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Freitag, 5. Juni 2026

Krieg und Durchzüge 1746 - war and armies on the road in 1746

Wir stellen ja dieses Jahr in Wackershofen sowohl die Gegend um Hall während des 30-jährigen Krieges als auch während des Österreichischen Erbfolgekrieges dar. Ähnlich wie 1626 waren auch 1746 der Austragungsort größerer Kampfhandlungen [1] oder kleinerer Gefechte [2][3] in der Gegend [4] in eine andere Region weiter gewandert. Dennoch erlebte man die Spuren des Krieges durch teils massive Truppendurchzüge. So findet sich ein österreichischer Offizier namens Auge, der mit seinen Truppen auf den iltalienischen Kriegsschauplatz wechselte und in dem Zuge im August 1746 durch Hall kam [5]. Leider weiß ich nicht, ob sie noch irgendeinen Einfluss auf die militärischen Ereignisse nach der Schlacht bei Rottofredo [6] hatten.

This year in Wackershofen, we are depicting the area around Hall during both the Thirty Years' War and the War of the Austrian Succession. Similar to 1626, in 1746 the focus of major battles [1] or minor skirmishes [2][3] in the area [4] had shifted to another region. Nevertheless, the effects of the war were still evident through the sometimes massive troop movements. For example, there is an Austrian officer named Auge, who moved with his troops to the Italian theater of war and passed through Hall in August 1746 [5]. Unfortunately, I don't know if they had any further influence on the military events after the Battle of Rottofredo [6].

 

Österreichischer Husar Anno Domini 1743. - An Austrian hussar on our Anno Domini 1743 event. (Foto: J. Krämer)


Anders als 120 Jahre zuvor finden wir allerdings keine Plünderungen oder Entwendung von Tieren in großem Maßstab, auch wenn wir es in kleinem Maßstab noch im Zusammenhang mit dem Gefecht bei Übrigshausen kennen, wo ein Bauer dazu kam, weil er seinem ihm entzogenen Pferd gefolgt war und dadurch in die Probleme der Landleute mit den Österreichern verwickelt wurde. Es wurden nicht nur Vorspanntiere oder Schlachttiere nicht entführt, sondern auch bei den durchmarschierenden Truppen und ihren Kommandeuren darauf geachtet selbst kleinere Rechnungen zu begleichen, selbst wenn jemand wie die "Amtmännin Wiblin" vom Magistrat für die Unterbringung eines Stabes eine größere Summe forderte und immerhin 40 Gulden erhielt [7]. 

Unlike 120 years earlier, we find no large-scale looting or theft of animals, although we do know of a small-scale instance in connection with the skirmish at Übrigshausen, where a farmer became involved because he had followed his stolen horse and thus became entangled in the problems of the local people with the Austrians. Not only were draft animals or animals destined for slaughter not stolen, but the passing troops and their commanders were also careful to settle even small bills, even when someone like the "village head Wiblin" demanded a larger sum from the magistrate for the accommodation of a staff and received a mere 40 guilders [7].

Bayerischer Offizier vom Leibregiment. - A Bavarian officer from the Leibregiment. (Foto: A. Jäger)


Dienstag, 27. Juni 2023

Dettingen 27.6.1743

Diese Schlacht hat mich lange beschäftigt, da es für mich auch garnicht so einfach war eine richtige Karte zu erstellen bis ich auf Michael McNallys Buch gestoßen bin nachdem es von Osprey veröffentlicht wurde [1]. Das klingt jetzt erstmal rein gestolpert in das Thema. Es ist aber auch nicht so einfach über die Schlacht bei Dettingen zu sprechen ohne hunderte von Seiten zu füllen. Denn diese Schlacht hält soviele Anekdoten, strategische wie taktische Details bereit, dass es mich ohnehin überrascht, dass es dazu nicht einen dicken Folianten gibt, welcher das alles behandelt. Wie auch McNally habe ich mich vorrangig auf das Standardwerk zum Österreichischen Erbfolgekrieg durch das k.u.k. Kriegsarchiv gestützt, welches ich ja auch bei meiner Beschäftigung mit anderen Schlachten dieses Konflikts herangezogen habe [2]. Zur Vorgeschichte der Schlacht zählt zweifellos der desaströse Feldzug der Franzosen im Nachgang der Räumung Böhmens. Dazu haben wir aber auch schon viel hier auf dem Blog geschrieben [3]. Mit dem Eintreffen des Königs George II. (1683-1760) am 8. Juni 1743 bei der Pragmatischen Armee bekamen die Operationen am Main allerdings eine ganz neue Dimension [4]. 

Die Anfangsaufstellung beider Armeen. Wir waren 4 Spieler. Ich übernahm Gramont und Harcourt. - The initial positions of both armies. We were 4 players. I took over the role of Gramont and Harcourt. (photo: André Hanselmann, 2023)

 

This battle kept me busy for a long time, as it wasn't that easy for me to create a real map either, until I came across Michael McNally's book after it was published by Osprey [1]. That sounds like you just stumbled into the topic. But it's also not that easy to talk about the Battle of Dettingen without filling hundreds of pages. Because this battle has so many anecdotes, strategic and tactical details in store that I'm surprised that there isn't a thick tome covering all of this. Like McNally, I primarily focused on the standard work on the War of the Austrian Succession by the k.u.k. War archive supported, which I also consulted when dealing with other battles of this conflict [2]. The history of the battle undoubtedly includes the disastrous French campaign following the evacuation of Bohemia. We have already written a lot about this here on the blog [3]. However, with the arrival of King George II (1683-1760) on June 8, 1743 with the Pragmatic Army, operations on the Main took on a whole new dimension [4].

Die große schwere französische Batterie am Main. Doch wie oft wird sie schießen können? - The great heavy French battery at the river Main. But how often they can open fire? (photo: Cecilia Hanselmann)

 

Während die französische Armee auf der Gegenseite ganz klar von dem Maréchal de Noailles (1678-1766) kommandiert wurde, finden wir im Lager der Verbündeten neben dem König auch noch einige Feldmarschälle, worunter der alte Earl of Stair (1673-1747) als Kommandeur der britischen Truppen und Feldmarschall Arenberg (1690-1754) eine herausragende Rolle einnahmen [5]. Zeitgenössische Augenzeugen beschreiben den Eindruck, welchen die französische Armee bei dem Durchmarsch hinterlassen hat und der natürlich vor allem von dem prachtvollen Erscheinungsbild der Maison du Roi und der Gardes Francaises herrührte [6]. Mit den britischen und hannoveranischen Garden standen diesen Truppen aber auch nicht minder prestigeträchtige Truppen gegenüber. Dr. Steiner, dessen generelle Beschreibung der Schlacht mich eher verwirrt hat, beschreibt recht eindrücklich die Situation vor der Schlacht. So hätte die Armee nachdem die Zufuhr von Fourage aus den Magazinen schwierig wurde die Bevölkerung "durch ihre Spöttereien auf die Chatholiken" gegen sich aufgebracht. Da scheint meines Erachtens doch mehr dahinter zu stecken. Doch führte dies dazu, dass die Landbevölkerung ins Gebirge flüchtete, Brunnen verunreinigte und die Früchte mit sich nahm [7]. Wenn man nun anschaut wie stark die Kriege dieser Zeit von Versorgungsengpässen, der Zerstörung von Magazinen durch Streiftrupps und ähnliches geprägt waren, klingt der Beweggrund zum Übergang über den Main garnicht so unwahrscheinlich. De Noailles nutzte nun alsbald die veränderte strategische Situation. Als die Pragmatische Armee auf der rechten Mainseite auf Hanau zumarschierte, befahl er dem Duc de Gramont dieser Armee den Weg zu verlegen. Derweil sollten etliche Bataillone darunter die irischen Regimenter nach der Überquerung des Mains bei Aschaffenburg der Pragmatischen Armee den Rückzugsweg abschneiden. De Noailles behielt einen großen Anteil seiner Kavallerie bei Stockstadt zurück. 

Nur als Staffage steht hier am Tischrand die britische Garde unter Ilten, die in die Schlacht garnicht eingriff. - Only for a nice look here at the table edge you can see the British guards under the command of Ilten who didn't took part in the battle. (photo: André Hanselmann)

 

While the French army on the other side was clearly commanded by the Maréchal de Noailles (1678-1766), in the allied camp we also find a few field marshals alongside the king, including the old Earl of Stair (1673-1747) as commander of the British troops and Field Marshal Arenberg (1690-1754) played a prominent role [5]. Contemporary eyewitnesses describe the impression made by the French army during the march through, which of course was mainly due to the magnificent appearance of the Maison du Roi and the Gardes Francaises [6]. With the British and Hanoverian guards, however, these troops were faced with no less prestigious troops. D. Steiner, whose general description of the battle rather confused me, describes the situation before the battle quite impressively. Thus, after the supply of fourage from the magazines became difficult, the army enraged the population "by their mockery of the Chatholics". I think there seems to be more to it than that. However, this led to the rural population fleeing into the mountains, polluting wells and taking the fruit with them [7]. If you look at how severely the wars of this time were characterized by supply bottlenecks, the destruction of magazines by raiding parties and the like, the reason for crossing the Main does not sound all that improbable. De Noailles now immediately took advantage of the changed strategic situation. When the Pragmatic Army marched towards Hanau on the right bank of the Main, he ordered the Duc de Gramont to block the way of this army. Meanwhile, a number of battalions, including the Irish regiments, were to cut off the retreat path of the Pragmatic Army after crossing the Main near Aschaffenburg. De Noailles retained a large proportion of his cavalry back at Stockstadt.

Karte von André Hanselmann für das Szenario mit Honours of War. - A map by André Hanselmann for my scenario for Honours of War. (copyright André Hanselmann)


Es ist auffällig wie ungleichmäßig Noailles seine Truppen verteilt hat. Dass Tingry mit den Truppen in dem Rücken der Pragmatischen Armee nur über Infanterie verfügte, ist schon bemerkenswert. Aber auch Gramont hatte nur wenige bewegliche Artillere zu seiner Verfügung, insgesamt nur 16 Geschütze [8]. Von der Artillerie, wenn wir die schwereren Geschütze unter Vallière auf dem linken Mainufer einmal außen vor lassen, war die Pragmatische Armee also deutlich überlegen, auch wenn die britische Artillerie nur aus leichteren Kalibern bestand [9] [10]. 

 

Die charakteristische Phase der Schlacht bei Dettingen: die Attacke der Gardes Rouges auf das erste Treffen der britischen Kavallerie. - The characteristic phase of the battle of Dettingen: the attack of the gardes rouges against the first line of the British cavalry. (photo: André Hanselmann, 2023)

 

Dienstag, 9. Mai 2023

Die Schlacht bei Simbach - The battle of Simbach 9.5.1743

Die Anfangsaufstellung der Schlacht bei Simbach auf unserem Tisch. Wir hatten 4 Spieler. - The initial deployment of the battle of Simbach on our table. We had 4 players. (photo: Cecilia Hanselmann)


Anders als die anderen Beiträge hier auf dem Blog wird dieser einmal nicht als Vorbereitung oder zur Begleitung für eine unserer künftigen Veranstaltungen gedacht sein. Wir haben ja ab 1743 bzw. 2018 anlässlich der Jahrestage der militärischen Ereignisse den Österreichischen Erbfolgekrieg ein wenig vorgestellt. Unser Hintergrund war, dass es einige Ereignisse rund um Schwäbisch Hall gab, welche in diese Zeit fielen, wobei das Gefecht bei Übrigshausen und die damit verbundenen Schwierigkeiten der Reichsstadt Schwäbisch Hall eindeutig herausstechen [1] [2]. Dieses Jahr jährt sich dieses Gefecht zum 280. Mal. Aber wir haben im Sommer das Ende der Mainhardter Räuberbande zum Thema. Dennoch lässt uns - das heißt mich und meine Ko-Autorin hier im Blog - der Österreichische Erbfolgekrieg nicht ganz los. Wir werden noch die Schlachten und Gefechte von 1743 und 1744 vorstellen mit denen wir uns näher beschäftigt haben.  

Die Gegenspieler im Jahre 1743: Karl Alexander von Lothringen, der Duc de Broglie und der Maréchal de Belle-Isle. Von Minucci habe ich kein Porträt finden können. - The opponents in 1743: Charles Alexander of Lorraine, the duc de Broglie and the maréchal de Belle-Isle. I could not find a portray of Minucci. (Foto: André Hanselmann)

 

Unlike the other posts here on the blog, this one will not be intended as a preparation or to accompany one of our future events. We presented the War of the Austrian Succession from 1743 and 2018 on the occasion of the anniversaries of the military events. Our background was that there were a number of events around Schwäbisch Hall that took place during this period, with the encounter at Übrigshausen and the associated difficulties for the imperial city of Schwäbisch Hall clearly standing out [1] [2]. This year marks the 280th anniversary of this skirmish. But in the summer we have the end of the Mainhardt gang of robbers on the subject. Nevertheless, we - that means me and my co-author here in the blog - cannot completely let go of the War of the Austrian Succession. We will also present the battles and skirmishes of 1743 and 1744, which we dealt with in more detail.

 

In der 1. Runde unseres Spiels geschieht nicht viel. Unser Spieler, der Fabretti und die Grenadiere in Erlach unter sich hatte, entschied sich vorerst Erlach zu halten und mit seinen Bataillonen standzuhalten. Ich spielte als Minucci alle anderen Einheiten und versuchte Preysings Kavallerie westlich von Simbach zu konzentrieren. Cecilia als Berlichingen schickte seine schwere Kavallerie an den Simbach. Thürheims Truppen dienten als Vorhut. - There is not much happening in turn 1. Our player who was in the role of Fabretti decided to hold Erlach with his grenadiers and to defend with his batallions. I played as Minucci all other units and tried to concentrate Preysing's cavalry west of Simbach. Cecilia as Berlichingen send his heavy horse towards the Simbach. Thürheim's troops served as the vanguard. (photo: Cecilia Hanselmann)

Den Anfang macht dabei die Schlacht bei Simbach. Zu den historischen Ereignissen haben wir bereits vor einigen Jahren einen der am meisten gelesenen Artikel des Blogs verfasst [3]. Man muss diese Schlacht im größeren historischen Zusammenhang sehen. 1742 war Österreichs Herrscherin Maria Theresia nach der Schlacht bei Mollwitz und der anschließenden Niederlage bei Chousitz in eine zunehmende Bedrängnis geraten. Ein Teil der Mächte, die sich der Pragmatischen Sanktion angeschlossen hatten, bildeten daraufhin die Pragmatische Armee. Diese sollte schon im folgenden Jahr entscheidend in den Krieg eingreifen. Die anfangs rosigen Aussichten des bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht, der in Frankfurt zum Kaiser gekrönt wurde, verschlechterten sich zusehends. Die Armee des Duc de Broglie (1671-1745) musste schließlich Böhmen räumen. Der Abzug der französischen Truppen unter Belle-Isle (1684-1761) aus Prag wurde als strategische Meisterleistung empfunden [4], während der erst 1742 zum Herzog erhobene Broglie für sein Verhalten viel Tadel erhielt und den Befehl über die Armee niederlegte. Der Feldzug der französischen Armee in Bayern gestaltete sich desaströs und man vermag sich die Verlegenheit auf Seiten des französischen Königs vorstellen indem dadurch der bayerische Verbündete mehr oder minder im Stich gelassen wurde. Das Gefecht bei Übrigshausen ist ja auch im Zusammenhang mit Broglies Rückzug zum Rhein zu sehen, wo wir die französische Armee (das heißt hier auf dem Blog) wiedersehen werden. Zu der Verteidigung der Rheinlinie durch Coigny (1670-1759) im Spätsommer 1743 haben wir auch schon etwas geschrieben [5]. 

Die von mir gezeichnete Karte der Schlacht für mein Szenario. Trotz der scheinbar erdrückenden Übermacht der Österreicher konnten bei meinen Siegbedingungen auch Bayern bereits "gewinnen". - My map of the battle for my scenario. Despite the heavy superiority of the Austrians using my victory conditions the Bavarians could win already. (map: copyright by André Hanselmann)

 

The Battle of Simbach is the beginning. A few years ago, we wrote one of the most read articles on the blog about the historical events [3]. You have to see this battle in the larger historical context. In 1742 Austria's ruler Maria Theresa found herself in increasing distress after the battle of Mollwitz and the subsequent defeat at Chousitz. As a result, some of the powers that joined the Pragmatic Sanctions formed the Pragmatic Army. This was to intervene decisively in the war as early as the following year. The initially rosy prospects of the Bavarian Elector Karl Albrecht, who was crowned Emperor in Frankfurt, deteriorated noticeably. The army of the Duc de Broglie (1671-1745) finally had to evacuate Bohemia. The withdrawal of French troops under Belle-Isle (1684-1761) from Prague was seen as a strategic feat [4], while Broglie, who was only made duke in 1742, received much criticism for his conduct and resigned command of the army. The campaign of the French army in Bavaria turned out to be disastrous and one can imagine the embarrassment on the part of the French king when the Bavarian ally was more or less abandoned. The combat at Übrigshausen can also be seen in connection with Broglie's retreat to the Rhine, where we will see the French army again (that means here on the blog). We have already written something about the defense of the Rhine line by Coigny (1670-1759) in the late summer of 1743 [5].

 

In Runde 2 räumten Fabrettis Grenadiere Erlach. Minuccis Verstärkungen sind eingetroffen und wurden sogleich Preysing unterstellt. Thürheim wurde verstärkt durch die Grenadiere, die Berlichingen zuvor gegen Erlach gesendet hatte. Im Wald westlich der Mühle kamen auch Nádasdys Husaren an, gespielt von einer vierten Spielerin. - In turn 2 Fabretti's grenadiers left Erlach in column. Minucci's support arrived and came under command of Preysing. Thürheim got support by the grenadiers which were ordered against Erlach. In the wood west of the mill Nádasdy's hussars arrived - played by a fourth player. (photo: Cecilia Hanselmann) 

Statt mit den doch noch vorhandenen erheblichen Kräften Broglies eine Verbindung zu suchen, hat Generalfeldzeugmeister Christoph Adam Ossaleo Graf von Minucci [6] (1672-1758) [7] im Mai 1743 bei Simbach gegen die weit überlegenen Truppen des Prinzen Karl von Lothringen die Schlacht angenommen. Um mir selber die Ereignisse besser zu veranschaulichen habe ich versucht mir aus den Angaben vor allem bei Porges [8], aber auch zahlreichen zeitgenössischen Quellen wie Kartenmaterial, Zeitungsmeldungen und weiteren Publikationen aus den 1740ern ein Szenario für das Regelwerk Honours of War [9] zu kreieren. 

Ein Detail aus Runde 2. Preysing wurde dadurch überrascht, dass St. Ignon sehr schnell den Simbach überqueren konnte. Es schien spannend, ob die hessischen und bayerischen Dragoner rechtzeitig reagieren konnten. - A detail of turn 2. Preysing is surprised because St. Ignon crossed the Simbach very fast. It was looking very exciting if the Hessian and Bavarian dragoons could react in time. (photo: Cecilia Hanselmann)

Mittwoch, 8. Februar 2023

Camposanto 8.2.1743

Der Österreichische Erbfolgekrieg in Italien begann mit einer Invasion der spanischen Armee unter dem Herzog von Montemar (1671-1747), dem wir nächstes Jahr wieder begegnen werden [1]. Wie auch sein Nachfolger stand Montemar rasch vor den größten Hindernissen, da schlichtweg die Versorgung einer größeren Armee auf die Distanz zum heimatlichen Territorium schwierig war. Montemar wurde wegen seines aus Sicht der spanischen Herrschenden zu zögerlichen Vorgehensweise seines Postens enthoben und durch den Comte de Gages (1682-1757) ersetzt, der sich natürlich auch mit den selben Verlegen konfrontiert sah. Von der stattlichen Armee von 50.000 Mann, die 1741 nach Italien gesendet worden war, standen de Gages an diesem 8. Februar 1743 nach Abzug von zurückgelassenen Garnisonen, Desertion und weiteren Ereignissen in dieser ihrer ersten Schlacht noch etwa 14.000 zur Verfügung.

Die Anfangsaufstellung. Traun, gespielt von mir, hat seinen schwachen rechten Flügel vorrücken lassen. Man erkennt den Abzug des Trains im Vordergrund. - Initial deployment. Traun played by myself had ordered his weaker right wing to move forward. You can notice the withdrawal of the baggage train in the foreground. (photo: Cecilia Hanselmann)


The War of the Austrian Succession in Italy began with an invasion by the Spanish army under the Duke of Montemar (1671-1747), whom we will meet again next year [1]. Like his successor, Montemar quickly faced the greatest obstacles, simply because it was difficult to supply a larger army at a distance from home territory. Montemar was relieved of his post because of his hesitant approach from the point of view of the Spanish rulers and replaced by the Comte de Gages (1682-1757), who of course also faced the same embarrassment. Of the impressive army of 50,000 men that had been sent to Italy in 1741, de Gages still had about 14,000 at their disposal on February 8, 1743, after deduction of garrisons left behind, desertion and other events in this their first battle.

Sehr vereinfachte Karte der Schlacht bei Camposanto - eine der kleineren des Krieges in Italien. - Very simplified map of the battle of Camposanto which was one of the smaller battles of the war in Italy. (Karte copyright: André Hanselmann)


Auf der anderen Seite stand Feldmarschall Otto Ferdinand von Traun (1677-1748). Dieser Heerführer zeichnete sich dadurch aus seine Truppen nicht zu riskieren und der Feldzug 1742 gab seiner Vorgehensweise im Grunde Recht. Das auf der Seite Frankreichs stehende Modena war ohne eine große Waffentat und ehe die spanische Armee eingreifen konnte schon 1742 als Kontrahent ausgeschieden und der Herzog Francesco III. d'Este (1698-1780) vertrieben worden. Für den gesamten Krieg war das Ausfallen der kleinen Armee Modenas nur eine Randnotiz, für das Kriegsglück Spaniens bis zum größeren Engagement Frankreichs auf dem italienischen Kriegsschauplatz aber regelrecht typisch. Auch Traun saß aber mit der Zeit eine ungeduldige Führung im Rücken, die ihn dazu drang de Gages anzugreifen. Die Gelegenheit bot sich, als de Gages dazu drängen ließ den Panaro zu überqueren.

Die Schlacht berginnt bei uns mit heftigen Salven. Die piemontesisch-österreichischen Truppen müssen hohe Verluste einstecken. De Gages schickt seinen rechten Kavallerieflügel gegen Payersbergs Kavallerie trotz des durch Teiche durchschnittenen Geländes nach vorne. - The battle begins with heavy firefights. The Piedmont-Austrian troops suffer heavy losses. De Gages sends his right wing of cavalry forward against Payersberg although the terrain is difficult with ponds. (photo: Cecilia Hanselmann)

 

On the other side stood Field Marshal Otto Ferdinand von Traun (1677-1748). This military leader was characterized by not risking his troops and the campaign of 1742 basically proved his approach right. Modena, which was on the side of France, was eliminated as an opponent in 1742 before the Spanish army could intervene and without any great deeds of arms and Duke Francesco III. d'Este (1698-1780) were expelled. The failure of Modena's small army was only a side note for the entire war, but was downright typical of Spain's wartime fortunes up until France's major involvement in the Italian theater of war. Over time, however, Traun also had impatient leadership behind him, which pushed him to attack de Gages. The opportunity presented itself when de Gages was urged to cross the Panaro.

Etwas arg übermotiviert stürzten sich die Dragoner unter Payersberg auf die vor ihnen stehenden Gegner wie die spanischen Carabineros Reales, aber auch auf geordnete spanische Infanterie. Die Folge war, dass die Hälfte von Payersbergs berittenen in die Flucht geschlagen wurde. Immerhin hatten auch die Spanier einige Verluste. - Somehow too much motivated Payersberg's dragoons charged into their opponents such as the Spanish Carabineros Reales but  in well positioned Spanish infantry too. The outcome of that charge was, that Payersberg lost half of his mounted troops routed. At least the Spanish had some losses too in this turn. (photo: Cecilia Hanselmann)



Mittwoch, 16. Februar 2022

Umfrage und Aussichten - Look into the future and voting

Wir haben ja in den letzten Jahren etwas motiviert durch unsere Veranstaltung "Anno Domini 1743 - Freud und Leid" [1] uns ein bisschen neben dem Präsentieren der Rechercheergebnisse für unsere Veranstaltungen auch auf den Österreichen Erbfolgekrieg fokussiert. Unsere Beiträge zur Schlacht bei Simbach [2] und zum Gefecht bei Grimbergen [3] gehören zu den meistgelesenen Artikeln unseres Blogs. Das freut uns nicht nur durch die Arbeit, die wir da hinein gesteckt haben, sondern weil nach wievor der Konflikt in der Öffentlichkeit wenig bis keine Beachtung findet oder nicht selten vollkommen verzerrt dargestellt wird [4]. Mit der Schlacht bei Lauffeldt fand dann 1747 die letzte große offene Feldschlacht des Krieges in Flandern statt und diese werden wir auch wieder auf unserem Blog vorstellen. 

In recent years we have been somewhat motivated by our event "Anno Domini 1743 - Freud und Leid" [1], in addition to presenting the research results for our events, we have also focused a little on the War of the Austrian Succession. Our posts on the Battle of Simbach [2] and the Battle of Grimbergen [3] are among the most read articles on our blog. We are not only pleased about the work that we have put into it, but also because the conflict still receives little or no public attention or is often presented in a completely distorted manner [4]. With the Battle of Lauffeldt in 1747, the last major open battle of the war in Flanders took place and we will present this again on our blog.

Ein Bild der Schlacht von Camposanto auf unserem Tisch, 1743 - A picture of the battle of Campo Santo in 1743 on our table. (photo: Cecilia Hanselmann)

 

Da wir nicht unbegrenzt Zeit für Recherchen in dem Thema haben und andere Formate wie etwa unsere wohl auch noch fortgesetzten Gespräche auf Youtube ein bisschen Arbeit erfordern [5], würde ich gerne etwas anpeilen, ob wir uns in den nächsten Jahren einem anderen Thema zuwenden wollen. Es gäbe ja die Option im 280-Jahre Abstand nochmals den Österreichischen Erbfolgekrieg zu beleuchten. Im Falle der Belagerung von Freiburg, 1744, haben wir vor einer Weile noch eine weitere Schanze angeschaut, die gegenüber der Franzosenschanze [6] an den Hängen des Rosskopfes liegt. 

Andererseits jährt sich im nächsten Jahr auch zum 290. Mal der Ausbruch des Polnischen Thronfolgekrieges. Dieser Krieg wird auch gern ignoriert, etwa mit so steilen Thesen wie der, dass Friedrich Wilhelm I. in Preußen keine Kriege geführt habe [7]. Wenn auch leider nicht mit ebenso gutem Kartenmaterial ausgestattet, liegt uns doch eine recht brauchbare ältere Publikation zu dem Thema vor, welche auch den Feldzug in Italien vollständig behandelt [8]. Zum einen habe ich mich mit dem Krieg schon beschäftigt indem ich ein paar Szenarien kreiert habe. Zum anderen ist er auch von daher naheliegend, da 1734/35 das Gebiet von Schwäbisch Hall Durchmarschgebiet der kaiserlichen Truppen wurde. Besonders das Lager von Heilbronn ist nicht nur durch Gudenus [9] recht gut dokumentiert. Mit der Festung Kehl liegt sogar ein Schlachtfeld des Krieges ziemlich direkt vor unserer Haustür. 

Eine der größten Schlachten des 18.Jh. in Norditalien: die Schlacht bei Guastalla 1734. - One of the largest battles of the 18th century in Northern Italy: the battle of Guastalla in 1734. (Foto: Cecilia Hanselmann, 2020)

Ein Blick auf die heran marschierenden Österreicher in der Schlacht bei Guastalla. Ein spannender Angriff auf den linken verbündeten Flügel steht bevor. - A view on the approaching Austrians in the battle of Guastalla. A very exciting attack on the left allied wing is coming. (Foto: Cecilia Hanselmann, 2020)


Since we do not have unlimited time for research on the subject and other formats such as our ongoing discussions on YouTube require a bit of work [5], I would like to consider whether we want to turn our attention to a different topic in the next few years . There would be the option to shed light on the War of the Austrian Succession again 280 years later. In the case of the siege of Freiburg in 1744, we looked at another redoubt a while ago, which is opposite the Franzosenschanze [6] on the slopes of the Rosskopf.

On the other hand, next year will also mark the 290th anniversary of the outbreak of the War of the Polish Succession. This war is also gladly ignored, for example with such bold theses as that Friedrich Wilhelm I did not wage any wars in Prussia [7]. Although unfortunately not equipped with maps that are as good, we have a very useful older publication on the subject, which also covers the campaign in Italy in full [8]. For one thing, I've already dealt with the war by creating a few scenarios. On the other hand, it is also obvious because in 1734/35 the area of ​​Schwäbisch Hall became a transit area for imperial troops. The Heilbronn camp in particular is not only well documented by Gudenus [9]. With the Kehl fortress, there is even a battlefield of the war right on our doorstep.

Ein Bild meines Szenarios der Schlacht bei Quistello, 1734. - A picture of my scenario of the battle of Quistello in 1734. (photo: Cecilia Hanselmann)

 

Ich freue mich auf eure Meinung, egal ob hier in den Kommentaren oder auf anderem Wege. Soll ich mich ab nächstem Jahr hier lieber mit dem Polnischen Thronfolgekrieg oder wieder mit dem Österreichischen Erbfolgekrieg beschäftigen? Was interessiert euch eher?

I look forward to your opinion, whether here in the comments or in other ways. Should I focus on the War of the Polish Succession or the War of the Austrian Succession next year? What are you more interested in?

Text: André Hanselmann

Fotos: Cecilia & André Hanselmann

Avertissement:

Wir möchten euch darauf hinweisen, dass es schön wäre, wenn unsere lieben Leser das Freilandmuseum Wackershofen unterstützen würden, welches durch die Corona-Lage zahlreiche Veranstaltungen absagen oder gar das Museum geschlossen lassen musste/muss. Hier ein Link zur Homepage des Museums: https://www.wackershofen.de/

We want to inform our dear readers, that we would be happy if you would support the open-air-museum Wackershofen which had/has a lot of problems due to the current Corona-crisis because the museum had/has to close and cancel many events. Here is a link to the museum: https://www.wackershofen.de/


Verweise / Notes:

1) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2018/08/anno-domini-1743-freud-und-leid-teil-1.html 

2) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2017/09/ein-besuch-des-schlachtfelds-von.html

3) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/08/the-combat-at-grimbergen-on-august-23rd.html 

4) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/02/maria-theresia-2019-rezeption-review.html 

5) https://www.youtube.com/watch?v=nxOVtiC-U0o&t=6240s 

6) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/12/die-franzosenschanze-in-freiburg-french.html

7) Er wird aber auch in der oben bereits angedeuteten "Maria Theresia"-Verfilmung als Hintergrund der Vermählung von Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen unterschlagen.

8) (Hrsg.) Kriegsgeschichtliche Abteilung des k.u.k. Kriegsarchivs: "Feldzüge des Prinzen Eugen von Savoyen" hier: Raimund Gerba: "Polnischer Thronfolgekrieg - Feldzug 1733 und 1734" XIX. Band, Verlag des k.u.k. Generalstabes, Wien, 1891

9) Dr. Hans Bleckwenn: "Reiter, Husaren und Grenadiere - Die Uniformen der Kaiserlichen Armee am Rhein 1734 ..." Harenberg Kommunikation, Dortmund, 1979

Sonntag, 8. November 2020

Briten im Österreichischen Erbfolgekrieg / The British during the War of the Austrian Succession

Meine britisch-hannoveranische Armee - my British-Hanoverian army.

 

Baron von Bartenstein bemerkte: „… Heil und Rettung wurde lediglich von England erwartet, obgleich Robinson, als Gotter zum erstenmal hier eingetroffen, dessen Antrag, daß seinem König ein guter Teil Schlesiens gutwillig überlassen werden möchte, unterhand allen möglichen Vorschub gegeben, unter einstem als der König von Engelland selbsten, es sei als König oder qua Kurfürst, dem Grafen Ostein gemeldet, dem hiesigen Hof höchstens mißraten, dem mindesten Loch in die Pragmatische Sanktion aus der Ursach die Hände zu bieten, weilen man ansonsten alle Ansprecher zu ersättigen nicht erklecken dürfte und ein Opfer das andere nach sich ziehen dürfte.“[1]

 

Seine Majestät selbst erreicht die Parade. - His majesty himself is arriving on the parade.

 

 

The baron of Bartenstein [chief adviser of the young Maria Theresia during the 1740s] remarked: “Salvation and rescue was only expected by England. However Robinson secretly wanted to support Gotter, when he first arrived here in his proposal to give Silesia willingly to his king. But the king of England as a king or as the elector notified to count Ostein that he our court advise against [this proposal and] to help breaking a hole into the Pragmatic Sanction without any reason, because otherwise every requestors would not stop and one sacrifice would follow another.”

Hannoveranische Artillerie, Reiterei und Infanterie. Der Kommandeur der Reiterei folgt einem Porträt des Generals von Hammerstein. - Hanoverian artillery, cavalry and infantry. The commander of the cavalry is following a portray of general Hammerstein.
Die hannoveranische Kavallerie besteht bei mir aus den Regimentern Dachenhausen und den Leibreitern. - The Hanoverian cavalry is represented in my colection by the regiments Dachenhausen and the Leibreiter.

 

George II. stand also einer Preisgabe Schlesiens zumindest am Anfang des Österreichischen Erbfolgekrieges mehr als kritisch gegenüber. Die Frage ist, ob die nachfolgende Politik von Carteret und Newcastle nicht etwa einfach Georges Bedenken ignorierten, da beide Staatsmänner bereitwillig dazu die Hand reichten Schlesien für Österreich verloren zu geben[2]. Ein wenig scheinen die hohen Subsidienzahlungen von 1 Million Gulden an Sachsen im Vertrag von Warschau vom 8. Januar 1745 dazu im Gegensatz zu stehen[3]. Denn letztlich wurden die kursächsischen Truppen ja gegen niemand anderen als Preußen eingesetzt und das Ziel musste sein Friedrich II. mit ihrer Hilfe das geraubte Schlesien wieder zu entreißen. George II. hatte auch 1745 persönlich versucht den bayerischen Gesandten Graf Königsfeld dahin zu bringen einem Subsidienvertrag zuzustimmen, welcher erlaubt hätte, dass die von Großbritannien bezahlten bayrischen Truppen auch gegen Preußen eingesetzt werden konnten. Diese Regelung aber lehnte Kurfürst Max III. Joseph ab[4]. Das ganze persönlich vom König angeschobene Vorhaben zeigt aber wiederum gut Georges Verhältnis zum Preußen Friedrich II..

Überhaupt attestiert auch Michael McNally eine Rivalität zwischen Georg II. und Friedrich II.[5]. Die schlechte Meinung Friedrichs über seinen Onkel drückte der preußische König typisch rüpelhaft aus, etwa wenn er schrieb:

„Ich bin schwer gekränkt über die Nachrichten, die ich Ihnen schicke und die ich aus Hannover erhalten habe; Sie ersehen daraus, daß mein Onkel – der Teufel soll ihn holen – die Schlacht gegen die Franzosen gewonnen hat…“[6]

Ich will hier aber nicht zu weit ausholen. Bemerkenswert sind auf jeden Fall die Probleme, welche die englischen Politiker mit der Personalunion mit Kurhannover hatten. Natürlich geriet Georg II. teilweise in Interessenkonflikte.[7] Andererseits darf man aber auch nicht unterschätzen, dass Kurhannover ein bedeutendes Reservoire an militärischem Potenzial für die englische Monarchie bedeutete. Der Anteil der Hannoveraner an den britischen Kontingenten der pragmatischen Armee war sehr bedeutend, bei einigen Schlachten wie etwa Rocoux sogar maßgeblich. In dem Falle kam die Personalunion eindeutig dem größeren Herrschaftsbereich Georg II. zugute, da Kurhannover kein eigentliches Interesse an dem Krieg gegen Frankreich oder Karl VII. hatte[8].

Die britische Politik, die darauf abzielte die Dominanz der Bourbonen in den Niederlanden, Deutschland und Italien einzudämmen folgte gewissermaßen ähnlichen Tendenzen wie während dem Spanischen Erbfolgekrieg, wenn auch erzwungenermaßen in anders gestalteten Bündnisblöcken.

3 Bataillone hannoverianischer Infanterie. - 3 battalions of Hanoverian infantry.

 

Hannoveranische Truppen. Ich nutzte für die Bemalung v.a. die Bilder von David Morier. - Hanoverian troops. I used pictures by David Morier.

George II had at least at the beginning of the War of the Austrian Succession a very critical opinion about the surrender of Silesia. Question is if the politics of Carteret and Newcastle not just ignored George’s concerns as both statesmen wanted to willingly support the abandoning of Silesia by Austria. Although the very high British subsidies of 1 million florins according to the treaty of Warsaw on January 8th 1745 ultimately seem to be contradictive. That’s because the electorate-Saxon troops could be in no use apart from fighting the Prussians to help regaining Silesia from Frederick II.  George II in person had tried to persuade the Bavarian ambassador count Königsfeld in 1745 to agree to a treaty with him, that the Bavarian troops in British pay could be used against the Prussians as well. However the elector Max Joseph III rejected this agreement. The whole royal project shows George’s relationship to Frederick’s Prussia.

Michael McNally attested a rivalry of George II and Frederick II anyway. The bad opinion of the Prussian king about his uncle was formulated by him in a very typical loutish manner, when he wrote:

“I’m very much upset about the news which I got from Hanover and which I’m sending to you. You can see from it, that my uncle – the devil should get him – has won the battle against the French…”

I don’t want to write too much about this topic. The problems of English politicians with the personal union with the electorate of Hanover are remarkable. Naturally George II sometimes came into conflicts of his personal interests. On the other hand we should not underestimate the potential of the electorate of Hanover for the English monarchy as a reservoir of military power. The proportion of Hanoverians within the British contingent of the Pragmatic army was very important and in some battles like at Rocoux even essential. In this case the personal union obviously came to benefit the larger authority area of George II because the electorate of Hanover didn’t have a genuine interest in the war against France and Charles VII.

The British politics which was focused on the containment of Bourbon supremacy in the Low Countries, Germany and Italy followed similar tendencies like the politics during the war of the Spanish succession however in different blocks of alliances.

Im Vordergrund die 1st Foot guards. - In the foreground the 1st foot guards.

 

 

Die britische Linieninfanterie mit ein paar Geschützen. - The British regular infantry and some guns.

 

2 Treffen britische Infanterie. - 2 lines of British foot.

Der Anteil an britischen zu hannoveranischen Einheiten schwankte deutlich. Bei Dettingen waren 13 Bataillone und 32 Schwadrone hannoveranisch und 15 Bataillone und 29 Schwadrone britisch[9]. Bei Fontenoy waren es nur 5 Bataillone Hannoveraner nebst 20 Schwadrone bei 20 britischen Bataillonen und 26 Schwadronen[10]. Gegen Ende des Österreichischen Erbfolgekrieges war der Anteil der Hannoveraner selbst als wieder einige britische Truppen hinzu gestoßen waren sehr groß insbesondere bei der Kavallerie. So stellten die Hannoveraner bei Laeffeld 23 Eskadrone, während die Briten nur etwa die Hälfte mit 12 hatten - bei 16 bzw. 14 Bataillonen Infanterie[11]. Auffällig ist immer wieder der hohe Anteil an Kavallerie bei den Hannoveranern auch wenn er nie die Stärke wie bei den Bayern unter Seckendorff[12] erreicht.

Sir John Ligonier auf einemst Stich von 1747. Er war in allen großen Schlachten des Krieges mit britischer Beteiligung dabei. / Sir John Ligonier on a print from 1747. He served in all of the large battles of the war in which the British participated.

Die Qualität der hannoveranischen Truppen wird oftmals herausgehoben. Die besonders guten Pferde werden ebenso erwähnt wie von einem Zeitgenossen etwa 1743 im Zusammenhang mit der Schlacht bei Dettingen das „Feuer ... der Hannoverischen, welches Wunder wirkte“[13]. Auch die sehr gute Ausbildung der Hannoveraner wird gelegentlich selbst im Verhältnis zu der der Briten herausgehoben[14].

Links die Highlander. - The highlanders at the left.

 

Dennoch sind just die britischen Rotröcke das Schreckgespenst der Franzosen geworden. Die Wirkung ihres Salvenfeuers bei Fontenoy und die große Ordnung und Disziplin beim Abzug vom Schlachtfeld[15][16] haben gewiss zu der Einschätzung beigetragen, dass die britische Infanterie kaum schlagbar war für die französische.  

 

Mittwoch, 2. September 2020

Der Rheinübergang bei Breisach 1743 / the Rhine crossing at Breisach in 1743



Seit spätestens unserer „Anno Domini 1743“ Veranstaltung 2018 im Hohenloher Freilandmuseum[1][2] lässt mich das Thema Österreichischer Erbfolgekrieg nicht mehr los und die zahlreichen Ereignisse hier in Freiburg quasi vor der Haustüre tun ihr übriges. Es war beruhigend am Beispiel von Gustav Stadelmann (1896-1991) über jemanden zu lesen, der auch so fasziniert von diesem Konflikt war[3].
Zuerst bin ich in dem Buch über Stadt und Festung Freiburg auf dieses Ereignis gestoßen, da dort zeitgenössische Karten der österreichischen Stellungen 1743 abgebildet sind[4]. Die großformatigen Karten beinhalteten auch die Festung Freiburg. Eine ausführliche Schilderung der Ereignisse im August/September 1743 liefern wie gewohnt Porges und Rebracha[5]. Zusätzlich hatte ich mich mit unserer Bekannten Kim Krawiec im März 2019 nach Breisach begeben. Leider hat sich die Landschaft rund um den versuchten Rheinübergang des Prinzen Karl Alexander seither extrem verändert[6], so dass man kaum mehr etwas vor Ort finden kann, was damit zu tun hat. Dennoch sollen einige von uns gemachte Fotos aus Breisach ein paar Einblicke gewähren.
I’m very much connected with the War of the Austrian Succession since at least our event “Anno Domini 1743” in 2018 in the open air museum Wackershofen[1][2]. The numerous events here in Freiburg and virtually on the doorstep are influencing me on top of that. It was very reassuring to read the example of Gustav Stadelmann (1896-1991)[3] – to read about somebody who was similarly fascinated by this conflict.
First I became acquainted with the event studying the book about the city and fortress of Freiburg, because there are contemporary maps of the Austrian positions of 1743[4]. Porges and Rebracha are offering a very detailed description of the events of August and September 1743[5]. Additionally I visited Breisach together with our acquaintance Kim Krawiec in March 2019. Unfortunately the landscape around Prince Charles Alexander’s Rhine crossing changed dramatically. Therefore it’s difficult to find the original places there today. Nevertheless I want to give you some impressions showing photos we have made at Breisach.
Karte der Stellungen beider Seiten. Dargestellt ist auch massierter Artillerieeinsatz während der Kampfhandlungen. Rot dargestellte Orte waren bedeutende Festungen. (Karte: André Hanselmann - bitte nicht kopieren) - A map of the positions of both armies. The map Shows the massive use of artillery during the fightings. The red places are important fortresses. (map by André Hanselmann - please don't copy the map)


Prinz Karl Alexander von Lothringen (1712-1780) installierte sein Hauptquartier ebenso wie ein Jahr später König Louis XV in Munzingen[7]. Das Dorf liegt etwa 12 Kilometer entfernt von Breisach am Fuße des Tunibergs. Ein Hauptproblem war die mangelnde Versorgung seiner Armee, wozu er sich finanzielle Mittel bei den vorderösterreichischen Ständen und in Basel leihen musste. Ende August rückten die Truppen ab, welche nördlich und südlich ebenfalls den Rheinübergang vortäuschen oder nur mit geringeren Kräften durchführen sollten.
Der damals bereits berüchtigte Pandurenanführer Trenck ging zu kleineren Unternehmungen über den Rhein.
Bis dato hatte der spätere Maréchal de Saxe (1696-1750) über die am Rhein postierten Trümmer von Broglies Armee den Befehl geführt, wurde dann aber durch den Maréchal de Coigny (1670-1759) ersetzt. Coigny hatte etwa 10 Jahre vorher an den Schlachten bei Parma und Guastalla (1734) eine wesentliche Rolle gespielt und den Marschallsstab erworben. Der alte Feldherr verfügte nun über 51 Bataillone Infanterie, 12 Milizbataillone und 98 Eskadrone.
Ein Sponton - eine zeitgenössische Waffe im Museum für Stadtgeschichte in Breisach. - A spontoon - a contemporary weapon in the Museum for the history of the town at Breisach.


Prince Charles Alexander of Lorraine (1712-1780) installed his headquarters at Munzingen like king Louis XV one year later. The village lies approximately 12 kilometres from Breisach at the foot of the Tuniberg.  A main problem was the defective supply of his army. Therefore he had to lend money from the states of Further Austria and in Basel. In the end of August the troops started marching to their position, which had to faint a crossing or try the Rhine crossing with small forces.
The infamous pandours’ leader Trenck passed the Rhine for small skirmishes.
Until now the later maréchal de Saxe (1696-1750) had commanded the debris of Broglie's army at the Rhine. He was replaced by the maréchal de Coigny (1670-1759). Coigny had played a major role during the battles of Parma and Guastalla (1734) and got the bâton there. The old army leader had now 51 battalions of regulars, 12 batallions of militia and 98 squadrons under his orders.
Berlichingens (1682-1751) Aufgabe die Franzosen durch seinen Aufmarsch bei Burkheim[8] lediglich zu täuschen, wurde von Clermont-Gallerande (1682-1756) durchschaut.
Der gleichzeitig zum Hauptübergang bei Breisach unternommene Versuch des FZM von Waldeck bei Rheinweiler[9] scheiterte desaströs in einem Blutbad. Der Angriff am 4. September wurde letztlich durch Verstärkungen der Franzosen unter Balincourt (1680-1770) im Keim erstickt. Typisch für die damalige Zeit hatte man versucht zuerst Grenadiere und leichte Infanterie auf Booten überzusetzen. Von den 2.000 Mann wurden 400 getötet oder verwundet. Einige ertranken „in den Fluthen des Rheins“[10]. Diesmal hatte sich erwiesen, dass vorgeschobene leicht besetzte Schanzen gut zu verteidigen waren, wenn die Angreifer einerseits wegen Nebels von den Artilleriebatterien kaum Gebrauch machen konnten und andererseits rasch Unterstützungen bei der Hand waren.
Berlichingen’s (1682-1751) job to just delude the French by his deployment at Burkheim was comprehended by Clermont-Gallerande (1682-1756).
FZM Waldeck tried to pass the river near Rheiweiler simultaneously with the main crossing at Breisach and failed disastrously in a bloodbath. The attack on September 4th was ultimately chocked by the French reinforcements under Balincourt (1680-1770). It was typically for the period that they tried to first send grenadiers and light infantry in boats across the river. 400 of 2000 men were killed or wounded in the fighting. Some drowned “in the floods of the Rhine”. For this time it has proven that advanced lightly manned redoubts could be well defended, if the attacker can’t make a use of their artillery batteries due to the fog and on the other hand if reinforcements were ready to support the attacked outposts.
 
Eine Tafel am Eckartsberg zeigt heute (2019) eine alte Darstellung Breisach mit einer damaligen Rheinbrücke. Man erkennt eindeutig die starken Verschanzungen am Eckartsberg im Vordergrund und das völlig andere Flussbett damals. - A nice plate shows today (photo from 2019) an old Picture of Breisach with the then Rhine Bridge. Note the strong fortifications at the Eckartsberg in the foreground and the completey different river bed.
Auch bei Breisach verfügten die Österreicher über ausgezeichnete erhöhte Stellungen für ihre Geschütze.
Die Festung war gleich nach dem Regierungsantritt Maria Theresias von österreichischer Seite bereits teilweise abgebrochen worden. Dennoch zeugen bis heute bedeutende Reste der Festungsanlagen von der großen Bedeutung derselben.

Bauliche Strukturen auf dem Eckartsberg heute. - Some builded structures on the Eckartsberg today.


Ein Blick über den Eckartsberg. Man erkennt, dass hier viel Platz ist um Artillerie zu postieren. Rechts der Rhein mit der modernen Rheininsel. - A view over the Eckartsberg. Note that there is a lot of space to post artillery pieces. On the right you may see the Rhine and the modern Rhine Isle.