Dienstag, 15. Dezember 2020

Jahresausklang / End of the year

Das Jahr neigt sich dem Ende und ich will mit unseren Lesern zurück- und vorausschauen. 2020 sind alle von uns organisierten Veranstaltungen ausgefallen. Auch die Recherche in Schwäbisch Hall selbst blieb dabei auf der Strecke. Stattdessen konnten wir uns stärker unserem Blog widmen. Dadurch haben wir etwa zwei Einträge pro Monat geschafft. Wir haben 2 neue Serien begonnen zu Interviews mit Historikern und zum Thema Schanzen. Besonders viel gelesen wurden unsere Beiträge zum Gefecht bei Grimbergen 1745 und unser Bericht der Wanderung durch das frühere Territorium der Reichsstadt Hall , die wir im August unternommen haben. Letzteres freut mich natürlich besonders, da das ja unmittelbar zum ursprünglichen Hintergrund unseres Blogs passt.

The year is drawing to a close and I want to look back and ahead with our readers. In 2020 all events we organized were canceled. The research in Schwäbisch Hall itself also fell by the wayside. Instead, we could devote more time to our blog. As a result, we managed about two entries per month. We have started 2 new series on interviews with historians and on redoubts. Our contributions to the battle at Grimbergen in 1745 and our report of the hike through the former territory of the imperial city of Hall, which we undertook in August, were read particularly well. Of course, I'm particularly happy about the latter, as it fits in with the original background of our blog.

 

Auf Festung Königsstein. - On the Königsstein fortress in Saxonia.

Wir haben selber situationsbedingt nur kaum Pläne für Veranstaltungen im nächsten Jahr. Auf jeden Fall werden wir euch weiterhin auf unserer Reise über die Kriegsschauplätze mit den 275-Jahres-Turnus teilhaben lassen. Die Schlachten von Piacenza und Rocoux werden von daher nächstes Jahr Höhepunkte darstellen und wir haben eine Menge Aufwand in die Recherche investiert. Für Rocoux gab es sogar schon ein Testspiel. Das Thema Dienstbotendarstellung liegt leider wegen der derzeitigen Lage immernoch auf Eis. Weitere zivile Themen wären auch Aspekte wie Kleidung der Bauernschaft. Eigentlich bräuchte der Schultheiß Gunkel eine lederne Hose, da diese praktisch obligatorisch für hällische Bauern war. Außerdem wirft das Ende der Mainhardter Bande ihre Schatten voraus. Das ist auf jeden Fall ein Thema wozu wir das uns vorliegende Material nochmal sichten und ergänzen werden. Die dieses Jahr angefangenen Serien werden fortgesetzt. Auch zu Festungswerken werden wir nochmal den einen oder anderen Abstecher machen. Ich möchte hiermit nicht nur unseren treuen Lesern danken, sondern auch insbesondere denjenigen, die in letzter Zeit Kommentare hinterlassen haben, die einfach unheimlich motivierend gewesen sind. 

 

Ein Blick auf das Schlachtfeld von Rocoux von unserem ersten Testspiel. - A view on the battlefield of Rocoux from our first test game.


Depending on the situation, we ourselves hardly have any plans for events in the next year. In any case, we will continue to let you take part in our journey through the theaters of war with the 275-year cycle. The battles of Piacenza and Rocoux will therefore be highlights next year and we have invested a lot of effort in research. There was even a test match for Rocoux. The subject of servants is unfortunately still on hold due to the current situation. Other civilian projects would also include aspects such as the clothing of the peasantry. The mayor Gunkel would actually need leather trousers, as these were practically compulsory for Halle farmers. In addition, the end of the Mainhardt gang casts its shadow. In any case, this is a topic for which we will review and supplement the material available to us. The series started this year will be continued. We will also make one or two side trips to fortress works. I don't just want to thank our loyal readers, but especially those who have recently left comments that have been incredibly motivating.

 

Ein liebes Geschenk von einer Freundin: Sprüngerli nach Originalmodeln. Am letzten Wochenende gab es eine kleine Soirée bei uns daheim (3 Personen!) mit Tanz, Kartenspiel und Speisen nach Rezepten aus dem 18. Jh.. - A very lovely gift by a friend: Sprüngerli with original models. Last weekend we had a very small soirée at home (3 persons only) with dancing, playing cards and delicious meals using cooking recipes from the 18th century.

 

Text: André Hanselmann

Fotos: André & Cecilia Hanselmann


[1] https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/08/the-combat-at-grimbergen-on-august-23rd.html

[2]https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/09/auf-den-spuren-der-rauber-on-traces-of_21.html

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Die Franzosenschanze in Freiburg - The French redoubt at Freiburg

Ein hübsches hölzernes Schild am Husarenwegle aber ... / A nice wooden sign at the Husarenwegle (Hussars track) but...

 
... keine Husaren weit und breit. - no hussars here and there!

 
Es gibt viele Orte an denen die Belagerung von Freiburg von 1744 heute noch sichtlich ist. Manch ein Name wie etwa der vom Husarenwegle am Roßkopf scheinen daran zu erinnern. Bereits in meiner Reihe über die Belagerung von Freiburg habe ich von der Franzosenschanze berichtet[1], die oberhalb vom Waldsee südlich vom Stadtteil Freiburg-Wiehre an den Hängen gelegen ist, die bis zum Kybfelsen hinauf führen. Man kann diese Schanze recht bequem sowohl vom Waldsee als auch von der Sternwaldwiese oder gar aus Richtung Günterstal kommend erreichen. Diese Schanze passt von daher aber auch prima in meine Reihe über Schanzen, da sie sich einfach recht gut untersuchen lässt und ich ohne größeren Aufwand dorthin zurückkehren kann. Die Schanze taucht sogar in Kartenwerken der Belagerung von Freiburg auf, wobei sie offenbar unterschiedlich dargestellt wird. Auf einem Plan mit dem Titel „Plan qui représent les premiers établissement des attaques de la ville de Fribourg“[2], der sich heute in Vincennes befindet, wird generell nur eine Schanze auf dieser Seite des Dreisamtals gezeigt . Dabei findet man auf dem Plan „Fribourg in Brisgau“ von Fr. Jos. Weis von 1769 [3] immerhin 2 Schanzen am „Bronberg“ (eigentlich Bromberg), die hier als „Kay: alte Linie“ (also Kaiserliche alte Linie) bezeichnet sind . Zwei Pläne zeigen zwei recht unterschiedliche Schanzen von denen aber immerhin eine zu unserer Franzosenschanze passen will, nämlich der Plan „Freyburg nebst der anno 1744, den 22ten Octobris angefangenen und durch Übergab dieser Vöstung den 6ten Novembris geendigten Belagerung“ (eigenwillige Datierung!) von A. Ehrenberg [4] heute im Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt und dem Plan von Weis und Perrier „Plan de Fribourg et des attaques par l’armée du Roi …“, der 1744 in Straßburg erschienen ist[5]. Zwei sehr ähnliche rechteckige Schanzen werden neben anderen Kartenwerken auch auf dem „Plan von der Vestung und denen daran gelegenen Berg Schlösser Freyburg sampt der Attaque, welche 1744 angefangen“ gezeigt [6], der sich heute in der Kunsthalle Karlsruhe befindet. Egal aber in welchen Plänen und ob sie sich heute in Vincennes, Freiburg oder anderswo befinden, verdeutlichen alle, dass die Schanzen am Kybfelsen beziehungsweise Bromberg in einem größeren Netz von Anlagen der Belagerer rund um die Freiburger Festung eingebunden war. Eine der größten solcher Schanzen befand sich wohl am Hirzberg auf der östlichen Seite des Bergrückens, der sich bis zum Schlossberg erstreckt. Von dort aus sollten Ausfälle oder eine Kommunikation mit Österreich unterbunden werden. Eine lange Linie von Erdwerken wurde auch zur Sperrung des Dreisamtals angelegt um etwa Entsatzversuche zu verhindern. 
 
Das ist der Ort wo man die Schilder mit der Franzosenschanze West und Ost findet. - That's the place where you can find the signs of the Western and Eastern French redoubt.

 
 
Die beiden erwähnten Schilder. Die Franzosenschanze, die ich meine, ist ein Stückchen entfernt. - The two signs which I mentioned. The real French redoubt is some steps away.
 

 
There are many places in Freiburg where you can see something of the siege of Freiburg in 1744. Some names such as the „Husarenwegle“ (Hussar’s path) seem to let us remember the siege. I have already told about the „Franzosenschanze“ in my series about the siege of Freiburg. The redoubt is situated above the Waldsee in the South of the quarter Freiburg-Wiehre at the hillsides which are leading up to the Kybfelsen („Kyb-rocks“). You can reach the redoubt relatively easy coming from the Waldsee or the Sternwaldwiese or even from Günterstal. This redoubt fits especially well into this series because it is very easily for me to be studied without a great effort and I may come back to the place frequently. The redoubt is to be found even on maps from the siege of Freiburg although it is depicted very differently. On a map „Plan qui représent les premiers établissement des attaques de la ville de Fribourg“ which is in Vincennes today only one redoubt is to be found on that side of the Dreisam valley. However there are two different redoubts at the „Bronberg“ on a map „Fribourg in Brisgau“ by Fr. Jos. Weis from 1769 which are labeled as „Kay: alte Linie“ (imperial old line). Two maps represent two completely different redoubts of whom one is at least looking like the today still existing „French redoubt“ – these are the maps: „Freyburg nebst der anno 1744, den 22ten Octobris angefangenen und durch Übergab dieser Vöstung den 6ten Novembris geendigten Belagerung“ („Freiburg with the siege from the year 1744 which started on October 22nd and ended with the surrender of this fortress on November 6th“ – obviously these dates are wrong!) by A. Ehrenberg and „Plan de Fribourg et des attaques par l’armée du Roi …“ by Weis and Perrier which was published at Strasbourg in 1744. Two very similar rectangular redoubts are represented on some maps for example the „Plan von der Vestung und denen daran gelegenen Berg Schlösser Freyburg sampt der Attaque, welche 1744 angefangen“ („plan of the fortress and the attached mountain castles of Freiburg together with the attack which was started in 1744“) which today is in the Kunsthalle Karlsruhe. Regardless which plan we use it is obvious that the redoubts at the Bromberg or the Kybfelsen area were connected into a network of buildings by the besiegers encircling the fortress of Freiburg. One of the largest of these redoubts was situated at the Hirzberg, which is part of the ridges which are leading up to the Schlossberg itself. From there sorties and communication with Austria could be prevented. A long line of entrenchements were built in the Dreisam valley to block the valley and stop the Austrians to send relief forces. 
 
Der Eingang zur Schanze 2020. - The entry of the redoubt in 2020.

 
Der Graben hat noch immer eine beachtliche Tiefe (trotz der Mountainbike-Strecke). - The ditch still has a significant depth.

Skizze der Schanze von André Hanselmann. - Sketch of the redoubt by André Hanselmann.

 

Donnerstag, 19. November 2020

Die Schwedenschanze am Herzogenhorn / The Swedish schanze at the Herzogenhorn


Eine neue Reihe – a new series
 
 
Ja, es gibt wieder eine neue Serie nach der zu Freiburg und der keineswegs abgeschlossenen zu Historikern und Hobbyhistorikern aus meinem persönlichen Umkreis. Wie ich darauf kam? Das war an einem regnerischen Tag im Schwarzwald. Ich hatte natürlich keine Kamera dabei und dachte mir, das sieht doch wie eine Schanze aus. Ja, und das Wanderschild zeigte auch den Schriftzug „Schwedenschanze“. So kam ich darauf eine Reihe zu diversen Schanzen zu machen, denen ich begegne. Denn Schanzen erzählen unheimlich spannende Geschichten. Sie sind Zeugnisse ihrer Zeit und sind auch ein bisschen was, was in beide Lieblingsthemen von mir hinein reicht: Militärgeschichte abseits von Waterloo und irgendwie den rasant berühmten Schlachten oder reißerischen Formaten und zum anderen die Beeinflussung des Lebens der einfachen Bevölkerung durch die Obrigkeit z.B. in Form der Heranziehung zu Arbeiten an Straßen oder Befestigungsanlagen.

 
Der Eingang zur Schanze ist deutlich erkennbar. Leider hatte ich nicht mehr soviele Fotos im Film für mehr Bilder. Vielleicht komme ich ja nochmal vorbei (Abstimmung?). - The entry of the redoubt. Unfortunately I didn't had as many photos on my camera film for more pictures. Maybe I will revisit the place (you can vote for).

Yes there will be a new series after that about Freiburg[1] and the not finalized about historians and hobby historians from my personal circle[2]. How did I come up with it? It happened on a rainy day in the Black forest. Surprisingly I thought: that’s looking like a schanze. But I had my analogous camera with me which I used to make slide photos of our vacation trip in the Black forest.

Yes and the hiking sign showed the lettering “Schwedenschanze” (Swedish Schanze). Therefore I decided to make a series about different redoubts which I discover on my tours. That’s because redoubts are telling exciting stories. They are testimonies of their period. They are a little something which is reaching into my most favoured topics: “military history offside from Waterloo and other extremely famous battles or more sensational formats and the impact of the rulers on the rural life of the ordinary population in the way of for example the command to work on roads[3] or fortifications.

 



Wanderschild mit der Aufschrift "Schwedenschanze 1375 m". Daher kam ich überhaupt erst auf das Thema. - Hiking sign with the inscription "Swedish schanze 1375 m". It motivated me starting about the topic.

 

Beim zweiten Mal, als ich an die Schanze kam, war zwar das Wetter nicht besser, aber ich hatte meine Analogkamera dabei mit der ich Diabilder unseres Urlaubs im Schwarzwald gemacht habe. Leider lud der starke Wind und einsetzende Regen auch nicht gerade zum Verweilen ein. Wer ebenfalls die Schanze besuchen will und vielleicht mehr Muße hat sie zu erforschen, kriegt hier ein paar Infos. Man kommt zu dieser „Schwedenschanze“, wenn man beispielsweise aus Richtung Feldberg-Hebelhof auf den Herzogenhorn (1415 m) steigen will. Wenn man die Grafenmatt überquert senkt sich der Weg leicht und man kommt am Bundesleistungszentrum Herzogenhorn vorbei. Von dort aus steigt der Weg wieder an, um rechts bergauf zu steigen. An einem Waldsaum entlang gelangt man auf ein paar Wiesen. Von einer Kreuzung, wo der Weg entweder hinab nach Bernau oder aber links hinauf zum Gipfel des Herzogenhorns führt, trifft man auf den hier gezeigten Pfosten mit verschiedenen Wegweisern. Von leicht oberhalb der Kreuzung kann man die Form der Schanze recht gut erkennen.

 

The weather was not better at the second occasion when I came to the same schanze. But I had my analogous camera with me which I used to make slide photos of our vacation trip in the Black forest. Unfortunately the strong wind and the starting rain didn’t allow us to stay.

I will give you some information for those who want to visit the schanze themselves and which maybe have more ease to discover the building. You can go to the “Swedish schanze” for example if you are coming from Feldberg[4]-Hebelhof and you are climbing up to the Herzogenhorn (1415 m). You are passing the Bundesleistungszentrum Herzogenhorn after crossing the Grafenmatt on a path which is lowers slightly. From there the path is rising up again towards the right. You are arriving some meadows passing along a forest edge. Then you are reaching to a crossing, where you can take a path at the left leading up to the top of the Herzogenhorn and at the right leading down to Bernau, where you can meet the here presented pole with many different signs. You can make out the shape of the schanze very good if you are a little above the crossing.

 

Es handelt sich um eine recht einfache Schanze, deren Form gerade durch das Fehlen von einer Bewaldung sehr schön wahrnehmbar ist. Auf der Seite, die dem Herzogenhorngipfel zugewandt ist, befindet sich ein Zugang, da hier der die Schanze umgebende Graben aufgefüllt ist und  auch der Wall unterbrochen wurde. Die Spitze der Schanze weist auf den unterhalb liegenden Wald. Die Schanze wird in die Zeit des Türkenlouis (Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, 1655-1705) datiert, auch wenn es bereits im Dreißigjährigen Krieg am Herzogenhorn Befestigungen gegeben haben soll.

 
Skizze nach der Erinnerung. - Sketch following my memory. (Zeichnung: André Hanselmann)

It is a very simple redoubt. The design of the redoubt is especially easy to be aware of because it is not overgrown by a wood. The entry into the schanze is on the side which is facing top of the Herzogenhorn, because there it’s obvious that the surrounding moat is filled up with a dyke and the wall is interrupted. The tip of the schanze is facing towards a wood lying below. The redoubt was dated into the period of the “Türkenlouis”  (Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, 1655-1705) although it seems to be the case that there were fortifications on the Herzogenhorn during the Thirty years war.

 

Sonntag, 8. November 2020

Briten im Österreichischen Erbfolgekrieg / The British during the War of the Austrian Succession

Meine britisch-hannoveranische Armee - my British-Hanoverian army.

 

Baron von Bartenstein bemerkte: „… Heil und Rettung wurde lediglich von England erwartet, obgleich Robinson, als Gotter zum erstenmal hier eingetroffen, dessen Antrag, daß seinem König ein guter Teil Schlesiens gutwillig überlassen werden möchte, unterhand allen möglichen Vorschub gegeben, unter einstem als der König von Engelland selbsten, es sei als König oder qua Kurfürst, dem Grafen Ostein gemeldet, dem hiesigen Hof höchstens mißraten, dem mindesten Loch in die Pragmatische Sanktion aus der Ursach die Hände zu bieten, weilen man ansonsten alle Ansprecher zu ersättigen nicht erklecken dürfte und ein Opfer das andere nach sich ziehen dürfte.“[1]

 

Seine Majestät selbst erreicht die Parade. - His majesty himself is arriving on the parade.

 

 

The baron of Bartenstein [chief adviser of the young Maria Theresia during the 1740s] remarked: “Salvation and rescue was only expected by England. However Robinson secretly wanted to support Gotter, when he first arrived here in his proposal to give Silesia willingly to his king. But the king of England as a king or as the elector notified to count Ostein that he our court advise against [this proposal and] to help breaking a hole into the Pragmatic Sanction without any reason, because otherwise every requestors would not stop and one sacrifice would follow another.”

Hannoveranische Artillerie, Reiterei und Infanterie. Der Kommandeur der Reiterei folgt einem Porträt des Generals von Hammerstein. - Hanoverian artillery, cavalry and infantry. The commander of the cavalry is following a portray of general Hammerstein.
Die hannoveranische Kavallerie besteht bei mir aus den Regimentern Dachenhausen und den Leibreitern. - The Hanoverian cavalry is represented in my colection by the regiments Dachenhausen and the Leibreiter.

 

George II. stand also einer Preisgabe Schlesiens zumindest am Anfang des Österreichischen Erbfolgekrieges mehr als kritisch gegenüber. Die Frage ist, ob die nachfolgende Politik von Carteret und Newcastle nicht etwa einfach Georges Bedenken ignorierten, da beide Staatsmänner bereitwillig dazu die Hand reichten Schlesien für Österreich verloren zu geben[2]. Ein wenig scheinen die hohen Subsidienzahlungen von 1 Million Gulden an Sachsen im Vertrag von Warschau vom 8. Januar 1745 dazu im Gegensatz zu stehen[3]. Denn letztlich wurden die kursächsischen Truppen ja gegen niemand anderen als Preußen eingesetzt und das Ziel musste sein Friedrich II. mit ihrer Hilfe das geraubte Schlesien wieder zu entreißen. George II. hatte auch 1745 persönlich versucht den bayerischen Gesandten Graf Königsfeld dahin zu bringen einem Subsidienvertrag zuzustimmen, welcher erlaubt hätte, dass die von Großbritannien bezahlten bayrischen Truppen auch gegen Preußen eingesetzt werden konnten. Diese Regelung aber lehnte Kurfürst Max III. Joseph ab[4]. Das ganze persönlich vom König angeschobene Vorhaben zeigt aber wiederum gut Georges Verhältnis zum Preußen Friedrich II..

Überhaupt attestiert auch Michael McNally eine Rivalität zwischen Georg II. und Friedrich II.[5]. Die schlechte Meinung Friedrichs über seinen Onkel drückte der preußische König typisch rüpelhaft aus, etwa wenn er schrieb:

„Ich bin schwer gekränkt über die Nachrichten, die ich Ihnen schicke und die ich aus Hannover erhalten habe; Sie ersehen daraus, daß mein Onkel – der Teufel soll ihn holen – die Schlacht gegen die Franzosen gewonnen hat…“[6]

Ich will hier aber nicht zu weit ausholen. Bemerkenswert sind auf jeden Fall die Probleme, welche die englischen Politiker mit der Personalunion mit Kurhannover hatten. Natürlich geriet Georg II. teilweise in Interessenkonflikte.[7] Andererseits darf man aber auch nicht unterschätzen, dass Kurhannover ein bedeutendes Reservoire an militärischem Potenzial für die englische Monarchie bedeutete. Der Anteil der Hannoveraner an den britischen Kontingenten der pragmatischen Armee war sehr bedeutend, bei einigen Schlachten wie etwa Rocoux sogar maßgeblich. In dem Falle kam die Personalunion eindeutig dem größeren Herrschaftsbereich Georg II. zugute, da Kurhannover kein eigentliches Interesse an dem Krieg gegen Frankreich oder Karl VII. hatte[8].

Die britische Politik, die darauf abzielte die Dominanz der Bourbonen in den Niederlanden, Deutschland und Italien einzudämmen folgte gewissermaßen ähnlichen Tendenzen wie während dem Spanischen Erbfolgekrieg, wenn auch erzwungenermaßen in anders gestalteten Bündnisblöcken.

3 Bataillone hannoverianischer Infanterie. - 3 battalions of Hanoverian infantry.

 

Hannoveranische Truppen. Ich nutzte für die Bemalung v.a. die Bilder von David Morier. - Hanoverian troops. I used pictures by David Morier.

George II had at least at the beginning of the War of the Austrian Succession a very critical opinion about the surrender of Silesia. Question is if the politics of Carteret and Newcastle not just ignored George’s concerns as both statesmen wanted to willingly support the abandoning of Silesia by Austria. Although the very high British subsidies of 1 million florins according to the treaty of Warsaw on January 8th 1745 ultimately seem to be contradictive. That’s because the electorate-Saxon troops could be in no use apart from fighting the Prussians to help regaining Silesia from Frederick II.  George II in person had tried to persuade the Bavarian ambassador count Königsfeld in 1745 to agree to a treaty with him, that the Bavarian troops in British pay could be used against the Prussians as well. However the elector Max Joseph III rejected this agreement. The whole royal project shows George’s relationship to Frederick’s Prussia.

Michael McNally attested a rivalry of George II and Frederick II anyway. The bad opinion of the Prussian king about his uncle was formulated by him in a very typical loutish manner, when he wrote:

“I’m very much upset about the news which I got from Hanover and which I’m sending to you. You can see from it, that my uncle – the devil should get him – has won the battle against the French…”

I don’t want to write too much about this topic. The problems of English politicians with the personal union with the electorate of Hanover are remarkable. Naturally George II sometimes came into conflicts of his personal interests. On the other hand we should not underestimate the potential of the electorate of Hanover for the English monarchy as a reservoir of military power. The proportion of Hanoverians within the British contingent of the Pragmatic army was very important and in some battles like at Rocoux even essential. In this case the personal union obviously came to benefit the larger authority area of George II because the electorate of Hanover didn’t have a genuine interest in the war against France and Charles VII.

The British politics which was focused on the containment of Bourbon supremacy in the Low Countries, Germany and Italy followed similar tendencies like the politics during the war of the Spanish succession however in different blocks of alliances.

Im Vordergrund die 1st Foot guards. - In the foreground the 1st foot guards.

 

 

Die britische Linieninfanterie mit ein paar Geschützen. - The British regular infantry and some guns.

 

2 Treffen britische Infanterie. - 2 lines of British foot.

Der Anteil an britischen zu hannoveranischen Einheiten schwankte deutlich. Bei Dettingen waren 13 Bataillone und 32 Schwadrone hannoveranisch und 15 Bataillone und 29 Schwadrone britisch[9]. Bei Fontenoy waren es nur 5 Bataillone Hannoveraner nebst 20 Schwadrone bei 20 britischen Bataillonen und 26 Schwadronen[10]. Gegen Ende des Österreichischen Erbfolgekrieges war der Anteil der Hannoveraner selbst als wieder einige britische Truppen hinzu gestoßen waren sehr groß insbesondere bei der Kavallerie. So stellten die Hannoveraner bei Laeffeld 23 Eskadrone, während die Briten nur etwa die Hälfte mit 12 hatten - bei 16 bzw. 14 Bataillonen Infanterie[11]. Auffällig ist immer wieder der hohe Anteil an Kavallerie bei den Hannoveranern auch wenn er nie die Stärke wie bei den Bayern unter Seckendorff[12] erreicht.

Sir John Ligonier auf einemst Stich von 1747. Er war in allen großen Schlachten des Krieges mit britischer Beteiligung dabei. / Sir John Ligonier on a print from 1747. He served in all of the large battles of the war in which the British participated.

Die Qualität der hannoveranischen Truppen wird oftmals herausgehoben. Die besonders guten Pferde werden ebenso erwähnt wie von einem Zeitgenossen etwa 1743 im Zusammenhang mit der Schlacht bei Dettingen das „Feuer ... der Hannoverischen, welches Wunder wirkte“[13]. Auch die sehr gute Ausbildung der Hannoveraner wird gelegentlich selbst im Verhältnis zu der der Briten herausgehoben[14].

Links die Highlander. - The highlanders at the left.

 

Dennoch sind just die britischen Rotröcke das Schreckgespenst der Franzosen geworden. Die Wirkung ihres Salvenfeuers bei Fontenoy und die große Ordnung und Disziplin beim Abzug vom Schlachtfeld[15][16] haben gewiss zu der Einschätzung beigetragen, dass die britische Infanterie kaum schlagbar war für die französische.  

 

Sonntag, 11. Oktober 2020

Auf den Spuren der Räuber - on the traces of the thieves Part 2



Auf den Spuren der Räuber Wandern durch das Amt Rosengarten /

on the traces of the thieves walking through the Rosengarten district.

 
 
Wir haben in Bubenorbis im Landgasthof „Sonne“ übernachtet. Das alte württembergische Gasthaus liegt ein Stückweit Strecke weiter Richtung Hall ebenfalls an der Bundesstraße 14, die in dem Bereich von Bubenorbis auf der bedeutenden Straße (Königsstraße) liegt, die schon seit Jahrhunderten hier entlang führte. Bereits 1802 finden wir allerdings die Bezeichnung „Sonnenwirth“ in einer Umgeldrechnung der Reichsstadt[1]. Damals schenkte das Wirtshaus in Bubenorbis immerhin doppelt soviel wie das an der Roten Steige[2] aus. Das große ehemalige Zoll- und Wirtshaus zeichnet sich durch ein eindrucksvolles württembergisches Wappen über der Tür aus, welches auf die Zugehörigkeit des Gebäudes zum Herzogtum und auf die Rolle als Zollstation hindeutet. Einer der württembergischen Wirte im 16. Jh. ging als Böser Zöllner von Bubenorbis in die Geschichte ein[3].

Wir beschlossen von der historischen Straße abzuweichen und angesichts des Regens am Samstagmorgen lieber durch den Wald zu gehen. Also stiegen wir von der sogenannten Kalten Höhe herab bis in das von einem Bachlauf durchschnittene Tal, das uns an hoch aufragenden Felswänden entlang führte. Von einer Kreuzung aus sahen wir oberhalb von uns den Weiler Blindheim, der schon in der Karte von 1762 eingetragen ist. Der Wanderweg führte dann kurz vor dem Standort des früheren Michelfelder Landturms[4], an dessen Stelle heute ein Tierheim steht, auf die historische Königsstraße, welche die Rote Steige hinab führt.

 
Wir stehen an der schönen Tür des ehemaligen Gast- und Zollhauses. - We are standing in front of the former inn and customs house.

We spent the night in Bubenorbis at the country inn “Sonne”. The old Wurttemberg inn lies a block far down the road towards Schwäbisch Hall likewise at the B14, which covers the old important road (the king’s road) which was here for centuries. However we find the term “Sonnenwirth” in 1802 in taxation account of the imperial town[1]. At that time the inn could pour out more than double of the quantity of the Red steep track inn[2]. The large former customs house and inn distinguish itself by an impressive coat of arms stone situated above the door, which underlines the obedience to the duchy of Wurttemberg and the role as a customs house. One of the inn keepers from the 16th century was well known to be the “evil customs officer of Bubenorbis”[3]. 

We decided to leave the road and preferred to walk through the wood as it was raining on that Saturday morning. We descended from the so called Kalten Höhe (cold heights) in the valley which was cleaved by a stream on a path along steep rising rocks. Looking from a crossing upwards we saw the Blindheim hamlet which is depicted on the map from 1762 too. The trail is leading on the old Königsstraße shortly before the Landturm[4] and then down towards the red steep track. Today there is an animal shelter at the former place of the Landturm of Michelfeld.

 
Wir sind unterwegs auf dem Weg durch das liebliche Tal an dem Bächlein. - We are on the path through the lovely valley next to a small stream.

Die Gegend um den Landturm wurde bisweilen als Aufenthaltsort von Räubern angesehen. Tatsächlich eignet sich die Gegend durch die zerklüftete Topographie und einfach dadurch, dass sie schon damals bewaldet war natürlich sehr gut zum Verbergen vor der Obrigkeit. Ein direkter Zusammenhang des Räuberunwesens mit den Betreibern der Roten Steige ist aber Sibylle Frenz nicht aufgefallen[5] und auch ich habe in meiner Recherche über die letzten 10 Jahre nichts dazu finden können. Ein Graben in der Nähe unseres Weges könnte auf die beim Landturm verlaufende Heeg hinweisen wie sie bereits akribisch untersucht und kartiert worden ist[6].

 
Einer der spannenden Steine entlang dem Weg unweit dem Ort des früheren Landturms. - One of those exciting Stones next to the path not far away from the place where the Landturm stood.

From time to time the area around the Landturm was viewed as residence of robbers. The rugged and wooded topography indeed is suitable to hide from the authorities. Although an explicit connection of the owners of the red steep track inn to the robbery could not be discovered by Sibylle Frenz in her excellent publication[5]. I could not find such hints during my over 10 years of research in the local archives either. A ditch next to our path could be connected with the “Heeg” which was running up to the Landturm during our period and which was examined and mapped meticulously[6].

 
Wir rasten mitten in der Roten Steige zwischen "Landturm" und Roter Steige. - We have a break between the red steep track and the "Landturm".

Hier war es sehr spannend zu erleben, was denn diese Rote Steige über die ich schon so oft geschrieben habe, eigentlich ist. Die Steige ist heute von einer schmalen asphaltierten Straße überbaut, welche ab dem Standort des Landturms sehr steil abfällt. Durch die asphaltierte Straße konnte man leider nichts von der in den Schriftquellen auftauchenden Rotfärbung der Straßenoberfläche beim Steigengasthaus sehen. Der Nachfolgebau des heute im Freilandmuseum Wackershofen stehenden Steigengasthauses[7] wird nebst einigen Wirtschaftsgebäuden noch immer landwirtschaftlich genutzt, was auch sehr interessant war zu sehen. Unweit des Wohnhauses, welches ab der Mitte des 19.Jahrhunderts als Steigengasthaus fungierte, weideten einige Limpurger Rinder wie man sie auch im Freilandmuseum hält. Wir folgten der Beschilderung nach Michelfeld, obwohl ich eigentlich gern einen Abstecher nach Leoweiler und Molckenstein[8] gemacht hätte. Von der Roten Steige aus hat man einen herrlichen Blick auf den nördlichen Teil des früheren Amtes Rosengarten. Michelfeld ist ein offensichtlich wachsendes Dorf. Der Ortskern weist allerdings nach wie vor einige schöne historische Bauten auf. Die Dorfkirche mit ihrem mächtigen Kirchturm beherbergt die Grabsteine einiger bedeutender früherer Einwohner. So fanden wir dort den Grabstein des Pfarrers Carl Abrecht Glaser, der im 18. Jahrhundert in Michelfeld tätig war und das erstaunliche Alter von 118 Jahren erreichte.

 
Ein schöner Blick hin nach Leoweiler. Noch war es regnerisch. Im Hintergrund die Höhenkette Richtung Einkorn. - A nice view towards Leoweiler. It was still rainy. Note the heights of the Einkorn.

It was very exciting to learn on site what the steep track really is after reading and writing so much about it. The steep track today is overbuilt by a narrow asphalted road, which is steep sloping just from the former area of the Landturm. The asphalt makes it impossible to see something of the red colour of the former road surface near the steep track inn. The successor building of the old steep track inn[7] (today in the open air museum Wackershofen) along with some economic buildings is still in use agriculturally, which was very interesting to notice. Some Limpurg cattle grazed close to the building which was functioning as the red steep track inn since the mid-19th century, such as they are in the open air museum Wackershofen too. We followed the signposting to Michelfeld although I felt tempted to make an excursion to the hamlets of Leoweiler and Molckenstein[8]. You have a magnificent view from the red steep track on the Northern part of the former Rosengarten district. Today Michelfeld obviously is a growing village. Nevertheless the centre of the village still has some very nice historical buildings. The church of the village has an impressive tower and includes the grave stones of some important former inhabitants. We found the gravestone of the pastor Carl Albrecht Glaser which was active during the 18th century and reached the age of 118 years.

 
Der Grabstein von J.L.L. Glaser und seinem Vater Carl Albrecht Glaser, beide Pfarrer von Michelfeld. - The gravestone of J.L.L. Glaser and his father Carl Albrecht Glaser both pastors of Michelfeld.

Der Regen hatte aufgehört. Deswegen konnten wir südlich von Michelfeld auf einer leichten Anhöhe eine Vesperpause einlegen. Das Wirtshaus im Dorf hatte ohnehin ausgesehen als wäre es gerade geschlossen[9]. Es wäre interessant wie alt das Gasthaus ist und ob es sich um das Mitte des 18. Jahrhunderts in Comburger Hand befindliche Michelfelder Wirtshaus handelte[10]. Von einem erhöhten Punkt nahe Bibersfeld fiel es mir auf, weshalb 1749 just die Bibersfelder zur Roten Steige liefen, um einem Befehl des Rats nachzukommen und etwa den Wirtsleuten beizustehen[11]. Man hatte von dort aus einfach einen hervorragenden Blick auf die Rote Steige, während Michelfeld eher hinter der Anhöhe verschwindet bzw. nur der Kirchturm deutlich sichtbar ist.  

 

The rain subsided. Therefore we decided to make a break for a snack at a slight rise South from Michelfeld. The inn within the village has looked as it was closed anyway[9]. It would be interesting to learn how old the tavern is and if it is the same as the tavern in Michelfeld which existed during the 18th century and which was in the hands of Comburg[10]. It was very exciting to realize from the top of a higher point near Bibersfeld why maybe the inhabitants of Bibersfeld were running towards the red steep track in 1749 to obey to the order of the magistrate to support the owners of the inn[11]. It’s obvious that you have a very good view from there towards the red steep track while the village of Michelfeld lies behind a ridge and only the church’s tower is clearly visible.

 
Ein schönes Fachwerkhaus in Raibach. - A nice half-timbered house in Raibach.

Wir überquerten sodann auf Wirtschaftswegen die Felder und Wiesen bis wir nach Raibach kamen. Der Weiler hat noch eine beachtliche Anzahl alter Gebäude. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es etwa 10 Haushalte mit zahlreichen Hausgenossen[12]. Unser eigentliches nächstes Etappenziel war allerdings Tullau. Das etwas überraschende für mich war, dass der Ort erst von sehr nahem zu sehen ist, wenn man von Raibach her kommt. Das liegt daran, dass er westlich von einem Wäldchen begrenzt wird. Dieser entstand in Folge des Verschwindens des Weinbaus bei Tullau um die Mitte des 18. Jahrhunderts[13]. Der Weg fiel steil zum malerisch gelegenen Ort herab. Das Ortsbild wird zum einen vom Schloss Tullau und zum anderen von der Kirche geprägt. Das Schloss wechselte im 18. Jahrhundert mehrfach den Besitzer und war zeitweise im Besitz der bedeutenden Haller Patrizierfamilie Feyerabend. Im Ortskern angekommen fiel mir die Darstellung von Weinkanne und –glas an einer Hauswand ins Auge. Ich freute mich über das schöne Fachwerkgebäude und der Eigentümer, der es gerade anstrich, bestätigte dass es sich einmal um das Wirtshaus gehandelt habe. Wir kamen ins Gespräch und der freundliche Herr wusste viel über sein Haus und die Ortsgeschichte zu erzählen. Immerhin reicht die Geschichte des ehemaligen Wirtshauses bis zurück ins 16. Jahrhundert und sehr alte Teile des Hauses sind noch erstaunlich gut erhalten. Besonders faszinierte mich, dass man wieder die schönen Fenster wie wir sie aus dem Haus aus Zaisenhausen kennen[14] im ersten Obergeschoss einsetzte. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für die freundliche Bewirtung und die Vermittlung der spannenden Quelle von Gerd Schäfer (siehe Verweise!). Wir nahmen dann auch noch das Schloss in Augenschein, welches einen sehr gut erhaltenen Eindruck macht. Es ist heute in Privatbesitz. Die Kirche war zugänglich und bestach durch einen sehr beeindruckenden Innenraum. Sie liegt heute am Jakobsweg und man kann sich dort einen Stempel abholen.

 
Ein Blick aus der Ferne auf Tullau. - A view on Tullau from a distance.
Die Kanne und das Glas am alten Wirtshaus in der Kirchgasse. - The jug and the glass at the old inn in the Kirchgasse.
Ein näherer Blick auf einen Flügel des Schlosses von Tullau. Besonders die Höhe des Gebäudes fanden wir sehr beeindruckend. - A close view on a wing of the castle of Tullau. Especially the hight of the building is very impressive.

We crossed the fields and meadows on farm roads until we arrived in Raibach. The hamlet (although today more in the size of a village) has a remarkable number of old buildings. In the mid-18th century there were round about 10 households and a large proportion of residents (so called “Hausgenossen”)[12]. But Tullau was our next real goal. It was astonishing for me that the place is only visible if you are very close to it, if you are coming from Raibach. That’s the result of the fact that the place is confined by a small wood at the western edge of it. That wood emerged subsequently when the wine growing disappeared in Tullau at the middle of the 18th century[13]. The path is very steep sloping to the very picturesque situated location. The scape of the hamlet is very much shaped by the castle of Tullau and the church. The owners of the castle changed for several times during the 18th century and at times was in the possession of the important Feyerabend patrician family of Hall. I noticed the depiction of a wine glass and a wine jug at a house wall, when we arrived at the center of the place. I was very happy about a nice timber framed building. The owner who was just painting the wall confirmed that the house was the former tavern of the hamlet. We were talking in a very positive and enjoyable manner and he could tell a lot about the local history and especially the history of his house. The history of the former tavern leads at least back into the 16th century and some very old parts of the house are made in a very astonishing constitution. I was especially fascinated by the nice windows which were placed into the house as we know such windows from the house of Zaisenhausen[14]. Many thanks here for the friendly hospitality and the sending of the very exciting source by Gerd Schäfer (check the references below). We had a close look on the castle too, which made a very good preserved condition. Today it is in private property. The church was open and it was even more impressive by the interior. She lies on the way of St. James and you can get a stamp imprint there.
Zwei von uns am Eingang der Kirche von Tullau. - Two of us at the entry of the church of Tullau.
Ein Wandbild in der Kirche von Tullau. - A painting on a wall of the church of Tullau.
Typisch für Schwäbisch Hall die Wappen der Reichsstadt in der Kirche von Tullau. - It's typical for Schwäbisch Hall to find the coat of arms of the imperial town in the church of Tullau.
Der Altar in der Kirche von Tullau. - The altar in the church of Tullau.
 

Der Weg entlang dem Kocher war teilweise etwas schwierig, da man teils auf der schmalen Straße gehen musste.
Diese Straße existiert erst seit 1840. Im 18. Jahrhundert ist man, wenn man fahren wollte von Schwäbisch Hall über die Raibacher Steige gegangen. Die katholischen Comburger Untertanen hingegen konnten damals den Kocher durch eine Furt durchqueren und so auf einem Fußweg zum Beispiel zur Kirche nach Steinbach gehen[15].
Kurz vor Unterlimpurg wechselten wir die Kocherseite und gelangten durch den Unterlimpurger Vorstadt zurück nach Schwäbisch Hall zum Gasthof „Zum Goldenen Adler“ am Markt.

 

The way along the Kocher River was very difficult in some sections as we partly had to walk on the narrow road.
That road exists since 1840. During the 18th century travellers with coaches or carts had to use the Raibach steep track. The catholic subjects of Comburg however could cross the Kocher river through a ford and walk on a foot path for example to got to the church of Steinbach[15].
We changed the side of the Kocher shortly before Unterlimpurg and passed through the Unterlimpurg suburb before arriving in the hotel “Zum Goldenen Adler” (the golden eagle) at the market place.

 
Zurück in Schwäbisch Hall. Ein Blick über den Kocher zur Johanniterkirche links und im Hintergrund rechts das Weilertor. - Back in Schwäbisch Hall. A view over the Kocher river towards the Johanniterkirche and in the background the Weilertor (hamlet's gate).

Generell waren diese zwei Tage sehr interessant. Wir haben festgestellt, dass die Beschilderung in den Wäldern etwas besser sein könnte und insbesondere, wo man auf keine Ortskundigen trifft seine Schwierigkeiten hat von einem Ort zum anderen zu gelangen, wenn man vor allem vermeiden will an einer Straße entlang zu laufen. Die Strapazen an einem heißen Sommertag von Wackershofen nach Bubenorbis zu laufen, habe ich vielleicht ein bisschen unterschätzt. Der Rückweg verlief deutlich entspannter. Sehr danken möchte ich meinen beiden Mitstreitern wie auch den freundlichen Leuten, denen wir unterwegs begegnen durften wie insbesondere im Lemberghaus (Haus der Naturfreunde), am Sportplatz von Michelfeld und im ehemaligen Wirtshaus von Tullau.

Leider habe ich von dem darauf folgenden Tag an dem wir noch zum Einkorn gewandert sind keine Bilder[16]. Vielleicht dennoch ein andermal mehr über den Einkorn und das Stift Comburg.

 

Both days were very interesting in general. We remarked that the signposting in the woods could be a bit better. It was especially difficult to walk from one village to another if we could not meet locals and when we wanted to avoid walking on the car roads. Maybe I underestimated the hardships to walk from Wackershofen to Bubenorbis on a very hot summer’s day. The way back was a lot more relaxed.

I want to thank very much both of my comrades as much as all the friendly people we could meet during our trip especially in the Lemberghaus (house of the friends of the nature) and at the sports ground of Michelfeld and finally at the former tavern of Tullau.

Unfortunately I didn’t made photos on the following day, when we walked to the Einkorn[15]. Perhaps I will report about this place and the “Stift Comburg” on another occasion.

 

Bitte beachtet unseren Aufruf zur Hilfe für das Freilandmuseum Wackershofen: https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/04/wie-geht-es-weiter-mit-dem-blog-how.html

 

Please notice our call for help for the open air museum Wackershofen:


 

Fotos: Dandy Kuschel und André Hanselmann

Text: André Hanselmann




[1] Umgeldrechnung auf dem Land 1801/02, Stadtarchiv Schwäbisch Hall, Sig. 4/1535 S. 9 f
[2] Ebenda S. 9
[3] G. Dürr: „Der böse Zöllner und die Metzger von Hall“ Haalquell Nr. 14, Nr. 15, Nr. 16
[4] Der Landturm gehört zur Grenzbefestigung der Landheeg. Es gab nur wenige Landtürme von denen nur der von Hörlebach erhalten geblieben ist. / The Landturm (country’s tower) belonged to the border fortification. There were only a few of Land-towers of whom only the tower at Hörlebach is still existing today.
[5] Sibylle Frenz: “War das Steigengasthaus ein Räubernest?”  in „ Mitteilungshefte des Vereins Hohenloher Freilandmuseum“ Bd. 16, Freilandmuseum Wackershofen, Schwäbisch Hall, 1995
[6] Mattern & Wolf S. 69-75
[7] Siehe das Bild hier: https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/06/hochbau-im-18-jahrhundert-building.html
[8] Das Thema war bei uns schon die Ernte der Molckensteiner Wiese. Vergleiche / The work on the Molckenstein meadow once was a topic of our event. look into: https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2015/11/anno-domini-1763-endlich-frieden-23-25.html#more
[9] Der Landgasthof „Adler“ in Michelfeld hat laut Südwestpresse seit Juni 2020 geschlossen. / The „Adler“ country inn at Michelfeld is closed since June 2020 according to the Southwestern Press. Quelle/Source: Maya Peters: „Adler und Alte Küferei – Gastronomen-Brüder hören auf“ swp 1. Juni 2020
[10] Michelfeld hatte nur ein Wirtshaus, wenn man der Sicht des Haller Rates im Prozess mit Würzburg folgt, welche das Steigengasthaus an der Roten Steige als außerhalb Michelfeld gelegen bezeichnete.
[11] André Hanselmann: „Landfriedensbruch an der Roten Steige?“ Kleine Schriften aus dem Hohenloher Freilandmuseum Nr. 21, 2014
[12] Amtsrechnung Amt Rosengarten 1759, Stadtarchiv Schwäbisch Hall
[13] Gerd Schäfer: „Weinbau, Keltern und Gasthaus in Tullau“ Dokumentationsbeiträge zur Tullauer Ortsgeschichte, Band 1, 1996, S. 11-15
[14] Schaut mal hier z.B. auf die Fensterreihe von innen. / Just look here on the row of windows from inside: https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2019/04/landleben-1619-teil-3-part-3.html
[15] Gerd Schäfer, S. 26
[16] Ich hatte keine Speicherkarte in der Kamera. ;-) / I forgot the memory Card of my camera.