Wir versuchen uns ja auf unserem Blog mit der gesamten Zeit des Dreißigjährigen Krieges chronologisch zu beschäftigen. Aus dem Blickwinkel finde ich die Schlacht bei Fleurus sehr interessant. Nach den Niederlagen bei Wimpfen und Höchst [1] zogen Mansfeld und Christian von Braunschweig, genannt Der tolle Halberstädter, in die Niederlande. Die Rheinpfalz war nunmehr scheinbar endgültig in die Hände der Spanier beziehungsweise Bayern gefallen. Beide Seiten hatten die Gegend bereits entsetzlich geplündert.
On our blog we try to deal with the whole time of the Thirty Years' War chronologically. From that point of view, I find the Battle of Fleurus very interesting. After the defeats at Wimpfen and Höchst [1], Mansfeld and Christian von Braunschweig, called The Great Halberstadter, moved to the Netherlands. The Rhine Palatinate had now apparently finally fallen into the hands of the Spaniards or Bavarians. Both sides had already looted the area horribly.
Der Weg nach Fleurus
Beide Heerführer hatten ja zuvor eine Vereinigung ihrer Heere versucht. Während der Administrator von Halberstadt bei Höchst geschlagen worden war, hatte Mansfeld das Elsass und auch den Breisgau heimgesucht und plündern lassen. Ein seltener Erfolg war, dass sich Ernst von Mansfeld hatte gegen den Erzherzog Leopold (1586-1632) behaupten können, der sich daraufhin nach Freiburg zurückziehen musste "um sich auszuruhen" [2]. Nachdem Mansfeld viel von Leopolds Bagage erbeutet hatte, hatten seine Männer "den Frauenzimmern" aus Leopolds Tross "nichts am Leben getan, sondern sie mit Quartier genommen und bei sich behalten" [3]. Auf den Druck seines Schwiegervaters König James von England (1566-1625) hin, der sich mit den Spaniern verbünden wollte, kündigte Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz am 13. Juli 1622.
The way to Fleurus
Both generals had previously attempted to unite their armies. While the administrator of Halberstadt had been defeated near Höchst, Mansfeld had ravaged and plundered Alsace and Breisgau. A rare success was that Ernst von Mansfeld was able to assert himself against Archduke Leopold (1586-1632), who then had to withdraw to Freiburg "to rest" [2]. After Mansfeld had captured much of Leopold's baggage, his men "did nothing alive to the women" from Leopold's entourage, but took them with their quarters and kept them with them" [3]. Under pressure from his father-in-law, King James of England (1566-1625), who wanted to form an alliance with the Spanish, Elector Frederick V of the Palatinate resigned on July 13, 1622.
So sahen Mansfeld und der Halberstädter keine andere Chance als woanders Dienste zu suchen. Nachdem sie sogar mit den Habsburgern verhandelt haben sollen, wurden sie kurz darauf mit den Generalstaaten einig und marschierten gen Bergen-op-Zoom, das von dem uns bereits gut bekannten General Spinola belagert wurde. Ihre Aufgabe sollte es sein die Stadt zu entsetzen.
So Mansfeld and the man from Halberstadt saw no other option than to look for services elsewhere. After they are even said to have negotiated with the Habsburgs, they soon came to an agreement with the States General and marched towards Bergen-op-Zoom, which was besieged by General Spinola, who we already know well. Your task should be to relieve the city.
An der Stelle finde ich es interessant wie Mansfeld scheinbar schon mehrfach auch mit katholischer Seite verhandelte. Pavel Hrnčiřík hat ganz richtig betont, dass Mansfeld und Tilly beide aus den heutigen Benelux-Staaten stammten und somit vielleicht doch sich die Feldherren garnicht so fern waren [4]. Vielleicht schätzte man im gegnerischen Lager doch zumindest ein wenig Mansfeld als einen gewiss kriegserfahrenen Kommandeur. Andererseits schien ja zu dem Augenblick der Krieg in Deutschland auszubrennen und es fragt sich wozu man im katholischen Lager zwei neue hohe Generäle benötigt hätte von denen zumindest Christian von Braunschweig bis auf das Plündern noch keine weiteren Qualitäten aufgewiesen hatte.
At this point I find it interesting how Mansfeld has apparently already negotiated several times with the Catholic side. Pavel Hrnčiřík quite rightly emphasized that Mansfeld and Tilly both came from what is now the Benelux countries and therefore perhaps the generals were not that far off after all [4]. Perhaps the enemy camp appreciated at least a little Mansfeld as a commander who was certainly experienced in war. On the other hand, the war in Germany seemed to be burning out at that moment and one wonders why two new high generals would have been needed in the Catholic camp, of whom at least Christian von Braunschweig had not yet shown any other qualities apart from looting.
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Die Schlacht bei uns aus spanischer Perspektive. - The battle formations from the Spanish perspective in a game in our flat. (photo: Cecilia Hanselmann)
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Die beiden Heere
Auf dem Weg nach Bergen-op-Zoom verlegte nun aber General Córdoba den beiden Heerführern mit einer nummerisch unterlegenen Armee bei Fleurus den Weg. Natürlich steht für mich außer Frage, dass wohl die spanischen Truppen, was ihnen an Zahl fehlte, gewiss durch ihre höhere Qualität ausglichen. Außerdem berichten die Quellen von einer bedeutend überlegenen spanischen Artillerie. So verfügte Córdoba an diesem 29. August 1622 über 7 Geschütze, während Mansfeld nur 2 Geschütze hatte wie uns ein zeitgenössischer Stich mitteilt [5]. Die geringe Anzahl von Geschützen auf Mansfelds Seite, erstaunen, da er ja zahlreiche Geschütze Erzherzog Leopold abgenommen haben soll [6]. Entsprechend gibt es auch gegenteilige Schätzungen [7]. Allerdings hat Mansfeld in seiner Karriere in den vergangenen Jahren schon mehrfach praktisch seine gesamte Artillerie eingebüßt. Vor allem an Reiterei - so die eher übereinstimmenden Quellen - waren Mansfeld und der Braunschweiger (60 Kompanien) den Spaniern (nur 53 schwache Kompanien) deutlich überlegen [8]. Das ist auch insofern plausibel, da "der tolle Halberstädter" bei Höchst vor allem seine Reiterei retten konnte. Wir kennen dasselbe Motiv die wertvollere Kavallerie vorrangig erhalten zu wollen schon von Mansfeld aus der Schlacht bei Sablat [9].
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Ein großer Reiterangriff durch den rechten Niederländischen Flügel ist bei uns vollkommen zusammen gebrochen. Dort haben Mansfelds Reiter 2/3 ihrer Stärke eingebüßt. - A great attack with the cavalry of the Dutch right wing is completely defeated. Mansfeld's riders lost 2 Thirds of their strengh. (photo: Cecilia Hanselmann)
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The two armies
On the way to Bergen-op-Zoom, however, General Córdoba blocked the path of the two generals with a numerically inferior army at Fleurus. Of course, there is no question in my mind that what the Spanish troops lacked in numbers, they certainly made up for in superior quality. In addition, the sources report a significantly superior Spanish artillery. Thus, on August 29, 1622, Córdoba had 7 cannons, while Mansfeld had only 2 cannons, as a contemporary engraving tells us [5]. The small number of guns on Mansfeld's side is surprising, since he is said to have taken numerous guns from Archduke Leopold [6]. Accordingly, there are also contrary estimates [7]. However, Mansfeld has lost practically his entire artillery several times in his career in recent years. According to sources that tend to agree, Mansfeld and the Braunschweiger (60 companies) were clearly superior to the Spaniards (only 53 weak companies) in terms of cavalry [8]. This is also plausible insofar as "the great Halberstadter" was able to save his cavalry at Höchst. We already know the same motive of wanting to give priority to the more valuable cavalry from Mansfeld from the Battle of Sablat [9].
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Die erste Angriffswelle des großen Reiterflügels unter dem Tollen Halberstädter scheint abgeschlagen. De Gaucher hat seine Truppen so zusammengezogen um einer dezimierten Einheit Braunschweiger Reiter den Rückzugsweg zu versperren. - The first wave of attacks of the large cavalry wing of the mad "Halberstädter" is beaten back as it is looking. De Gaucher had assembled his troops in a way to blockade an decimated unit of Brunswick's riders from retreating. (photo: Cecilia Hanselmann)
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Verlauf und Ausgang
Zum Verlauf der Schlacht will ich garnicht allzuviel sagen, da die Aussagen darüber voneinander abweichen. Auf dem Gemälde von Snayers erkennt man vor allem Aktionen der Kavallerie. Eine neuere auf Spanisch erschienene Publikation geht näher darauf ein [10]. Die zahlreichen Angriffe der Truppen Mansfelds, der das Zentrum kommandierte und v.a. des "Tollen Halberstädters", der den starken linken Kavallerieflügel befehligte, konnten von Cordobás Truppen schließlich abgeschlagen werden, auch wenn er teilweise zurück weichen musste. Die Aufstellung der Spanier mit einer Flankensicherung auf einer Seite durch eine Ortschaft, die von Musketieren besetzt war und auf der anderen durch eine Wagenburg hatte zusätzlich die nummerische Unterlegenheit im Kampf ausgeglichen.