. How managed the producers of the movie to reflect the time period or a biography for example?
Besides I find it interesting to compare films – no matter if they are documentaries or movies. How do they reflect certain aspects of the period and the aesthetic of the time, when the film was produced?