Mittwoch, 8. Februar 2023

Camposanto 8.2.1743

Der Österreichische Erbfolgekrieg in Italien begann mit einer Invasion der spanischen Armee unter dem Herzog von Montemar (1671-1747), dem wir nächstes Jahr wieder begegnen werden [1]. Wie auch sein Nachfolger stand Montemar rasch vor den größten Hindernissen, da schlichtweg die Versorgung einer größeren Armee auf die Distanz zum heimatlichen Territorium schwierig war. Montemar wurde wegen seines aus Sicht der spanischen Herrschenden zu zögerlichen Vorgehensweise seines Postens enthoben und durch den Comte de Gages (1682-1757) ersetzt, der sich natürlich auch mit den selben Verlegen konfrontiert sah. Von der stattlichen Armee von 50.000 Mann, die 1741 nach Italien gesendet worden war, standen de Gages an diesem 8. Februar 1743 nach Abzug von zurückgelassenen Garnisonen, Desertion und weiteren Ereignissen in dieser ihrer ersten Schlacht noch etwa 14.000 zur Verfügung.

Die Anfangsaufstellung. Traun, gespielt von mir, hat seinen schwachen rechten Flügel vorrücken lassen. Man erkennt den Abzug des Trains im Vordergrund. - Initial deployment. Traun played by myself had ordered his weaker right wing to move forward. You can notice the withdrawal of the baggage train in the foreground. (photo: Cecilia Hanselmann)


The War of the Austrian Succession in Italy began with an invasion by the Spanish army under the Duke of Montemar (1671-1747), whom we will meet again next year [1]. Like his successor, Montemar quickly faced the greatest obstacles, simply because it was difficult to supply a larger army at a distance from home territory. Montemar was relieved of his post because of his hesitant approach from the point of view of the Spanish rulers and replaced by the Comte de Gages (1682-1757), who of course also faced the same embarrassment. Of the impressive army of 50,000 men that had been sent to Italy in 1741, de Gages still had about 14,000 at their disposal on February 8, 1743, after deduction of garrisons left behind, desertion and other events in this their first battle.

Sehr vereinfachte Karte der Schlacht bei Camposanto - eine der kleineren des Krieges in Italien. - Very simplified map of the battle of Camposanto which was one of the smaller battles of the war in Italy. (Karte copyright: André Hanselmann)


Auf der anderen Seite stand Feldmarschall Otto Ferdinand von Traun (1677-1748). Dieser Heerführer zeichnete sich dadurch aus seine Truppen nicht zu riskieren und der Feldzug 1742 gab seiner Vorgehensweise im Grunde Recht. Das auf der Seite Frankreichs stehende Modena war ohne eine große Waffentat und ehe die spanische Armee eingreifen konnte schon 1742 als Kontrahent ausgeschieden und der Herzog Francesco III. d'Este (1698-1780) vertrieben worden. Für den gesamten Krieg war das Ausfallen der kleinen Armee Modenas nur eine Randnotiz, für das Kriegsglück Spaniens bis zum größeren Engagement Frankreichs auf dem italienischen Kriegsschauplatz aber regelrecht typisch. Auch Traun saß aber mit der Zeit eine ungeduldige Führung im Rücken, die ihn dazu drang de Gages anzugreifen. Die Gelegenheit bot sich, als de Gages dazu drängen ließ den Panaro zu überqueren.

Die Schlacht berginnt bei uns mit heftigen Salven. Die piemontesisch-österreichischen Truppen müssen hohe Verluste einstecken. De Gages schickt seinen rechten Kavallerieflügel gegen Payersbergs Kavallerie trotz des durch Teiche durchschnittenen Geländes nach vorne. - The battle begins with heavy firefights. The Piedmont-Austrian troops suffer heavy losses. De Gages sends his right wing of cavalry forward against Payersberg although the terrain is difficult with ponds. (photo: Cecilia Hanselmann)

 

On the other side stood Field Marshal Otto Ferdinand von Traun (1677-1748). This military leader was characterized by not risking his troops and the campaign of 1742 basically proved his approach right. Modena, which was on the side of France, was eliminated as an opponent in 1742 before the Spanish army could intervene and without any great deeds of arms and Duke Francesco III. d'Este (1698-1780) were expelled. The failure of Modena's small army was only a side note for the entire war, but was downright typical of Spain's wartime fortunes up until France's major involvement in the Italian theater of war. Over time, however, Traun also had impatient leadership behind him, which pushed him to attack de Gages. The opportunity presented itself when de Gages was urged to cross the Panaro.

Etwas arg übermotiviert stürzten sich die Dragoner unter Payersberg auf die vor ihnen stehenden Gegner wie die spanischen Carabineros Reales, aber auch auf geordnete spanische Infanterie. Die Folge war, dass die Hälfte von Payersbergs berittenen in die Flucht geschlagen wurde. Immerhin hatten auch die Spanier einige Verluste. - Somehow too much motivated Payersberg's dragoons charged into their opponents such as the Spanish Carabineros Reales but  in well positioned Spanish infantry too. The outcome of that charge was, that Payersberg lost half of his mounted troops routed. At least the Spanish had some losses too in this turn. (photo: Cecilia Hanselmann)



Donnerstag, 2. Februar 2023

Die Ligaregimenter in Schwaben - The regiments of the League in Swabia 1622/23

Der Grund für die Anwesenheit der württembergischen Kompanien im hälllischen Territorium war ja der Durchmarsch beziehungsweise die Einquartierung von Truppen der Liga in der Gegend. Wahrscheinlich hat Johann Friedrich von Württemberg (1582-1628) überhaupt nur die Übernahme von einem Teil der Söldner, die ihm als Kommandeur im Unionsheer unterstanden, in die Streitkräfte des Schwäbischen Kreises weil er mit der Bedrohung durch die Armee der Liga argumentieren konnte. 

Ich will mich hier aber auf die Einquartierungen im Umkreis von Schwäbisch Hall fokussieren, auch wenn man die Lage im gesamten Schwäbischen Kreis nicht außen vor lassen darf. 

The reason for the presence of the Württemberg companies in Hall's territory was the fact that League troops were marching through or billeting in the area. Johann Friedrich von Württemberg (1582-1628) probably only allowed some of the mercenaries who were under his command in the Union army to be taken over by the armed forces of the Swabian District because he could argue with the threat posed by the army of the League. 

However, I want to focus on quartering in the Schwäbisch Hall area, even if the situation in the entire Schwäbisch district should not be ignored.

Einquartierte Spanier 1619 auf unserer Landleben-Veranstaltung 2019. - Spaniards in their quartes in 1619 on our "Landleben"-event in 2019. (photo: Milan Madlenak)


Württemberg hatte ebenso wie Schwäbisch Hall bereits unter Einquartierungen beider Seiten gelitten. Der Durchzug der spanischen Truppen ist auch gewiss schmerzlich in Erinnerung geblieben [1]. Diese suchten im Oktober 1621 auch die nördlichen Teile Württembergs heim [2]. 

Württemberg, like Schwäbisch Hall, had already suffered from billeting on both sides. The passage of the Spanish troops is certainly painfully remembered [1]. In October 1621, they also visited the northern parts of Württemberg [2].


Plündernde Ligatruppe 1622 auf unserer Landleben-Veranstaltung 2022. - Plundering League troops in 1622 on our "Landleben"-event in 2022. (photo: Stefan Winter)

Mittwoch, 11. Januar 2023

Die einquartierten Württemberger 1622/23 - The soldiers from Württemberg in winter quarters

2023 wollen wir auf unserer Veranstaltung wieder das Thema Einquartierung ins Visier nehmen. Diesmal soll es aber weniger um Halls Gegenmaßnahmen gehen sondern um die Truppen, die einquartiert wurden. Chronologisch passend, wollen wir uns zuerst den Truppen zuwenden, die im Frühjahr 1622 nach Hall kamen. Es handelte sich dabei um zwei Kompanien Kreistruppen wie es bei Riegler heißt[1]. Nachdem das herzogliche Angebot 150 Mann zu stellen im April eingegangen waren, kamen zwei Kompanien am 22. Mai 1622 in Schwäbisch Hall an. Aus nicht näher bekannten Gründen zog eine der Kompanien bereits im Juli wieder ab, während die andere im Hällischen überwintern sollte. Details über die Einquartierung der Württemberger sind leider in Hall scheinbar verloren gegangen. Ihre Aufgabe die hällischen Bürger und Untertanen vor Plünderungen der durchziehenden ligistischen Truppen bewahrt zu haben, können die wenigen Württemberger wohl kaum erfüllt haben, denn sie standen mindestens 2.000 Mann zweier ligistischer Regimenter gegenüber. Wir wissen nicht wieviele die Württemberger über die Monate bis zum Abzug der Kompanie im Folgejahr waren. Gerhard Fritz berichtet von immerhin 23 "weiterer Leutnants, Fähnriche, Feldwebel, Capitaines des armes, Sergeanten und Korporale" die im Laufe des Jahres 1624/25 zur Kompanie unter Hans Hammer gekommen sein sollen [2] Die Sollstärke der Kompanien hatte nach einer Reduktion 1624 100 Mann plus 12 Mann Stab betragen [3]. Zwar sollten laut Beschluss vom Juni 1622 4 Regimenter Landesauswahl zu jeweils 10 Kompanien mit einer Kompaniestärke von 300 Mann gebildet werden [4] - aber inwiefern eine so stattliche Größe der Kompanien erreicht werden konnte, scheint recht fraglich. Außerdem dürfte es sich bei der Kompanie in Hall um Söldner gehandelt haben, weil Riegler ausdrücklich Kreiskompanien erwähnt, welche wohl die aus Unionsdiensten in die Dienste des Kreises übergegangene professionellen Truppen gewesen sein dürften [5]. Der in Hall als Kapitänleutnant bezeichnete Hans Hammer wird zwar in den hällischen Quellen als "von Marbach" benannt [6], was daraufhin deuten könnte, dass er adelig war. Wahrscheinlicher ist aber, dass er einfach nur aus Marbach stammte, denn seine Kompanie war die des Amtes Marbach im württembergischen Herzogtum [7].

In 2023 we want to focus on the topic of quartering again at our event. This time, however, it is less about Hall's countermeasures and more about the troops that have been billeted. In chronological order, let us first turn to the troops that came to Hall in the spring of 1622. It was about two companies of district troops as it is called by Ritter[1]. After the ducal offer to provide 150 men had been received in April, two companies arrived in Schwäbisch Hall on May 22, 1622. For reasons that are not known, one of the companies withdrew in July, while the other was to spend the winter in Hall. Unfortunately, details about the billeting of the Württembergers have been lost. The few Württembergers could hardly have fulfilled their task of protecting the citizens and subjects of Hall from plundering by the League troops passing through, because they faced at least 2,000 men from two regiments of the League. We do not know how many the Württembergers were over the months until the company left the following year. Gerhard Fritz reports at least 23 "additional lieutenants, ensigns, sergeants, captains des armes, sergeants and corporals" who are said to have joined Hans Hammer's company in the course of the year 1624/25 [2]. After a reduction in 1624, the target strength of the companies was 100 men plus 12 men [3]. According to the decision of June 1622, 4 regiments of state selection should be formed of 10 companies each with a company strength of 300 men [4] - but to what extent such an impressive size of the companies could be achieved seems quite questionable. In addition, the company in Hall may have been mercenaries, because Riegler expressly mentions district companies, which may well have been professional troops transferred from Union services to the services of the district [5]. Hans Hammer, described in Hall as a lieutenant captain, is named "von Marbach" in the Hall sources [6], which could indicate that he was a nobleman. However, it is more likely that he simply came from Marbach, because his company was that of the Marbach district in the Duchy of Württemberg [7].

"Soldat mit Lanze" - das Hällisch Fränkische Museum, welches diese Kachel aus dem 17.Jh. in eine Beziehung zum Porträt des Martin Schenk von Nideggen sieht, hält es aber auch für möglich, dass der Hafner möglicherweise nur einen Hauptmann darstellen wollte. [8] - "Soldier with a lance" - the Hällisch Fränkische Museum brings this tile in a relation with a portray of Martin Schenk of Nideggen although it can be possible that the potter only wanted to show a proud captain. (photo: Cecilia Hanselmann)

Leider wissen wir nicht viel näheres über die württembergische Kompanie für diese Monate des Garnisonsdienstes. Immerhin hat sich aber Gerhard Fritz in einer Publikation intensiv mit den württembergischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg beschäftigt. Bei Hans Hammer wissen wir ein wenig über seinen familiären Hintergrund. Im 16. Jh. war ein Jakob Hammer Untervogt in Leonberg und ein weiterer Hammer nämlich Philipp Hammer Vogtsamtsverweser in Göppingen [9]. Auch wenn uns für etliche Jahrzehnte Hinweise zu weiteren Familienmitgliedern fehlen, passen diese Verwaltungsposten gut zu dem, was auch im Hällischen in der Frühen Neuzeit oft der Hintergrund der späteren Offiziere des hällischen Kreiskontingents waren, welche dann aus dem Patriziat und der Beamtenschaft bis hin zu namenhaften Ratsfamilien stammten [10]. Bei den Mannschaften dürfte es sich um Musketiere gehandelt haben, wenn man dies von Hammers Kompanie wie sie sich 1624 darstellt [11] auf die Truppe von 1622/23 überträgt. Hammers Kompanie von denen ein guter Teil schon 1622 gedient haben dürfte ist in ihrer Herkunft der Mannschaften von 1624 recht gut überliefert. Nicht einmal die Hälfte stammte aus Württemberg. Die Meisten der anderen kamen aber aus dem Schwäbischen [12]. Typisch für Söldner war der berufliche Hintergrund soweit auffindbar. Das Soldatenhandwerk war unter Bauern unbeliebt - nur ein einziger der verifizierbaren Söldner 1624 war zuvor Bauer, während die meisten anderen Handwerker v.a. aus dem Textilbereich waren [13]. Es kann nicht überraschen, dass diejenigen, welche zuvor bereits gedient hatten, oftmals unter dem Mansfelder [14] gestanden haben [15]. 

Unfortunately we do not know much more about the company from Württemberg for these months of garrison service. Nevertheless, Gerhard Fritz dealt intensively with the Württemberg troops in the Thirty Years' War in a publication. About Hans Hammer we know a little bit about his family background. In the 16th century, Jakob Hammer was sub-vogt in Leonberg and another Hammer, namely Philipp Hammer, was administrator in Göppingen [9]. Even if we have no information about other family members for several decades, these administrative posts fit well with what was often the background of the later officers of Hall's contingent in the early modern period, who then came from the patriciate and the civil service up to well-known Council families originated [10]. The teams must have been musketeers, if one transfers this from Hammer's company as it appears in 1624 [11] to the troops of 1622/23. Hammer's company, a good part of which may have served as early as 1622, has been handed down quite well in terms of the origin of the teams from 1624. Not even half came from Württemberg. Most of the others, however, came from Swabia [12]. The professional background was typical for mercenaries as far as they could be found. The soldier's trade was unpopular among farmers - only one of the verifiable mercenaries in 1624 had previously been a farmer, while most of the other craftsmen were mainly from the textile sector [13]. Not surprisingly, those who often had previously served under the command of the count of Mansfeld [14] [15].

Ausschuss aus dem Hällischen mit Langspießen. - Militia from the territory of Hall with long pikes. (photo: Stefan Winter, 2022)

Man kann für die Hällischen Bürger und Untertanen nur hoffen, dass sich die Württemberger besser im Hällischen als in Schwäbisch Gmünd 1619 aufführten, wo die übel behandelten Einwohner dazu gezwungen wurden den Einquartierten zu attestieren, dass sie sich wohl verhalten hätten [16]. Immerhin gab es auf Seiten der württembergischen Führung das Einsehen, dass man die Disziplin der eigenen Truppen auch schärfer untersuchen musste und es wurden strenge Maßnahmen beschlossen. Das kam nicht von Ungefähr, denn in dem Rescript heißt es, dass es wohl auch welche "von den Unsern", welche die württembergischen Untertanen aber auch "frembde Personen (darunter sich auch Fuhrleut befunden" auf den Straßen überfallen und ausgeraubt hätten [17].  

One can only hope for the Hällische citizens and subjects that the Württembergers behaved better in the territory of Hall than in Schwäbisch Gmünd in 1619, where the badly treated inhabitants were forced to certify to those quartered that they had behaved well [16]. At least the Württemberg leadership realized that the discipline of their own troops had to be examined more closely, and strict measures were decided upon. That was no coincidence, because the rescript states that there were also some "of our own" who attacked and robbed the Württemberg subjects but also "foreign persons (including carters)" on the roads [17].

Muskete & Stützgabel (Nürnberg 1630), Pulverflasche und Pulverkapseln aus dem 17. Jahrhundert. Solche Dinge gehörten wohl zur Ausrüstung der württembergischen Musketiere im Hällischen. - Musket & support (Nuremberg 1630), powderflask and powder capsules from the 17th century. Such things were part of the equipment of Württemberg's musketeers in the territory of Hall. (photo: Cecilia Hanselmann, Wehrgeschichtliches Museum Rastatt)

Sonntag, 1. Januar 2023

Jahresausklang und Blick zurück - End of the year and a look back

Dieses Jahr hat uns endlich wieder ermöglicht beide Veranstaltung der Reihen Landleben- und Anno-Domini durchzuführen. Beide Veranstaltungen haben noch wegen der Lage und auf Wunsch des Museums ohne gedrucktes Programm mit festen Zeitpunkten für Spielszenen stattgefunden. Dennoch hatten wir auf den zwei Veranstaltungen soviele Besucher wie lange nicht mehr, was uns sehr gefreut hat. Ich will da auch garnicht soviel drauf eingehen, weil man die Veranstaltungsberichte ja auf unserem Blog nachlesen kann [1] [2]. 

This year has finally enabled us to hold both events in the Landleben and Anno-Domini series again. Due to the location and at the request of the museum, both events took place without a printed program with fixed times for scenes. Nevertheless, we had more visitors at the two events than we have had in a long time, which made us very happy. I don't want to go into too much detail because you can read the event reports on our blog [1] [2].

Der Adler steht eingereiht in der Linie, entsprechend stehe ich als Guide génèral à droite hinter dem rechten Flügel unseres Bataillons. Dieses Bataillon besteht organisatorisch nur aus 3 Pelotons. In der Soldatenschule von 1791 werden 9 Pelotons pro Bataillon gezeigt [3]. - The eagle is positioned in the line. As the guide génèral à droite I'm standing behind the right wing of our batallion. That bataillon is organized in 3 pelotons. In the école des soldats from 1791 9 pelotons are presented. 


Ich will jetzt lieber erzählen, was sonst noch geschehen ist. Ich selber habe die Chance genutzt einmal wieder an einer größeren Veranstaltung teilzunehmen bei welcher einige der Organisatoren treue Anno Domini-Darsteller sind. Ich spreche von der 1806er Veranstaltung in Vierzehnheiligen. Einen Bericht aus der Sicht meiner Gruppe 22e demi-brigade findet man auf der entsprechenden Homepage [4]. Den Chef du Bataillon, den ich als Vorgesetzten hatte, haben wir hier auf dem Blog bereits interviewt [5]. Es war sehr spannend das Funktionieren eines Bataillons aus der Perspektive eines Guide Géneral à Droite zu erleben.

Unser Bataillon uni im "Feuergefecht". Ich selbst stehe fast verdeckt hinter einem Adjudant des Chef du Bataillon. - Our bataillon uni in a "fire fight". I myself covered by the adjudant of our chef du bataillon.

I'd rather tell you what else happened. I myself took the chance to take part in a larger event where some of the organizers are faithful Anno Domini actors. I'm talking about the 1806 event in Fourteen Saints. A report from the point of view of my group 22e demi-brigade can be found on the relevant homepage [4]. We have already interviewed the Chef du Bataillon, who was my superior, here on the blog [5]. It was very exciting to experience the functioning of a battalion from the perspective of a Guide Géneral à Droite.



Als Gehilfe beim Schröpfen eines Söldners. - As a mate when a soldier get crupping. (Foto: Daniel Klotz)

Ich möchte auch ein paar mehr Einblicke über die 30-jähriger-Kriegsszene über den Tellerrand hinweg gewinnen. Deswegen bin ich ein Wochenende nach der Veranstaltung in Jena zur Slag om Grolle gefahren. Dies ist vor allem in den Maßstäben der Darstellung des 30-jährigen Krieges eine wahre Großveranstaltung [6]. 2027 jährt sich dann die in Grolle etwa alle 2 Jahre dargestellte Belagerung der Stadt zum 400. Mal, weshalb es dann wohl eine nochmal größere Veranstaltung geben wird. Ich habe die Zeit in Grolle genutzt mir die verschiedenen Militärgruppen anzuschauen und vielleicht auch Kontakte zu knüpfen. Es gab auch ein paar gut eventuell zu unseren Landleben-Veranstaltungen passenden Zivildarsteller zu sehen. Insgesamt ist es eine Erfahrung gewesen, die ich doch recht besonders nennen kann. Vor vielen Jahren waren solche Events in modernen Städten, wo auch das Zeltlager einfach in einer modernen Stadt lag für mich sehr gewohnt. Aus Italien kannte ich das beispielsweise. "Historische Momente" wie ich das manchmal nenne, hatte ich von daher keine. Es war aber schön die Gelegenheit auch zu haben Eindrücke als Gehilfe des Apothekers [7] zu sammeln, welcher mitten in der Stadt neben einer großen Kirche sein Zelt aufgeschlagen hatte. Es gelang uns immerhin einen der Söldner dazu zu bewegen sich mit Schröpfköpfen behandeln zu lassen [8]. Manche Aufgaben als Gehilfe wie etwa das Austragen von Briefen oder das Abholen einer Bestellung für meinen Herrn haben mir durchaus auch Spaß gemacht. Solche Veranstaltungen wie Grolle sind aber durchaus etwas ganz anderes als das, was wir normalerweise besuchen und organisieren und ich weiß daher nicht so richtig, ob ich nochmal hinfahren würde. 
 
Ich bin in Grolle beim Barbier. - I'm at the barber in Grolle. (Foto: Daniel Klotz)
 
 
I would also like to get some more insights about the 30 year war scene outside of the box. That's why I went to the Slag om Grolle one weekend after the event in Jena. This is a truly major event, especially in terms of the depiction of the 30-year war [6]. 2027 will be the 400th anniversary of the siege of the city, which is shown in Grolle about every 2 years, which is why there will probably be an even bigger event then. I used the time in Grolle to look at the various military groups and maybe make contacts. There were also a couple of civilian actors who might well fit in with our country life events. All in all, it was an experience that I can call quite special. Many years ago, such events in modern cities, where the tent camp was simply in a modern city, were very familiar to me. I knew that from Italy, for example. That's why I didn't have any "historical moments", as I sometimes call them. But it was nice to have the opportunity to gather impressions as an assistant to the pharmacist [7], who had pitched his tent in the middle of the city next to a large church. At least we managed to persuade one of the mercenaries to have himself treated with cupping glasses [8]. Some of the tasks as an assistant, such as delivering letters or picking up an order for my master, were definitely fun. Events like Grolle are something completely different than what we usually attend and organize, so I don't really know if I would go there again.




Wir machten auch Schattenrisse 1772. - We made silhouettes in 1772. (photo: Cecilia Hanselmann)


Ein wirklicher Saisonhöhepunkt war für uns allerdings ein privates Treffen in Frankreich. Ich konnte wie schon letztes Jahr [9] auf ein tolles Team bauen, welches als Dienstboten das ganze Erlebnis einen Haushalt auf einem Schloss im Jahre 1772 zu genießen erst möglich machte. Das Szenario war ganz ähnlich wie im Vorjahr. Ich generierte mich als verärgerter Beamter. Mein Charakter träumt von der Stelle des Stellvertreters des Statthalters von Mömpelgard. Die Stelle des Vice-Président, also Stellvertreter des Statthalters bzw. Gouverneurs, wurde 1771/1772 übrigens als vergeben an Baron Jean Jacques de Grol dargestellt [10] [11]. Einer meiner Gäste war ein bayerischer Offizier des Regiments Kurprinz, welches in Amberg 1772 stationiert war. Das war von daher ein wenig plausibel, da Max Joseph von Zweibrücken im Régiment Alsace diente. Wir hatten diesmal aber auch ein französisches Paar, welches grob aus der Region stammte, was natürlich schön stimmig als unsere Gäste war. 
 
Am Spieltisch im Jahr 1772. - At the gaming table in 1772. (photo: T. Bernath zu Bernathfalva)

 
 
Die Tage vergingen mit Kartenspiel, Fechten, Tanzen, ein wenig Kunst und wir übten uns auch in gesellschaftlichem Umgang. Zwei Bücher hatte ich mitgebracht, welche schön die Umgangsformen am Ende und am Anfang des Jahrhunderts widerspiegelten wie das von Menantes [12]. Es ist sehr angenehm wenigstens dann und wann die Chance zu haben verschiedene Facetten aus dem Leben eines Mannes wie dem Amtmann oder eines anderen Beamten zu erleben. 
 
Diesmal hatten wir den Kamin in Benutzung. Eifrige Dienstboten. - For this time we used the fireplace. (photo: Cecilia Hanselmann)

 

Donnerstag, 15. Dezember 2022

Historiker von nebenan mit Leoni Heeger - historians alongside with Leoni Heeger

 Hallo Leoni,

 

wir kennen uns ja schon seit vielen Jahren. Ich weiß, dass Du Kunstgeschichte studiert hast, aber vielleicht erzählst Du unseren Lesern mal kurz, wenn Du magst, was Dein Hintergrund als Historikerin ist?

[Leoni Heeger] Ich habe meinen Bachelor in Kunstgeschichte und Archäologie gemacht. Damals gab es an der Uni Bonn diesen kombinierten Studiengang, der inzwischen leider abgeschafft wurde. Für mich war er wunderbar, weil ich das Gefühl habe, dass er mir eine sehr breite Basis und Wissen über Kunst und Kultur von den frühesten menschlichen Zeugnissen bis zur Gegenwart gegeben hat. Jede Epoche lässt sich ja nur im Vergleich mit anderen verstehen. Gleichzeitig konnte ich aber auch herausfinden, was mich am meisten interessiert und habe daher für meinen Master die europäische Kunstgeschichte gewählt.  

Hello Leoni, 

we have known each other for many years. I know you studied art history, but could you please tell our readers a little bit about your background as a historian if you like? 

[Leoni Heeger] I did my bachelor's degree in art history and archeology. At that time there was this combined course at the University of Bonn, which has unfortunately been abolished in the meantime. For me it was wonderful because I feel it gave me a very broad base and knowledge of art and culture from the earliest human testimonies to the present day. Every period can only be understood in comparison with others. At the same time, I was also able to find out what interests me the most, which is why I chose European art history for my master's degree.


 



 

[André Hanselmann] Hast Du als Kunsthistorikerin besondere Lieblinge gehabt? Ich denke da zum Beispiel an einen Lieblingsmaler oder eine Lieblingsepoche.

[Leoni Heeger] Mein Herz schlug immer besonders für mittelalterliche Kunst. Besonders die Illustrationen zu mittelalterlichen Ritterromanen finde ich bis heute faszinierend, weil sie Einblicke in das Leben der damals lebenden Menschen ermöglichen, die gerade in dieser frühen Zeit sonst kaum zu finden sind. Außerdem mag ich Abenteuergeschichten. Aus einem ähnlichen Grund ist meine zweite Lieblingsepoche die frühe Neuzeit mit den großen niederländischen Meistern. Diese Gemälde wirken ja manchmal fast wie Momentaufnahmen aus dem wahren Leben. 

[André Hanselmann] As an art historian, did you have any particular favourites? I'm thinking, for example, of a favorite painter or a favorite period.

[Leoni Heeger] Medieval art has always been my heart. I still find the illustrations of medieval chivalric novels particularly fascinating to this day, because they provide insights into the lives of the people who lived at that time, which are otherwise hard to find in this early period. I also like adventure stories. For a similar reason, my second favorite period is the early modern period with the great Dutch masters. Sometimes these paintings almost seem like snapshots from real life.

 

Bei mir selber war es so, dass mich mein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege auch stark für mein Hobbyleben geprägt hat. Wie ist das bei Dir? Gibt es bestimmte Impulse aus Deinem Studium, die Deine Herangehensweise an unser Hobby Living History etwas mitbestimmt haben.

Ich erinnere mich daran, dass ich im Bachelorstudium ein Referat über eine Skulptur im Bamberger Dom halten musste. Damals wurde von den Dozenten viel Wert darauf gelegt, dass man das vorgegeben Werk exakt beschreibt. Mir machte es Mühe, das Gewand der Skulptur und den Faltenwurf zu beschreiben, weil ich es nicht wirklich verstand. In meiner Verzweiflung habe ich ein Bettlaken genommen und es mir vor dem Spiegel um den Körper gewickelt, bis es so aussah wie bei der Skulptur. Ich glaube, damals habe ich zum ersten Mal bemerkt, dass man manche Dinge nicht verstehen kann, wenn man sie nicht selbst ausprobiert hat. Dass das ein Hobby ist und es eine ganze Szene dazu gibt, wusste ich damals aber nicht.

For me it was the case that my voluntary year in the preservation of monuments also had a strong influence on my hobby life. How is it with you? Are there certain impulses from your studies that have influenced your approach to our Living History hobby? 

I remember that I had to give a presentation on a sculpture in Bamberg Cathedral during my bachelor's degree. At that time, the lecturers attached great importance to the exact description of the given work. I struggled to describe the sculpture's robe and drape because I didn't really understand it. In desperation, I took a sheet and wrapped it around my body in front of the mirror until it looked like the sculpture. I think that's when I realized for the first time that there are some things you can't understand unless you try them for yourself. I didn't know at the time that it was a hobby and that there was a whole scene about it.

 


 

Montag, 5. Dezember 2022

Der Ausgang des Österreichischen Erbfolgekrieges - The end of the war of the Austrian Succession

Seit unserer Veranstaltung zum Scharmützel bei Übrigshausen [1] haben wir ein bisschen den Österreichischen Erbfolgekrieg betrachtet. Hintergrund für mich war, dass dieser große Krieg heute vor allem abgesehen von den Schlachten Friedrich II. wie Mollwitz allgemein ziemlich in Vergessenheit geraten ist in Deutschland. Es hat mich gefreut, wenn ich manch einen dazu inspirieren konnte sich auch näher mit diesem Konflikt zu beschäftigen. Danken möchte ich an der Stelle all denjenigen, die online oder bei mir daheim am Spieltisch an meinen Szenarien teilgenommen haben.

Since our event on the skirmish near Übrigshausen [1] we have looked at the War of the Austrian Succession a bit. The background for me was that today, apart from the battles of Friedrich II and Mollwitz, this great war has generally fallen into oblivion in Germany. It made me happy when I was able to inspire some people to take a closer look at this conflict. I would like to take this opportunity to thank everyone who took part in my scenarios online or at my home table.

Zu den Belagerungen des Krieges habe ich nicht viel geschrieben, auch weil ich sie einfach nicht so anschaulich machen kann. 1747 sah in Flandern noch ein größeres Gefecht bei Diest. Dieses fand Mitte Juni des Jahres also noch vor der Schlacht bei Lauffeldt statt. Da ich dazu zu wenige Infos habe um einen detaillierten Ablauf des Gefechtes zu schildern, lasse ich lieber die Bilder sprechen. 

I haven't written much about the sieges of war, also because I just can't make them that clear. 1747 saw yet another major skirmish at Diest in Flanders. This took place in mid-June of the year before the Battle of Lauffeldt. Since I don't have enough information to describe a detailed course of the battle, I prefer to let the pictures do the talking.

Ein Blick auf das Gelände unseres Spiels zum Gefecht bei Diest. - A view on the terrain of our game of the combat at Diest. (photo: Cecilia Hanselmann)


Der ganze Krieg war vielleicht ein bisschen im Gegensatz zu der hinlänglichen Vorstellung von den gesitteten Kriegen des 18. Jh. ein schreckliches Blutbad und die Niederlage der Franzosen von Assietta, der österreichische Feldzug auf dem Gebiet der Republik Genua ebenso wie die Erstürmung und Plünderung von Bergen op Zoom als zwei der großen Ereignisse des Kriegsendes doch auch ganz typisch für diesen Krieg. 

The whole war was perhaps a bit contrary to the common idea of ​​the civilized wars of the 18th century. a terrible bloodbath and the defeat of the French at Assietta, the Austrian campaign in the territory of the Republic of Genoa as well as the storming and plundering of Bergen op Zoom as two of the major events at the end of the war, but also very typical of this war.

Der Krieg hat das politische Europa 1748 stark verändert. Die Vormacht der Bourbonen hat nach dem Gewinn Neapel-Siziliens einen weiteren Zuwachs bekommen indem Parma an einen spanischen Infanten gefallen ist. Die Habsburger hingegen haben nun fast den letzten Einfluss auf Italien eingebüßt und obendrein mit Schlesien eine der reichsten Provinzen sowie zahlreiche Untertanen verloren.

The war changed political Europe in 1748. After winning Naples-Sicily, the supremacy of the Bourbons was further increased when Parma fell to a Spanish infante. The Habsburgs, on the other hand, have now lost almost all of their influence over Italy and, on top of that, lost one of the richest provinces, Silesia, as well as numerous subjects.


Recht spekulative Karte der Positionen der französischen und pragmatischen Truppen in den Gefechten bei Diest [2]. - The highly speculative map of the positions of the French and Pragmatic troops in the encounters near Diest [2]. (map copyright: André Hanselmann)

1747 befand sich der Maréchal de Saxe unter einem besonderen Druck durch den französischen Hof, als dieser in Form des Königs und seiner Entourage in Flandern bei der Armee eintraf. Er sah sich zu einer lebhafteren Führung des Feldzugs gezwungen. Um den Gegner über die eigenen Pläne im Unklaren zu lassen entsendete de Saxe ein paar Detachements. Solche Unternehmen haben wir schon aus den Feldzügen in Flandern mehrfach angeschaut [3] [4]. 

Becks Freikompanien vor Diest setzen sich gegen die anrückende Vorhut der Franzosen zur Wehr. - Beck's freecompanies are defending themselves against the French vanguard in front of Diest. (photo: Cecilia Hanselmann)



In 1747 the Maréchal de Saxe was under heavy pressure by the court, which arrived in Flanders, to start a more vivid campaign. De Saxe did send some detachments to bring confusion in the allied headquarters about his real plans. We have examined similar attempts of the campaigns in Flanders before [3] [4].

Montag, 7. November 2022

Zwei interessante Gemälde um 1750 - Two interesting paintings from around 1750

Dieses Jahr bin ich auf Rügen und in Stralsund auf zwei Gemälde mit schwedischen Uniformen gestoßen. Das war eher zufällig und obwohl es vielleicht nicht haargenau hier in den Blog passt, wollte ich es euch nicht vorenthalten. Beide Bilder sind offenbar um die gleiche Zeit entstanden.

Das eine findet man in einer der drei großen Stralsunder Kirchen, der Marienkirche. Diese ist generell sehr sehenswert, da die Bilder und Plastiken darin mit den Grablegen Stralsunder Bürger viel über das Selbstverständnis der Protestanten in der Frühen Neuzeit aussagen. Hinter dem Altar der Kirche fand ich dieses Gemälde, dessen Beschriftung eine ganze Karriere eines Offiziers der schwedischen Armee von ganz unten nach oben beschreibt.

Da heißt es also: "Hier Ruhet in GOTT, der Weyland Wohlgebohrne HERR Staabs Major Christof v. Beezen Anno 1670 d. 1. May in Pommern gebohren ist, und in Anno 1690 in der Crohn Schweden Diensten als Reüter unter dem Pommerschen Cavalerie Regiment gekommen, und bis RitMeister sich aufgedienet hat. Anno 1721 ist er von Ihro Königl.[iche] Majestät in Schweden zum Stabs Major alhier in Stralsund gesetzet worden, ist gestorben den 18. April 1746". 

This year I came across two paintings of Swedish uniforms on Rügen and in Stralsund. That was rather coincidental and although it might not exactly fit here in the blog, I didn't want to withhold it from you. Both pictures were apparently taken around the same time. 

One can be found in one of the three large Stralsund churches, the Marienkirche. This is generally very worth seeing, as the pictures and sculptures in it with the burial places of Stralsund citizens say a lot about the self-image of the Protestants in the early modern period. Behind the altar of the church I found this painting, the caption of which describes a whole career of a Swedish Army officer from bottom to top. 

So it says: "Here rests in GOD, the Weyland well-born Lord Staabs Major Christof von Beezen was born in Pomerania in 1670 on May 1st, and in 1690 in Crohn Sweden he served as a Reuter under the Pomeranian Cavalry Regiment , and until captain has served himself. Anno 1721 he was appointed by Her Royal Majesty in Sweden to Staff Major here in Stralsund, died April 18, 1746".

 

Das Bildnis des Stabsmajors von Beezen im Ganzen. Der Rahmen zeigt mit dem Wappen die typischen Attribute dieser Zeit. - The whole portray of the staff major of Beezen. The frame shows the coat of arms as the typical attributes of his period. (photo: André Hanselmann)

 

Das Gemälde an sich von Nahem. Man erkennt deutlich die sehr schlichte schwedische Uniform. - The painting in more detail. You can make out the very simple Swedish uniform. (photo: André  Hanselmann)

 

Einen solchen Aufstieg vom einfachen Reiter zum Offizier musste ein anderer Porträtierter wohl nicht hinlegen. Im Jagdschloss Granitz einem der wichtigsten Schlösser der Familie der Fürsten von Putbus im 19. Jahrhundert wohin sogar die Fürsten nach dem Brand des Schlosses in Putbus übergesiedelt sind, sah ich ein freilich feiner gemaltes und sich in einem besseren Zustand befindliches Gemälde. Im 18. Jahrhundert hatten die Grafen von Putbus bereits umfangreichen Besitz auf der Insel Rügen. Zeitweise gehörte einem derer von Putbus sogar Schloss Spycker, welches vor allem dadurch berühmt geworden ist, dass es nach dem Dreißigjährigen Krieg an den Feldmarschall von Wrangel (1613-1676) gekommen ist. Der Feldherr ist auf Schloss Spycker sogar verstorben. Zwei der Grafen von Putbus werden beide in schwedischen Uniformen auf großen Gemälden dargestellt: Malte Friedrich von Putbus (1725-1787) und Wilhelm Malte I. (1783-1854).  

Another portrayed person probably did not have to make such a rise from simple rider to officer. In the Granitz hunting lodge, one of the most important castles of the Putbus prince family in the 19th century, where even the princes moved to after the fire in the Putbus castle, I saw a painting that was admittedly finer and in better condition. In the 18th century, the Counts of Putbus already owned extensive property on the island of Rügen. At one point, one of those from Putbus even owned Spycker Castle, which became famous above all because it came to Field Marshal von Wrangel (1613-1676) after the Thirty Years' War. The commander even died at Spycker Castle. Two of the Counts of Putbus are both depicted in Swedish uniforms in large paintings: Malte Friedrich von Putbus (1725-1787) and Wilhelm Malte I (1783-1854).

Malte Friedrich von Putbus als Oberst schwedischer Husaren, um 1750, Gemälde von Anna Rosina de Gasc (1713-1783) - Malte Friedrich of Putbus as colonel of the Swedish hussars, around 1750, painting by Anna Rosina de Gasc (1713-1783) (photo: Cecilia Hanselmann)