Mittwoch, 3. Juni 2020

Ankündigungen und Kurze Filme – Announcements and short films




Manche haben vielleicht schon auf Youtube die kurzen Filme des Freilandmuseums Wackershofen zu dem Steigengasthaus und dem Haus aus Zaisenhausen entdeckt. Darin sind wir jeweils kurz zu sehen. Einmal wurde auf unserer Veranstaltung „Landleben 1619“ 2019 und einmal bei „Anno Domini 1743 – Freud und Leid“ im Jahr 2018 gedreht. Viel Spaß beim Anschauen!

Some of you maybe have noticed on youtube some small films by the open air museum Wackershofen about the tavern at the steep road and about the house from Zaisenhausen. We are to be seen there. Once they filmed on our event “Landleben 1619” in 2019 and once they filmed on our event “Anno Domini 1743 – Freud und Leid” in 2018. I wish you joy by looking the films.

Die Filme / the films:

Zum Steigengasthaus : Teil 1-3 / About the tavern (Part 1-3) https://www.youtube.com/watch?v=K5_b1udJyIE

Zum Haus aus Zaisenhausen / About the house from Zaisenhausen: https://www.youtube.com/watch?v=81jYJJEjlaQ

Was machen wir sonst so ohne Veranstaltungen? Vielleicht ist es spannend für militärhistorisch interessierte zu erfahren, dass ich zusammen mit Dr. Oliver Heyn einen Artikel in einer Fachzeitschrift zum Thema der Spanischen beziehungsweise Sachsen-Hildburghäusischen Werbungen veröffentlicht habe[1]. Daneben beschäftige ich mich weiterhin mit militärischen und zivilen Themen. Leider liegt mein kleines Projekt wieder tiefer ins Thema Dienstbotendarstellung einzusteigen infolge der Corona-Krise auf Eis. Man braucht doch dafür neben der Literatur auch persönlichen Kontakt, um sich auszuprobieren und um sich zu motivieren.

Sozusagen als Nachspiel zur Belagerung von Freiburg 1744 wird hier auf jeden Fall in den nächsten Wochen noch ein umfangreicherer Beitrag kommen.

Ansonsten habe ich beschlossen anlässlich der 275-Jahr-Jubiläen einiger Schlachten diese ähnlich wie Fontenoy hier vorzustellen. Der Österreichische Erbfolgekrieg, hierbei besonders der flandrische und italienische Kriegsschauplatz lassen mich einfach nicht los. Vielleicht eben weil er in der Öffentlichkeit so wenig vorkommt.


What do we do without events? Perhaps it’s exciting at least for some people, who have an interest in military history that I published together with Dr. Oliver Heyn an article in a journal about the Spanish and Saxon-Hildburghausen recruitment[1]. Besides my small project to revive on servant’s reenactment was put on hold by the Corona-crisis. Along with literature I just need personal contact to try out and get motivated.

So to speak as an aftermath of the siege of Freiburg in 1744 I will publish a long posting during the next weeks.

Besides I decided to present more battles of the 275-years-anniversaries as I did it with Fontenoy- The war of the Austrian succession especially the theater of war in Flanders and Italy still has a strong impact on me. Perhaps that’s the case because this conflict is so much neglected in the public.

Die 1. Phase unseres letzten Versuchs die Schlacht bei Melle 1745 nachzustellen (vor zwei Jahren). Die Truppen unter Moltke befinden sich in Marschkolonne, die französischen Einheiten sind weit verstreut. Das Ergebnis war nicht ganz zufriedenstellend. - The first phase of our last attempt (2 years ago) to represent the battle of Melle in 1745. The troops under Moltke are in a marching column, while the French Units are spread over the area. The result was not really satisfying.



Damit wäre ich auch schon beim finalen Punkt dieses Artikels. Inspiriert von Jonathan Freitags Blog schaue ich mir natürlich auch immer wieder an, welche unserer Blogbeiträge besonders viel Resonanz bekommen. Wie man das bei ähnlichen Blogs auch feststellen kann sind die Kommentare zu Sachthemen eher selten und von daher kein hinreichender Beleg für das allgemeine Interesse. Sondern es ist eher die Anzahl an Lesezugriffen, der sogenannten „Hits“. Hierdurch ergibt sich ein durchaus heterogenes Bild.

In den ersten 2 Jahren 2015/2016 diente der Blog ausschließlich als Plattform um Veranstaltungsberichte der vergangenen Jahre wiederzugeben. Der Bericht zur Veranstaltung „1763 - Endlich Frieden“ fand in dieser Zeit den größten Zuspruch[2].

Danach wechselten sich Berichte und Artikel zu speziellen historischen Themen ab. 2017 erschien unser Artikel „Unbewaffnete Bauern/Unarmed peasants“ zur Bewaffnung von Bauern im 30-jährigen Krieg, der bis jetzt die meisten Zugriffe bekommen hat[3]. Im gleichen Jahr waren aber auch die Beiträge zu unserer Veranstaltung „Landleben 1617“[4] und mein Schlachtfeldbericht zur Schlacht bei Simbach[5] besonders erfolgreich.

2018 hatte bei etwa ähnlich vielen Beiträgen wie 2017 einen deutlichen Rückgang der Leserzahlen eher wieder auf das Niveau von 2016. Es wäre interessant zu schauen, ob das Medium Blog damals vielleicht generell in Relation zu Facebookgruppen, Instagram-Accounts und ähnliche Plattformen wie ein paar Jahre zuvor zahlreiche Internetforen einfach an Relevanz eingebüßt hat. Nach dem Recherche-Artikel von Cecilia zur Kleidung in Steckbriefen, der nur auf Deutsch erschienen ist[6] kam mein Bericht „Das Gefecht bei Übrigshausen – the combat at Übrigshausen“ auf Platz zwei[7].

2019 waren dann der 4. Teil[8] meiner Reihe zum Thema Mobilität und mein 4. Teil zur Belagerung von Freiburg 1744[9] gleichermaßen gut angekommen. Eigenwilliger Weise können einzelne Artikel einer solchen Serie sehr viele „Hits“ andere aber fast keine bekommen. Eine Frage wäre hier, ob die Leser durch diesen Artikel auf das Thema stoßen und dann den Rest der Artikel nur überfliegen, sie nicht aufklappen und daher vielleicht nicht als „Leser“ gezählt werden.

Ob man besonders viele Bilder verwendet oder etwa besonders intensiv recherchiert scheint keine Rolle bei der Gunst der Leser zu spielen wofür die sehr verhalten angenommene Reihe zum Thema Tanzen ein gutes Beispiel ist[10]. Es ist freilich nicht so wie bei einem kommerziell oder halb kommerziell orientierten Blog, dass wir uns nach der Menge der „Hits“ richten, sondern es hier ausschließlich darum gehen soll unsere Rechercheergebnisse oder eben im Sinne des veranstaltenden Vereins „Cercle d’histoire vivante“ Informationen über Themen mit dem Schwerpunkt auf Veranstaltungen zu liefern.

Vielleicht hat ja jemand von unseren Stammlesern ein paar interessante Hinweise zu dem Thema, auch wie wir den Blog ohne viel technischen Aufwand spannender gestalten können.

Ich freue mich jedenfalls auf weitere spannende Jahre und darauf euch an unseren Aktivitäten teilhaben zu lassen. Vielen Dank fürs Lesen!


So I’m at the final point of this posting. Inspired by Jonathan Freitag’s blog sometimes I look on the resonance on our blog postings. It’s obvious from other similar blogs with that comments are rare in postings about factual topics. Therefore these are maybe no sufficient receipts for a more common interest. Rather there are a somehow contradicting number of read accesses, so named “hits”. From this data we get a very heterogeneous picture.

For the first two years 2015/2016 the blog served exclusively as a platform to represent the events of the last years in reports. My posting about the event “Endlich Frieden 1763” (finally peace 1763) got the most attention [2].

Afterwards reports and postings about special historical aspects rotated. In 2017 our posting “Unbewaffnete Bauern / Unarmed peasants” about peasantry’s weapons during the 30-years war period was published and is the post with most hits until today [3]. During the same year our posts about the “Landleben 1617” event [4] and my report about the battlefield of Simbach [5] were very successful too.

2018 saw with about the same number of postings a distinctly decline in the number of readers compared with 2017, lasting on a level like in 2016. It would be interesting from a scientific point of view, if the medium internet blog not lost its relevance in total due to the success of facebook groups, Instagram accounts and similar internet platforms as did the medium of internet forums some years before. Behind the posting of deep research by Cecilia about 18th century garments in wanted posters, which was published in German only[6], my account about “Das Gefecht bei Übrigshausen – the combat at Übrigshausen” [7] got the second rank.

In 2019 the 4th part of my series about the topic mobility during the 18th century [8] and the 4th part of the series about the siege of Freiburg in 1744 [9] got the same attention. It’s remarkable that an individual post from such a series can receive a lot of hits while others are getting nearly no hits at all. It would be a good question, if our readers are coming across the topic due to one posting and scan then rapidly over the other postings of the series and maybe their reading is not recorded if they don’t unfold the rest of the posting and are therefore not registered as readers.

It doesn’t seem that it’s of any importance if we show many pictures or offer postings with more and deeper research for the favour of our readers. The very rarely picked up series about dancing is a very good example for that fact [10]. However it’s not the case as in commercial or semi-commercial blogs that we are following the number of hits. Instead we have the goal to offer the results of our research and information in the interest of the organizing association “Cercle d’histoire vivante” with the main focus on our events.

Maybe some of our regular readers have an idea how to shape the blog a bit more exciting for you without too much of technical input.

I’m looking forward to many exciting years to come informing you about our activities. Many thanks for reading!


Text & Foto: André Hanselmann




[1] André Hanselmann und Dr. Oliver Heyn: „Die spanische Rekrutenwerbung des Herzogs Ernst Friedrich III. von Sachsen-Hildburghausen (1768-1770)“ in Zeitschrift für Heereskunde, Nr. 475, Januar/März 2020, S. 2-13

Montag, 11. Mai 2020

Fontenoy 11 May 1745 / Fontenoy 11. Mai 1745 Part III

Nein so arg historisch geht es dann doch nicht weiter. Das liegt zum einen daran, dass die britischen Garden durch das Feuer der nun auftauchenden Iren unter Lutteaux und dem französischen Kartätschenhagel in die Flucht geschlagen werden, zum anderen aber durch eine ganz originelle Entscheidung des Kommandeurs der Pragmatischen Armee. Anders als Cumberland 1745 folgt er den Empfehlungen, die damals Campbell und andere unterbreiteten und ordnete in unserem Spiel eine Umgehung der französischen Armee durch seine Kavallerie an. In unserem Fall schickte man die hannoveranische Kavallerie unter Montigny um den Bois de Berry herum. Das Dumme ist, dass hier bereits die Hälfte der irischen Bataillone der Franzosen stehen und die armen Reiter erwarten.

Montignys Reiterei wird von den Iren, hier Regiment Berwick, erwartet. Richelieus Verstärkungen angeführt vom Regiment Clermont-Tonerre treten von rechts kommend ins Bild. - Montiny's horse was expected by the Irish from the Berwick Regiment. Richelieu's reinforcements with the Regiment Clermont-Tonerre cavalerie are coming from the right.
No the battle didn't continue that much historically. One reason was that the British foot guards were routed by musketry of Lutteaux' arriving Irish and French canister. But on the other hand it resulted from the witty decision of our commander of the Pragmatic army. Differently from Cumberland in 1745 he followed the historical advice by Campbell and others to bypass the French army with his cavalry.  In our case Montigny send his Hanoverian horse around the Bois de Berry. Unfortunately half of the Irish in French service waited their for orders.

Die deutsche Infanterie in niederländischen Diensten konnte sich nie in der Schlacht auszeichnen. Schließlich wird sie in die Flucht geschlagen und flutet hier durch das vor der historischen Schlacht durch französische Detachements überwiegend zerstörte Dorf Bourgeon zurück. Das Bächlein ist der Bourgeon-Bach. - The German infantry in Dutch pay could not distinguish itself during the battle. Finally they are routed and floot back through the village of Bourgeon, which was historically mostly destroyed by French detachments before the battle. The small water is the Bourgeon Stream.

Ich beschloss ganz Franzose zu sein und daher davon auszugehen, dass die erschütterten Briten nur noch einen Stoß brauchten um das Feld zu räumen. Außerdem glaubte ich mit einem Angriff das bedrängte Fontenoy zu retten, welches bald von Iltens ausgeruhter hannoveranischer Infanterie angegriffen würde.

Ein heldenhafter Einfall: Estrées wirft seine Infanterie in den Kampf mit einem Bajonettangriff. - A heroic idea: D'Estrées throws his infantry Forward with a bayonet charge.
I decided to act like a French commander of the period and to calculate that the British needed only a final push to leave the battlefield. Besides I believed that the attack would rescue Fontenoy, because the village was in danger to be assaulted by Ilten's fresh Hanoverian infantry.

Verwegene Entscheidungen bringen immerhin klare Ergebnisse: Ligonier verliert ein Bataillon und d'Estrées verliert eines. Der Unterschied ist nur, dass sich die Franzosen die Verluste noch leisten können. - Bolt decissions at least produce clear results: Ligonier losses one battalion and d'Estrées losses one. Although the difference is, that the French can endure to loose a unit.
Richelieu entschließt sich Monitgnys geschwächten Truppen nachzusetzen. Das könnte eine Falle sein, aber man wird sehen. Die französische Kavallerie hatte bislang keinerlei Anteil an der Schlacht und wollte sich einmal nützlich machen. Wie der Kampf ausgeht scheint fraglich. Denn Campbell hat bislang auch die Zeit dazu genutzt seine Kavallerie in Kolonne in Richtung Bois de Berry marschieren zu lassen um Montignys Umgehung zu unterstützen. Richelieu hat die gesamte Maison du Roi in Reserve hinter sich, kann aber wegen des engen Weges nur über seine eigene Reiterei verfügen, wenn es zum Kampf kommt. Ruhm für die französische Kavallerie?

Massen von Kavallerie in tief gestaffelter Formation. Einen Nebenkampfplatz oder mehr als das? - Masses of horse in deep formations. A secondary location or more than that?
Richelieu decides to pursue Montigny's weakened troops. That could be a trap. But we will see. The French cavalry had no role portion during the whole battle until now. It's questionable how the fight will turn out. Campbell has used his time to form columns and march with his cavalry in the direction of the Bois de Berry to reinforce Montigny's outflanking move. Richelieu has the complete Maison du Roi as his reserves. However he can rely on his own horse only during the next fighting as the defilée is too narrow. Glory for the French horse?

Die ausgedünnten britischen Linien halten im Zentrum stand. Rechts haben die Briten immerhin die 6-Pfünder von Lewis aufgefahren. Die Hannoveraner haben Ewigkeiten gebraucht sich vor Fontenoy zu entwickeln. Die Hälfte von Iltens Infanterie ist noch immer zu weit weg. - The British lines are thinned out but hold the center. At the right Lewis' 6-pounders are positioned. The Hanoverians lost ages to deploy in front of Fontenoy. Half of Ilten's infantry still is too far away.
Ein Blick auf den größten Teil des Schlachtfeldes kurz vor Schluss. Im Vordergrund stehen Zastrows Hannoveraner im Bois de Berry Lutteaux Iren gegenüber. Seine Highlander haben sich zwischenzeitlich einmal zurückfallen lassen müssen. In der Mitte weiterhin seit Stunden Kämpfe um Fontenoy. Man erkennt aber auch, dass die Franzosen eine Entscheidung erwarten. Sie haben hinter ihrer eigenen zerpflückten Infanterie nun endlich Hérouville mit der Kavallerie heran gezogen. Im linken Hintergrund marschiert Moltke mit seinen Österreichern im Schneckentempo um Campbell zu verstärken. Rechts im Hintergrund die heftigen Kämpfe zwischen Bourgeon und Antoing. Die niederländische Kavallerie, die bislang nichts getan hat, gerät in Bedrängnis. -
A view on a large part of the battlefield shortly before the finale. In the foreground are Zastrow's Hanoverians in the Bois de Berry facing Lutteaux' Irish. His highlanders had to retreat earlier. In the middle we can notice the fighting around Fontenoy lasting for hours! You can however discover that the French are awaiting a decission of the battle too. Finally they have advanced with Hérouville with his cavalry behind their shattered infantry of the center. In the left background you may see Moltke marching crawling with his Austrians to reinforce Campbell. Heavy fightings are difficult to make out in the right background between Bourgeon and Antoing. The Dutch cavalry which did nothing now comes in Trouble.

Während der Fokus bislang stark auf Cumberland lag, lohnt sich ein Blick auf die niederländische Seite. Waldeck hat wenig erreicht. Nach Cronströms Verwundung, versucht Schaumburg-Lippe zu retten, was zu retten ist. Er kann sich nicht zurückfallen lassen, wenn er nicht riskieren will, dass Montagne mit seinen Dragonern beispielsweise Waldecks Flanke aufrollt. Als La Marck die sichere Deckung von Antoing verlässt, stürzen sich die Niederländer mit ihren Grenadieren voraus auf die scheinbar sorglosen Franzosen.


Der niederländische linke Flügel litt lange unter dem Feuer der französischen 16-Pfünder, die über den Fluss Schelde schossen. Nun greifen sie endlich an bevor sie ohne einen Streich zu tun aufgerieben werden und dann werden sie auch noch von La Marck und Montagne in die Zange genommen. - The Dutch left wing suffered very Long under the constant French fire of the 16-lb guns, which were positioned on the other side of the Scheldt river. Now they attack before they are too demoralized. But La Marck and Montagne are pinching them.
The focus was very long on Cumberland, but the Dutch side deserves a view. Waldeck didn't achieved much. After Cronström's wounding Schaumburg-Lippe tried to save as much as he could. He can't fall back, if he don't wants to risk, that Montagne for example roll up Waldeck's flank with his dismounted dragoons. When La Marck leaves the safety of the walls of Antoing the Dutch plunge at the carefree French with their leading grenadiers.

Noch ein Detail der Kämpfe im Zentrum. - Another detail of the fighting in the center.
La Marck verliert zwar auch ein Bataillon, aber Waldecks niederländische Armee steht kurz vor dem Zusammenbruch. Hessen-Birkenfelds Kavallerie hatte vor den Mauern von Antoing keine Chance sinnvoll anzugreifen. Muss sie nun wenigstens die Zerschlagung von Waldecks Armee verhindern? - La Marck losses one battalion. But Waldeck's army is close before breaking. Hessen-Birkenfeld's cavalry had no chance to attack sensibly in front of Antoing. Now the riders maybe can only prevent the complete destruction of Waldeck's army.
Es scheint nun primär die Frage, ob Cumberlands Zentrum oder Waldecks Armee zuerst zerbricht. Oder kann Campbells Kavallerie die Wende bringen?

Campbell schwenkt den Hut für die erste Attacke der britischen Reiterei in dieser Schlacht. Sie gilt als ausgezeichnet (Superior in Honours of War). - Campbell swings his head for the first charge of the British cavalry during this battle. The cavalry is known as excellent (Superior in the Honours of War rules).
It seems that the final question is, if Cumberland's Center or Waldeck's whole army will collapse first. Or will Campbell's horse bring the turning point?

Ein größerer Ausschnitt vom Schlachtfeld. Man sieht, dass die Iren im Bois de Berry versuchen Richelieus Kavallerie zu entlasten. Zastrow hat seine Brigade aus dem Wald zurückgezogen. Im Zentrum ist auf dem durchpflügten Gelände bei Fontenoy nicht mehr viel von Ligoniers Rotröcken übrig. In Hintergrund kämpfen die Niederländer bei Fontenoy weiter. Waldeck hat noch immer brauchbare Infanterie, vor allem die Garden und die Schweizer. - A bigger picture of the battlefield.
Nun haben wir das finale Kapitel unseres Spiels erreicht. Waldeck hatte kurz zuvor Schaumburg-Lippes letzte Infanterie eingebüßt. Hessen-Birkenfeld musste folglich irgendwie die linke Flanke halten, während dem Oberbefehlshaber der Niederländer statt einem dritten Angriff auf Fontenoy eigentlich nichts anderes übrig blieb, als seine Haut zu retten. Dennoch beschossen der Form halber ein paar Niederländer Fontenoy, während selbst die Schweizer vom Regiment Sturler mit Mühe und Not im Angesicht der französischen abgesessenen Dragoner froh sein konnten sich nur zurückziehen zu müssen. Montagne hat über Stunden beinahe allein die gesamte niederländische Armee beschäftigt.
Die Entscheidung aber fiel - vollkommen unhistorisch - in einem großen Kavalleriegefecht!

Waldecks Infanterie kämpft weiter. Der Großteil des niederländischen Fußvolkes ist bereits in die Flucht geschlagen. Unverdrossen halten die Kämpfe um Fontenoy an. - Waldeck's infantry continue fighting. Most of the Dutch foot is routed already. The fighting continues at Fontenoy undeterred.

Now we reached the final chapter of our game. Waldeck had lost shortly before Schaumburg-Lippe's last infantry. Consequently Hessen-Birkenfeld has to hold the left flank somehow, meanwhile the commander in chief of the Dutch forces can't assault Fontenoy ernestly for a third time, but has to save his skin. Nevertheless some Dutch shot at Fontenoy for their honour, while the swiss of the Sturler regiment could be happy to have to retreat only facing some dismounted French dragoons. Montagne had managed for hours to Keep the whole Dutch army busy.
But the decission fell - completely unhistorically - in a large cavalry melee!

Zwischen Zastrows Infanterie und Ligoniers Rotröcken klafft ein riesiges Loch, dass beinahe die Hälfte der Wilde Geese einfach so hindurch spazieren könnte. Nebenbei überrennt das Regiment Rooth nun Lewis Artillerie. - There gape a large hole between Ligonier's redcoats and Zastrow's infantry, large enough to allow half of the French Wild Geese to stroll through it. By the way the regiment Rooth overrun Lewis' artillery.  

Der große Kavalleriekampf ist blutig und kurz. Man erkennt hier gut wie die Maison du Roi ebenfalls in tiefer Formation herbei kommt. Doch das ist nicht nötig. Angeführt von den Cuirassiers du Roi auf der Straße nach Vezon werfen alle französischen Regimenter ihre Gegner über den Haufen. Richelieu büßt dabei nur eines der 3 Reiterregimenter ein. - The great cavalry Encounter is bloody and short. Note here how the Maison du Roi is coming here. But that's not necessary. Led by the cuirassiers du Roi on the road to Vezon all of the French regiments are overthrowing their opponents. Richelieu forfeit only one of his three horse regiments.


Ein weiterer Blick auf den Kampf. - Another view on the fighting.

Ein paar letzte Bilder auf das Spielfeld gibt es noch. Die Briten waren durch die drei verlorenen Kavallerieeinheiten zerbrochen und räumten das Feld in Runde 7. Die Niederländer bekamen entsprechend den Szenarioregeln einen Hit pro Einheit, weil der Rückzug Cumberlands diese sicher weiter demoralisiert hätte. Damit hatte das Pragmatische Heer die Schlacht verloren.

Die Überreste von Waldecks Armee. Immerhin hatte er keine Kavallerie verloren, die typischerweise seinen Rückzug decken würde. - The remnants of Waldeck's army. At least he lost no cavalry, which would typically protect his retreat.
Some last Pictures of the gaming table. The British were broken after losing three cavalry units in turn 7 and had to leave the field. The Dutch got one hit per unit following the rules of the Scenario, because Cumberland's retreat certainly demoralized them. Therefore the Pragmatic army had lost the battle.

Ein Blick auf einen größeren Teil des Schlachtfelds. Man bemerke, dass am Ende auch die Franzosen den überwiegenden Teil der Armee hatten einsetzen müssen mit Ausnahme der Masse an Kavallerie. - A view on the larger portion of the battlefield. It's remarkable, that in the end the French had to employ most of their army too except masses of their cavalry.
Mit brauchbaren Spielregeln kann man eine solch große Schlacht mit viel Aufwand an einem Abend bewältigen. Wir waren ja nur zu zweit und haben daher 5 bis 6 Stunden gebraucht. Es war eine spannende Erfahrung.
Wenn das Szenario die Schlacht möglichst authentisch widerspiegelt ist der Spieler mit ähnlichen taktischen Problemen konfrontiert. Die Ergebnisse sind vielleicht ähnlich, aber doch nicht gleich. Fontenoy wurde vom Maréchal de Saxe zu einer Art Festung und zum Eckpfeiler ausgebaut. Diesen entsprechend mit frischem Nachschub zu versorgen, während er von zwei Seiten mit 5-6 Einheiten zugleich angegriffen wird und unter dem Feuer aus zahlreichen Batterien steht, ist offensichtlich ein entscheidendes Merkmal von de Saxe Erfolg wie meinem.
Cecilia ist eine erfahrene Honours of War-Spielerin und hat die Herausforderung angenommen. Sie hat kreativ das Beste aus den vorgegeben Problemen wie etwa der Verstopfung mit zuvielen Truppen vor Fontenoy gemacht. Am Ende mindestens beim Kavalleriegefecht war auch ein Fünkchen Pech dabei.
Vielen Dank nochmals an D.J. und dindin, sowie an Maréchal Davout (ebenfalls Sweetwaterforum) fürs Mitmachen. Eure Direktiven waren nachvollziehbar und haben eigentlich so auch funktioniert.
Für Freunde von Statistiken hier die "Verluste":
Franzosen:
1 Lieutenant-Géneral
4 x franz. Infanterie
1 x franz. Kavallerie

Pragmatische Armee:
2 Kommandeure
8 x Infanterie (3 x britische, 5 x niederländische)
3 x Kavallerie (1 x britische, 2 x hannoveranische)
1 x Artillerie

Louis XV gratuliert dem Maréchal de Saxe zum Sieg. Im Hintergrund das Lager der Franzosen bei Hameau de Guerone. - King Louis XV congratulate the Maréchal de Saxe for his victory. Note the French camp at Hameau de Guerone in the background.

You can manage to play a game of such a scale with useful gaming rules in one evening. We were for two only and needed 5-6 hours gaming only. It was an exciting experience.
When the Scenario reflects the battle preferably authentic, the gamer is faced with similar problems. The results are maybe similar but not the same. Fontenoy was converted by de Saxe into a fortress and the cornerstone. It's obvious that it is of the highest importance to provide accordingly with fresh reinforcements, while Fontenoy is under attack from two sides by 5 to 6 units at the same time and under fire of several batteries. That's obviously one of de Saxe's aspects of his success.
Cecilia is an experienced gamer of Honours of War and had accepted the challenge. She done her best creatively facing huge problems - the obstruction of too many units in front of Fontenoy for example. In the end at least in the large cavalry fight she had a little spark of bad luck.
Many thanks again to dindin and D.J. for participating such as to "Maréchal Davout" (from the Sweetwaterforum too). Your orders were comprehensible and functioned perfectly.
For people interested in statistics, here you get the "losses":
French:
1 Lt. Gen.
4 x infantry
1 x cavalry

Pragmatic Army
2 commanders
8 x infantry (5 Dutch, 3 British)
3 x cavalry (1 Brit., 2 Han.)
1 x artillery

Text: André Hanselmann
Fotos: André und Cecilia Hanselmann


Fontenoy 11 May 1745 / Fontenoy 11. Mai 1745 Part II

Hier kommt nun unserer Spielbericht. Er ist vor allem ein Bericht in Bildern. Wegen der Karte und weiterer Details bitte ich in meinen vorigen Eintrag zu schauen.
Da sie zu Verwirrungen beitragen können, möchte ich hier auf ein paar Freiheiten hinweisen, die ich mir bei der Widerspiegelung der Einheiten erlaubt habe. Das Hauptproblem war, dass ich keine niederländische Kavallerie besitze, so dass ich bayerische Kavallerie stattdessen genommen habe, aber ohne Standarten. Die deutschen Einheiten werden bei mir durch das Regiment der beiden Schwarzburger Fürstenhäuser repräsentiert, welches allerdings erst am Kriegsende und dann auch nur zu Garnisonsdiensten in die Niederlande kam. Bei den Franzosen ist auffällig anders als historisch, dass ich statt der Schweizer Regimenter Diesbach und Bettens, die rot uniformiert waren, zwei Bataillone Royal Suédois in blauen Uniformen verwendet habe.




Der Herzog von Cumberland beobachtet begleitet von Feldmarschall Königsegg, hier auf einer eigenen Base, das Vorgehen von Ingolsby gegen den Bois de Berry - The duke of Cumberland observes accompagnied by the fieldmarshal Königsegg - on his own base - the advance of Ingolsby against the Bois de Berry.


Here comes now our gaming report. It is mainly a report in pictures. Please look in part 1 for the map and other details.
Maybe some of my liberties using different units, which are not historically accurate, can lead to some chaos. One main problem was that I don’t own Dutch cavalry and used Bavarian cavalry instead. The German units are represented by the regiment of the Principalities of Schwarzburg, which arrived in the Netherlands at the end of the war and had garrison duties only. The most obvious difference among the French is, that I used the blue uniformed battalions of the Royal Suédois regiment instead of the red uniformed Diesbach and Bettens regiments.

Ein Blick auf den gesamten Tisch. Links die pragmatische Armee, rechts die französische Armee. Im Hintergrund rechts das Städtchen Antoing und mittig im Hintergrund das Dörfchen Bourgeon. - A view on the whole table. The Pragmatic army at the left, the French army at the right. In the background at the right the small town of Antoing, in the center of the background is the small village of Bourgeon.
Die Verbündeten durften als Angreifer beginnen, wobei sich nur die niederländischen Truppen bewegten, was wiederspiegelte, dass die Briten und Hannoveraner länger für den Aufmarsch brauchten.

Die Niederländer beginnen sogleich einen heftigen Beschuss der französischen Stellungen in Fontenoy. Ein Teil von Waldecks Infanterie kommt sogar völlig unhistorisch rasch in Musketenreichweite. - The Dutch start their effective fire on the French positions at Fontenoy. A part of Waldeck's infantry completely not historically soon is in the range of musketfire.
The Allies are allowed to start, although only the Dutch troops can move, which reflects the fact, that the British and Hanoverian troops needed more time for deployment.

Ein Blick auf das Schlachtfeld. Die Franzosen bewegen sich nur wenig. Sie erwarten offenbar das Vorgehen des Gegners. - A view on the battlefield. The French move little. It's obvious that they are waiting for the advance of their opponents.
Die britische Kavallerie demaskierte die Infanterie, die nun ihrerseits auf die französischen Garden und Fontenoy zu marschieren konnte. Ingolsby begann seinen Angriff auf die leichte französische Infanterie unter Grassin.

Rechts: Ingolsbys Highlander greifen den Bois de Berry an. Die britische Artillerie kommt in Reichweite. - On the right: Ingolsby's highlanders are advancing on the bois de Berry. British artillery is in firing distance.




The British cavalry demasks the infantry and they can march at Fontenoy and the French guards. Ingolsby advanced to attack Grassin's light French infantry.

Währenddessen spitzt sich die Lage um Fontenoy zu. - Meanwhile the Situation itensified at Fontenoy.
Am linken Flügel wird der 83-jährige General Cronström durch Artilleriefeuer verwundert. Er wird dann durch den General von Schaumburg-Lippe ersetzt.
In der historischen Schlacht berief ihn Waldeck ab und übergab ebenfalls Schaumburg-Lippe das Kommando.

Cronström wird von französischem Artilleriebeschuss verwundet. - Cronström is wounded by French artillery fire.
At the left wing the 83 years old General Cronström was wouned hit by artillery. He was replaced by the general Schaumburg-Lippe.
In the historical battle Waldeck recalled him and transfered command over to Schaumburg-Lippe too.

Die französische Artillerie feuert auf ganzer Front. Auch Lutteaux hat seine Geschütze in Stellung gebracht. - The French artillery is firing at the whole front. Even Lutteaux brought his guns in place.
Bislang sind die Verluste auf beiden Seiten gering. Bald schon wird aber auch Ingolsby durch die Arquebusiers de Grassin getroffen. Der Hannoveraner Zastrow ersetzt ihn kurze Zeit später.

Unter den Augen von Cumberland und Königsegg wird Ingolsby verwundet. - Ingolsby is wounded under the eyes of Cumberland and Königsegg.

So far the losses are light on both sides. However soon Ingolsby was hit by the Arquebusiers de Grassin. The Hanoverian Zastrow replaces him later.

Die Arquebusiers de Grassin entgehen dem Angriff der Highlander, die durch anhaltendes Feuern der Plänkler starke Verluste einstecken müssen. - The arquebusiers de Grassin are evading, when the highlanders try to charge them. The highlanders suffer more losses by the skirmishers.

Waldecks Infanterie stürmte nun gegen Fontenoy und die Artillerieschanze nahe dem Dorf an. Die übrige niederländische Infanterie geriet im Schussfeld vor Antoing zusehends in Schwierigkeiten. Ich entschloss mich mit Montagne auch offensiv vorzugehen. Fontenoy sollte dadurch gehalten werden, dass ich erschöpfte Einheiten durch Truppen von Fontenoys Kommando ersetzte. Bald schon würde Waldecks erste Attacke auf Fontenoy zusammenbrechen.


Fontenoy wird verbissen verteidigt, teilweise nun auch durch Eliteinfanterie. Im Hintergrund bei Antoing gehen 2 Bataillone Montagnes offensiv vor um Schaumburgs dezimierte Infanterie zu vertreiben. - Fontenoy doggedly defended partly by elite infantry. Two of Montagne's battallions are advancing offensively against Schaumburg's decimated infantry in the background near Antoing.
Waldeck's infantry was storming against Fontenoy and the artillery redoubt nearby. The other Dutch infantry came into the firing range in front of Antoing in increasing troubles. I decided to use Montagne offensively too. Fontenoy should be defended by the process of a replacement of exhausted troops by units from Montagne's command. Soon Waldeck's first assault on Fontenoy should collapse.


Die Gardes Voet erreichen die Umwallungen von Fontenoy, erleiden aber zu hohe Verluste und sind darauf gezwungen sich zurückzuziehen. - The Gardes Voet achieve to reach the outer walls of Fontenoy but suffer too high casualties and are forced to retreat.





Der Niederländische Flügel nach Waldecks Rückschlag vor Fontenoy. - The Dutch wing after Waldeck's repulse at Fontenoy.


Nach dem Erfolg zwischen Antoing und Fontenoy sollte es nun darum gehen einer weitaus ernsteren Bedrohung entgegen zu wirken. Die berühmte britische Infanterie kam in Reichweite und ihre Salven erschütterten die französischen Reihen. Der Duc de Grammont war bereits kurz zuvor von einer Kartätschenladung tödlich getroffen worden. Der Prince de Clermont hatte nun den Befehl übernommen.

Endlich kann die britische Infanterie feuern. Kurz vor Fontenoy bricht aber sogleich Onslows Regiment Geschosshagel zusammen und flieht. - Finally the British infantry can firing volleys. Shortly in front of Fontenoy Onslow's Regiment breaks in a bullet hail and routs.
After the success at Antoing and Fontenoy I had to face a more serious thread. The famous British infantry came in range and could fire their volleys into the French ranks. The duc de Grammont was killed shortly before by canister. The prince of Clermont got the command instead.


Lutteaux schickt die Iren um Ingolsby entgegen zu treten. Grassin hat seine leichten Truppen zurück gezogen. - Lutteaux sends his Irish to face Ingolsby. Grassin had retreated with his light troops.


Die französischen Garden erleiden herbe Verluste. Nichts scheint die Briten mit ihren Garden aufhalten zu können, selbst das Kartätschenfeuer von allen Seiten nicht. - The French guards suffer bitter losses. Nothing seems to stop the British and their foot guards, even canister from all sides can't do that.

Nun erreichte die Lage im Zentrum ihren Höhepunkt. Die Briten rückten klassisch heran und die Franzosen reagierten ebenso.


Der Prinz de Clermont feuert seine Gardisten zu stark an. Sie stürmen auf die Briten los und werden von ihnen zusammengeschossen und in die Flucht geschlagen. Alle! - The prince de Clermont motivates his gardes francaises too much. They are charging the British, but are soon shot to pieces and routed. All of them!
The Situation in the Center reaches it's climax. The British are advancing classicaly and the French react classicaly.


Bislang ist also die Schlacht regelrecht lehrbuchgerecht verlaufen - vielleicht abgesehen von den Kämpfen rund um Antoing. Die Niederländer haben kaum Raum gewonnen und die Briten wurden durch die geschickte Verteidigung Fontenoys auf den Raum zwischen Fontenoy und dem Bois de Berry gezwungen. Die französischen Garden spielen nach kurzer Zeit ebenso wie in der historischen Schlacht keine Rolle mehr. Wird die Schlacht weiterhin den historischen Ablauf nehmen? Mehr in Teil 3.




Die Franzosen verteidigen aber auch nach der Flucht ihrer Garden Fontenoy effektiv. Dragoner des Regiments Dragons Royals haben unterdessen die Schweizer ersetzt. - However the French defend even after the rout of the guards Fontenoy very effectively. Dragoons of the Dragons Royal regiment had replaced the Swiss.




Until now the battle continued quiet textbook - if you maybe ignore the fighting around Antoing. The Dutch didn't won a lot of area and the British were forced by the clever defence of Fontenoy to use the area between Fontenoy and the Bois de Berry. The French guards are playing no role anymore after a short time, which is very historical too. Will the battle continue to have such a historical row of events? More in Part 3 of our series.


Fotos: Cecilia Hanselmann
Text: André Hanselmann






Fontenoy 11 May 1745 / Fontenoy 11. Mai 1745 Part I


Meine Gedanken zu Fontenoy und ein Spielbericht – My thoughts about Fontenoy and a gaming report.


Unter den Schlachten des Österreichischen Erbfolgekrieges ist Fontenoy neben denen Friedrich II. wie Mollwitz oder Hohenfriedeberg wahrscheinlich eine der berühmtesten. Überdies zählt Reed Browning sie zu den Entscheidungsschlachten des Krieges[1]. Durch das ganze 18. Jahrhundert war Fontenoy die französische Schlacht par excellence. Diderot wählte sie gewiss nicht ohne Grund, als er seinen Jacques darin verwunden lässt. Ganz kurz vor der Schlacht enrolliert sich Jacques:

„Un régiment passait pour aller au camp de Fontenoy; de dépit je m’enrôle.“[2]
Das wäre wohl übrigens die kürzeste Soldatenkarriere, die mir bislang untergekommen ist. Kein Wunder aber, dass Diderot just Fontenoy wählte. Mehr als eine Episode soll es ja nicht sein und Diderot konnte Anfang der 1770er damit rechnen, dass seine französischen Leser mit einer Schlacht gewiss etwas anfangen konnten, und zwar Fontenoy.
Within the battles of the war of the Austrian Succession Fontenoy definetely is along with Fredericks II like Mollwitz or Hohenfriedeberg most likely one of the most famous. Besides Reed Browning counts this battle among the decisive battles of the whole war. Through the 18th century Fontenoy was recognized as the French battle par excellence. Diderot surely didn’t chose her for his Jacques to become wounded there. Very shortly before the battle Jacques enlist himself:
„Un régiment passait pour aller au camp de Fontenoy; de dépit je m’enrôle.“
That was most likely the shortest soldier’s career I ever heard of. It’s no surprise that Diderot had chosen Fontenoy. It should not be more than a small episode and Diderot could be sure during the early 1770s, that his French readers would know one battle: Fontenoy.

Zwei Dinge machten Fontenoy damals so aufsehenerregend. Das eine ist die realpolitische Komponente. Man hat nach den Niederlagen im Spanischen Erbfolgekrieg gegen Marlboroughs britische Truppen und der deutliche frischeren bei Dettingen 2 Jahre zuvor endlich die britischen Rotröcke geschlagen. Das tat der Reputation gut. Zum anderen schrieb sich eine Szene dermaßen ins kollektive Gedächtnis – wohl nicht zuletzt durch Voltaires Erwähnung[3] – dass noch heute etwa in Gandilhons Büchlein derselben einiges an Raum geschenkt wird[4]. Während zeitgenössische Gemälde den Blickwinkel auf den König Louis XV und von der Justice d’Antoing auf das Schlachtfeld herab bevorzugten, legte die Historienmalerei des 19. Jahrhunderts den Fokus auf den Wortwechsel zwischen dem Comte d’Anterroches und Offizieren der britischen Garden. Die Bilder von Detailles und Philippoteaux (1876 bzw. 1872) haben zu dieser Sichtweise und der Berühmtheit von Fontenoy beigetragen.
Two aspects made Fontenoy sensational for the contemporaries. One of them is the real political component. They finally had beaten the british redcoats after all those defeats during the War of the Spanish Succession and more recently at Dettingen 2 years ago. That was great for the French reputation. On the other hand a special scene has written itself in the collective memory – not at last because Voltaire mentioned it. Gandilhon’s small book gave a lot of space about it. Meanwhile contemporary paintings prefered the view on the king and from his point at the Justice d’Antoing down on the battlefield. However the historistic art of the 19th century put the focus on the verbal exchange between the comte d’Anterroches and some officers of the British guards. The paintings by Detailles and Philippoteaux (1876 and 1872) have contributed to the most prominent view on this dispute and the fame of Fontenoy.
An Dramatik ist die Schlacht kaum zu überbieten. Man denke an die hohen französischen Verluste durch das britische Musketenfeuer und das Eindringen von Duroures Männern in die Schanzen von Fontenoy oder etwa die Attacken der Maison du Roi und der Iren. Mit Cumberland auf der einen und de Saxe auf der anderen Seite hätte die Schlacht schon bemerkenswerte Protagonisten. Aber auch König Louis und der Dauphin gaben sich die Ehre. Zeitgenossen sagten aber auch andere Namen etwas – wie der ältere Noailles oder der greise Feldmarschall Königsegg (der Sieger von Quistello) und der späterhin berüchtigte Höfling Richelieu. Die Schlacht war also höchst prominent besetzt und sie war knapp. Was braucht man also mehr?
The drama of the battle is hardly to overbid. We remember the high French losses by the british musket shooting and the penetration by Duroure’s troops into the entrenchments of Fontenoy or the assaults oft he Maison du Roi and the Irish. Cumberland and de Saxe on the opponent’s side alone were enough of remarkable protagonists. But even the king Louis and the Dauphin gave themselves the honour. But contemporaries knew other of the names too – like the old Noailles (the king’s advisor) and the old fieldmarshal Königsegg (the victor of Quistello) and the famous courtier Richelieu. The battle was highly prominently manned. What could you want more?


Louis XV berät sich mit dem Maréchal de Saxe auf dem Hügel mit La justice d'Antoing - Louis XV and the Maréchal de Saxe are discussing at the hill of La justice d'Antoing (Foto: Cecilia Hanselmann).


Ich hatte mich nun bemüht möglichst zahlreiche Aspekte der Schlacht in meinem Szenario wider zu spiegeln ohne aber die Spielbarkeit außer Acht zu lassen. Für einen guten Überblick möchte ich Jeff Berrys Blogartikel[5] und McNallys[6] Buch empfehlen. Ursprünglich hatte ich das Spiel für 4 Spieler vorgesehen, wobei mir natürlich mal wieder Corona einen Strich durch die Rechnung machte. Dankbarerweise haben allerdings dindin aus Griechenland und D.J. aus Deutschland (aus dem Honours of War und Sweetwaterforum) übernommen für den niederländischen Anteil an der Pragmatischen Armee ein paar Befehle zu erteilen, welche wir bis etwa zur 3. Runde berücksichtigen konnten. Dindin wollte dass Waldeck keine Zeit verlieren durfte und Fontenoy um jeden Preis nehmen sollte. D.J. wünschte, dass sich Cronström und die niederländische Kavallerie nur vorsichtig vorwärts bewegen sollten und auch das nur, wenn Waldeck angriff.


I tried to reflect as many historical aspects of the battle in my scenario – however I wanted to not ignore the importance of playability. I want to recommend to all readers Jeff Berry’s blog post and McNally’s book. Originally I had planned a game for four players. But the corona-crisis thwarted my plan. However thankfully dindin from Greece and D.J. from Germany (in the Honours of war forum and sweetwaterforum) used the chance to write some orders for the Dutch contingent of the Pragmatic army. We could take them into consideration until the 3rd turn. Dindin wanted that Waldeck didn’t lost time and should capture Fontenoy at any cost. D.J. wished that Cronström and the Dutch cavarly were cautious when the advanced and they should move only, when Waldeck would attack.