Montag, 11. Mai 2020

Fontenoy 11 May 1745 / Fontenoy 11. Mai 1745 Part II

Hier kommt nun unserer Spielbericht. Er ist vor allem ein Bericht in Bildern. Wegen der Karte und weiterer Details bitte ich in meinen vorigen Eintrag zu schauen.
Da sie zu Verwirrungen beitragen können, möchte ich hier auf ein paar Freiheiten hinweisen, die ich mir bei der Widerspiegelung der Einheiten erlaubt habe. Das Hauptproblem war, dass ich keine niederländische Kavallerie besitze, so dass ich bayerische Kavallerie stattdessen genommen habe, aber ohne Standarten. Die deutschen Einheiten werden bei mir durch das Regiment der beiden Schwarzburger Fürstenhäuser repräsentiert, welches allerdings erst am Kriegsende und dann auch nur zu Garnisonsdiensten in die Niederlande kam. Bei den Franzosen ist auffällig anders als historisch, dass ich statt der Schweizer Regimenter Diesbach und Bettens, die rot uniformiert waren, zwei Bataillone Royal Suédois in blauen Uniformen verwendet habe.




Der Herzog von Cumberland beobachtet begleitet von Feldmarschall Königsegg, hier auf einer eigenen Base, das Vorgehen von Ingolsby gegen den Bois de Berry - The duke of Cumberland observes accompagnied by the fieldmarshal Königsegg - on his own base - the advance of Ingolsby against the Bois de Berry.


Here comes now our gaming report. It is mainly a report in pictures. Please look in part 1 for the map and other details.
Maybe some of my liberties using different units, which are not historically accurate, can lead to some chaos. One main problem was that I don’t own Dutch cavalry and used Bavarian cavalry instead. The German units are represented by the regiment of the Principalities of Schwarzburg, which arrived in the Netherlands at the end of the war and had garrison duties only. The most obvious difference among the French is, that I used the blue uniformed battalions of the Royal Suédois regiment instead of the red uniformed Diesbach and Bettens regiments.

Ein Blick auf den gesamten Tisch. Links die pragmatische Armee, rechts die französische Armee. Im Hintergrund rechts das Städtchen Antoing und mittig im Hintergrund das Dörfchen Bourgeon. - A view on the whole table. The Pragmatic army at the left, the French army at the right. In the background at the right the small town of Antoing, in the center of the background is the small village of Bourgeon.
Die Verbündeten durften als Angreifer beginnen, wobei sich nur die niederländischen Truppen bewegten, was wiederspiegelte, dass die Briten und Hannoveraner länger für den Aufmarsch brauchten.

Die Niederländer beginnen sogleich einen heftigen Beschuss der französischen Stellungen in Fontenoy. Ein Teil von Waldecks Infanterie kommt sogar völlig unhistorisch rasch in Musketenreichweite. - The Dutch start their effective fire on the French positions at Fontenoy. A part of Waldeck's infantry completely not historically soon is in the range of musketfire.
The Allies are allowed to start, although only the Dutch troops can move, which reflects the fact, that the British and Hanoverian troops needed more time for deployment.

Ein Blick auf das Schlachtfeld. Die Franzosen bewegen sich nur wenig. Sie erwarten offenbar das Vorgehen des Gegners. - A view on the battlefield. The French move little. It's obvious that they are waiting for the advance of their opponents.
Die britische Kavallerie demaskierte die Infanterie, die nun ihrerseits auf die französischen Garden und Fontenoy zu marschieren konnte. Ingolsby begann seinen Angriff auf die leichte französische Infanterie unter Grassin.

Rechts: Ingolsbys Highlander greifen den Bois de Berry an. Die britische Artillerie kommt in Reichweite. - On the right: Ingolsby's highlanders are advancing on the bois de Berry. British artillery is in firing distance.




The British cavalry demasks the infantry and they can march at Fontenoy and the French guards. Ingolsby advanced to attack Grassin's light French infantry.

Währenddessen spitzt sich die Lage um Fontenoy zu. - Meanwhile the Situation itensified at Fontenoy.
Am linken Flügel wird der 83-jährige General Cronström durch Artilleriefeuer verwundert. Er wird dann durch den General von Schaumburg-Lippe ersetzt.
In der historischen Schlacht berief ihn Waldeck ab und übergab ebenfalls Schaumburg-Lippe das Kommando.

Cronström wird von französischem Artilleriebeschuss verwundet. - Cronström is wounded by French artillery fire.
At the left wing the 83 years old General Cronström was wouned hit by artillery. He was replaced by the general Schaumburg-Lippe.
In the historical battle Waldeck recalled him and transfered command over to Schaumburg-Lippe too.

Die französische Artillerie feuert auf ganzer Front. Auch Lutteaux hat seine Geschütze in Stellung gebracht. - The French artillery is firing at the whole front. Even Lutteaux brought his guns in place.
Bislang sind die Verluste auf beiden Seiten gering. Bald schon wird aber auch Ingolsby durch die Arquebusiers de Grassin getroffen. Der Hannoveraner Zastrow ersetzt ihn kurze Zeit später.

Unter den Augen von Cumberland und Königsegg wird Ingolsby verwundet. - Ingolsby is wounded under the eyes of Cumberland and Königsegg.

So far the losses are light on both sides. However soon Ingolsby was hit by the Arquebusiers de Grassin. The Hanoverian Zastrow replaces him later.

Die Arquebusiers de Grassin entgehen dem Angriff der Highlander, die durch anhaltendes Feuern der Plänkler starke Verluste einstecken müssen. - The arquebusiers de Grassin are evading, when the highlanders try to charge them. The highlanders suffer more losses by the skirmishers.

Waldecks Infanterie stürmte nun gegen Fontenoy und die Artillerieschanze nahe dem Dorf an. Die übrige niederländische Infanterie geriet im Schussfeld vor Antoing zusehends in Schwierigkeiten. Ich entschloss mich mit Montagne auch offensiv vorzugehen. Fontenoy sollte dadurch gehalten werden, dass ich erschöpfte Einheiten durch Truppen von Fontenoys Kommando ersetzte. Bald schon würde Waldecks erste Attacke auf Fontenoy zusammenbrechen.


Fontenoy wird verbissen verteidigt, teilweise nun auch durch Eliteinfanterie. Im Hintergrund bei Antoing gehen 2 Bataillone Montagnes offensiv vor um Schaumburgs dezimierte Infanterie zu vertreiben. - Fontenoy doggedly defended partly by elite infantry. Two of Montagne's battallions are advancing offensively against Schaumburg's decimated infantry in the background near Antoing.
Waldeck's infantry was storming against Fontenoy and the artillery redoubt nearby. The other Dutch infantry came into the firing range in front of Antoing in increasing troubles. I decided to use Montagne offensively too. Fontenoy should be defended by the process of a replacement of exhausted troops by units from Montagne's command. Soon Waldeck's first assault on Fontenoy should collapse.


Die Gardes Voet erreichen die Umwallungen von Fontenoy, erleiden aber zu hohe Verluste und sind darauf gezwungen sich zurückzuziehen. - The Gardes Voet achieve to reach the outer walls of Fontenoy but suffer too high casualties and are forced to retreat.





Der Niederländische Flügel nach Waldecks Rückschlag vor Fontenoy. - The Dutch wing after Waldeck's repulse at Fontenoy.


Nach dem Erfolg zwischen Antoing und Fontenoy sollte es nun darum gehen einer weitaus ernsteren Bedrohung entgegen zu wirken. Die berühmte britische Infanterie kam in Reichweite und ihre Salven erschütterten die französischen Reihen. Der Duc de Grammont war bereits kurz zuvor von einer Kartätschenladung tödlich getroffen worden. Der Prince de Clermont hatte nun den Befehl übernommen.

Endlich kann die britische Infanterie feuern. Kurz vor Fontenoy bricht aber sogleich Onslows Regiment Geschosshagel zusammen und flieht. - Finally the British infantry can firing volleys. Shortly in front of Fontenoy Onslow's Regiment breaks in a bullet hail and routs.
After the success at Antoing and Fontenoy I had to face a more serious thread. The famous British infantry came in range and could fire their volleys into the French ranks. The duc de Grammont was killed shortly before by canister. The prince of Clermont got the command instead.


Lutteaux schickt die Iren um Ingolsby entgegen zu treten. Grassin hat seine leichten Truppen zurück gezogen. - Lutteaux sends his Irish to face Ingolsby. Grassin had retreated with his light troops.


Die französischen Garden erleiden herbe Verluste. Nichts scheint die Briten mit ihren Garden aufhalten zu können, selbst das Kartätschenfeuer von allen Seiten nicht. - The French guards suffer bitter losses. Nothing seems to stop the British and their foot guards, even canister from all sides can't do that.

Nun erreichte die Lage im Zentrum ihren Höhepunkt. Die Briten rückten klassisch heran und die Franzosen reagierten ebenso.


Der Prinz de Clermont feuert seine Gardisten zu stark an. Sie stürmen auf die Briten los und werden von ihnen zusammengeschossen und in die Flucht geschlagen. Alle! - The prince de Clermont motivates his gardes francaises too much. They are charging the British, but are soon shot to pieces and routed. All of them!
The Situation in the Center reaches it's climax. The British are advancing classicaly and the French react classicaly.


Bislang ist also die Schlacht regelrecht lehrbuchgerecht verlaufen - vielleicht abgesehen von den Kämpfen rund um Antoing. Die Niederländer haben kaum Raum gewonnen und die Briten wurden durch die geschickte Verteidigung Fontenoys auf den Raum zwischen Fontenoy und dem Bois de Berry gezwungen. Die französischen Garden spielen nach kurzer Zeit ebenso wie in der historischen Schlacht keine Rolle mehr. Wird die Schlacht weiterhin den historischen Ablauf nehmen? Mehr in Teil 3.




Die Franzosen verteidigen aber auch nach der Flucht ihrer Garden Fontenoy effektiv. Dragoner des Regiments Dragons Royals haben unterdessen die Schweizer ersetzt. - However the French defend even after the rout of the guards Fontenoy very effectively. Dragoons of the Dragons Royal regiment had replaced the Swiss.




Until now the battle continued quiet textbook - if you maybe ignore the fighting around Antoing. The Dutch didn't won a lot of area and the British were forced by the clever defence of Fontenoy to use the area between Fontenoy and the Bois de Berry. The French guards are playing no role anymore after a short time, which is very historical too. Will the battle continue to have such a historical row of events? More in Part 3 of our series.


Fotos: Cecilia Hanselmann
Text: André Hanselmann






Fontenoy 11 May 1745 / Fontenoy 11. Mai 1745 Part I


Meine Gedanken zu Fontenoy und ein Spielbericht – My thoughts about Fontenoy and a gaming report.


Unter den Schlachten des Österreichischen Erbfolgekrieges ist Fontenoy neben denen Friedrich II. wie Mollwitz oder Hohenfriedeberg wahrscheinlich eine der berühmtesten. Überdies zählt Reed Browning sie zu den Entscheidungsschlachten des Krieges[1]. Durch das ganze 18. Jahrhundert war Fontenoy die französische Schlacht par excellence. Diderot wählte sie gewiss nicht ohne Grund, als er seinen Jacques darin verwunden lässt. Ganz kurz vor der Schlacht enrolliert sich Jacques:

„Un régiment passait pour aller au camp de Fontenoy; de dépit je m’enrôle.“[2]
Das wäre wohl übrigens die kürzeste Soldatenkarriere, die mir bislang untergekommen ist. Kein Wunder aber, dass Diderot just Fontenoy wählte. Mehr als eine Episode soll es ja nicht sein und Diderot konnte Anfang der 1770er damit rechnen, dass seine französischen Leser mit einer Schlacht gewiss etwas anfangen konnten, und zwar Fontenoy.
Within the battles of the war of the Austrian Succession Fontenoy definetely is along with Fredericks II like Mollwitz or Hohenfriedeberg most likely one of the most famous. Besides Reed Browning counts this battle among the decisive battles of the whole war. Through the 18th century Fontenoy was recognized as the French battle par excellence. Diderot surely didn’t chose her for his Jacques to become wounded there. Very shortly before the battle Jacques enlist himself:
„Un régiment passait pour aller au camp de Fontenoy; de dépit je m’enrôle.“
That was most likely the shortest soldier’s career I ever heard of. It’s no surprise that Diderot had chosen Fontenoy. It should not be more than a small episode and Diderot could be sure during the early 1770s, that his French readers would know one battle: Fontenoy.

Zwei Dinge machten Fontenoy damals so aufsehenerregend. Das eine ist die realpolitische Komponente. Man hat nach den Niederlagen im Spanischen Erbfolgekrieg gegen Marlboroughs britische Truppen und der deutliche frischeren bei Dettingen 2 Jahre zuvor endlich die britischen Rotröcke geschlagen. Das tat der Reputation gut. Zum anderen schrieb sich eine Szene dermaßen ins kollektive Gedächtnis – wohl nicht zuletzt durch Voltaires Erwähnung[3] – dass noch heute etwa in Gandilhons Büchlein derselben einiges an Raum geschenkt wird[4]. Während zeitgenössische Gemälde den Blickwinkel auf den König Louis XV und von der Justice d’Antoing auf das Schlachtfeld herab bevorzugten, legte die Historienmalerei des 19. Jahrhunderts den Fokus auf den Wortwechsel zwischen dem Comte d’Anterroches und Offizieren der britischen Garden. Die Bilder von Detailles und Philippoteaux (1876 bzw. 1872) haben zu dieser Sichtweise und der Berühmtheit von Fontenoy beigetragen.
Two aspects made Fontenoy sensational for the contemporaries. One of them is the real political component. They finally had beaten the british redcoats after all those defeats during the War of the Spanish Succession and more recently at Dettingen 2 years ago. That was great for the French reputation. On the other hand a special scene has written itself in the collective memory – not at last because Voltaire mentioned it. Gandilhon’s small book gave a lot of space about it. Meanwhile contemporary paintings prefered the view on the king and from his point at the Justice d’Antoing down on the battlefield. However the historistic art of the 19th century put the focus on the verbal exchange between the comte d’Anterroches and some officers of the British guards. The paintings by Detailles and Philippoteaux (1876 and 1872) have contributed to the most prominent view on this dispute and the fame of Fontenoy.
An Dramatik ist die Schlacht kaum zu überbieten. Man denke an die hohen französischen Verluste durch das britische Musketenfeuer und das Eindringen von Duroures Männern in die Schanzen von Fontenoy oder etwa die Attacken der Maison du Roi und der Iren. Mit Cumberland auf der einen und de Saxe auf der anderen Seite hätte die Schlacht schon bemerkenswerte Protagonisten. Aber auch König Louis und der Dauphin gaben sich die Ehre. Zeitgenossen sagten aber auch andere Namen etwas – wie der ältere Noailles oder der greise Feldmarschall Königsegg (der Sieger von Quistello) und der späterhin berüchtigte Höfling Richelieu. Die Schlacht war also höchst prominent besetzt und sie war knapp. Was braucht man also mehr?
The drama of the battle is hardly to overbid. We remember the high French losses by the british musket shooting and the penetration by Duroure’s troops into the entrenchments of Fontenoy or the assaults oft he Maison du Roi and the Irish. Cumberland and de Saxe on the opponent’s side alone were enough of remarkable protagonists. But even the king Louis and the Dauphin gave themselves the honour. But contemporaries knew other of the names too – like the old Noailles (the king’s advisor) and the old fieldmarshal Königsegg (the victor of Quistello) and the famous courtier Richelieu. The battle was highly prominently manned. What could you want more?


Louis XV berät sich mit dem Maréchal de Saxe auf dem Hügel mit La justice d'Antoing - Louis XV and the Maréchal de Saxe are discussing at the hill of La justice d'Antoing (Foto: Cecilia Hanselmann).


Ich hatte mich nun bemüht möglichst zahlreiche Aspekte der Schlacht in meinem Szenario wider zu spiegeln ohne aber die Spielbarkeit außer Acht zu lassen. Für einen guten Überblick möchte ich Jeff Berrys Blogartikel[5] und McNallys[6] Buch empfehlen. Ursprünglich hatte ich das Spiel für 4 Spieler vorgesehen, wobei mir natürlich mal wieder Corona einen Strich durch die Rechnung machte. Dankbarerweise haben allerdings dindin aus Griechenland und D.J. aus Deutschland (aus dem Honours of War und Sweetwaterforum) übernommen für den niederländischen Anteil an der Pragmatischen Armee ein paar Befehle zu erteilen, welche wir bis etwa zur 3. Runde berücksichtigen konnten. Dindin wollte dass Waldeck keine Zeit verlieren durfte und Fontenoy um jeden Preis nehmen sollte. D.J. wünschte, dass sich Cronström und die niederländische Kavallerie nur vorsichtig vorwärts bewegen sollten und auch das nur, wenn Waldeck angriff.


I tried to reflect as many historical aspects of the battle in my scenario – however I wanted to not ignore the importance of playability. I want to recommend to all readers Jeff Berry’s blog post and McNally’s book. Originally I had planned a game for four players. But the corona-crisis thwarted my plan. However thankfully dindin from Greece and D.J. from Germany (in the Honours of war forum and sweetwaterforum) used the chance to write some orders for the Dutch contingent of the Pragmatic army. We could take them into consideration until the 3rd turn. Dindin wanted that Waldeck didn’t lost time and should capture Fontenoy at any cost. D.J. wished that Cronström and the Dutch cavarly were cautious when the advanced and they should move only, when Waldeck would attack.

Sonntag, 3. Mai 2020

Marie Antoinette in Freiburg 1770


Heute vor 250 Jahren – today 250 years ago


Viel ist geschrieben worden über Marie Antoinette. Es gibt zahlreiche Biographien und auch die Episode ihrer Reise nach Versailles durchs Dreisamtal und ihr Aufenthalt in Freiburg ist oftmals dargestellt worden[1]. Ich kann mich sogar verschwommen an einen speziellen Artikel über die Triumphbögen erinnern, der in einem Begleitband zu einer Ausstellung gestanden hat.

Maria Antonia fuhr in ihrem prächtigen Wagen durch das Martinstor, das Volk jubelte ihr zu - Maria Antonia drove in her magnificent carriage through the Martinstor, the subjects cheered.



Many was written about Marie Antoinette. There are a lot of biographies and the episode of her voyage to Versailles through the Dreisam valley and the stop at Freiburg often was represented in words. I can vaguely remember even an article about the triumphal arches only, which was written in an accompanying volume from an exhibition.

Eigentlich hatten wir ein Treffen mit unseren Freunden für den 1. und 2. Mai dieses Jahres vorgesehen, um uns in einer Art kleine Veranstaltung des Zwischenhalts von Erzherzogin Maria Antonia zu erinnern. Passenderweise waren Gleichgesinnte aus dem In- und Ausland eingeladen. Durch die Corona-Krise ist es nun leider nichts daraus geworden.

Actually we had planned a meeting with our friends for the 1st and 2nd of May this year to remember within that small event the stopover of the archduchess Maria Antonia. We appropriately had invited like-minded people from inland and foreign countries. But the Corona crisis prohibited our event.


Maria Antonia schlief hier im roten Gebäude, dem Kageneck'schen Palais. 43 später übernachtete hier Metternich beim Aufenthalt von Schwarzenbergs Armee in Freiburg. - Maria Antonia slept here into the red house, the palace of the Kageneck family. 43 years later Metternich stayed there during the stop of Schwarzenberg's army in Freiburg.



Ich selber komme täglich an Zeugnissen aus der Zeit vorbei und das obwohl im letzten Jahrzehnt einige Gebäude des 18. Jahrhunderts aus dem Stadtbild verschwunden sind[2]. Diese Zeitepoche genießt einfach kaum Beachtung in der Wahrnehmung in Freiburg. Früher gab es im Augustiner Museum ein paar Räume, welche dem 18. Jh. gewidmet waren und teilweise den Zeitgeist schön widerspiegelten, sogar mit Büsten von Louis XVI und Marie Antoinette. Der Modernisierung des Museums ist dieses Konzept scheinbar leider zum Opfer gefallen. So ist es schwierig überhaupt noch Orte zu empfehlen, wo man überhaupt in Gebäuden authentisches aus der Zeit erfahren kann. Immerhin kann man noch das meisterliche Treppenhaus im Stadtmuseum Wenzingerhaus bewundern. Bis zum Antritt der aktuellen Regierungspräsidentin wurden im Basler Hof Porträts der damaligen vorderösterreichischen Regierungspräsidenten ausgestellt, die ebenso wie ein riesiges Reiterporträt Kaiser Franz I. aus dem dortigen Treppenhaus entfernt wurden. Ich hoffe, ich finde irgendwo mal ein Foto dieses Gemäldes, das aus dem 18. Jh. und von einem unbekannten Meister stammte. Es soll aus konservatorischen Gründen im Augustinermuseum eingelagert worden sein (wo es offensichtlich ohnehin nicht ausgestellt wird).


Sonntag, 26. April 2020

Wie geht es weiter mit dem Blog? – How the blog will continue? Fontenoy? 1620?


Nachdem bereits die Landleben 1620-Veranstaltung vom Freilandmuseum abgesagt worden ist, haben wir nun auch die Bestätigung erhalten, dass auch unsere Anno Domini-Jubiläumsveranstaltung im August ersatzlos entfällt. Die erzwungenermaßen erfolgten Ausfälle der Veranstaltungen bringen das Freilandmuseum Wackershofen natürlich in Schwierigkeiten, weshalb wir unsere Leser folgenden Aufruf nahelegen wollen: https://www.wackershofen.de/freilandmuseum-in-not/


After canceling our „Landleben 1620“-event, we received the acknowledgement, that our Anno Domini-anniversary event in August is deleted without replacement too. The forced omissions of the events naturally bring many difficulties for the open air museum Wackershofen. That’s why we want to suggest to you the following call: https://www.wackershofen.de/freilandmuseum-in-not/


Wozu dann aber unser Anno Domini-Blog, wenn wir keine Veranstaltungen in absehbarer Zeit zu erwarten haben?

Es geht selbstredend darum das Museum weiter zu bewerben.

Wir werden voraussichtlich in den nächsten Monaten die Interviewreihe fortsetzen.

Außerdem gibt es dann Artikel zu speziellen historischen Jubiläen, wenn diese in den zeitlichen Rahmen unserer Veranstaltungen passen. Das betrifft zum Beispiel die Schlacht bei Fontenoy.

Ein Bild unseres Spiels vor ein paar Jahren mit Sam Mustafa's Fontenoy-Szenario - A Picture of our game some years ago, using Sam Mustafa's Fontenoy Scenario (Foto: Cecilia Hanselmann)



Why we should continue the Anno Domini-blog, when we have not to expect events in a foreseeable amount of time?

It’s about promotion for the museum.

We will continue most possibly our series of interviews.

Besides we will offer postings about historical anniversaries if they are falling into the timeframe of our events. That includes for example the battle of Fontenoy.



Wir sind an unserem Ziel, einer Burgruine nahe Waldkirch angekommen - we have arrived at our destination, a ruined Castle near Waldkirch. (Foto: Anna-Amalia Hanselmann)
 
Man kann fleißig sein - one can be diligent (Foto: André Hanselmann)


Übrigens haben wir am 19. April sozusagen als persönlichen Ausgleich für den Wegfall der Landleben 1620 Veranstaltung einen kleinen Ausflug unternommen. Entsprechend den Vorschriften in Baden-Württemberg in Zeiten der Corona-Krise nur unsere Familie im Wald und im angemessenen Abstand zu anderen Wanderern.

Im 17. Jahrhundert gab es vielerlei Ursachen als Landleute unterwegs zu sein. Natürlich waren immer Leute auf dem Weg zwischen dem Dorf und dem städtischen Markt. Andere mussten im Zuge kriegerischer Ereignisse aus ihren Wohnstätten fliehen oder wurden aus religiösen Motiven verfolgt. Man denke etwa an das Los der protestantischen Untertanen Ferdinand II., als dieser in Kärnten und der Steiermark die Herrschaft antrat.


Freitag, 10. April 2020

Die Österreichische Armee 1744 – The Austrian army in 1744


Was liegt näher als sich mit der österreichischen Armee zu beschäftigen? Ich begegnete ihr schon auf den Schlachtfeldern von Simbach[1], Übrigshausen[2], Freiburg[3] und Breisach[4]. Für Veranstaltungen habe ich mich zwangsläufig mit ihr beschäftigt und bei Szenarien für Honours of War[5] kommt man nicht um die österreichische Armee herum. Vielmehr stößt man dadurch zwangsläufig auf einiges charakteristisches.

Das offensichtliche Problem ist der Zeitschnitt. Dazu gleich mehr.


What is more likely than to occupy yourself with the Austrian army? I met her on the battlefields of Simbach[1], Übrigshausen[2], Freiburg[3] and Breisach[4]. I had researched about her for events and for scenarios for Honours of War[5]. By creating these scenarios you bump into some characteristics of the army.

The most obvious problem however is the time frame. But more about it later.


Eine österreichische Armee für Honours of War - an Austrian army for Honours of War (Foto: André Hanselmann).



Eine Armee der Spekulationen.

Es ist seltsam. Hier in Freiburg war über lange Zeit eine Garnison – vor und nach der Belagerung von 1744. Zahlreiche bauliche Zeugnisse der vorderösterreichischen Zeit haben damit zu tun. Die Karlskaserne steht noch zum Teil[6]. Ein Torbogen eines weiteren Kasernenbaus des 18. Jahrhunderts findet sich heute auf dem Spielplatz am Augustinermuseum. Ganz augenfällig ist aber die Alte Wache am Freiburger Münster.


An army of speculations.

It’s odd. Here in Freiburg was a garrison for a long time – before and after the siege of 1744. Many structural testimonies of the Further Austria period are connected to this aspect. The Karlskaserne still exists partially[6]. An archway of one more barracks’ building from the 18th century is still situated today on the playground next to the Augustinermuseum. The Alte Wache (old guardhouse) near the Freiburg Münster is eye-catching.


Die Alte Wache in Freiburg, errichtet 1773, heute - the "Alte Wache" at Freiburg built up in 1773 today (Foto: André Hanselmann, 2020).



Gelangweilte „Pfeiffer“ und Trommler der hiesigen Garnison haben sich während des ganzen 18. Jahrhunderts direkt daneben verewigt. Sie haben mit Säbeln ihre Namen und Kanönchen in den Sandstein der Münsterfassade geritzt.


Bored „Pfeiffer“ (pipers) and drummers of the town’s garission perpetuated themselves during the whole 18th century nearby. They had scratched their names and small canons in the sandstone of the façade of the Münster.


Zeugnis eines Tambours am Münster - testimony of a drummer (Tam for Tambour) at the Münster (Foto: André Hanselmann, 2020).




 

Eine besonders frühe Inschrift an dieser Stelle von 1713 - an early inscription at this site from 1713 (Foto: André Hanselmann, 2020).





Und all die Kanönchen - and all those small Canons (Foto: André Hanselmann, 2020).








Die Zahl der infrage kommenden Regimenter dieser Tambours ist schon beachtlich. 1714 bis 1800 lag das Infanterieregiment Nr. 12 in der Stadt. Das IR 45 hatte den schwäbischen Werbebezirk und ab 1713 war es in Freiburg. Für den Österreichischen Erbfolgekrieg ebenfalls interessant: Regiment 40, 45 und 49 waren 1740, also bei Kriegsausbruch, mit je einer Kompanie in Philippsburg und der Rest zur Hälfte jeweils in Breisach und Freiburg stationiert. Nur um ein paar Beispiele zu nennen[7].

Aber zeitgenössische Abbildungen dieser Truppen in Freiburger Museen? Nix zu finden.


The number of possible regiments of these drummers is remarkable. From 1714 to 1800 the infantry regiment 12 was in the town. The IR 45 had the Swabian recruiting district and was in Freiburg since 1713. It’s interesting regarding the war of the Austrian succession, that regiments 40, 45 and 49 were with one company at Philippsburg in 1740, when the war commenced, and the rest was split up – one halve in Breisach and the other in Freiburg. Only to mention some examples[7].

But can we see contemporary pictures of these troops in the museums of Freiburg? No, nothing to be found.


Was die Taktik und Organisation angeht, stütze ich mich vorzugsweise auf das österreichische Standardwerk, Band 1[8].

Schwieriger wird es bei den Uniformen. Von beispielsweise der deutschen Übersetzung von Haythornthwaites Osprey-Bänden zur österreichischen Armee[9] halte ich wenig. Teils wegen der mangelhaften bis unbrauchbaren Übersetzung, teils weil sich der Autor offenkundig vorzugsweise auf historistische Illustrationen (v.a. Ottenfeld) als Quelle stützt. Da bevorzuge ich doch die Bilder von Gudenus und David Morier. Gudenus ausgezeichnete Tafeln sind immer noch antiquarisch verfügbar, zeigen aber die österreichischen Truppen unter Prinz Eugen 1734 im Lager von Heilbronn[10]. Moriers Bilder findet man zum Teil in Farbe auf der Homepage der Royal Collection[11]. Doch zeigen Moriers Gemälde die Armee in den Niederlanden 1748[12]. Vor allem bei den ungarischen Regimentern, Legionen genannt, war das Erscheinungsbild 1743 bis 1745 noch ein völlig anderes. Gerade für Prinz Karl von Lothringens Feldzug im Elsass 1744 spielten sie wie Forgàchs Regiment bei Weißenburg eine herausragende Rolle. So muss man viel zwischen beiden Quellen „interpolieren“ wie der Vermesser sagen würde. Oder man nutzt eher unbekanntere Abbildungen wie das schöne Gemälde auf der Veste Oberhaus in Passau[13].


Regarding the tactic and organization, I’m relying on the first volume of the Austrian standard work[8].

The uniforms are more difficult. For example I think little of the German translation of Haythornthwaite’s Osprey volumes about the Austrian army[9]. That’s partly because of the defective up to useless translation, partly because the author relies obviously preferably on illustrations from the period of historicism (mainly by Ottenfeld) as his source. I prefer the contemporary pictures by Gudenus and David Morier. Copies of Gudenus’ excellent panels are still available on the secondhand in Bleckwenn’s book. However they show the prince Eugen’s Austrian troops during the camp at Heilbronn in 1734[10]. Morier’s paintings you may find partly in colour on the homepage of the Royal Collection[11]. But Morier’s tableaus show the army in the Low Countries in 1748[12]. Especially the Hungarian regiments, named legions, the appearance was very different from 1743 to 1745. They had a special importance for prince Charles of Lorrain’s campaign in the Alsace in 1744 – for example the regiment Forgàch at Weißenburg had an outstanding role. Therefor you have much to interpolate as the surveyor would call it. Or you may use more unknown pictures like the very nice painting at the Oberhaus fortress in Passau[13].   


Figuren für eine Tabletop Armee sind entsprechend problematisch im Maßstab 1/72. Ich wüsste beispielsweise keinen Hersteller für frühe ungarische Infanterie. Die Produzenten Revell und HäT hatten sich für den Siebenjährigen Krieg entschieden. Der Uniformschnitt weicht zu dem von 1741-47 erheblich ab, vor allem wenn man sich auf Gudenus stützt, teilweise aber auch zu Morier. Viele Infanterieregimenter waren noch ohne Rabatten. Es gab noch eigentümlich preußisch anmutende Aufschlagformen wie 1734 bei Merulli. Zum Teil muss man darüber hinwegsehen. Teils habe ich aber auch die Miniaturen für meine Einheiten erheblich verändert, manchmal auch mit Greenstuff bearbeitet. Die Bandbreite der von mir verwendeten Hersteller ist enorm: Germania, Revell, HäT, Zvezda, Orion, Art-Miniaturen, Strelets. Bevorzugt benutze ich Plastikfiguren. Ungern klebe ich Gliedmaßen an. Manche Hersteller produzieren wunderschön detaillierte Miniaturen, die aber fürs Tabletop, wo man sie immer wieder anfasst, nicht zu gebrauchen sind. Passende Artillerie stellt keiner dieser Hersteller her, nur Geschütze nach dem System Liechtensteins.


Figures for wargaming armies are problematic for the 1/72 scale. For example I don’t know a manufacturer for early Hungarian infantry. The producers Revell and HäT clearly had decided for the seven years’ war. The cut of the uniforms from 1741-1747 is very different; especially if you use Gudenus as your primary source, but even if you are using Morier. Many of the infantry regiments didn’t had facings. There were still strange and Prussian like cuffs in 1734 as the Merulli regiment had them. Partly you have to ignore these aspects. Partly I changed the appearance of the miniatures using green stuff. The number of manufactures I used is fairly spectacular: Germania, Revell, HäT, Zvezda, Orion, Art-Miniaturen. I prefer plastic figures. I glue limbs, weapons and arms reluctantly on the figures. Some manufacturers produce very nicely detailed miniatures, which are useless for the wargaming, because you touch them too often while gaming. No manufacturer offers suitable artillery – only Liechtenstein’s system.


Alles von der Seite der Grenadiere - everything from a different angle (Foto: André Hanselmann).



Die österreichische Armee ist durch den Facettenreichtum an Truppen von den wild anmutenden Parteigängern Franz von der Trencks bis hin zu den geachteten Kürassieren und Grenadieren geprägt. Der zeitgenössische Ruf der österreichischen Armee war gut und noch Dr. Bleckwenn attestierte für „die ganze Armee“ sie habe sich 1740 bis 1748 „geradezu glänzend und erfolgreich“ für Maria Theresia geschlagen[14]. Die Österreicher vermochten auch ohne tiefgreifende Reformen in den 1740ern wiederholt vor allem die französischen und spanischen Armeen teilweise überraschend deutlich zu schlagen (Piacenca 1746). Der Feldzug im Elsass ist ein klares Zeugnis der taktischen Überlegenheit eines Traun gegenüber Coigny auf der einen und der Schlagkraft der österreichischen Truppen gegenüber den französischen auf der anderen Seite.


The Austrian army is shaped by the richness of facets from wildly appearing light troops under Franz of Trenck up to the widely respected cuirassiers and grenadiers. The contemporary reputation of the Austrian army was well and even Dr. Bleckwenn attested for the “whole army”, that the army fought “virtually well and successful” for Maria Theresia[14]. The Austrians were able to beat especially French and Spanish armies surprisingly clearly (Piacenca 1746 for example) repeated during the 1740s even without reforms. The campaign in the Alsace is a good testimony of the tactical superiority of Trau over Coigny on one side and the striking power of the Austrian troops over the French on the other side.


Bei der Zusammenstellung meiner Tabletop-Armee habe ich versucht alle Bestandteile des österreichischen Heeres wider zu spiegeln. Bei dem Generalstab habe ich mich an Porträts orientiert, die ich im Internet, vor allem auf der Homepage kuk-wehrmacht[15], gesehen hatte. Das Problem bei vielen Porträts ist eine fehlende exakte Datierung. Eigentlich hat sich eine dezidierte Generalsuniform in der österreichischen Armee erst nach dem Krieg etabliert. Zuvor trugen Generäle oft, was sie wollten oder die Uniform des Regiments, dessen Inhaber sie waren. In Schlachtbeschreibungen etwa der Schlacht bei Simbach tauchen auch bisweilen Obristen wie Graf Thürheim als wichtige Befehlshaber in Schlüsselrollen auf[16]. In Ordres de Bataille findet man Namen der Befehlshaber und kann so ihre Porträts suchen. Es wäre hier auch naheliegend ein bisschen die internationale Diversität innerhalb der habsburgischen Armee widerzuspiegeln - etwa den hohen Anteil von Italienern noch in dieser Zeit[17].


I tried to reflect all those components of the Austrian army, when I was building up my wargaming army. Regarding the staff I orientated myself using portraits from the internet, especially from the kuk-wehrmacht Homepage[15]. The absent dating of many portraits is a real problem. Actually a real general’s uniform was established just after that war. Before the generals had what they preferred or the uniform of their own regiment. In descriptions of some battles colonels (Obrist) appear as commanders in key roles like count Thürheim at Simbach[16]. You may find the names of the leaders in the orders of battle and may search than for portraits. It would be obvious to reflect the international diversity within the Habsburg army – for example the high percentage of Italians during this period[17].





Meine Oberkommandierenden - my commanders (Foto: André Hanselmann)



Dienstag, 31. März 2020

Straßenbau im 18. Jahrhundert - road building during the 18th century

Bauen im 18. Jh. (Teil 1) - Straßenbau - Building during the 18th century (part 1) - road building.




Auch wenn wir noch nicht wissen wie es dieses Jahr mit den Veranstaltungen weitergeht, habe ich die Absicht Inhalte zur diesjährigen Anno-Domini-Veranstaltung zu veröffentlichen.


Warum haben wir das Thema Bauen 2020 im Fokus?

Die würzburgischen Übergriffe auf das Steigengasthaus an der Roten Steige haben etwas irgendwie Destruktives an sich. Hier sollte letztlich effektiv die wirtschaftliche Lebensgrundlage der Wirtsfamilie Kircher zerstört werden. Allerdings wurde die Bautätigkeit am Steigengasthaus durch Johann Martin Kircher und seine Arbeiter fortgesetzt und schließlich abgeschlossen.

Daneben gab es konkret direkt vor der Haustür des Steigengasthauses 1749 eine große Baustelle. Die Ausbesserung der breiten Straße, welche von Michelfeld über die Steige hinauf nach Bubenorbis und dann weiter nach Mainhardt führte, was sicherlich auch für das Steigengasthaus von einer gewissen Bedeutung.   


Although we don’t know how this year will continue regarding the events, nevertheless I have the inclination to offer you more about the topics of our Anno-Domini-event for 2020.
The raids of the Würzburg troops on the inn at the Red steep track had a somehow destructive component. Indeed the economic base of the life of the family Kircher, which was the host of the inn, was to be destroyed effectively. However the building process at the tavern was finalized by Johann Martin Kircher and his workers.
Besides there was directly in front of the door of the deep track tavern (Steigengasthaus) a large construction site in 1749. The repair of the wide road, which led from Michelfeld over the steep track up to Bubenorbis and than further to Mainhardt, certainly had some importance for the tavern at the steep track.



Der Straßenbau im 18. Jahrhundert ist ein ungemein komplexes Thema. Durch meine beruflichen Erfahrungen habe ich den Eindruck, dass man schon eine Menge wissen muss, um beispielsweise den Neubau einer Chaussee korrekt darzustellen. Der Artikel in der Enzyklopädie von Krünitz zum Thema Landstraße, der auch konkrete Details zum Straßenbau, der Ausbesserung von Straßen und zahlreichen regionalen Vorschriften enthält, ist mit etwa 890 Seiten[1] entsprechend umfangreich. Sehr anschaulich sind die vielen Abbildungstafeln in dieser Abhandlung.

Deswegen will ich mich auf die Ausbesserung von Straßen speziell im Schwäbischen Reichskreis konzentrieren[2]. Denn 1749 fanden im gesamten Kreis entsprechend den Beschlüssen auf dem Ulmer Kreistag umfangreiche Bauarbeiten am Straßennetz statt. Was Krünitz noch 1794 über den schwäbischen Kreis schrieb, hat offenbar auch schon 45 Jahre zuvor Gültigkeit gehabt:

„In dem Württembergischen, Badischen, Anspachischen, Bayreuthischen, Würzburgischen, und allen übrigen Ländern des schwäbischen und fränkischen Kreises, beschäftigt man sich eifrig mit der Wege-Ausbesserung, und setzt die Wege nach Oesterreich, Böhmen, Bayern, Sachsen, Vogtland und dem Rhein, zur Aufnahme des Handels, in fahrbaren Stand.“[3]

Der umfangreiche Wegebau im schwäbischen Kreis ist auch vor dem Hintergrund eines zunehmend dichteren Fahr- und Reitpostnetzes plausibel. So wurde beispielsweise 1745 ein Felleisen zwischen Frankfurt und Augsburg über Wiesloch, Heilbronn, Cannstatt und Ulm eingerichtet. Dienstags und samstags gingen auf der Strecke von Cannstatt nach Nürnberg und Dienstag und Freitag in der entgegensetzten Richtung Postreiter ab. Daneben wurden 1744 auf den wichtigsten Verkehrsstrecken tägliche Verbindungen, sogenannte „Journalièren“ eingeführt[4]. Der Anstieg der von der Reichspost betriebenen Strecken im heutigen Baden-Württemberg während des 18. Jahrhunderts war enorm. Hatte diese 1730 bereits 2.484 km reitende und 214 km fahrende Post betrieben, so waren es bis 1803 4.036 km reitende und 1.781 km fahrende Post. Allerdings muss man bei letzterer berücksichtigen, dass im Laufe der Zeit keine württembergischen Landkutschenkurse mehr eingerichtet wurden, welche von der Reichspost kompensiert werden mussten[5].
Ein Kuriosum: eine Postreiterin, hier auf einer der zahlreichen Schützenscheiben im Hällisch-Fränkischen Museum Schwäbisch Hall. Man bemerke rechts auf der Scheibe einen der Landtürme (Schützenscheibe von 1750 im Hällisch-Fränkischen Museum Schwäbisch Hall).
Something curious: a female post rider, here to be seen on one of those many shooting Targets at the Hällisch-Fränkische Museum in Schwäbisch Hall. Please note the landtower on the right of the target (Shooting target from 1750 in the Hällisch-Fränkisches Museum)

The road building during the 18th century is a rather complex topic. Through my professional experience I have the impression that you have to know a lot, if you want to recreate for example the new building of a “chaussee”. The article in the encyclopedia by Krünitz about the country road includes exactly details about the road building, the repair of roads and many local regulations about that topic and is very extensive with ca. 890 pages! The bunch of illustrating tables in this article is very helpful to visualize the whole thing.

Therefore I want to focus very closely on the repair of roads especially in the Swabian Circle. In 1749 there were many large road building projects following the decisions of the diet of the Swabian Circle at Ulm. Therefore it’s very obvious that the same was already true, which Krünitz wrote 45 years later in 1794 about the Swabian Circle:

“Within the Wurttemberg, Baden, Ansbach, Bayreuth, Würzburg and all other territories of the Swabian and Franconian Circle many are eagerly occupied with the repair of the tracks and they are concerned about to get the tracks to Austria, Bohemia, Bavaria, Saxony, Vogtland and the Rhine in good condition for trading.”

The large road building within the Swabian Circle is plausible before the background of a growing and closer driving and riding imperial post network. In 1745 for example the fur iron (post sack) between Frankfurt and Augsburg over Wiesloch, Heilbronn, Cannstatt and Ulm was installed. On Tuesday and Saturday the post riders started on the route from Cannstatt to Nuremberg and on Tuesday and Friday in the opposite direction. Besides daily connections were introduced on the most important travelling routes in 1744, which were named “Journalièren”. The increase of the routes used by the imperial post within today Baden-Wurttemberg was enormous during the 18th century. There were 2.484 km of riding and 214 km of driving post in 1730 and 4.036 km of riding and 1.781 km of driving post until 1803. Although you have to note that during that period no more Wurttemberg country coach routes were installed, which the imperial post had to compensate.      

Montag, 16. März 2020

Veranstaltung im April abgesagt - our event in April has been canceled

Liebe Leser dieses Blogs. Ich muss euch leider mitteilen, dass unsere diesjährige April-Veranstaltung (18.-19.04.2020) vom Museum abgesagt wurde[1]. Deswegen werde ich vorerst nichts zum Thema Dreißigjähriger Krieg hier veröffentlichen. Es hätte ein paar Themen etwa wie Preise für mein fiktives Wirtshaus, wo die Söldnerszenen geschehen wären, und auch einfach das Spektrum an glaubhaften Münzen gegeben.
Stattdessen werde ich tiefer in die Themen für unsere August-Veranstaltung einsteigen. Auch wenn wir nicht wissen, was aus dieser wird, werden es Aspekte sein, die auch künftig für unsere Leser und die Teilnehmer unserer Events und die Besucher gleichermaßen interessant sein dürften.





Dear readers. I have to inform you, that our event in April (April 18th-April 19th 2020) was canceled. Therefore I will not post more about the Thirty-years war here. The contemporary prices would be very interesting for my fictional tavern, where the scenes with our mercenaries would have taken place.
Instead I will dig deeper into the topics of our August-event. Although we don’t know, what will happen to that event, these will be aspects which will be interesting for our participants, our visitors and our readers as well anyway.


Text: André Hanselmann


[1] Mehr Infos unter https://www.wackershofen.de/museum-geschlossen/