Dienstag, 8. Oktober 2024

Anno Domini 1734: Die Post ist da - The mail has arrived p. 1

Dieses Jahr stand unsere Veranstaltung ganz im Zeichen der Themen Post [1] und Feldlazarett [2]. Wir hatten vor der Veranstaltung über 50 Zusagen unserer Teilnehmer, dann aber etwas weniger als 10 Absagen, so dass aber die Veranstaltung dennoch eine der größten jemals geworden ist. Am Freitag spielte ich selber einen der kranken Soldaten der kaiserlichen Armee, die von Oppenau nach Schwäbisch Hall transportiert wurden. Obwohl die Kranken eigentlich vorrangig Reiter, Husaren und Stückknechte waren, trugen unsere Kranken die Uniformen des Regimentes Bamberg [3], eines preußischen Infanterieregiments und österreichischer Husaren [4]. Somit bildeten wir einen guten "Querschnitt" durch die damalige Armee ab unter dem Prinzen Eugen ab. Das Haus aus Zaisenhausen fungierte bei uns als die Posthalterei des Posthalters Johann Caspar Schmidt [5]. Vor dieser spielte sich eine spekulative Szene ab. Ein Fuhrmann transportierte auf seinem Wagen einige Kranke wie es am 6. September 1734 geschehen ist [6]. Ein Schreiben wies uns als den angekündigten Transport aus dem Lazarett in Oppenau aus. Wegen der großen Hitze gelang es uns ziemlich leidend auszusehen.

 

Der Krankentransport ist beim Posthalter angekommen. - The transport is arriving at the post office. (photo: M. Leyendecker)

Und noch ein weiterer Blick von oben aus dem Haus. - And another view from above. (photo: M. Leyendecker)  

 

This year our event focused on the topics of post office [1] and field hospital [2]. Before the event, we had over 50 confirmations from our participants, but then a little less than 10 cancellations, so that the event was still one of the largest events ever from our Anno Domini-series. On Friday I played one of the sick soldiers of the imperial army who were transported from Oppenau to Schwäbisch Hall. Although the sick were actually primarily riders, hussars and hired men, our sick wore the uniforms of the Bamberg Regiment [3], a Prussian infantry regiment and Austrian hussar regiment [4]. In this way we represented a good "cross-section" of the army at the time under Prince Eugene. The house from Zaisenhausen served as the post office of the post office manager Johann Caspar Schmidt [5]. A speculative scene took place in front of this building. A carter was transporting some sick people in his wagon, as happened on September 6, 1734 [6]. A letter identified us as the announced transport from the hospital in Oppenau. Because of the intense heat we managed to look pretty suffering.


 

Pfeiferauchen und Wein trinken können die Kranken immerhin noch ganz gut. - At least to smoke a pike and to drink wine was still possible for the ill soldiers. (photo: S. Winter)

 

Später traf ein Husar aus dem Hauptquartier ein, welcher ein Schreiben für einen der Offiziere mitbrachte, welche unter den kranken Soldaten für Disziplin sorgen sollten und in der Reichsstadt einquartiert waren. Dieser Husar stand beispielhaft für die Nachrichtenübermittlung durch Meldereiter. Ich bekam auch einen Brief, der mich darüber informierte, dass man das Getreide ausdreschen sollte, damit die Soldaten Stroh für ihre Bettstätten bekämen. Außerdem erhielt ich eine Abschrift eines Schreibens des Prinzen Eugen, welcher die Ergreifung der zahlreichen Deserteure anordnete. Ich überlegte mir gleich, wer dazu geeignet sein konnte für eine Dublone nach einem Ausreißer zu suchen.

Die Kranken erholen sich ein bisschen vor einem Gasthaus. - The ill soldiers are recovering in front of a tavern. (photo: M. Leyendecker)

 

Later, a hussar from the headquarters arrived with a letter for one of the officers who were supposed to ensure discipline among the sick soldiers and who were quartered in the imperial city. This hussar was an example of the transport of news by messenger riders. I also received a letter informing me that the grain should be threshed so that the soldiers would have straw for their beds. I also received a copy of a letter from Prince Eugene, who ordered the capture of the numerous deserters. I immediately thought about who might be suitable to look for a runaway for a doubloon.

 


Der Meldereiter übergibt mir Mitteilungen aus dem Hauptquartier. - The rider is giving some messages to me, which where from the Imperial headquarters. (photo: Michael Leyendecker)

Ich wollte am Nachmittag einen Pflock herstellen, den wir für das Hufeisenwerfen am Sonntag brauchen konnten, während mein Nachbar einen Herd mauerte, die Mägde und Bäuerinnen nähten und sponnen. In der Schmiede hörte man den Hammer des Schmieds. Trotz der großen Hitze schafften wir so ziemlich alles umzusetzen, auch wenn es nicht ganz einfach für jedermann war immer die komplette Kleidung zu tragen. Manch einer ist einfach empfindlicher gegenüber Hitze und es gab auch vor manchen Gebäuden [7] kaum Schatten.

Mein Nachbar in seinem Hof. - My neighbour in the courtyard of his house. (photo: M. Leyendecker)

 

In the afternoon I wanted to make a stake that we could use for the horseshoe throwing on Sunday, while my neighbor was building a stove and the maids and farmers' wives were sewing and spinning. In the forge you could hear the blacksmith's hammer. Despite the extreme heat, we managed to do pretty much everything, even if it wasn't easy for everyone to wear all the clothes at all times. Some people are simply more sensitive to heat and there was hardly any shade in front of some buildings [7].

In der Küche des Wirtshauses. - In the kitchen of the tavern. (photo: M. Leyendecker)

 


Es war schön zu sehen wie es schon an diesem Tag klappte mit teilweise neuen Leuten im Steigengasthaus und bei uns in der Baugruppe Weinland ein bisschen Rollenspiel zu entwickeln.

It was nice to see how it worked that day with some new people in the Steigengasthaus and with us in the Weinland-section of the museum to develop a bit of role play.


Text: André Hanselmann

Fotos: Michael Leyendecker, Stefan Winter


Notizen / Notes:

1) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2024/03/postreiter-und-briefboten-post-rider.html

2) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2024/01/schwabisch-hall-im-krieg-in-war-1734-p-2.html

3) Ein Infanterieregiment des Fürstbistums Würzburg. - A regiment of the Prince-Bishopric Würzburg. Siehe: Hans Bleckwenn: "Reiter, Husaren und Grenadiere" Hardenberg Kommunikation, Dortmund, 1979, S. 71-72

4) Vgl.: Hans Bleckwenn: "Reiter, Husaren und Grenadiere" Hardenberg Kommunikation, Dortmund, 1979, S. 47-48

5) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2024/03/posthalter-postmaster-johann-caspar.html

6) Leider hatten wir kein Ochsengespann wie es wohl 1734 verwendet wurde. - Unfortunately we had no cart with oxen which were used in 1734.

7) Wie unserem Häuschen von 1480. - Such as our small house from 1480.

Donnerstag, 19. September 2024

Guastalla 19.09.1734

Ähnlich wie im Juni 1734 ging es auch im September nach ein wenig Manöverieren Schlag auf Schlag. Nach einem kleineren Erfolg bei Gardella hatte Königsegg (1673-1751) bereits Anfang September einen Angriff auf die Stellungen der Verbündeten bei Guastalla beabsichtigt, musste aber diesen aufgeben, als sich die Versorgungssituation dort deutlich verschlechterte. Dann aber gelang der bemerkenswerte Erfolg vor allem gegen die Franzosen bei Quistello am 15. September 1734 [1].

Die Anfangsaufstellung der beiden Armeen gesehen von Guastalla. - The initial deployment of both armies - a view from Guastalla. (photo: C. Hanselmann)

 

Similar to June 1734, in September things went quickly after a little maneuvering. After a minor success at Gardella, Königsegg (1673-1751) had already planned to attack the allies' positions near Guastalla at the beginning of September, but had to abandon this when the supply situation there deteriorated significantly. But then there was a remarkable success, especially against the French, at Quistello on September 15, 1734 [1].

 

Ich hatte bei uns die Österreicher und vertraute auf die Kraft der Massen an österreichischer Kavallerie auf dem rechten Flügel. Obrist Lindesheimb sollte auch so rasch wie möglich die Flanke der französischen Infantere angreifen. - I had the Austrians and trusted in the strengh of the masses of Austrian cavalry at my right wing. Colonel Lindesheimb should attack as fast as possible the flank of the French infantry. (photo: C. Hanselmann)

Schon wenige Tage später sollte es zur Entscheidungsschlacht des Kriegsschauplatzes kommen. Man findet zahlreiche Hinweise auf die Schlacht - besipielsweise in den Geschichten von Regimentern. So bin ich einmal auf die Aussage gestoßen, dass die recht speziellen Uniformen der getöteten Soldaten des Regiments Auvergne mit ihren violetten Aufschlägen das Schlachtfeld übersäten [2]. Anders als viele andere Kämpfe des Krieges hat sich diese Schlacht als eine der größten des 18. Jahrhunderts in Italien stärker ins Gedächnis eingegraben. Bei der Auswahl der Quellen habe ich mich einerseits auf zeitgenössische Quellen und zum anderen auf Gerbas ausgesprochen zuverlässiges und akribisch recherchiertes Werk verlassen. Auffällig war dabei vor allem erneut ein Widerspruch beim Kartenmaterial. Während das österreichische Standardwerk auf einer Tafel [3] eine weit über das Gelände östlich von Guastalla verstreutes verbündetes Heer darstellt, zeigt ein Plan des 18. Jahrhunderts [4] eine Aufstellung der Verbündeten entlang der von ihnen fortifizierten Arginello-Straße zu welcher der Plan auch ein Profil abbildet. Bei dem Zeichnen meiner eigenen vereinfachten Karte habe ich mich an die zeitgenössische Vorlage gehalten, da sie mir sehr glaubhaft erscheint. Vielleicht war Gerba diese Karte unbekannt?

Während die Artillerie den Franzosen ein wenig zusetzte, befahl Czungenberg den ersten berittenen Regimentern das Vorrücken und es kam zu einem heftigen Zusammenstoß. - The French suffered under the Austrian artillery. Czungenberg send his first mounted regiment forward and a heavy clash followed. (photo: C. Hanselmann)

 

Just a few days later the decisive battle in the theater of war was to take place. You can find numerous references to the battle - for example in the stories of regiments. So I once came across the statement that the very special uniforms of the Auvergne regiment's killed soldiers littered the battlefield with their purple lapels [2]. Unlike many other battles of the war, this battle is more deeply etched in Italy's memory as one of the largest of the 18th century. When selecting the sources, I relied on contemporary sources on the one hand and on Gerba's extremely reliable and meticulously researched work on the other. What was particularly noticeable was once again a contradiction in the map material. While the Austrian standard work shows an allied army scattered widely across the area east of Guastalla on a panel [3], a plan from the 18th century [4] shows a formation of the allies along the Arginello road they had fortified, to which the plan also shows depicts a profile. When drawing my own simplified map, I followed the contemporary template because I find it very believable. Perhaps Gerba was unfamiliar with this card?

 

Ich habe für mein neues Szenario versucht einen Kompromiss einzugehen. Ein wenig ist es an der zeitgenössischen Karte mit dem Fokus auf die Arginello-Linie angelehnt und ein wenig bei der Darstellung aus dem 19. Jh. indem die Kavallerie und die Dragoner vom rechten Flügel erst auf den anderen marschieren müssen um die dortige Überlegenheit der Österreicher auszugleichen. - I tried to make a compromise for my new scenario. The focus is on the Arginello line but I put some dragoons and cavalry on the French right to be moved to the other wing to support against Austrian overwhelming numbers there. (map: André Hanselmann)


Maréchal de Coigny (1670-1759) plante nach der Schlappe von Quistello nun doch nicht in die Winterquartiere zu gehen, sondern seinerseits die Österreicher auf das linke Poufer zurück zu werfen, womit sich der König von Piemont (1701-1773) auch eher einverstanden erklärte als mit der Belagerung von Mirandola [5]. Schon am 16. September marschierte die Vorhut der österreichischen Armee mit "klingendem Spiel" - also sozusagen mit offenem Visier vor, fand aber die Franzosen in einer dermaßen vorteilhaften Position in Schlachtformation, dass Feldmarschall Königsegg von einem entschlossenen Angriff absah. Stattdessen sollte Oberst Grünne mit schwachen Kräften gegen eine Flanke des Gegners mit ihren stark verschanzten Schleusen einen Scheinangriff durchführen [6]. Diese Unternehmung ging auch so gut, dass es den österreichischen Generälen Czungenberger und Kavanagh gelang bei der Verfolgung der entlang dem Po abrückenden Verbündeten bis nach Luzzara insbesondere durch Husaren einige Franzosen niederzuhauen und beispielsweise 50 französische Grenadiere in einer großen Cascine gefangen zu setzen. An der Mündung der Secchia wurden sogar 3.000 Verbündete durch einen entschlossenen Angriff der österreichischen Infanterie unter Valparaiso, Wachtendonk und Sachsen-Hildburghausen vom Rest der verbündeten Armee abgeschnitten und dadurch beispielsweise 2 piemontesische Bataillone samt ihrer Fahnen erbeutet [7].

Während dem Kampf von Broglies linken Flügel gegen Württembergs Reiterei, verließen zu meiner Überraschung die Piemontesen und Franzosen ihre vorteilhaften Stellungen und marschierten auf meine vorrückende Armee zu. Valparaiso, Suckow und Wachtendonk marschierten in Schlachtordnung an La Tagliata vorbei. - During the fighting of Broglie's left wing against Württemberg's cavalry the Piedmont and French troops left very much to my surprise their favorable positions and moved towards my advancing army. Valparaiso, Suckow and Wachtendonk marched around La Tagliata in battle formation. (photo: C. Hanselmann)

 

After the defeat at Quistello, Maréchal de Coigny (1670-1759) planned not to go into winter quarters, but instead to throw the Austrians back on the left bank of the Po, which the King of Piedmont (1701-1773) agreed to rather than the siege of Mirandola [5]. As early as September 16th, the advance guard of the Austrian army marched with "sounding game" - so to speak with an open visor, but found the French in such an advantageous position in battle formation that Field Marshal Königsegg refrained from a decisive attack. Instead, Colonel Grünne was supposed to carry out a mock attack with weak forces against the enemy's flank with its heavily entrenched locks [6]. This venture went so well that the Austrian generals Czungenberger and Kavanagh managed to cut down some Frenchmen, especially with hussars, while pursuing the allies moving along the Po to Luzzara and, for example, to take 50 French grenadiers prisoner in a large cascine. At the mouth of the Secchia, 3,000 allies were cut off from the rest of the allied army by a determined attack by the Austrian infantry under Valparaiso, Wachtendonk and Sachsen-Hildburghausen and, for example, two Piedmontese battalions and their flags were captured [7].

 

Die Führung der Verbündeten verließ sich vollkommen darauf, dass Lannions Infanteriebrigade an der linken Flanke auf der Arginello-Straße standhielt. Man erkennt hier sehr gut die zahlreichen zurückgeworfenen französischen Reiterregimenter. Ich hoffte, dass Lindesheimb ohne die Unterstützung der anderen Brigaden mit seinen Grenadierkompanien siegen würde. - The Allied leaders relied completely on Lannion's brigade of infantry to defend the left flank at the Arginello-road. You can notice very well all those French regiments of horse which were forced to retreat. I hoped that Lindesheimb and his companies of grenadiers would be victorious even without support. (photo: C. Hanselmann)

Die Kommandeure der verbündeten Armee Coigny, Broglie und König Carlo Emanuelle höchstpersönlich beschlossen den Österreichern eine Schlacht anzubieten [8]. Das Schlachtfeld war zu einer Verteidigung denkbar günstig, da der Damm Arginello, auf dem eine Straße entlang dem Poufer nach Luzarra führte, relativ leicht zu einer Art Brustwehr ausgebaut werden konnte. Zahlreiche Gehöfte und ein Kloster konnten als Verteidigungspunkte für die Verteidiger dienen wie solche bereits bei Parma drei Monate zuvor recht effektiv ausgenutzt wurden [9]. Ebenso wie bei Parma mangelte es aber auch an Anhöhen von denen man einen Überblick über den Verlauf der Schlacht und den Anmarsch eines Gegners bekommen konnte. Guastalla selbst war eine befestigte Stadt, welche leicht als Rückzugsort für eine geschlagene Armee dienen würde zumal Schanzen direkt an den Pontonbrücken über den Po ebenfalls einen Rückzug der Verbündeten über den Fluss decken konnten [10]. Gerba hob die hervorragend gewählte Stellung hervor - die wenigen Schwachpunkte wie dort wo Wege beispielsweise eine Hecke kreuzten wurden diese Stellen durch Balken, Bretter und zusätzliche Verhaue gesichert [11]. Besonders markant war die Massierung der alliierten Kavallerie am linken Flügel in dem Wiesengrund zwischen Arginello und dem Wald von Luzzara, wo schließlich 3 Treffen Reiterei und Dragoner Aufstellung nahmen [12]. Am rechten Flügel befand sich eine Batterie von 5 Geschützen und im Zentrum eine große Batterie von 10 Geschützen, während einige Kanonen eine Reserve bildeten. Die drei Kommandeure hatten sich den Befehl zweckmäßig aufgeteilt [13].

Sonntag, 15. September 2024

Quistello 15.09.1734

Nach unserer diesjährigen Wackershofen-Veranstaltung will ich dennoch in dem Thema bleiben, da mich einfach in den vergangenen Jahren der Polnische Thronfolgekrieg sehr beschäftigt hat und ich versuchen will den Verlauf des Krieges ein bisschen mehr in den Fokus zu rücken. Der Italienische Kriegsschauplatz war trotz der Belagerungen von Kehl [1] und Philippsburg [2] durchweg der bedeutendere, was die militäischen Entscheidungen anbelangt. 

Die Aufstellung beider Seiten aus Sicht vom Po-Ufer. Einige österreichische Kolonnen sind bereits eingetroffen. Maréchal de Broglie befindet sich noch in Gadiella in seinem Hauptquartier. - The initial deployment of both sides from the banks of the Po river. Some Austrian columns already arrived. Maréchal de Broglie is still in his headquarters at Gadiella. (photo: C. Hanselmann, 2024)

 

After our Wackershofen event this year, I still want to stay on the topic, because the War of the Polish Succession to the Throne has occupied me a lot in recent years and I want to try to focus a little more on the course of the war. Despite the sieges of Kehl [1] and Philippsburg [2], the Italian theater of war was consistently the more important in terms of military decisions.

Ich habe mich diesmal dazu entschieden die Karte, die ich vor einigen Jahren entwickelt habe [3] nicht an die Vorlage aus dem Standardwerk zu dem Krieg anzupassen [4], da die Spiele mit der Karte und dem Szenario sehr spannend und unterhaltsam waren. - I have decided for this map which I created years ago [3] instead of changing towards the presentation in the most important work about the war [4] because the games using this map were very exciting and entertaining. (map copyright: André Hanselmann - please not use without asking me)


Nach dem August des Jahres 1734 kam der Feldzug erneut in Fahrt. Mit Feldmarschall Königsegg (1673-1751) hatte der Herzog von Württemberg (1690-1734) erneut einen deutlich älteren Vorgesetzten nach dem Tode von Mercy [5]  vorgesetzt bekommen statt selbst das Oberkommando zugebilligt zu bekommen. Das war wahrscheinlich um so bitterer, da Mercys angeschlagene Gesundheit zumindest zeitweise für den Mitvierziger Chancen geboten hatte sich als selbstständiger Kommandeur zu beweisen [6].

Österreichischer Offiziersdegen um 1770. - Austrian officer's small sword from 1770. (Vorderösterreich Museum, Endingen, Foto: André Hanselmann)


After August 1734 the campaign got underway again. With Field Marshal Königsegg (1673-1751), the Duke of Württemberg (1690-1734) was once again given a much older superior after the death of Mercy [5] instead of being granted supreme command himself. This was probably all the more bitter because Mercy's poor health had at least temporarily offered the man in his forties the opportunity to prove himself as an independent commander [6].

Wie auch in der historischen Schlacht gelingt bei uns Maréchal de Broglie die überhastete Flucht aus Gadiella. Anders als in der historischen Schlacht überraschen diesmal die Österreicher nicht die (von mir gespielten) Franzosen durch einen raschen Angriff und überrennen sie in ihrer ungeordneten Aufstellung zwischen den Zelten. Bei uns wird an einer der Kolonnen Artillerie aufgefahren und die französischen Vorposten beschossen, ehe man angreift. - As in the historical battle the Maréchal de Broglie manages to escape hastely from Gadiella. Differently from the historical battle the Austrians in our game don't surprise the French (played by myself) with a fast attack and overrun their disorganized positions between their tents. In our game they unlimbered some artillery near one of their columns to shoot at the French outposts before charging. (photo: C. Hanselmann, 2024)



Ähnlich wie bei Parma der Versuch die Franzosen und Piemontesen zu überrumpeln, gedachte auch Königsegg bei Quistello zuzuschlagen. Diesmal profitierten die Österreicher massiv davon, dass die Franzosen auf zahlreiche Ortschaften verstreut waren. Viele der Einheiten waren nicht vollständig anwesend, da Soldaten zum Fouragieren ausgeschickt worden waren. Anders als in den anderen Schlachten gelang diesmal auch das Überraschungsmoment. Sehr bezeichnend ist wie das zeitgenössische Gemälde der Schlacht von Pietro Mazzoccoli als Charakteristiken der Schlacht die zu überwindenden Flussläufe bzw. Gräben sowie das weithin verteilte Zeltlager der Verbündeten widerspiegelt [7].

Die Österreicher erlauben der französischen Infanterie rund um Gadiella sich Richtung Po zurück zu ziehen und beschränken sich darauf den Ort zu besetzen. - The Austrians allow the French infantry to retreat around Gadiella towards the Po river and decide to only occupy the village. (photo: C. Hanselmann 2024)


Similar to the attempt to take the French and Piedmontese by surprise at Parma, Königsegg also intended to strike at Quistello. This time the Austrians benefited massively from the fact that the French were scattered across numerous towns. Many of the units were not fully present as soldiers had been sent out to forage. Unlike in the other battles, this time the element of surprise was achieved. It is very significant how the contemporary painting of the battle by Pietro Mazzoccoli reflects the characteristics of the battle: the rivers and trenches that had to be overcome, as well as the widely spread tent camp of the allies [7].

Eine große österreichische Kolonne unter dem Herzog von Sachsen-Hildburghausen konzentriert sich in unserem Spiel auf die Einnahme von Quistello, während die Masse der französischen Infanterie unbeschadet bleibt. Quistello wird mit Entschlossenheit verteidigt. - In our game a large Austrian column under the command of the duke of Sachsen-Hildburghausen is focussed on the occupation of Quistello while most of the French infantry survive in good condition. Quistello is defended with determination. (photo: C. Hanselmann)


Am 15. September 1734 brach die Armee des Feldmarschalls Königsegg in sechs Kolonnen auf um nach einem nächtlichen Marsch den lagernden Feind anzugreifen [8]. Ähnliches samt der Probleme mit der Orientierung einzelner Kolonnen kennen wir schon von den Kämpfen um Colorno [9]. Ein großer Teil der Truppen aber gelangte durch die Furten der Secchia, während die Erste Kolonne eine Furt verfehlte und man bis zur Brust durch das Wasser waten musste, was gewiss zeitraubend war. In dem Gehöft Gaidella unweit dem Ort, wo die Erste Colonne die Secchia durchschritt, befand sich das Quartier des Maréchal de Broglie persönlich. Die Feldwachen der Franzosen wurden durch die Hindernisse dieser österreichischen Kolonne und den verursachten Lärm aufgeschreckt. Die Überraschung gelang aber soweit, dass der Maréchal sich nur in seiner nächtlichen Bekleidung durch eine Hintertür des Gartens der Anlage retten konnte. Zahlreiche Offiziere seiner Entourage wurden allerdings gefangen genommen [10].

Die französische Kavallerie unter Bonas soll den österreichischen Vormarsch verzögern. Das gelingt auch sehr gut. Königsegg lässt sich von den paar Reitern hinhalten. Massen an österreichischer Kavallerie sind mittlerweile eingetroffen. Sie werden allerdings nicht dazu eingesetzt die verstreuten französischen Bataillone zu überrennen. - The French cavalry under Bonas should delay the Austrian advance. That succeeds very well. Königsegg is confused by a small number of riders. Meanwhile masses of Austrian cavalry have arrived. Surprisingly they are not used to overrun the scattered small French battallions. (photo: C. Hanslmann, 2024)


On September 15, 1734, Field Marshal Königsegg's army set out in six columns to attack the enemy camp after a night march [8]. We already know something similar, including the problems with the orientation of individual columns, from the battles around Colorno [9]. However, a large part of the troops made it through the fords of the Secchia, while the first column missed a ford and had to wade through water up to its chest, which was certainly time-consuming. In the Gaidella farm, not far from where the First Column crossed the Secchia, was the quarters of Maréchal de Broglie himself. The French field guards were startled by the obstacles of this Austrian column and the noise it caused. The surprise was so successful that the Maréchal was only able to escape through a back door in the complex's garden in his night clothes. However, numerous officers in his entourage were captured [10].

Ein Teil von Bonas Reiterei ist in die Flucht geschlagen. Endlich rückt eine große Kolonne österreichische Infanterie vor gegen die beiden Kanäle. Im Hintergrund marschieren aber bereits auch schon die piemontesischen Truppen um San Benedetto herum um die Lücke in der Aufstellung zu schließen. - Some of Bonas' cavalry is routed. Finally the large column of Austrian infantry moves towards the two channels. In the background the Piedmont troops already are marching around S.Benedetto to fill the gap in the Allied deployment. (photo: C. Hanselmann 2024)

Sonntag, 11. August 2024

Die französische Armee des Österr. Erbfolgekrieges - The French army of the WAS P. 1

 Ähnlich wie in meinen Beiträgen zur piemontesischen [1], britischen [2] und österreichischen Armee [3] der für uns besonders interessanten Epoche, will ich auch anhand meiner Figuren die französische Armee vorstellen. Die französische Armee war die Größte im Polnischen und Österreichischen Thronfolgekrieg. Die Rolle Frankreichs spiegelt sich beispielsweise in Gandilhons Buchtitel "Fontenoy - France dominating Europe" [4] wider. Da die Armee besonders umfangreich und facettenreich ist, wird es diesmal mehrere Teile geben. Sie sollen auch dazu dienen zu erläutern, warum ich diese oder jene Bemalung und Gestaltung für die Basen meiner Kommandeure gewählt habe wie man sie in meinen Spielberichten erkennen kann [5].

Dies sind all meine Kommandeure, die ich bislang bemalt habe. Die einzelnen Figuren stehen auf einer 4x4 cm Base und die Oberkommandeure auf einer 4x6 Base. - These are all of my commanders which I painted already. The single figures on 4 x 4 cm bases and the Commanders in Chief on a 4 x 6 base. (Foto: André Hanselmann, 2024)

 

Similar to my articles on the Piedmontese [1], British [2] and Austrian armies [3] of the era that is particularly interesting for us, I also want to introduce the French army using my figures. The French army was the largest in the Wars of the Polish and Austrian Succession. The role of France is reflected, for example, in Gandilhon's book title "Fontenoy - France dominating Europe" [4]. Since the army is particularly extensive and diverse, there will be several parts for that topic. They should also serve to explain why I chose this or that painting and design for my commanders' bases, as you can see in my gaming reports [5].


Es ist recht schwierig selbst für einen so kurzen Zeitrahmen wie für die Armeen von 1734 [6] bis 1748 [7] zu entscheiden wie die Figuren aussehen sollen. Die zeitgenössischen Schrift- und Bildquellen zeigen bereits einen Wandel in den Uniformen, auch wenn zumindest gefühlt ein noch deutlicherer Wandel dann im Laufe des Siebenjährigen Krieges stattfand [8]. Was die Bekleidung der Generalität anbelangt ist eine besondere Zäsur im Jahre 1744 zu sehen, als die Ordonanz vom Februar eine Vereinheitlichung der Uniformierung vorsah [9]. Man findet dennoch noch später gewisse Abweichungen, vor allem wenn die Kommandeure die Uniform von einem eigenen Regiment trugen.

Meine neueste Base hat einen General mit einer schönen großen Perücke. Dass der General von zwei Mousquetaires de la Garde eingerahmt ist, wurde ein bisschen von einer Illustration in einem Buch von McNally inspiriert. - My newest base has a general with a huge nice whig. The general is accompanied by two Mousquetaires de la Garde which are inspired by an illustration in one of McNally's books. [10] (photo: A. Hanselmann, 2024)

 

It is quite difficult to decide what the figures should look like, even for such a short time frame as for the armies from 1734 [6] to 1748 [7]. The contemporary written and pictural sources already show a change in the uniforms, even if it was felt that an even more significant change took place in the course of the Seven Years' War [8]. As far as the clothing of the generals is concerned, a particular turning point occurred in 1744, when the February Ordinance stipulated a standardization of uniforms [9]. Nevertheless, certain deviations can still be found later, especially when the commanders wore the uniform of their own regiment.

 

Aus der Zeit davor orientiere ich mich vor allem an Porträtgemälden, die auch danach sehr interessant sind, da sie gewisse persönliche Freiheiten der hochgestellten Persönlichkeiten vermitteln. Man muss bei Porträts immer wieder vorsichtig sein und differenzieren zwischen dem wie sich die dargestellten Befehlshaber der Nachwelt überliefert sehen wollten und wie sie wirklich gekleidet sein mochten. Man denke da beispielsweise an jemanden wie den polnischen Magnaten Stanislav Szczésny Potocki, der sich noch um 1790 zusammen mit seinen zeitgenössisch modisch gekleideten Kindern in voller Rüstung samt Helm hat von Johann Baptist Lampi dem Älteren malen lassen [11]. Natürlich begegnen wir einer ähnlichen Selbstinszenierung mit erstaunlich vielen Rüstungsteilen nicht nur Louis XV, dem König von Frankreich, sondern auch seinen Feldherren und deren Unterkommandeuren wie dem Maréchal de Broglie (1671-1745) [12]. Bei der Bewertung dieser Bilder muss man in Betracht ziehen, dass zahlreiche der Marschälle und Generäle vom Rang her Herzöge oder Fürsten - einige sogar aus dem Hause der Bourbonen selbst - waren. 

Das ist der Oberkommandierende, den ich als ersten bemalt habe. Er hat den Rang eines Lieutenant-Géneral. Dahinter ein Maréchal de Camp, den Tableschmock für mich bemalt hatte [13]. Der hellblau uniformierte Reiter dahinter soll Bercheny [14] darstellen. - That is the CinC which I painted first. He has the rank of Lieutenant-Géneral. Behind is a Maréchal de Camp - painted by Tableschmock [13]. The light blue uniformed rider behind should be Bercheny (14). (Foto: André Hanselmann, 2024)

 

Before that, I oriented myself primarily towards portrait paintings, which are still very interesting afterward because they convey certain personal freedoms of high-ranking personalities. You always have to be careful with portraits and differentiate between how the commanders portrayed wanted to be handed down to posterity and how they really wanted to be dressed. One thinks, for example, of someone like the Polish magnate Stanislav Szczésny Potocki, who had himself painted by Johann Baptist Lampi the Elder around 1790 together with his children, who were fashionably dressed in contemporary fashion, in full armor and helmet [11]. Of course, we encounter a similar self-dramatization with an astonishing number of pieces of armor not only for Louis XV, the King of France, but also for his generals and their subordinate commanders such as Maréchal de Broglie (1671-1745) [12]. When evaluating these images, one must take into account that many of the marshals and generals were dukes or princes in rank - some even from the House of Bourbon itself.

 

Man kann gewiss davon ausgehen, dass eine übermäßige Rüstung auf dem Schlachtfeld und insbesondere auf die Dauer des Feldzuges überaus hinderlich und unnütz gewesen wäre. Gewisse Rüstungsteile wie vor allem ein Brustharnisch wie man ihn bisweilen unter einem Rock getragen sieht, scheinen eher praktikabel, zumal sie auch bei der schweren Kavallerie Frankreichs noch üblich waren. Eine ähnlich glaubhafte Ausstattung sehen wir auf dem Ganzkörperporträt des späteren Maréchal de Clermont-Tonnerre (1688-1781) durch Joseph Averd [15]. Clermont-Tonnerre begegnet uns schon in den 1740ern immer wieder als Kommandeur besonders bedeutender Massen an Reiterei wie in der Schlacht bei Lauffeldt [16]. Auf dem Bildnis von Averd hat der Befehlshaber die für den Siebenjährigen Krieg typische Kleidung eines Schweren Kavalleristen mit Harnisch, was zu seiner Rolle als Reiterführer passen dürfte und ihn im Kampfgeschehen durchaus geschützt haben könnte. 

Einige Brigadiers in weißen, roten und blauen Uniformen zu Fuß. Diese können auch als Colonels dienen. Einer hat die Uniform des Regiments Auvergne und soll den Brigadier Duc de Duras darstellen. Der in Rot hat die Uniform des Regiments Dillon, einer in Blau die von Royal Suédois. - Some brigadiers in white, red and blue uniforms at foot. These can serve as colonels too. One of them has the uniform of the Auvergne-regiment and should represent the brigadier duc de Duras. The guy in red has the uniform of the Dillon-regiment and the one in blue is from the Royal Suédois regiment. (photo: A. Hanselmann, 2024)

 

One can certainly assume that excessive armor would have been extremely cumbersome and useless on the battlefield and especially over the duration of the campaign. Certain pieces of armor, especially a breastplate like one sometimes sees worn under a skirt, seem more practical, especially since they were also still common among the heavy cavalry of France. We see a similarly believable outfit in the full-length portrait of the later Maréchal de Clermont-Tonnerre (1688-1781) by Joseph Averd [15]. As early as the 1740s, we repeatedly encountered Clermont-Tonnerre as the commander of particularly important masses of cavalry, such as in the Battle of Lauffeldt [16]. In the portrait of Averd, the commander is wearing the clothing of a heavy cavalryman with armor, which is typical of the Seven Years' War, which probably fits his role as a cavalry leader and could well have protected him in battle.

Oberkommandierende von Links nach Rechts: Du Chayla (1685-1754) mit Infanterist vom Regiment Carillon, der sein Pferd hält; der Maréchal de Saxe mit Orden vom Weißen Adler und Gardist (Vordergrund); der Comte de Clermont (1709-1771) in einem roten Rock mit Grenadier à Cheval. - Commanders in Chief from left to right: Du Chayla (1685-1754) with infrantry soldier from the Carillon-regiment which is holding his horse; the Maréchal de Saxe with the medal of the White Eagle and a guard (foreground); the comte de Clermont (1709-1771) in a red coat with a Grénadier à Cheval. (photo: A. Hanselmann, 2024)

 

 


Eine Schwierigkeit bei der Darstellung von Kommandeuren des Polnischen und Österreichischen Erbfolgekrieges stellt dar, dass sich einfach aus dieser Zeit noch nicht soviele Abbildungen überliefert haben oder eventuell von den Akteuren niemals Gemälde entstanden sind. Eine unüberschätzbare Quelle für das Erscheinungsbild von Generälen und Offizieren um die Mitte des 18. Jahrhunderts im Alltag dürfte das beeindruckende Œuvre des Künstlers Louis Carrogis Carmontelle (1717-1806) darstellen, der schier unzählige wichtige Akteure des französischen Militärs mit einem unverkennbaren Realismus abgebildet hat. Leider haben sich nur wenige Originaluniformen von Generälen dieser Epoche erhalten. Die im Zeughaus Solothurn ausgestellte und ein wenig nach unseren Betrachtungszeitraum zu datierende Uniform eines Maréchal de Camp will ich daher dennoch nicht vorenthalten, da sie doch einen gewissen Eindruck der schlichten Eleganz der Kleidung eines nicht allzu hohen Generals liefert.

A difficulty in depicting commanders of the Wars of Polish and Austrian Succession is that there are simply not that many illustrations from this period that have come down to us, or perhaps no paintings were ever created by the actors. The impressive oeuvre of the artist Louis Carrogis Carmontelle (1717-1806), who depicted countless important players in the French military with an unmistakable realism, is likely to be an invaluable source for the everyday appearance of generals and officers around the middle of the 18th century. Unfortunately, only a few original uniforms of generals from this era have survived. I do not want to withhold the uniform of a Maréchal de Camp, which was exhibited in the Solothurn Armory and dates somewhat later than our period under consideration, as it does provide a certain impression of the simple elegance of the clothing of a not particularly high-ranking general.

 

Diese Uniform in Solothurn ist in das Jahr 1775 datiert, wirkt aber noch recht konservativ wie sich in den Details erkennen lässt. - This uniform in Solothurn is dated in the year 1775 and is looking conservative which is visible in the details [17]. (photo: C. Hanselmann, 2023)

Der Kragen ist noch sehr klein und die Verzierung darauf wiederholt den Stil an der Rockkante. Man beachte auch den guten Erhaltungszustand und die Schlaufen zur Befestigung eines Ordens. - The collar is still very small and the decoration is reflecting the style at the edge of the coat. Please note the very well condition of the uniform and the loops to hold a medal. (photo: C. Hanselmann, 2023)

Die Ärmel und Aufschläge sind noch recht weit. Man beachte die schönen Knöpfe. - The sleeves and cuffs are still relatively wide. Note the very nice buttons. (photo: C. Hanselmann, 2023)

Die Hose ist auch original erhalten mit den verzierten Kniebändern ebenso wie die beiden roten Westen. - The breeches are originaly preserved with nicely decorated knee bands as both of the red waistcoats. (photo: C. Hanselmann, 2023)

Sonntag, 4. August 2024

380 Jahre Schlacht bei Freiburg

Dieses Jahr jährt sich die Schlacht von Freiburg am 3./.5. August 1644 zum 380. Mal. Grund für uns auf dem Schlachtfeld des Ereignisses zu gedenken. Leider fand sich kein Bayer [1] ein. 

Ein erstes Bild vom Schlachtfeld. Militärischer wird es auch nicht mehr. (Foto: C. Hanselmann)


Wir waren auf dem am wenigsten überbauten Abschnitt des Schlachtfeldes auf dem sogenannten Bohl (siehe zeitgenössische Karte). Hier hatte die Schlacht am 3. August getobt und die Franzosen hatten unter hohen Verlusten unter dem Prince d'Enghien die bayerischen Stellungen erstürmt [2]. Bereits im vergangenen Jahr sind wir zu zweit auf dem Bohl gewesen [3] [4].

Zum Vergraben der toten Bayern hatten wir einen Spaten dabei. Wegen der Hitze trage ich die Schecke über dem Riemen des Ledersackes. Als Seitenwehr habe ich meine Bauernwehr. (Foto: C. Hanselmann)


Ich bin selber gespannt, ob ich nochmal an einem Jahrestag auf das Schlachtfeld gehen werde, das ja beinahe vor meiner Haustür liegt. Ich hoffe, euch gefallen die Impressionen vom Schlachtfeld. Derzeit bereiten wir uns auf die große Veranstaltung im Museum in Wackershofen vor zu der wir bereits viele Aspekte der Recherche hier veröffentlicht haben [5]. 

 

So schrecklich muss der Anblick eines Schlachtfeldes sein. (Foto: André Hanselmann)

Es wurde auch Karnöffel gespielt. (Foto: C. Hanselmann)

Es war sehr schwierig die modernen Rebstöcke und Verkehrsschilder an den Wirtschaftswegen nicht auf den Fotos zu haben. Zufrieden nach 2 Stunden auf dem Schlachtfeld gingen wir zurück ins Tal. Das Wetter war wunderbar - für den Hochsommer nicht allzu heiß und ein wenig windig, (Foto: A.-A. S. Hanselmann)

Und zuletzt noch das einzige Denkmal der Schlacht vom 3. August 1644 hier an dieser Stelle auf dem Bohl. (Foto: C. Hanselmann)



Text: André Hanselmann

Fotos: Cecilia Hanselmann, A.-A. S. Hanselmann, André Hanselmann


Notizen / Notes:

1) Das heißt Darsteller der bayerischen Truppen.

2) siehe hier: 

https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2021/03/schlacht-bei-freiburg-1644-t-3-battle.html

3) Ein Foto mit Daniel Klotz vom Dragonerregiment Wolf hier: 

https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2023/12/ruckblick-auf-die-saison-view-back-on.html#more

4) Mehr dazu im Interview mit Daniel Klotz: 

https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2024/05/historiker-von-nebenanhistorians.html

5) zum Beispiel hier: 

https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2024/01/schwabisch-hall-im-krieg-1734-in-war.html

Donnerstag, 18. Juli 2024

Encore plus à faire ...

Derzeit plane ich Schritt für Schritt die französische Armee hier vorzustellen. Ob es etwas vor unserer großen Sommer-Veranstaltung wird oder erst im Herbst kommt, ist noch nicht ganz sicher. Das hängt auch ein wenig davon ab wieviel wir damit beschäftigt sind das Thema Post noch vorzubereiten. Sehr langsam male ich seit einigen Wochen an Mousquetaires du Roi [1]. Hier seht ihr den Stand der Dinge.

Je prévois actuellement de présenter ici l'armée française étape par étape. Il n'est pas encore tout à fait certain si ce sera quelque chose avant notre grand événement estival ou pas avant l'automne. Cela dépend aussi un peu de notre niveau d'activité dans la préparation de la poste à Wackershofen. Je peins lentement les Mousquetaires du Roi [1] depuis quelques semaines maintenant. Ici vous pouvez voir l'état des choses.

 

8 figures des Mousquetaires Gris et des Mousquetaires Noir. (photo: André Hanselmann, 2024)

Daneben arbeite ich noch an einem Oberkommandeur, den ich für größere Schlachten wie Rocoux [2] gebrauchen könnte als Ersatz, falls einer der Kommandeure der Korps ausfällt.

Je travaille également sur un commandant supérieur que je pourrais utiliser pour des batailles plus importantes comme Rocoux [2] en remplacement si l'un des commandants de corps est perdu...


Texte: André Hanselmann

Photo: André Hanselmann


Notes:

1) Strelets Set 242 French Guard Musketeers

2) https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2021/09/rocoux-11okt-1746-part-1.html

Montag, 1. Juli 2024

Inventar der Frau Bäckerin 1762

Nach einem ungemein erfolgreichen Monat wollen wir euch ein weiteres Inventar einer Einwohnerin von Schwäbisch Hall im 18. Jahrhundert vorstellen. 


Herr und Dame um 1750, als Staffagefiguren auf einer Ansicht von Kempten. (Foto: Cecilia Hanselmann, Stadtmuseum Kempten)

 

Es handelt sich um "Johanna Jacobina Dorothea, Johann Dietrich Stangen, Burger und Becken zu Unterlimpurg" Ehefrau und das Inventar stammt vom 10. November 1762 [1]. Es ist sehr umfangreich und verdeutlicht, welch einen Umfang und finanziellen Wert ein Nachlass an Kleidern darstellen kann.


"an weiblichen Kleidern


1 schwarz tüchen Rock und Camisöl  12 fl
1 schwarz zeuchenen Rock 2fl
1 hell gestreiften zeuchenen dito 3fl
1 roth flannellenen Rock 1fl 13ß
1 alten dito 1fl
1 abgenehten zeuchenen Rock 2fl 14ß
1 schwarz tüchen Camisölein 1 fl 15ß
1 schwarz creppen dito 15ß
1 müzlein von blauem halbseiden zeuch 2fl 15ß [2]
1 dito rothlechtes 1fl
1 schwarz cottonen Camisölein 1fl 15ß
1 violetten dito 15ß
1 schwarz pomesinen Camisölein 20ß
1 weiß barcheten dito 1fl
1 weiß barcheten leible 5ß
3 cottonen Schürz, à 20ß  2fl
1 muselinener Schurz
1 blau pomesinen Schurz 15ß
1 alt leinen dito
4 schwarze Schürz baumwollene u. leinene 2fl
1 marder Schlupfer 15ß

Latus 37fl 5ß