Eben bin ich aus dem 2. Spielfilm, der im 17. Jahrhundert spielt und dieses Jahr hier ins Kino kam raus gekommen. Mit dem eigenwilligen Musketierfilm [1] hat dieser Streifen gemein, dass ein Darsteller erneut eine wichtige Rolle spielt [2].
| Filmplakat. Es fässt recht gut den Stil und die Farben des Films zusammen. - Poster of the movie. It shows perfectly the colours and style of the movie. (photo: André Hanselmann, 2023) |
Ebenso wie der Musketierstreifen ist auch dieser Film beinahe immer in der Dunkelheit gedreht. In Rom und den anderen Handlungsorten herrscht entweder Nacht oder ein bedeckter Himmel taucht die Szenerie in eine Farbpalette von Brauntönen, die hier und da die teils bunten Kostüme aufblitzen lassen. Spielt etwas in Rom in eher freiem Gelände so wurde in antiken Ruinen gedreht, wo Caravaggio gerne Federball spielt [3]. Das Leben Caravaggios wird ab den frühen 1590ern aus der Retrospektive geschildert. Denn der vom Papst beauftragte Inquisitor befragt Lebensgefährten des Malergenies: die reiche Constanza Sforza Colonna über Prostituierte bis hin zu einem Trinker, der Caravaggio wie soviele als Modell diente. Das Drehbuch versucht akribisch all die Orte und Mäzene aufzuzählen an denen Caravaggio und für die er arbeitete. Dies erlaubt keine Überraschungen, denn der Film mutet vielmehr als eine Rechtfertigung der Verbrechen des Malers an. So wird geschildert wie er 1605 den Gemahl einer Geliebten zusammen schlug und daher nach Genua fliehen musste und wie sich die Feindschaft mit den ausgezeichneten etablierten Malern entwickelte, die ihn scheinbar beneideten wegen seinem Talent bis hin zur fatalen Beziehung zu einem Tomassoni. Zu meinem Erstaunen wurde Caravaggios Ende 1610 recht deutlich gezeigt ohne Fragen über Verantwortung und Täter offen zu lassen.
Like the Musketeer flick, this film is almost always shot in the dark. In Rome and the other locations it is either night or an overcast sky bathes the scenery in a colour palette of brown tones, which allows the sometimes colourful costumes to flash here and there. If something takes place in Rome in a rather open area, it was filmed in ancient ruins, where Caravaggio likes to play badminton [3]. Caravaggio's life is described retrospectively from the early 1590s. The inquisitor commissioned by the Pope questions the painter's genius' companions: the rich Constanza Sforza Colonna, prostitutes and a drunk who, like so many others, served as a model for Caravaggio. The script tries to meticulously list all the places and patrons where Caravaggio worked and for whom he worked. This leaves no surprises, as the film seems more like a justification of the painter's crimes. It describes how he beat up the husband of a lover in 1605 and therefore had to flee to Genoa and how the enmity developed with the excellent, established painters, who apparently envied him because of his talent and even had a fatal relationship with a Tomassoni. To my surprise, Caravaggio end was shown quite clearly in 1610 without leaving any questions about responsibility and perpetrators unanswered.








