Sonntag, 20. September 2026

Anno Domini 1746 "Raufhändel..." P 2

Nach einer langen Nacht wurde ich rechtzeitig wach um mit unserem Knecht das Feuer anzumachen und Wasser zu holen für das Frühstück. Anschließend gab es die Dorfschule, wo diesmal - vielleicht erstmalig ? - 3 Jungen und ein Mädchen dabei waren. Ich wollte den Kindern vor allem das "Kriegslied" von Johann Balthasar Beyschlag [1] beibringen, da es mir besonders gut zu den Ereignissen 1746 zu passen schien. Katechismusunterricht [2] hatten zwei der Kinder noch garnicht gehabt, wobei das in der Schule in unserer Epoche ja neben dem Lesen und Schreiben im Vordergrund steht. Eine Sommerschule lässt sich ja eigentlich im Amt Rosengarten fast garnicht nachweisen, da es in den meisten Dörfern nur eine Winterschule, das heißt einen Schulbesuch der Kinder in 2 Quartalen pro Jahr gab.

After a long night, I woke up in time to light the fire with our farmhand and fetch water for breakfast. Afterward, there was village school; this time—perhaps for the first time?—three boys and one girl were in attendance. Above all, I wanted to teach the children the "War Song" by Johann Balthasar Beyschlag [1], as it seemed to me to fit the events of 1746 particularly well. Two of the children had received no catechism instruction [2] at all—even though, in our era, this subject takes center stage in schools alongside reading and writing. In fact, there is hardly any evidence of a "summer school" in the Rosengarten district, as most villages had only a "winter school"—meaning the children attended classes for just two quarters of the year.


Nicht nur die Schule war recht erfolgreich. Diesmal war das Wetter auch dem Wäschewaschen besonders günstig, so dass die Flecken wirklich rausgingen und die Wäsche vor dem Abendessen bereits getrocknet war. Diesmal herrschte zwischen den Haushalten auch die schönste Eintracht, so dass die Hemden usw. im Innenhof beim Nachbar aufgehängt werden konnten.

It wasn't just the school that was quite successful. This time, the weather was also particularly favorable for doing the laundry, so the stains actually came out and the clothes were dry before dinner. There was also perfect harmony among the households this time, allowing shirts and the like to be hung up in the neighbor's courtyard.

Die Bayern in dem Haus, wo der Schmied wohnt. - The Bavarians in the house of the smith. (photo: J. Krämer)


Das hielt aber nicht sehr lange, da der Hausgenosse eigentlich seine Ziege [3] an mich verkaufen wollte. Bei dem Abschließen des Vertrages, dem sogenannten Weinkauf, wollte er den Verkauf dann aber doch wieder rückgängig machen, worüber ich aus der Haut fuhr. Da wir beide aus einem Schrannen [4] die Beine zogen, mussten wir dem zufällig in der Stalltür stehenden Grabenreiter eine Strafe von einem Taler zahlen. Der Bauer Haug, bei dem der Hausgenosse wohnte, der entsprechend den üblichen Dorfordnungen als "Pürg" [5] zugegen war, wollte dafür einstehen, dass der Hausgenosse später seine Strafe beim Amtmann erlegte.

However, this did not last long, as the housemate actually wanted to sell his goat [3] to me. Yet, upon concluding the agreement—the so-called "wine-purchase" [sealing the deal]—he wanted to back out of the sale, which made me fly into a rage. Since we had both slipped out of the "Schranne" [4], we were obliged to pay a fine of one "Thaler" to the "Grabenreiter" [5], who happened to be standing in the stable doorway. Farmer Haug—with whom the housemate lodged and who was present in his capacity as a "Pürg" [6] in accordance with customary village regulations—offered to vouch for the housemate, guaranteeing that he would pay his fine to the bailiff at a later time.

Nach dem Wäschewaschen bei den Nachbarn im Hof. - After the laundry in the courtyard of our nabours. (photo: S. Winter)


Als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, wurde vor dem Steigengasthaus ausgiebig getanzt [6]. Später ging es im Wirtshaus mit Kartenspiel und Musik hoch her...

Once tempers had cooled, there was spirited dancing outside the mountain inn [6]. Later, things livened up inside the inn with card games and music...

Abendstimmung im Wirtshaus. - The evening in the inn. (photo: S. Winter)



Text: André Hanselmann

Fotos: Stefan Winter, Janine Krämer


Notizen / Notes:

1) Johann Balthasar Beyschlag (1669-1717):  „Centifolia melica oder hundertblättrige Liederrose“, Nürnberg, 1709

2) Der kleine Katechismus von Johannes Brenz (1499-1570)

3) siehe Part 1 - look in part 1

4) eine Bank - a bench

5) Bürge - siehe / the guarantor - look hereHällische Land- und Dorfordnung  undatiert 18. Jh., unter "Haußgenossen", Stadtarchiv SHA, Sig. HV II / 18

6) Diesmal erlaubterweise nicht am Sonntag und nicht nach 8 oder 9 Uhr am Abend! Zu Letzterem: "Obrigkeitliche Verordnung Wornach sich des H. Reichs-Stadt Schwäb. Hall Unterthanen und andere Angehörige auf dem Land ... zu verhalten haben" Georg Michael Mayer, Schwäbisch Hall, 1710

Mittwoch, 9. September 2026

Anno Domini 1746 "Raufhändel..." Part 1

Dieses Jahr sollten wir eine spezielle Veranstaltung bekommen in Wackershofen. Trotz ein paar wenigen Ausfällen ist es wohl die größte Veranstaltung geworden, die wir jemals hatten und der Schankraum war an dem Abenden sehr gefüllt.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der starken Regenfälle, die uns mit Blitzen und Donner seit der Nacht schon beschäftigten. Daher konnte der designierte Amtmann Sanwald, der Nachfolger des am 27. August verstorbenen Arnold [1], nicht in den Weiler reiten, um dem Leutnant des bayerischen Leibregiments zu begegnen. In dem Haus eines Bauern wurden die beiden Bayern nicht fündig.

Den Regen sieht man hier garnicht. Wir haben keinen Deserteur gefunden. Der Dorfmeister war obendrein abwesend. - You can't see the heavy rain here. We didn't found a deserter - yet. Besides the mayor war absent. (photo: S. Winter)

 

This year, we were set to host a special event in Wackershofen. Despite a few minor setbacks, it turned out to be the largest event we have ever held, and the taproom was packed on those evenings.

The first day was dominated by heavy rainfall, accompanied by lightning and thunder that had been battering us since the night before. Consequently, the designated "Amtmann" Sanwald—successor to Arnold [1], who had passed away on August 27—was unable to ride into the hamlet to meet the lieutenant of the Bavarian Life Guards Regiment. The two Bavarians searched a farmer's house but found no trace of the man they were looking for.

Amtmann und Leutnant zusammen im Wirtshaus. - The bailiff and the lieutenant in the tavern. (Foto: S. Winter)


Später musste der baldige Amtmann der Frau des Schultheißen von Leoweiler ein Dekret in Form der "Obrigkeitlichen Verordnung..." [2] übergeben, da der Schultheiß nicht aufzufinden war. Da in dieser Verordnung das Strafmaß für Raufhändel garnicht verzeichnet ist, wurde vom baldigen Amtmann die Polizeiordnung [3] vorgestellt, wo eindeutig geregelt ist, welche Strafen man beispielsweise bei blutigen Wunden im Falle von Schlägereien zu erwarten hat. 

Der Amtmann ist zu Pferd eingetroffen. - The "Amtmann" arrived at horseback. (Foto: S. Winter)

Donnerstag, 27. August 2026

Lutter am Barenberge 1626

Da das Regiment von Cronberg, das 1627 ins Hällische Territorium einfallen sollte, an der Schlacht teilnahm, habe ich beschlossen mich auch ein bisschen der Sache anzunehmen. Eine sehr anschauliche und detaillierte Beschreibung mit Fotos vom Schlachtfeld findet man auf einem sehr lesenswerten Blog hier: https://tabletopdeutschland.com/2015/07/02/die-schlacht-bei-lutter-am-barenberge/

Musketiere 1626 auf unserer Landlebenveranstaltung. - Musketeers in 1626 at our Landleben-event. (photo: S. Winter)


Since Cronberg's regiment, which was to invade the Hall territory in 1627, participated in the battle, I decided to delve into the subject myself. A very vivid and detailed description with photos of the battlefield can be found on a highly recommended blog here: https://tabletopdeutschland.com/2015/07/02/die-schlacht-bei-lutter-am-barenberge/


Eine Karte der Aufstellung beider Seiten für unser Spiel. Die präzise Positionierung einzelner Einheiten geht aus zeitgenössischem Kartenmaterial nicht hervor. - The map for our game. The precise position of the units is not visible in the contemporary maps. (Karte: André Hanselmann)


Um mich selber aber dann doch ein bisschen näher damit zu beschäftigen, habe ich mich bemüht ein Szenario für die Schlacht zu entwickeln. Die zeitgenössische Abbildung [1], die man meistens findet, stellt vor allem die Umgebung dar, aber das Schlachtgeschehen an sich viel zu schematisch mit nur 3 Reiterregimentern auf ligistischer Seite beispielsweise. Das zur ligistischen Armee wenig ergiebige Buch von Laurence Spring verzeichnet immerhin bei jedem der Regimenter, welches bei Lutter dabei gewesen sein soll "Lutter". Da Spring auch zahlreiche Orte falsch geschrieben hat [2] und mehrfach Verwechslungen aufzusitzen scheint, sind die Angaben leider mit Vorsicht zu genießen [3]. Grob skizziert der Youtube-Kanal SandRhoman den Ablauf der Ereignisse [4]. Da die Autoren immerhin selbst fließend Deutsch sprechen, scheinen sie die vorhandenen Quellen angemessen ausgewertet zu haben. Ähnlich wie in der zeitgenössischen Abbildung, die ich bereits erwähnte, stehen sich beide Armeen frontal gegenüber und es scheint sich um eine klassische Schlacht zu handeln, nur dass sich König Christian IV. (1577-1648) am 27. August mit dem Abzug des Trosses beschäftigte, statt den Fokus auf die Schlacht zu lenken.

 

Bei uns nahm diese verhältnismäßig kleine Schlacht nahm unseren ganzen Wohnzimmertisch ein. - The small battle used our whole table of our living room. (photo: C. Hanselmann)

 

To delve a little deeper into the subject myself, I attempted to develop a scenario for the battle. The contemporary illustration [1] that is most commonly found primarily depicts the surroundings, but the battle itself is far too schematic, showing, for example, only three cavalry regiments on the Catholic League side. Laurence Spring's book, which offers little information on the Catholic League army, at least lists "Lutter" for each of the regiments that supposedly participated at Lutter. However, since Spring also misspelled numerous places [2] and seems to have made several errors, his information should unfortunately be treated with caution [3]. The YouTube channel SandRhoman provides a rough outline of the events [4]. As the authors themselves are fluent in German, they appear to have adequately evaluated the available sources. Similar to the contemporary illustration I mentioned earlier, both armies are facing each other head-on and it appears to be a classic battle, except that on August 27th King Christian IV (1577-1648) was preoccupied with the withdrawal of the baggage train rather than focusing on the battle.

Am linken Flügel sind die Reiter unter Fuchs von Bimbach bei uns ungewöhnlich erfolgreich, nachdem die ligistische Artillerie die dänischen Geschütze beinahe allesamt zum Schweigen gebracht hat. - At our left wing the riders under Fuchs of Bimbach was unusually successful after the League's artillery have nearly silenced the Danish guns. (photo: C. Hanselmann)


Mittwoch, 19. August 2026

Fleurus 1622 - zweiter Versuch - a second attempt

Nachdem wir die Schlacht bei Fleurus schon einmal betrachtet haben [1], sind wir dahin zurück gekehrt v.a. weil sich PML [2] für uns beispielsweise bei unserem Spiel von Lutter am Barenberge [3] bewährt hat. Wir haben versucht auch durch dergleichen wie die Caracole in PML für den Einheitentyp "Trottters" (Arkebusiere und Kürassiere) ein Charakteristikum der Schlacht wie wir es von dem Gemälde von Snayers kennen [4] widerzuspiegeln.


Das gesamte Schlachtfeld betrachtet vom linken spanischen Flügel. - The battlefield from the left Spanish wing. (Foto: C. Hanselmann)

Having previously examined the Battle of Fleurus [1], we revisited it—primarily because the PML ruleset [2] had proven its worth for us, for instance in our game of Lutter am Barenberge [3]. We also sought to reflect a key characteristic of the battle—as known from the Snayers painting [4]—by incorporating elements such as the *caracole* into the PML rules for the "trotters" unit type (arquebusiers and cuirassiers).



Die Aufstellung der Heere habe ich teilweise den Karten entnommen, die man auch auf Wikipedia findet. Das Schlachtfeld habe ich bewusst einfach gehalten. Die Bezeichnungen der spanischen Einheiten besonders des Zentrums sind gut dokumentiert [5]. Auch sind mehrere Bücher in den letzten Jahren zu dem Thema erschienen [6] [7]. Sehr inspirierend fand ich auch die Darstellung der Schlacht auf dem Blog "Le Coq Fou" [8]. Dort sieht man auch den Versuch die Namen der niederländischen Regimenter widerzugeben. Mansfelds und Christian von Braunschweigs Regimenter waren ja bspw. bei Höchst überwiegend aufgerieben worden. Ich selbst habe mich ein wenig wegen Mingolsheim mit den Namen der Mansfelder Regimenter beschäftigt wie dem Neuen Englischen Regiment (zu Fuß) [9]. 

Ein Blick vom Flügel des Tollen Halberstädters. - A view from the wing of the Mad Halberstädter. (photo: F. Hanselmann)

I derived the army deployments partly from maps that can also be found on Wikipedia. I deliberately kept the battlefield layout simple. The designations of the Spanish units—particularly those in the center—are well documented [5]. Several books on the subject have also been published in recent years [6] [7]. I also found the depiction of the battle on the "Le Coq Fou" blog [8] very inspiring; it includes an attempt to list the names of the Dutch regiments. For instance, the regiments belonging to Mansfeld and Christian of Brunswick had largely been destroyed at Höchst. I had previously looked into the names of Mansfeld's regiments—such as the New English Regiment (infantry)—in connection with the Battle of Mingolsheim [9].


Die Schlacht begann mit Caracoles durch Gauchiers schwere Reiter. Derweil wurde das Gehöft von meinen kommandierten Schützen besetzt. - The battle started with the caracoles of Gauchier's heavy horse. Meanwhile my Commanded Shot occupied the hamlet. (Foto: F. Hanselmann)

Montag, 10. August 2026

Spanische Musketiere für Córdoba! - Spanish Musketeers for Córdoba

Für den Fall, dass wir dieses Jahr nochmal Fleurus spielen sollten, habe ich einige spanische Musketiere bemalt, wofür ich ausschließlich Figuren von RedBox verwendet habe [1]. Als Quelle für die Fahne und die Kasocks nutzte ich ein Gemälde aus Rom [2], das ich in dem Buch zur Schlacht bei Waidhaus gefunden habe. Ich fand das Design besonders ansprechend, auch wenn man auf dem Bildausschnitt 3 verschiedene spanische [3] Uniformen erkennen kann [4]. 

Die Protze mit 6 Pferden. - The limber with 6 horses. (photo: F. Hanselmann)
 

In case we play Fleurus again this year, I have painted some Spanish musketeers, using exclusively figures from RedBox [1]. For the flag and the cassocks, I used a painting from Rome [2] that I found in the book about the Battle of Waidhaus. I found the design particularly appealing, even though three different Spanish [3] uniforms can be made out in the detail of the image [4].

 

Donnerstag, 30. Juli 2026

Fußvolk für den Kurfürsten von Bayern - More foot for the elector of Bavaria

Ich habe wegen unserer Erfahrungen zum ersten Mal Lutter am Barenberge zu spielen ein paar bayerische Pikeniere und abkommandierte Arkebusiere zu Fuß bemalt.

Die Pikeniere mit einer schönen Fahne [1]. - The pikemen with a nice flag [1]. (Foto: F. Hanselmann)

Based on our experiences playing the Battle of Lutter am Barenberge for the first time, I have painted a few Bavarian pikemen and detached arquebusiers on foot.


Die abkommandierten Schützen sind schön bunt geworden. - The commanded shot are very colourful. (Foto: F. Hanselmann)


Bei den Pikenieren habe ich die Figuren teilweise stark bearbeitet und Miniaturen von 3 verschiedenen Herstellern verwendet. Als Inspiration dienten mir Fotos von einigen Veranstaltungen.

For the pikemen, I heavily modified some of the figures and used miniatures from three different manufacturers. I drew inspiration from photographs of various events.

Die Pikeniere von hinten. - The pikes from behind. (Foto: F. Hanselmann)


Ebenso bunt kommen die Arkebusiere daher. Einer von ihnen hat einen Karabiner mit Radschloss. Der Anführer scheint ziemlich trinkfest zu sein [2]. Man kann diese Schützen gut daran erkennen, dass sie keine Gewehrgabeln haben. 

Bayerische Musketiere. - Bavarian musketeers. (Foto: F. Hanselmann)

The arquebusiers appear just as colorful. One of them carries a wheel-lock carbine. Their leader seems to hold his liquor quite well [2]. These marksmen are easily recognized by the fact that they do not carry musket rests.

Sie sind ziemlich bunt. - They are colourful. (Foto: F. Hanselmann)

 
Hinzu kamen schließlich noch einige Musketiere, die ähnlich buntscheckig ausfielen, auch wenn ich mich irgendwann nicht mehr so sehr an Fotos orientierte. Passend zu den Posen der Pikeniere feuern und laden die dazu gehörigen Musketiere, die mit den Pikenieren ein "Regiment" oder dergleichen bilden sollen, weshalb die Musketiere auch keine eigene Fahne erhaben haben, ja nichtmal einen Offizier. Für Pikeman's Lament ist das ja auch garnicht nötig, da meine Charaktermodelle dort ohnehin meistens deutlich erkennbar sind und wenn ich größere Schlachten wie Lutter am Barenberge mit dem Regelwerk spiele, werden die Musketiere auf kleinere Einheiten verteilt [3], weil ich hierfür keine so großen Tische wie für Honours of War [4] aufbauen mag. 

Der zweite Schwung von bayerischen Musketieren mit einer Fahne, die ich diesmal nicht selber gebastelt habe. [5] - The second wave of Bavarian musketeers with a flag not created by myself [5]. (photo: F. Hanselmann)


Finally, I added a few musketeers—who turned out just as motley in appearance—though I eventually stopped relying quite so heavily on photographs. To match the pikemen's poses, the corresponding musketeers are depicted firing and reloading; they are intended to form a single "regiment" (or similar formation) with the pikemen, which is why they lack their own standard or even an officer. This isn't strictly necessary for "Pikeman's Lament", as my character models are usually easily identifiable anyway; furthermore, when I play larger battles like Lutter am Barenberge using these rules, I distribute the musketeers across smaller units [3] because I don't want to set up tables as large as those required for "Honours of War" [4].
 

 

Montag, 20. Juli 2026

Tanzen verboten? - dancing forbidden?

 Ich habe bereits eine ganze Reihe zum Thema Tanzen hier auf dem Blog veröffentlicht [1]. Ich bin dieses Jahr (2025) bei der Recherche auf einen Fall einer Strafe für das Tanzen gestoßen, die ich sehr interessant fand. Am 16. Oktober 1745 wurde das "Weib" des Landtürmers aus Sanzenbach namens Wacker zu einer Strafe von 20 Schillingen vom Amtmann verurteilt, weil sie an einem Sonntag im "Commenthurhäuslein" getanzt habe. Es muss damals hoch her gegangen sein, denn der Sohn des Forstknechtes Bauer und der Landtürmer Wacker bekamen sich "um erst erwehnten weibs willen" in den "Haaren", wofür beide jeweils 1 fl 15 ß Strafe auferlegt bekamen [2]. Leider erfährt man nicht näher, was die Ursache war, warum sie sich in diesem Gebäude überhaupt aufhielt.

I have already published a whole series of posts on the subject of dancing here on the blog [1]. This year (2025), while conducting research, I came across a case involving a penalty for dancing that I found particularly interesting. On October 16, 1745, the wife of the rural watchman from Sanzenbach—a man named Wacker—was sentenced by the bailiff to a fine of 20 shillings for having danced in the "Commenthurhäuslein" on a Sunday. Things must have gotten quite rowdy on that occasion, for the son of the forester's assistant, Bauer, and the rural watchman, Wacker, came to blows "on account of the aforementioned woman," for which both men were each fined 1 florin and 15 shillings [2]. Unfortunately, the records do not provide any further details regarding the specific reason why she happened to be in that building in the first place.

Dieses abendliche Tanzen (Anno Domini 1734) wäre wohl auch vom Amtmann verboten worden, wenn er davon Wind bekommen hätte. - This evening dancing (Anno Domini 1734) would have been forbidden by the "Amtmann" if he would have get a notice... (Foto: C. Behnke)
 

Donnerstag, 9. Juli 2026

Württemberger & Haller Fußvolk

Passend zur Veranstaltung dieses Jahr [1] habe ich einen Trupp Württemberger Musketiere aufgestellt. Die Herausforderung war, dass ich nichts über eine Uniformierung der Württemberger Kompanien wusste. Zumindest rudimentär wie bei den hessischen Ausschusstruppen um 1600 [2] wäre eine Uniformierung ja durchaus plausibel.

Die Württemberger Musketiere. - The Württemberg musketeers. (Foto: F. Hanselmann)

 

In keeping with this year's event [1], I have fielded a squad of Württemberg musketeers. The challenge was that I knew nothing about the uniforms of Württemberg companies. However, some form of uniform—at least a rudimentary one, like that of the Hessian militia troops around 1600 [2]—would certainly be plausible.

Von hinten. - From behind. (Foto: F. Hanselmann)

 
Hatten sie sich hinter der Scheune versteckt? - Were they covered behind the barn? (Foto: F. Hanselmann)

 

Anders ist es bei den dazu passenden Haller Aufgebotstruppen. Die Städter hatten, wie bereits angedeutet, wahrscheinlich überwiegend Musketen [3]. Wie auf einer Stadtansicht von Hall von um 1640 zu sehen, trugen die Sieder bereits in der ersten Hälfte des 17. Jh. rote Wämser [4]. Daher repräsentieren bei den Figuren die Musketiere Haller Bürger und die Pikeniere Landleute, obwohl diese im Grunde genommen auch zu einem hohen Anteil Musketen oder Arkebusen hatten [5].

 

Die gesamten Truppen. - All of the troops. (Foto: F. Hanselmann)

The situation is different regarding the corresponding levy troops from Hall. As previously indicated, the townsmen were likely equipped predominantly with muskets [3]. As shown in a view of Hall dating from around 1640, the town's militia members were already wearing red doublets in the first half of the 17th century [4]. Consequently, among the figures, the musketeers represent citizens of Hall while the pikemen represent countrymen—even though, in reality, a large proportion of the latter were also armed with muskets or arquebuses [5].

 

Dienstag, 30. Juni 2026

More Musketeers to protect the king

I used the figures from the sets of Mounted Guards of the cardinal and Mounted Musketeers of the king to build a second unit of 6 musketeers on horses. This time they are in full swing with swords and hat in the air. Every classic cinematic version of Dumas' novel shows D'Artagnan and his friends in such a way although it doesn't really seem to be typical for these soldiers. 

One of them is firing his pistol. The equipment of the musketeers was very expensive. (photo: A. Hanselmann)

 

The most famous Musketeer Charles de Batz de Castlemore d'Artagnan was killed during the charge of his musketeers at Maastricht in 1673 on foot. Perhaps his remains were recently found in a church [1]. I can not swear that they never charged on horseback in such a way. But it should be very rare. Unfortunately all of the figures are missing their primary weapon: the musket. I would suppose that they wore them in the same way like the contemporary dragoons [2].

One of them has no cassock but a breastplate. One of them has very nicely sculpted hair. All of them should have muskets as you can see them on other figures. (photo: A. Hanselmann, 2026)

Unfortunately there are no servants on horseback in the set. We find them not only in the novel [3]. The Musketeers were nobles and even ordinary horse units had grooms for horses.

 

I love the details of the heads. As always with Sets by RedBox the horses could be looking better. There are no sacks or such details as we find them in the Set of Swedish cavalry by Revell. (photo: A. Hanselman, 2026)

 

There are two officers in the set of mounted Royal Musketeers which could be used as the Comte de Tréville [4] and his majesty himself.  

 

Samstag, 20. Juni 2026

The secret agent - p. 7 of our Dumas campaign

After the very bad luck during Kettie's ambush, I had the chance to get my revenge using "Pikeman's Lament" [1] shortly before our event in Wackershofen [2].

A long road is leading to the town. (photo: C. Hanselmann)

That was more of an typical adventure such as the secret meeting of the duke of Buckingham with the queen as we can see it in many versions of the Dumas-novel on screen [3]. We rolled for the building where a small treasure will be placed. We rolled a 5, which was a large building next to a small place where a small group of guards were waiting for trouble in the next tavern.

The faubourg of a larger French town. The two buildings in the foreground, the large building next to the spring, the small tavern, the house with the yellow roof and the large church could be used to hide the agent or the treasure. (photo: C. Hanselmann)


I had 3 units of the Cardinal's Guards on Foot. One of them had halberts only and ranked as aggressive Forlorn Hope. They were standing at one end of the Faubourg. Two units of guards are waiting at a gatehouse with a tiny troop on horseback [4]. I had two tasks: 1st to enter the building and bring the treasure to the gatehouse. 2nd to arrest the agent, which was hiding in one of the 6 buildings (Kettie decided in secret where he was). The game was to be end if both missions were either successfully ended or not possible any longer [5].


In turn 1 we missed our activation and therefore Kettie decided to leave the pub with the agent and to run down the road. We had a very different plan before turn 1 - to post one unit of our troops at every road and to search in every building with the fourth. But that was to be changed immediately. We send out our guards on horseback to shoot down the agent and the musketeers. (photo: C. Hanselmann)

 

Kettie had 6 brave guys to escort the agent out of the faubourg on one of the short roads. She would get 3 units of reinforcements (2 x Forlorn Hope and 1 x Veteran Dragoons) in turn 3. Therefore she could just let her agent in the building - it was the tavern - for the 3 turns with some danger that it would be the same building where my soldiers would enter for the treasure.


Regarding our task to arrest the agent - that was how far we came. Kettie could not know that we had our Special Mission "Draw no more than your handkerchief from your pocket" [6]. Therefore we decided to let Augustus von Wiesel himself to stay at the local garrision at the gate house. (photo: C. Hanselmann)

Dienstag, 9. Juni 2026

The cardinal and his friend

 I finally painted the last figures of the Set of Mounted Guards [1]. One of them obviously should be the comte de Rochefort - one of the major characters of Dumas' novel. He is the famous men from Meung. The figure has the same clothes like a gentleman in the set of guards on foot [2]. 

The comte de Rochefort is looking somehow strange because he never swings his sword in such a way in the novel. But the figure can be any other officer or civilian on horseback too. (photo: A. Hanselmann, 2026)



Freitag, 5. Juni 2026

Krieg und Durchzüge 1746 - war and armies on the road in 1746

Wir stellen ja dieses Jahr in Wackershofen sowohl die Gegend um Hall während des 30-jährigen Krieges als auch während des Österreichischen Erbfolgekrieges dar. Ähnlich wie 1626 waren auch 1746 der Austragungsort größerer Kampfhandlungen [1] oder kleinerer Gefechte [2][3] in der Gegend [4] in eine andere Region weiter gewandert. Dennoch erlebte man die Spuren des Krieges durch teils massive Truppendurchzüge. So findet sich ein österreichischer Offizier namens Auge, der mit seinen Truppen auf den iltalienischen Kriegsschauplatz wechselte und in dem Zuge im August 1746 durch Hall kam [5]. Leider weiß ich nicht, ob sie noch irgendeinen Einfluss auf die militärischen Ereignisse nach der Schlacht bei Rottofredo [6] hatten.

This year in Wackershofen, we are depicting the area around Hall during both the Thirty Years' War and the War of the Austrian Succession. Similar to 1626, in 1746 the focus of major battles [1] or minor skirmishes [2][3] in the area [4] had shifted to another region. Nevertheless, the effects of the war were still evident through the sometimes massive troop movements. For example, there is an Austrian officer named Auge, who moved with his troops to the Italian theater of war and passed through Hall in August 1746 [5]. Unfortunately, I don't know if they had any further influence on the military events after the Battle of Rottofredo [6].

 

Österreichischer Husar Anno Domini 1743. - An Austrian hussar on our Anno Domini 1743 event. (Foto: J. Krämer)


Anders als 120 Jahre zuvor finden wir allerdings keine Plünderungen oder Entwendung von Tieren in großem Maßstab, auch wenn wir es in kleinem Maßstab noch im Zusammenhang mit dem Gefecht bei Übrigshausen kennen, wo ein Bauer dazu kam, weil er seinem ihm entzogenen Pferd gefolgt war und dadurch in die Probleme der Landleute mit den Österreichern verwickelt wurde. Es wurden nicht nur Vorspanntiere oder Schlachttiere nicht entführt, sondern auch bei den durchmarschierenden Truppen und ihren Kommandeuren darauf geachtet selbst kleinere Rechnungen zu begleichen, selbst wenn jemand wie die "Amtmännin Wiblin" vom Magistrat für die Unterbringung eines Stabes eine größere Summe forderte und immerhin 40 Gulden erhielt [7]. 

Unlike 120 years earlier, we find no large-scale looting or theft of animals, although we do know of a small-scale instance in connection with the skirmish at Übrigshausen, where a farmer became involved because he had followed his stolen horse and thus became entangled in the problems of the local people with the Austrians. Not only were draft animals or animals destined for slaughter not stolen, but the passing troops and their commanders were also careful to settle even small bills, even when someone like the "village head Wiblin" demanded a larger sum from the magistrate for the accommodation of a staff and received a mere 40 guilders [7].

Bayerischer Offizier vom Leibregiment. - A Bavarian officer from the Leibregiment. (Foto: A. Jäger)


Donnerstag, 21. Mai 2026

"Vivaldi und ich" (Primavera)(2026)

Das Filmplakat zeigt im Hintergrund Anachronismen, im Vordergrund die beiden absoluten Hauptfiguren. - The poster of the movie let you see some anachronisms in the background and the main characters in the foreground. (photo: A. Hanselmann)

 

Es ist faszinierend, dass just in dem Jahr nachdem wir selbst in Venedig waren [1] ein großer Film, der in der Lagunenstadt spielt, in die Kinos kommt. Obendrein ist es auch von daher reizvoll, da unsere diesjährige Veranstaltung in Wackershofen in den 1740ern angesiedelt ist - der Zeit also, als Vivaldi gerade erst verstorben war. In Venedig begegnet man Vivaldi auf Schritt und Tritt, überall hört man jemanden aus den "Vier Jahreszeiten" eine Passage spielen, es gibt Gebäude, die Plaketten haben, die auf seine Lebensphasen hinweisen. Venedig ist natürlich ebenso die Stadt Casanovas über dessen Leben ich momentan lese [2], über den es in letzter Zeit aber keine gelungenen Filme gab [3]. 

It is fascinating that, in the very year following our own visit to Venice [1], a major film set in the Lagoon City is hitting theaters. Moreover, this is particularly intriguing given that our event in Wackershofen this year is set in the 1740s—precisely the era when Vivaldi had just passed away. In Venice, one encounters Vivaldi at every turn; everywhere you go, you can hear someone playing a passage from "The Four Seasons", and buildings bear plaques marking the various stages of his life. Venice is, of course, also the city of Casanova—whose life I am currently reading about [2], though there have been no successful films about him in recent times [3].

Venedig am Abend. Ein Blick auf San Giorgio Maggiore von San Zaccharia aus gesehen. - Venice in the evening. A view from San Zaccharia at San Giorgio Maggiore. (photo: C. Hanselmann)

Dienstag, 19. Mai 2026

Schlägereien und Schimpfreden 1745/46 - Brawling and rants in 1745/46

Man findet immer wieder Beispiele von Schlägereien wegen Nichtigkeiten und von verschieden gravierendem Ausgang. Je nach Schwere der Verletzungen richtete sich auch die Strafe wie bei einem David Bölz aus Bibersfeld, der einen Michel Kübler aus dem selben Dorf im dortigen Wirtshaus so hart geschlagen hatte, dass er eine Strafe von 3 fl aufgebrummt bekam [1]. In Rieden hat ein Bauer einen anderen des Holzdiebstahls bezichtigt und wurde dafür zu einer höheren Strafe (1 fl.) verurteilt, als der somit Geschädigte (20 ß Strafe), der im Gegenzug seinem Widersacher eine "Maulschelle" verabreichte [2]. 

Ohrfeigen, damals "Maulschelle" genannt, waren sehr üblich und führten auch bei einem Riedener namens Hans Jörg Sanwald [3] nebst Schmähungen zu einer Geldstrafe von 1 fl [4].

Examples of brawls over trivial matters, with varying degrees of severity, are frequently found. The punishment depended on the severity of the injuries, as in the case of David Bölz from Bibersfeld, who beat Michel Kübler, also from Bibersfeld, so severely in the local inn that he was fined 3 florins [1]. In Rieden, a farmer accused another of stealing wood and was sentenced to a higher fine (1 florin) than the alleged victim (20 shillings), who retaliated by slapping his adversary [2].

Slaps, then called "Maulschelle" (literally "mouth slaps"), were very common and, along with insults, resulted in a fine of 1 florin for a resident of Rieden named Hans Jörg Sanwald [3] [4].

 

Das Holz wurde nicht durch einen Holzdiebstahl erworben - versprochen. - The wood is not stolen - promised. (Foto: C. Behnke, 2024)


Hochzeiten sind oft Anlässe für größere Schlägereien und Beschimpfungen wie auf der des Schultheißen Hans Jörg [5] Mugler in Rieden 1745. Als dieser nämlich wider der Polizeiordnung [6] seine Trauerzeit nicht beachtete und die Magd des Jörg Michel Blözen ein Eheversprechen gab, führte sich Hans Jörg Alho nicht nur "unzüchtig und ärgerlich" auf, sondern schlug auch den Schmied Bohler blau wie es dort heißt. Im Gegenzug hatte sich der Schwiegervater des Bräutigams, nämlich besagter Schmied aus Uttenhofen, auch nicht eben besser aufgeführt und Alho "auf den Kopf geschlagen, und die Haar ausgeropfet" [7].

Es nimmt etwas wunder, dass jemanden zu schlagen dasselbe Strafmaß hatte wie Beschimpfungen. So hat der Untertan Michael Deininger aus dem kleinen Weiler Röthenhof seine Nachbarin, "Johann Georg Schneiders Weib", geschlagen und musste ebenso nur 1 Gulden zahlen [8] wie ein Bibersfelder Einwohner, der den ihm vorgesetzten Schultheißen "ohnerfindlich bezichtigt" hatte etwas begangen zu haben, was offenbar auch unter Schimpf abgehandelt wurde [9].

 

Weddings are often occasions for major brawls and insults, as was the case at the wedding of Mayor Hans Jörg Mugler in Rieden in 1745. When Mugler disregarded the police regulations [6] and the maid of Jörg Michel Blözen made a promise of marriage, Hans Jörg Alho not only behaved "indecently and offensively," but also, as the record states, beat the blacksmith Bohler black and blue. In return, the groom's father-in-law, the aforementioned blacksmith from Uttenhofen, had behaved no better, striking Alho "on the head and pulling out his hair" [7].

 It is somewhat surprising that striking someone carried the same penalty as insults. Thus, the subject Michael Deininger from the small hamlet of Röthenhof beat his neighbor, "Johann Georg Schneider's wife", and only had to pay 1 gulden [8], as did a resident of Bibersfeld who had "unbelievably accused" the mayor in charge of him of having done something, which was apparently also dealt with under insults [9].

 

Dem Bräutigam mit dem Dreispitz hier im Bild wurden gewiss nicht die Haare ausgerupft! - The groom in this picture with the tricorn lost not his hair because it was plucked out! (Foto: S. Winter, 2018)

Nicht immer führten Beschimpfungen zu Schlägereien wie im Falle von Muglers Hochzeit, sondern viele mündeten nur in geringen Amtsstrafen wie bei Hans Jörg Schwarzer aus Westheim, der Conrad Hofmann "geschmäht" hatte, wobei sich bei der Streiterei scheinbar ein Wort das andere gab, so dass beide 1 Gulden Strafe zahlen mussten [10] - immerhin mehr als für unerlaubtes oder zu langes Tanzen [11].

Interessant wird es, wenn wir erfahren, warum jemand geschmäht wurde. So kamen sich der Comburger Untertan Kurtz aus Hagenbach und Johann Georg Haas, der "Ziegler" gewesen sei "wegen Abgrabung eines UnterRains" ins Gehege, weshalb Haas den Comburger Untertan schmähte und im Gegenzug als "4 fachen Schelmen" bezeichnete, was scheinbar so schwer wog, dass Kurtz 15 ß mehr als Haas zahlen musste [12].

Insults didn't always lead to brawls, as in the case of Mugler's wedding; many resulted only in minor fines, as in the case of Hans Jörg Schwarzer from Westheim, who had "insulted" Conrad Hofmann. During the argument, one word apparently led to another, so that both had to pay a fine of 1 gulden [10] – still more than for unauthorized or excessively long dancing [11].

It becomes interesting when we learn why someone was insulted. For example, the Comburg subject Kurtz from Hagenbach and Johann Georg Haas, who was a "bricklayer," got into a dispute "over the digging of a lower ravine." Haas insulted the Comburg subject and, in turn, called him a "fourfold scoundrel," which apparently carried so much weight that Kurtz had to pay 15 shillings more than Haas [12].


Ein Amtmann mit seinem Amtsschreiber in Kleidung der 1740er. - The "Amtmann" with his secretary in typical 1740s clothes. (Foto: C. Hanselmann, 2014)

Mittwoch, 13. Mai 2026

"Rose" 2026

Ich habe mir vorgenommen, diesen Film anzuschauen, weil er am Ende des Dreißigjährigen Krieges spielen soll, auch wenn die Trailer durch die dort erkennbaren Kostüme in der Hinsicht nicht ganz eindeutig waren. Immerhin sieht man dort eher die Epoche als in dem 2024 erschienenen "Des Teufels Bad", wo die Kostümierung eher nach modernem Theater aussah mit Sachen vom 17.-20. Jh. und Szenen im Trailer, die schon eher an eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft im 20. Jh. erinnerten, als an die Schweiz mit spezifischer Tracht um die Mitte des 18. Jahrhunderts [1]. Vorab kursierten Gerüchte, dass die Hintergrundgeschichte zu "Rose" eher die des Anastasius Rosenstengel bzw. Catharina Margaretha Linck (1687-1721), auch wenn diese im 18. Jahrhundert als Soldat diente [2]. Ich habe dazu schon aufmerksam einen Podcast gehört [3].

I resolved to watch this film because it is reportedly set at the end of the Thirty Years' War—even if the trailers, judging by the costumes visible therein, were not entirely unambiguous in this regard. At the very least, the historical era is more discernible here than in the 2024 release "Des Teufels Bad", where the costuming looked more like modern theater—featuring garments spanning the 17th through 20th centuries—and where scenes in the trailer were more reminiscent of a 20th-century agricultural production cooperative than of 18th-century Switzerland with its specific traditional dress [1]. Prior to its release, rumors circulated that the backstory for the character "Rose" was actually based on that of Anastasius Rosenstengel—or rather, Catharina Margaretha Linck (1687–1721)—even though the latter served as a soldier in the 18th century [2]. I have already listened attentively to a podcast discussing this very topic [3].

Plakat am Kino mit der Hauptdarstellerin Sandra Hüller. - A poster at the cinema with the lead actress Sandra Hüller. (Foto: André Hanselmann)


Prinzipiell kann man sagen, dass es im Dreißigjährigen Krieg, weil es sich noch nicht um Stehende Heere handelte, wahrscheinlich einfacher war sich als Frau im Militär unterzumischen. Es war ja im 30-jährigen Krieg in der Regel [4] ein Heer, das ganz auf Freiwilligkeit beruhte. Dennoch haben wir neben Linck noch weitere zeitgenössische Beispiele von Frauen, die im Spanischen Erbfolgekrieg mitkämpften. "Me and Marlborough" [5] thematisierte auf komödiantische Weise eine Frau, die ihrem Mann in den Krieg folgte und orientierte sich teilweise an einer historischen Person [6]. Von daher ist eine Frau als Soldat in der Epoche nichts so unglaublich neues für das Kino.

Broadly speaking—since the armies of the Thirty Years' War were not yet standing armies—it was likely easier for a woman to blend in within the military ranks during that conflict. After all, armies during the Thirty Years' War were typically [4] based entirely on voluntary enlistment. Nevertheless, beyond the case of Linck, we have other contemporary examples of women who fought in the War of the Spanish Succession. The film "Me and Marlborough" [5] humorously depicted a woman who followed her husband to war, drawing inspiration in part from a historical figure [6]. Consequently, the portrayal of a woman as a soldier in this era is not an entirely novel concept for cinema.

Sonntag, 10. Mai 2026

Der Zöllner und die zehn Musketiere - The customs officer and the ten musketeers. P. 3

Am Sonntag gingen wir wieder zu der Andacht, wobei nicht unerwähnt blieb, dass sich die Zahl der Musketiere verringert hatte, was ich natürlich auf die derzeit wütende Pestilenz [1] schob. Direkt danach übten wir uns auf der "Straße" vor dem Haus des Weinbauers im Tanzen, was ein großer Spaß war.

Wir tanzen auf der "Straße". - We are dancing in the street. (photo: M. Leyendecker)


On Sunday we went to the service again, and it was mentioned that the number of musketeers had decreased, which I naturally attributed to the plague currently raging [1]. Immediately afterwards, we practiced dancing on the "street" in front of the winegrower's house, which was great fun.

Nach der Andacht wurde die Tanzmusik eingeübt. - After the services we practiced the dancing music. (photo: M. Leyendecker)

Vor unserem Wirts- und Zollhaus wurde nicht nur getanzt, sondern auch gekegelt, mit hölzernen Schwertern und Degen gefochten, Karten gespielt und was sonst noch zu einer Kirmes gehört. Vor allem kurz nach dem Tanzen war es ein sehr buntes Treiben. 

In front of our inn and customs house, people not only danced, but also bowled, fenced with wooden swords and rapiers, played cards, and did all the other things that belong to a fair. Especially right after the dancing, it was a very lively and colorful scene.

Aufgestellt zum Tanzen vor dem Zollhaus. - Positioned for dancing in front of the customs house. (Foto: Stefan Winter)

Auf der Kirmes. - At the fair. (photo: Stefan Winter)

Der Weinbauer schlägt die Trommel. - The winemaker is beating the drum. (photo: R. Mahr)


Anschließend konnte man mehr über das Zollhaus erfahren und die verbliebenen Musketiere schossen auf eine improvisierte Schützenscheibe. 

Der Korporal macht sich mit dem neuen Ziel auf den Weg. - The corporal with his new target. (photo: S. Winter)

Afterwards, one could learn more about the customs house, and the remaining musketeers shot at an improvised target.