Montag, 22. April 2024

Landleben 1624 - ein gutes Jahr? / a good year? P3

Nun kommt der finale Teil unserer Reihe zur diesjährigen Landleben-Veranstaltung. Am Sonntagmorgen gab es die traditionelle Andacht mit dem Abfragen des Katechismus von Johannes Brenz [1] und einer umfangreichen Abkündigung. Diejenigen, welche der Andacht fern geblieben sind wurden wie damals üblich [2] zu geringen Geldstrafen herangezogen. In meiner Funktion als Heiligenpfleger und Dorfhauptmann machte ich mich daher auf den Weg. Als besonders gravierend wurde empfunden, wenn man sich auf der Straße erwischen ließ, weil dies offenbar als eine Schande für die Gemeinde angesehen wurde und einen schlechten Eindruck auch für Auswärtige machte.

Die kleine Gemeinde vor meinem Wirtshaus. - The small comunity in front of my tavern. (photo: S. Winter, 2024)

Ich ziehe die Strafen ein. Die Bäuerin hat mir eben ein paar kleine Münzen gegeben und ihr Hausgenosse gab der Gemeinde ein paar Kerzen. - I'm taking the penalties. The farmer's wife has given some small coins and her lodger gave some small candles. (photo: Stefan Winter)


Now comes the final part of our series on this year's country life event. On Sunday morning there was the traditional devotion with the reading of Johannes Brenz's catechism [1] and an extensive announcement. Those who stayed away from worship were punished with small fines, as was usual at the time [2]. In my role as caretaker of saints and village captain, I set out. Getting caught on the street was seen as particularly serious because it was obviously seen as a disgrace to the community and also made a bad impression on foreigners (travelers).


Die Bayern gingen als Katholiken in die katholische Kapelle in einem anderen "Weiler". - As catholics the Bavarians visited an catholic chapell in another "hamlet". (photo: S. Brandus)

Freitag, 19. April 2024

Landleben 1624 - Ein gutes Jahr? / a good year? P2

Am Samstagmorgen konnte ich mich schon auf etwas gefasst machen. Die Söldner, die mir am Tag zuvor noch eine Salva Guardia [1] ausgestellt hatten, wollten nun Getreide einsacken. Sie zwangen mich dazu meine Vorräte zu dreschen. Dummerweise habe ich noch einen lahmen Arm und das gestaltete sich daher recht schmerzhaft, während mein größter Knecht in der "Küche" zugange war. Unter dem Schimpfen und Pöbeln der Söldner mussten wir also in meiner schönen Scheune dreschen. Ich war aber erleichtert als unsere liebe Wirtin den Knecht Johann herbei führte. 

Der Wirt ist in Nöten und wird vom Offizier zum Dreschen für die Fourage aufgefordert. - The innkeeper is in trouble and forced by the officer to thresh for fourage. (photo: M. Leyendecker)


On Saturday morning I was able to prepare myself for something. The mercenaries who had issued me a Salva Guardia [1] the day before now wanted to bag grain. They forced me to thresh my supplies. Unfortunately, I still have a lame arm and it was quite painful while my biggest servant was busy in the "kitchen". So we had to thresh in my beautiful barn under the insults and abuse of the mercenaries. But I was relieved when our dear landlady brought the servant Johann over.

Meine Knechte arbeiten in der Scheune und dreschen. - My servants are working in the barn and have to thresh. (photo: M. Leyendecker)


Der Fähndrich des bayerischen Fußvolks und sein Sergeant bestimmten, dass uns die Spießer beaufsichtigen und ein Auge auf das Getreide werfen sollten. Doch statt ihr Getreide und Stroh zu bewachen, stellten sie die Säcke einfach in meine Schankstube. Ich Narr hätte einfach einen Knecht oder eine Magd die Dinge beiseite schaffen lassen können. Aber damit wäre der schöne Plan meines Sohnes Essig gewesen und ich hatte mich ja Tags zuvor mit den anderen Gemeinsleuten am Riegel verabredet um dort einen Hinterhalt zu legen. So marschierten wir getarnt als Bautrupp zu viert mit Schubkarre und Werkzeug ab. Der Schlagbaum wurde aus der unweit gelegenen Kelter abgeholt. Die im Straßengraben liegenden Pfosten ließen sich auch mit viel Mühe nicht wieder in den Boden hinein treiben. Deswegen hatten wir nur einen sehr provisorisch anmutenden Riegel dieses Mal. Wir verkleideten uns mit Strohhalmen [2] als mansfeldisches Kriegsvolk - wie auch immer dieses unterdessen nach Schwaben eingedrungen sein soll [3]. Die Lunte an meiner Akebuse glomm aber verflixt schnell und aus "Leoweiler" kam nur der Landmann Jäger herbei, da die anderen Gemeinsleute ihren Kram am Wirtshaus verkaufen wollten. Zufälligerweise vertrödelten die Bayern aber die Zeit dermaßen, dass vor ihrem Aufbruch meine Nachbarn den Hohlweg auf ihrem Rückweg passierten und beschlossen sich mit ihren Stangenwaffen unserem Hinterhalt anzuschließen. 

Ein Teil unserer Nachbarn war mit ihren Waren unterwegs. - Some of our neighbours were on the road with their goods. (photo: S. Brandus)


The Bavarian infantry ensign and his sergeant decided that the Pikemen should supervise us and keep an eye on the grain. But instead of guarding their grain and straw, they simply put the sacks in my bar. I fool could have just had a manservant or maid take care of things. But that would have been my son Essig's nice plan and I had arranged to meet the other community members at the Rial the day before to set up an ambush there. So four of us marched off disguised as a construction crew with a wheelbarrow and tools. The barrier was picked up from the nearby wine press. Even with a lot of effort, the posts lying in the ditch could not be driven back into the ground. That's why we only had a very temporary bar this time. We disguised ourselves with straws [2] as Mansfeld warriors - however they are said to have penetrated into Swabia in the meantime [3]. The fuse on my acebus lit up extremely quickly and only the farmer Jäger came from "Leoweiler" because the other community people wanted to sell their stuff at the inn. As it happened, the Bavarians wasted their time so much that before they left, my neighbors passed the ravine on their way back and decided to join our ambush with their polearms.

Eine Marketenderin und die Wirtin waschen die Wäsche. - The sutler and my wife are making the laundry. (photo: Ulf Dahm)


Dummerweise roch der bayerische Sergeant aber Lunte und hatte nicht nur alle Söldner für den Transport der Fourage zusammen getrommelt sondern umging obendrein den Hohlweg, obwohl der Fuhrmann mit den Packpferden diese Straße vorschlug. So sahen wir uns doppelt getäuscht, als unsere Vorposten die Umgehung der Söldnerkolonne meldeten. Es hätte so schön werden können als Szene wie bei Vrancx [4]. Dummerweise entschlossen sich dann einige von uns die Söldner doch an einem anderen Ortseingang von "Leoweiler" aufzuhalten, wo wir gegen die Übermacht keine Chance hatten. Mein Ruf "Für Mansfeld oder tot!" taugte auch wenig. Ich floh mit einigen anderen durch den Hohlweg dem Wirtshaus zu, während des Sergeanten Muskete durch die Engstelle knallte.

Die Söldner mit einer Handmühle zum mahlen unseres Getreides. - The mercenaries with their small mill for grinding our grain. (photo: Ulf Dahm)

Montag, 15. April 2024

Landleben 1624 - Ein gutes Jahr? / A good year? P1

Ich möchte hiermit unsere Veranstaltung über Ostern 2024 vorstellen. Wie gewöhnlich war die anvisierte Anreise am Gründonnerstag, denn schon am Karfreitagmorgen gab es den ersten Programmpunkt. Die Gläubigen fanden sich zur Andacht zusammen [1]. Vor allem "Nach grüner Farb mein Herz gegehrt" passte sehr gut zu dem nasskühlen Wetter, welches ein bisschen an die kleine Eiszeit des 17. Jahrhunderts erinnerte [2]. Natürlich wünscht sich der Landmann gutes Wetter für die Aussaat, das Gedeihen des Getreides und die Ernte.

I would like to introduce our event over Easter 2024. As usual, the planned arrival was on Maundy Thursday, because the first item on the program was already on Good Friday morning. The believers came together to worship [1]. In particular, “My heart belongs to a green color” went very well with the cool, wet weather, which was a bit reminiscent of the Little Ice Age of the 17th century [2]. Of course, the farmer wants good weather for sowing, for the grain to thrive and for the harvest.

 

Lesung aus der Bibel bei der Andacht. - Lecture from the bible to the worship. (photo: Helene Engel)


Ich selber hatte soviel ich konnte für mein Vieh, einige Kühe, ein paar Gänse und 3 "Indische Hühner" [3] getan, um die ich mich alle Tage soviel ich konnte, kümmerte. Die "Indischen Hühner" und Gänse dürfen jeden Tag am Morgen und am Abend ein wenig auf den Wiesen frei herum laufen ehe man sie wieder einfängt und hinein treibt.

Ich bereite mich auf den Unterricht vor. - I make myself ready for my job as the teacher. (photo: Helene Engel)

 

I myself had done as much as I could for my cattle, a few cows, a few geese and 3 "Indian chickens" [3], which I looked after as much as I could every day. The "Indian chickens" and geese are allowed to run around freely in the meadows every morning and evening before they are caught and driven back in.

 

Ähnlich wie ich selber in den ersten Jahren der Landlebenveranstaltung haben die bayerischen Pikeniere eine Pike auf einem Ziehbock gemacht. - As I did it in the first years of the Landleben-events: the Bavarian pikemen produced a pike on a "Ziehbock". (photo: S. Brandus)

 

Dadurch, dass Feiertag war, konnten wir außer Kochen, Backen und Ausmisten nicht viel arbeiten. Das regnerische Wetter war auch den Söldnern nicht besonders günstig, die einen Backofen bauten. Da wir aus den frühen 1620ern wissen, dass damals zwei Söldner die Landleute in der Handhabung der Waffen an "allen" Feiertagen unterwiesen, versammelten wir uns auch am Karfreitag zur Musterung. Wir hatten 4 Langspieße, 1 Kurzspieß, 1 Rapier und 1 Rübengabel, die der Bruder eines Bauers als Spieß vorführte sowie eine Schusswaffe in Form meiner Akebuse. Leider waren die anderen beiden Männer mit Musketen ausgefallen. Dennoch stellten wir im Verhältnis zu den Vorjahren doch eine erhebliche Anzahl an bewaffneten Landleuten dar. Die gerade in unserem Weiler samt meinem eigenen Wirtshaus einquartierten bayerischen Söldner sollten im Zaum gehalten werden. Leider stellten wir fest, dass unser Riegel mal wieder beschädigt worden war [4]. Ich beschloss diesen am nächsten Tag wieder mit anderen Gemeinsleuten zu reparieren. 

Die Musterung des Landvolkes vor dem Haus aus Sachsenflur, welches aus dem 17. Jahrhundert stammt. - The inspection of the country folk in front of the Sachsenflur house which is from the 17th century. (photo: S. Brandus)

Donnerstag, 11. April 2024

Nicolay Dragons - dernière troupe pour Parme

 Ich habe eine letzte Einheit für mein Szenario der Schlacht bei Parma [1] bemalt.

J'ai peint une dernière unité pour mon scénario de la bataille de Parme [1].




Ich hielt abgesessene Dragoner für wichtig, da es solche am Höhepunkt der Schlacht unweit La Crocetta gab. Das Set von Strelets "Dismounted French Dragoons in Skirmish" [2] schien mir ideal für diese Aufgabe, auch wenn die Figuren eigentlich für den Spanischen Erbfolgekrieg gemacht werden.




Je pensais que les dragons débarqués étaient importants car ils existaient près de La Crocetta au plus fort de la bataille. L'ensemble des « Dismounted French Dragoons in Skirmish » [2] de Strelets semblait idéal pour cette tâche, même si les figurines étaient en réalité réalisées pour la guerre de Succession d'Espagne.



Freitag, 5. April 2024

Historiker von nebenan/historians alongside: Daniel Klotz P 1

Hallo lieber Daniel,

ich habe mir überlegt, dass es für ein Interview mit Dir jetzt die richtige Zeit ist, da die Eindrücke der Veranstaltung noch recht frisch sind. Du darfst unser Gespräch auch gerne als Werbung für Dein Regiment Wolf nutzen.
 
Ich habe es ja bei Deinem Vortrag zu Einquartierungen in Wackershofen am Ostersonntag [1] schon gehört, aber willst Du kurz vorstellen, was Du im Hobby machst und ob das mit dem Beruf zu tun hat?
 

Daniel Klotz: Hallo André,

 

Ja sehr gerne! Ich denke da bekommen wir einige interessante Inhalte zusammen für das Interview.

 

Ich betreibe Reenactment im „Kurbairischen Dragonerregiment Johann Wolf e. V.“. Wir sind über 50 Mitglieder aus ganz Deutschland und Österreich und stellen militärisches und ziviles Leben in der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges dar. In der Darstellung des Regiments bin ich als Unteroffizier tätig. Zudem bin ich der Verantwortliche für Ausrüstung und Bekleidung unseres Regiments. Ich kümmere mich also um alle Belange in diese Richtung und helfe unseren Mitgliedern beim Herstellen und Beschaffen und halte auch regelmäßig Workshops zum Thema ab. Im richtigen Leben bin ich eigentlich Forschungsingenieur für Medizintechnik. Ich habe beruflich also nichts mit Geschichte zu tun, wobei mir die wissenschaftliche Arbeitsweise meines Berufs auch sehr im Geschichtshobby hilft. Vor allem bei der Forschung zu unserer Regimentsgeschichte ist diese sehr hilfreich.

 

Wir sind zusammen auf der Landlebenveranstaltung 2022. - We are here together on one of the Landleben-events in 2022. (photo: Stefan Winter, 2022)



André Hanselmann: Hello dear Daniel,


I thought that now is the right time for an interview with you, as the impressions of the event are still quite fresh. You are also welcome to use our conversation as advertising for your Regiment Wolf.


I already heard it during your lecture on quartering in Wackershofen on Easter Sunday [1], but would you like to briefly introduce what you do as a hobby and whether it has anything to do with your job?


Daniel Klotz: Hello André,


Yes very much! I think we'll get some interesting content together for the interview.


I do reenactment in the “Kurbairisches Dragonerregiment Johann Wolf e. V.”. We have over 50 members from all over Germany and Austria and represent military and civilian life in the second half of the Thirty Years' War. I work as a non-commissioned officer in the representation of the regiment. I am also responsible for our regiment's equipment and clothing. So I take care of all matters in this direction and help our members with production and procurement and also hold regular workshops on the topic. In real life I'm actually a research engineer for medical technology. So my job has nothing to do with history, although the scientific approach of my job also helps me a lot in my history hobby. This is particularly helpful when researching our regimental history.


Bei dem Vortrag zu Einquartierungen im Freilandmuseum Wackershofen am 31.03.24. - At the lecture about quartering in the open air museum Wackershofen on March 31 2024. (photo: Marie Schlosser)





André Hanselmann: Ich glaube, wir haben uns durch die Talk aus der Wachtstube-Sendungen kennen gelernt [2] [3] [4]. Ich habe Dich da gesehen und dachte gleich, da gibt es ja jemanden, der recherchiert genauso intensiv wie ich. Dadurch ist es ja auch zu unserer gemeinsamen zweiteiligen Sendung gekommen [5] [6]. Hat Dich die Vorbereitung auf diese Formate auch etwas motiviert noch mehr nachzuforschen? Erzähl mal bitte wie auch ein bisschen Dein Eindruck dabei war!


Daniel Klotz: Zum Thema militärische und zivile Bekleidung und Ausrüstung recherchiere ich schon seit einiger Zeit recht intensiv. Das hängt auch damit zusammen, dass wir einen großen Teil unserer Bekleidung und Ausrüstung selbst herstellen. Da ist es einfach notwendig, viel zu recherchieren und die Ergebnisse unseren Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Für unsere zweiteilige Sendung über das Verhältnis von Soldaten und Landbevölkerung bei Talk aus der Wachstube habe ich mich noch einmal extra vorbereitet. Dazu kannte ich bis dahin nur die Schilderungen in der bekannteren Literatur, wie z.B. das Tagebuch des Peter Hagendorf oder die Chronik des Andechser Abtes Maurus Frisenegger, die einen guten Einstieg in das Thema bieten. Erst bei meinen Recherchen wurde mir bewusst, wie gut das Thema eigentlich publiziert ist. Neben weiteren zeitgenössischen Chroniken gibt es auch viele Fachartikel und einige Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen. Seitdem fasziniert mich das Thema sehr, ich recherchiere regelmäßig und kann sagen, dass ich durch unsere Sendungen und die damit verbundenen Recherchen sehr viel gelernt habe. Die Recherche zu unseren Sendungen hat mir sehr viel Spaß gemacht und wieder einmal gezeigt, wie vielfältig unser Hobby ist. Besonders spannend finde ich bei der Recherche immer wieder, wie schnell man von einer Quelle zur nächsten springt, sich vertieft, hier und da noch eine Info findet und plötzlich sind mehrere Stunden vergangen.

 

Daniel als früher Dragoner im Jahre 1624 vor dem ältesten Gebäude im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen. - Daniel as early dragoon in the year 1624 in front of the oldest building of the open air museum Wackershofen. (photo: Stefan Winter 2024)

 


André Hanselmann: I think we got to know each other through the Talk from the Wachtstube shows [2] [3] [4]. I saw you there and immediately thought, there is someone who researches as intensively as I do. This is how our joint two-part program came about [5] [6]. Did the preparation for these formats motivate you to do more research? Please tell me a bit about your impression of it!


Daniel Klotz: I have been researching the topic of military and civilian clothing and equipment quite intensively for some time. This is also due to the fact that we produce a large part of our clothing and equipment ourselves. It is simply necessary to do a lot of research and make the results available to our members. I made special preparations for our two-part show about the relationship between soldiers and the rural population on "Talk aus der Wachstube". Until then, I only knew the descriptions in the better-known literature, such as the diary of Peter Hagendorf or the chronicle of the Andechs abbot Maurus Frisenegger, which offer a good introduction to the topic. It was only during my research that I realized how well published the topic actually is. In addition to other contemporary chronicles, there are also many specialist articles and some books that deal with the topic. Since then, I have been very fascinated by the topic, I research it regularly and can say that I have learned a lot through our shows and the associated research. I really enjoyed researching our shows and once again showed how diverse our hobby is. What I always find particularly exciting when researching is how quickly you jump from one source to the next, delve deeper, find information here and there and suddenly several hours have passed.




André Hanselmann: Apropos Recherche. Ähnlich wie ich und Cecilia mit unserem Blog versuchst Du mit der Homepage Deiner Gruppe Dragonerregiment Wolf Wissen unter die Leute zu bringen [7]. Ich habe den Eindruck durch unsere Homepage meiner eigenen Militärgruppe [8], dass viel Wissen an einem Ort auch Außenstehende, die erstmal nichts mit unserem Hobby zu tun haben, in das Hobby lockt. Da wäre bei meiner anderen Zeitstellung der Napoleoniker, der durch Veranstaltungsberichte und Topinhalte (meistens von Oliver Schmidt [9] zusammengetragen) bei euch wahrscheinlich der Interessierte am Dreißigjährigen Krieg. Was meinst Du? Führt Information zu verteilen auch dazu, dass wir Leute für unser Hobby heiß machen? Wie sind Deine Erfahrungen auch etwa durch unsere Talkrunden?


Daniel Klotz: Auf jeden Fall! Wir erhalten regelmäßig tolle Rückmeldungen zu unserer Website von verschiedensten Personengruppen. Vor allem Lehrer, Studierende und Geschichtsvereine schauen regelmäßig auf unsere Website und nutzen die angebotenen Informationen. Oft wissen Hobbyfremde gar nicht, dass es eine Szene und Veranstaltungen zu unserer Epoche gibt. Wir haben auch schon einige Male erlebt, dass Leute sich das live anschauen wollten und zu einer Veranstaltung kamen. Aber auch innerhalb der Szene hören wir immer wieder, dass die Informationen auf unserer Website genutzt werden. Besonders beliebt ist immer unser „Zeughaus“, in dem wir selbstangefertigte Kleidung und Ausrüstung zeigen. Es freut uns auf jeden Fall sehr, wenn die Arbeit, die wir uns machen, gesehen wird und auch anderen helfen kann. Beim Talk aus der Wachstube ist es ganz ähnlich. Ich glaube, die Sendungen haben vielen Leuten gezeigt, wie interessant unsere Epoche sein kann und dass der Einstieg in unser Hobby bzw. unsere Epoche gar nicht so schwer ist. Wir selbst im Regiment haben durch die Sendungen sogar einige neue Mitglieder gewinnen können. Wir bekommen bis heute weiterhin Nachrichten von Personen, die unsere Sendungen gesehen haben und eine Frage haben, interessiert sind oder sogar mit dem Hobby beginnen wollen. 


André Hanselmann: Speaking of research. Similar to me and Cecilia with our blog, you are trying to bring knowledge to the people with the homepage of your group Dragoon Regiment Wolf [7]. I get the impression from my own military group's homepage [8] that a lot of knowledge in one place also attracts outsiders who initially have nothing to do with our hobby into the hobby. In my other time period there would be the Napoleonic, who is probably the person interested in the Thirty Years' War through event reports and top content (mostly compiled by Oliver Schmidt [9]). What do you think? Does distributing information also lead to us attracting people to our hobby? What are your experiences with our talk groups?


Daniel Klotz: Absolutely! We regularly receive great feedback about our website from a wide range of people. Teachers, students and historical societies in particular regularly check our website and use the information it offers. Often people outside the hobby don't even know that there is a scene and events related to our era. We've also experienced a few times where people wanted to see it live and came to an event. But we also hear again and again within the scene that the information on our website is being used. Our “armoury store”, where we show self-made clothing and equipment, is always particularly popular. We are definitely very happy when the work we do is seen and can help others. It's very similar with talk from the guardroom. I think the shows showed a lot of people how interesting our era can be and that getting into our hobby or our era isn't that difficult. We ourselves in the regiment were even able to gain some new members through the broadcasts. To this day, we continue to receive messages from people who have seen our shows and have a question, are interested or even want to start the hobby.

 

Als Sergeant mit Hellebarde auf einer Schlachtveranstaltung. Man beachte hier die roten Feldzeichen. -  As a sergeant with a halberd on a battle event. Please note the red field signs. (photo: Rudi Ziijlstra)