Von Anfang an in meiner Karriere in der Zivildarstellung habe ich mich mit dem Thema Dienstboten beschäftigt. Es ist ein faszinierendes Thema. Wie fühlt es sich an einem anderen Menschen oder einer Familie zu gehorchen? Ist es ein einsames Dasein? Was ist daran vielleicht angenehm? Was stört am stärksten? Über etliche Jahre war ich in verschiedenen Dienstbotenrollen für verschiedene "Herrschaften" im 18. Jahrhundert und im Empire unterwegs.
Right from the start of my career in the civilian reenactment (living history) I have dealt with the topic of servants' lifes. It's a fascinating subject. How does it feel to obey another person or family? Is it a lonely existence to be a servant? What is pleasant about it? What is the most annoying? For several years I was on the road in various servant roles for different "masters" in the 18th century and in the Empire (period of the reign of Napoléon I).
Da wir uns meistenteils dieses Jahres nur in kleinem Rahmen treffen durften,
hatten wir keine "Dienstboten" oder dergleichen. Kleine Soupers ohne Domestiken
tauchen aber in den Quellen immer wieder auf und erfreuten sich großer Beliebtheit.
Unsere Kleidung passt in die 1780er Jahre.
- As we could not meet with more people for most of the year we never had "servants". Small soupers however were very much popular during the period as we know from several sources. Our clothes are typical for the 1780s.
Quellensuche / Research for sources
Von Anfang an standen wir der Problematik gegenüber, dass wir Quellen zum Leben der Dienstboten gesucht haben. Wie war der Tagesablauf eines Lakaien oder Reitknechts? Welche Arten von Quellen gibt es?
From the start we faced the problem of looking for sources on the servant's lives. What was the daily routine of a lackey or groom? What types of sources are there?
Sehr spannend sind natürlich Quellen aus erster Hand. Es gibt ja vereinzelt Dienstboten, die später über ihr Leben als Dienstboten berichtet haben. Ulrich Bräker fungierte beispielsweise in seiner Lebenserzählung zeitweilig als Laufbursche eines preußischen Werbeoffiziers[1].
Fast aus erster Hand sind Memoiren von Personen, die vielleicht selbst keine Dienstboten waren, aber nebenbei Dienstboten und ihr Verhalten kommentierten. Diese nach Aussagen über Dienstboten zu durchforsten kann mühsam sein. Erquicklicher ist es, wenn man einfach Notizen nebenbei macht, während man eh Tagebücher einer Person liest. Mir war beispielsweise in den Tagebüchern des Kammerherrn Graf Lehndorff aufgefallen, dass er wiederholt erwähnte, dass er zugegen war, wenn Kinder von Dienstboten getauft wurden[2].
First-hand accounts are of course very exciting. There are a few servants who later reported on their lives as servants. Ulrich Bräker, for example, acted temporarily in his life story as an errand boy for a Prussian recruiting officer [1].
Almost first-hand are memoirs of people who may not have been servants themselves, but who commented on servants and their behavior on the side. Sifting through these for statements about servants can be tedious. It's more refreshing if you just take notes on the side while reading someone's diaries anyway. For example, I noticed in the diaries of the chamberlain Count Lehndorff that he repeatedly mentioned that he was present when children of servants were baptized [2].