Donnerstag, 12. März 2020

Review – Miniaturen von Lukas Fischer/Miniatures by Lukas Fischer


Review – Miniaturen von Lukas Fischer/Miniatures by Lukas Fischer

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English text below

Heute gibt es mal etwas Neues. Die Leser unseres Blogs haben ja schon erfahren können, dass ich mich auf ganz verschiedene Weise der Geschichte nähere. Das Hobby Tabletop ist so ein Zugang. Obwohl ich mich ursprünglich auf die Armeen Österreichs und Frankreichs mit dem Hintergrund der Belagerung von Freiburg [1] und dem vorhergehenden Feldzug konzentriert habe, war irgendwann das Jahr 1743 allzu verlockend und dann kommt man auch um die Schlacht bei Dettingen nicht herum. Dazu hatte ich auch dann für das Regelwerk HoW (Honours of War) nach bestem Wissen und Gewissen nach meinem Kenntnisstand ein Szenario verfasst. Bald soll von McNally ein Buch mit dem modernen Forschungsstand bei Osprey erscheinen[2].

Unser Dettingen-Spiel 2019, Briten von RedBox in der Bildmitte links - our Dettingen-game in 2019, British by RedBox in the middle of the picture at the left.


Nichts war also naheliegender als eine britische Armee aufzubauen, welche bei der Infanterie überwiegend auf die beiden Sets von RedBox 72049 und 72050 fußen.

Lukas Fischer, der sich auf 3-D-Rekonstruktionen spezialisiert hat, produziert nun selber Plotfiles für Modellfiguren der britischen Linieninfanterie[3], wobei man auch ausgeplottete Minis bestellen kann. Ich habe nun einige Figuren zugesendet bekommen und Gelegenheit gehabt sie mit meinen bereits vorhandenen Minis zu vergleichen. Der Vorteil beim 3D-Druck ist natürlich, dass man die Figuren in beliebigen Maßstäben ausgeben kann.

Vergleich, Highlander von RedBox 72050 links und Briten von Lukas Fischer Rechts unbemalt - Comparison, highlander by RedBox 72050 left and British infantry by Lukas Fischer at the right.

Hier sieht man nun ein paar Beispiele. Im Vergleich zu RedBox fällt auf, dass Details weniger deutlich herausstechen. Knöpfe und Schnallen müssen in meinem Maßstab (1/72) gemalt werden und die Miniaturen geben nicht so deutliche Anhaltspunkte. Aber daran bin ich gewohnt. Die Proportionen ähneln eher dem Stil vieler Revell-Sets und entsprechen meines Erachtens eher dem Real-Scale, während die RedBox-Figuren eher große Köpfe, Hände und dickere Gliedmaßen haben. Die Ausrüstung ist bei den RedBox-Figuren leichter identifizierbar. Die Figuren von Lukas Fischer haben auch generell eine völlig andere Ausstattung, die auf die minimale Ausrüstung mit Muskete, Seitenwaffe und Patronentasche beschränkt ist. Dabei ist allerdings nicht ganz sicher, ob nicht im 18.Jh. teilweise ein Teil der Ausrüstung ohnehin vor der Schlacht zurückgelassen wurde, was das Fehlen der Tornister zum Beispiel plausibel machen würde. Von den Posen her erinnern die Figuren stark an zeitgenössische Kupferstiche. Ein Vorteil gegenüber dem RedBox Set 72049 ist das Vorhandensein der Pose des kniend feuernden Soldaten.

Das Material ist sehr hart, ganz anders als bei Figuren etwa von HäT oder RedBox. Bei den hier von mir bemalten Figuren ist bislang nichts abgebrochen.

Die Figuren vor dem Schattieren und eine Figur mit Grundierung - figures before shading and one figure with shouldered musket with primer.

Ich habe meine Miniaturen als 1st Foot Guards bemalt. Die Details der elaborierten Uniform dieser Einheit wie die doppelte Reihe von Borte auf den Aufschlägen vermochte ich beispielsweise nicht zu malen. Mag aber auch am mangelnden Talent oder falschen Pinseln meinerseits liegen.  

Als Gegenüber der Gardes Francaises etwa bei Fontenoy in der berühmten und von Voltaire erwähnten Situation sind die Foot Guards einfach beinahe ein Muss für den Sammler bzw. Spieler.
Mein King's Regiment (8th) ausschließlich aus Figuren von RedBox set 72049 - my King's or 8th Regiment, only figures by RedBox 72049.

Meine 1st Foot Guards noch ohne Grenadiere und Fahnen - my First Foot Guards without grenadiers and colours.

Insgesamt gefallen mir die Modelle als Ergänzung meiner Sammlung. Ich mische ganz ungeniert Miniaturen unterschiedlichster Hersteller (wie etwa Zvezda und Revell) innerhalb einer Einheit und habe daher auch keine Probleme damit diese Figuren neben meinen RedBox-Figuren einzusetzen. Eine Base fehlt noch zu meiner kompletten Einheit, die am Ende 6 Basen haben wird, da ich bislang noch keine Figuren für Fahnenträger und Grenadiere bekommen habe.

Von der Ästhetik her ist es ja immer Geschmackssache. Ich mag die Minis, auch wenn sie eher starr wirken. Aber in der Gruppe machen sie einen irgendwie imposanten Eindruck.

 
Mehr Details vom Offizier und Trommler - a more detailed view on the officer and drummer.


Freitag, 6. März 2020

Historiker von nebenan mit Günter Schneider - historians alongside with Günter Schneider


Ich möchte hiermit eine kleine Serie von Interviews mit mir bekannten Historikern, Archäologen und anderen Wissenschaftlern oder Autoren starten, die ich über die letzten Jahrzehnten kennengelernt habe.

Beginnen will ich mit Günter Schneider, der durch mehrere Publikationen mit dem Schwerpunkt auf den ersten Koalitionskriegen auf sich aufmerksam gemacht hat. Ich kenne ihn selber schon seit langer Zeit, da er einige Jahre auch Mitglied der Darstellungsgruppe 22e demi-brigade gewesen ist. In dieser Zeit hat er mir mit seinem profunden Wissen und Interesse zu der Zeit der Französischen Revolution immer imponiert und ich erinnere mich an zahlreiche schöne Abende am Lagerfeuer. Später war er auch schon mehrfach Teilnehmer von Veranstaltungen unserer Anno Domini-Reihe in Wackershofen.

Studiert hat Günter Schneider unter anderem Geschichte und ist als Geschichts- und Französischlehrer sowie als Buchautor tätig. Eines seiner Bücher behandelt die Schlacht bei Hohenlinden[1] und das andere, das ich jedem, der sich für die Epoche begeistern kann, ans Herz legen möchte, den Feldzug der Franzosen 1794 in den Niederlanden und am Niederrhein[2].

I want to start here a small series of interviews with historians, archeologists and other scientists or authors, with whom I became acquianted during the last decades.
I want to comence with Günter Schneider, who has made a name of himself with several publications with the main focus on the Coalition wars. I know him since a long time, because he was a member the reenactment-group 22e demi-brigade for several years. During this time his profund knowledge and interest in the period of the French Revolution was always very impressive for me. I remember very well all these many nice evenings at the campfire. Later he was a participant on several Anno-Domini events at Wackershofen.
Günter Schneider studied history and is a teacher for German and French and an author. One of his books covers the battle of Hohenlinden[1] and the other, which I want recommend to everybody who has an interest in the period, covers the French campaign in the Netherlands and at the Lower Rhine in 1794[2].




Günter Schneider als mein Knecht Tillmann auf einer unserer Anno-Domini-Veranstaltungen - Günter Schneider as Tillman, my farmhand on one of our Anno-Domini-events.


Donnerstag, 27. Februar 2020

Pfaffenhofen 1745 Teil 4 / part 4


Batthyány konnte es freilich nicht zulassen dem französischen Abzug seelenruhig zuzuschauen. Feldmarschallleutnant Mercy war zu langsam, um noch irgendetwas auszurichten und so griff er zu seinen gerade noch verfügbaren Einheiten. Rupelmondes Rückzug musste Einhalt geboten werden. So befahl Serbelloni seinen armen Kürassieren erneut anzugreifen, aber diesmal in Infanterie hinein. Der Kampf war hitzig und wogte hin und her. Serbelloni selbst stürzte verwundet vom Pferd. Seine Kürassiere wurden in die Flucht geschlagen.

Unterdessen hatten die Husaren an Serbellonis Flanke Maréchal de Camp Rupelmonde gefangen genommen und hinter die Linien abgeführt.


Serbelloni dreht durch - Serbelloni becomes mad.



Naturally Batthyány could not allow himself to look quietly how the French retreat went on. Feldmarschalleutnant Mercy was too slowly to achieve anything. Therefor Batthyány used his units, which were near enough. It was important to prevent Rupelmonde’s retreat. Serbelloni ordered his poor cuirassiers to renew their charge, but now they had to attack infantry. The fighting was intense and waltzed forward and backward. Serbelloni fell from his horse. His cuirassiers were routed.

Meanwhile the hussars at Serbelloni’s flank had captured the Maréchal de Camp Crussol and brought him behind the lines.  




Rupelmonde wird von Husaren abgeführt - Rupelmonde was captured by Austrian hussars.



Selbst die selbstständig kämpfenden Panduren griffen nun an. Tatsächlich brachte mich dieser Angriff fast in die Niederlage.

Rupelmondes übrige Bataillone aber stabilisierten die Lage.

Insbesondere die geschickterweise ganz links stehenden Bataillone des Regiments Royal Suédois schlugen mit ihren Salven den Gegner zurück.


Französische Infanterie verteidigt sich erbittert - French infantry defending themselves bitterly.





Die Franzosen feuern so gut sie können - the French are shooting as well as possible.



Even the independently operating pandours attacked now. That assault brought me very near to a total defeat.

But Rupelmonde’s other battalions stabilized the situation.

Especially the battalions of the regiment Royal-Suédois repelled their opponents with their volleys. They were very well positioned at Rupelmonde’s left wing.


Wieder ein glänzender Kampf des Royal-Suédois Regiments - again an excellent fighting of the Royal-Suédois Regiment.

Pfaffenhofen 1745 Teil 3 / Part 3


Wir haben meine letzte Partie verlassen, als Crussol auf Serbelloni traf. Der anschließende Kampf war recht kurz. Die Hälfte von Serbellonis Reiterei wurde zum Rückzug gezwungen oder in die Flucht geschlagen. Doch auch die französische Kavallerie ließ Federn und bei der insgesamt schlechteren Qualität derselben, war es klar, dass Serbelloni mit seinem zweiten Treffen von Kürassieren gleich nachstoßen würde.

 

Zusammenstoß von Mr. Crussols und Serbellonis Reiterei, Crussol hat seine 200 Husaren in Reserve - the clash of Mr. Crussol's and Serbelloni's cavalry, Crussol has his 200 hussars in reserve.  


 

We left my last game, when Crussol met Serbelloni. The ensuing fight was short. Half of Serbelloni’s cavalry was forced to retreat or routed. But the French horse lost many feathers too and concerning the worse quality of my cavalry, it was sure, that Serbelloni would follow up aggressively.

 

Der Ausgang des Gefechts am Pudelbach - the result of the combat at the Pudelbach.


 

In diesem Augenblick wurden Trips Panduren scheinbar des fruchtlosen Verfolgens überdrüssig. Es fiel ihnen nichts besseres ein als meiner besten Infanterie auf den Leib zu gehen. Die Männer vom Regiment Royal-Suédois wehrten den Angriff mit Leichtigkeit ab.

 

At that moment Trips‘ pandours became weary about the fruitless pursuit. They got no better idea than to charge my best infantry. The men of the regiment Royal-Suédois easily repelled the attack.

 

Trips Panduren greifen das Royal-Suédois Regiment an - Trips' pandours are charging the Regiment Royal-Suédois.


 

Generalfeldwachtmeister Serbelloni hatte richtig spekuliert. Seine Kürassiere überrannten die meisten von Crussols Truppen im ersten Ansturm.

Derweil waren die leichten Truppen links von Serbelloni längst über den Pudelbach gegangen und begannen meine wenigen Truppen des rechten Flügels unter Druck zu setzen.

 

Serbelloni führt seine Kürassiere in den Kampf - Serbelloni is leading his cuirassiers into the fighting.


 

Generalfeldwachtmeister Serbelloni had cleverly speculated. His cuirassiers overrun most of Crussol’s last troops with their first wave.

Meanwhile at the left of Serbelloni the Austrian light troops had crossed the Pudelbach long ago. They could now inflict their pressure on the few troops of my right wing.

 

Mittwoch, 26. Februar 2020

Pfaffenhofen Teil 2 / Part 2


Mein Szenario setzt ja nach der Räumung von Pfaffenhofen durch den Maréchal de Camp Crussol ein.

Ich habe diesmal wieder die Franzosen und Pfälzer gespielt. Aus meinen Erfahrungen der ersten zwei Partien in den vergangenen Jahren wollte ich meine Lehren ziehen. Mein Gegenspieler, der schon einige Erfahrungen mit Honours of War hat (Sam Mustafas Szenario von Fontenoy und mein Melle- und Dettingen-Szenario hat er beispielsweise schon gespielt) hatte die Österreicher.  Vor allem die Pfälzer spielten dafür eine nicht geringe Rolle. Sie sollten die nachdrängenden österreichischen Infanteristen und darunter vor allem Pálffys Avantgarde lange genug aufhalten.

 

My scenario starts after Crussol’s evacuation of Pfaffenhofen.

For this time I played again the French and their Palatine allies. Using my experience from our first two games in the last years, I wanted to rely on my lessons. My opponent has some experience with Honours of War (he already played with Sam Mustafa’s Fontenoy scenario and my own Dettingen and Melle scenarios) had all Austrians. The Palatine troops played a special role in my plans. I decided to let them stop the pursuing Austrian infantry and especially Pállfy’s avant-guard long enough.

 

Im Vordergrund meine Truppen, die Panduren durchqueren den Wald, im Hintergrund links Scheyern mit der Abtei - in the foreground: my troops and the pandours crossing the Wood; in the Background at the left: Scheyern with the abbey.


 

Natürlich ließ Batthyány in unserem Spiel seine schwere Kavallerie sogleich vorgehen. Trips leichte Truppen sollten meine Flanke angreifen.

 

Naturally Batthyány ordered in this game the advance of his heavy cavalry and the attack of Trips‘ light troops into my left flank.

 

Batthyánys Blickwinkel - Batthyány's point of view.


 

Die Panduren durchquerten flink den Wald und beschossen, zum Glück ohne Wirkung, meine beiden besten Bataillone (erkennbar an den Flaggen). Rupelmondes leichte Artillerie hielt mit Kartätschen in die führenden österreichischen Dragoner. Doch deren geringe Verluste würden sie nicht aufhalten. Soviel war klar.

 

The pandours passed quickly through the wood and shot luckily for me without any effect at my best battalions. Rupelmonde’s light artillery welcomed the Ausrtian dragoons with canister. But their small losses would not stop them. That was clear.

 

Die Panduren beschießen Rupelmondes Flanke, Serbelloni rückt vor - the pandours are shooting at Rupelmonde's flank and Serbelloni is advancing.


 

Dienstag, 25. Februar 2020

"Maria Theresia" 2019 Rezeption - Review







English Text below




Wie vor ein paar Wochen versprochen gibt es nun das Review zum 4-Teiler Maria Theresia und das wird natürlich ein ziemlich langes Review, selbst wenn ich einiges auslassen werde.

Ich habe bislang nirgendswo gelesen, ob der Mehrteiler tatsächlich eine Art Komödie ohne historischen Anspruch oder sowas sein soll, dafür würde es – wenn auch eher unkomisch und ungelungen – am ehesten durchgehen.


Ich will hier nicht im Detail auf Teil 1 und 2 eingehen, da ich nur Reviews zu aktuellen Filmen liefern möchte (ausgenommen meine Leser wollen das lesen). Daher hier nur grobe Züge dazu.

In beiden Teilen hatte das Drehbuch offenbar das Problem, dass die Geschichte keine eindeutig erkennbaren Gegenspieler hergibt.

Daher wurde für Teil 1 Prinz Eugen als eine Art alter Bösewicht porträtiert, der unbedingt Maria Theresia Vermählung mit Franz Stephan von Lothringen verhindern und ihre Heirat mit Kronprinz Friedrich von Preußen arrangieren möchte. Die Handlung spielt überwiegend Mitte der 1730er. Der Polnische Thronfolgekrieg wird ignoriert. So wird Franz Stephan letztlich zur Vermählung mit Maria Theresia und zur Aufgabe seines Herzogtums gedrängt um angeblich einen Krieg mit Frankreich zu verhindern, nicht um ihn zu beenden. Entsprechend ist auch Prinz Eugen immer in Wien zu sehen. Die ganze Handlung ist entsprechend bizarr, so auch die Darstellung der Ahnungslosigkeit Maria Theresias über simple Themen wie dem Frieden von Utrecht oder die Pragmatische Sanktion. Schließlich stirbt Prinz Eugen und Grumbkow spielt dabei eine dubiose Rolle. Die ganzen historischen Zusammenhänge sind überwiegend frei erfunden. Wenn Prinz Eugen zum Beispiel mit Wiener Dialekt spricht und scheinbar garkein Italiener oder Franzose ist, ist das nur eine Nebensächlichkeit.

Teil 2 setzt nach dem Tod Karl VI. ein. Da immer noch kein erkennbarer Feind gefunden ist, tritt nun Bartenstein, der irgendwie in Antiquitäten gesteckt wurde[1], als eine Art Antagonist auf, der Maria Theresia zur Aufgabe Schlesiens drängt[2]. Daneben will irgendein ungarischer Graf, dass Maria Theresia mit ihm schläft, wofür er für ihre Krönung stimmen will.

Wie gehabt also fast durchweg Geschichte in Soap-Format.


Teil 3 und 4[3] spielen nun nach dem Waffenstillstand von Klein-Schnellendorf. Louis XV (Krystof Hádek), der als eine Art Karnevalsprinz dargestellt wird, schickt Franz Stephans Mutter (Zuzana Mauréry) als eine Art Spitzel nach Österreich. Der Maréchal de Belle-Isle (Karel Dobrý) rät zum Krieg.

Etwas verwirrend hier – wenn man sich denn von sowas verwirren lässt – dass Belle-Isle eine österreichische Uniform trägt (abgesehen davon dass er unrasiert wie er ist, ausgesprochen ungepflegt daher kommt). Als ich ihn zuerst sah, dachte ich, das soll eine Art Verräter sein.

Maria Theresia (in Teil 3 und 4 Stefanie Reinsperger) empfängt ihre Schwiegermutter, die ihre Vorliebe für den französischen Hof offen zur Schau trägt, frostig. Nachdem die Bayern ein paar schwach besetzte österreichische Vorposten überrannt haben, verdächtigt Maria Theresia die Princesse de Commercy und Prinz Karl Alexander von Lothringen (Borek Joura) der Spionage. Nach ein bisschen hin und her verlässt die Schwiegermutter düpiert Wien. Derweil gerät Franz Stephan (Vojtech Kotek)[4] wiederholt mit Franz von der Trenck (Philipp Hochmair) aneinander, der von allen Generälen verachtet wird. Doch Maria Theresia hält zu ihm und verteidigt ihn gegen alle Anfeindungen. Trenck stellt mit türkischen Waffen (????) ein Korps auf, das für Maria Theresia nicht nur die Bayern und Franzosen zurückwerfen, sondern auch das Nürnberger Ei klauen soll (so what?).
Hat Trenck hier das Nürnberger Ei geklaut? (zeitgen. Kupferstich der Nürnberger Burg) - Did Trenck had stolen the egg of Nuremberg here? (contemporary print of the Castle of Nuremberg)

Montag, 17. Februar 2020

Wie wichtig ist das Tanzen? – How important is dancing? 6


Wie wichtig ist das Tanzen? – How important is dancing? 6

Fazit - conclusion


Die ursprüngliche Frage lässt sich nun recht eindeutig beantworten. Tanzen war für die Menschen sehr wichtig. Sie störten sich nicht an den obrigkeitlichen Vorgaben, sondern zahlten die Strafen. Solange die Innenpolitik Schwäbisch Halls von Pietisten dominiert wurde, ging man konsequent gegen das Tanzen vor. In anderen Regionen im deutschen Süden war man nachsichtiger bis hin zu einer weitreichenden Duldung des Tanzens, wenn es nicht gerade vor oder während des sonntäglichen Kirchganges stattfand.


The originally question is now easily to be answered. Dancing was very important for the people. They didn’t let them prevent by the regulations of their rulers, rather they payed their punishments. The magistrate acted determined against dancing as long as the Domestic policy of Schwäbisch Hall was dominated by pietists. In other regions in the German south the governments were more indulgent as far as a widely toleration of dancing, if dancing didn’t occurred during Sunday’s worship.


Tänze waren für Hochzeiten unabdingbar, aber auch übliche Begleiterscheinungen für Kirchweihen und Märkte. Wirtshäuser waren der übliche Ort zum Tanzen. Hier konnte es auch von der Obrigkeit verhältnismäßig gut überwacht werden, während sich die Führungsschicht selbst offenbar kaum Beschränkungen im Thema Tanzen auferlegte.

Die Beliebtheit des Tanzens wird nicht nur dadurch untermauert, dass etwa Intelligenzblätter den Aufenthalt von Tanzmeistern in einer Stadt ankündigten, sondern auch auf Werbeplakaten des Militärs unter den Vorteilen Soldat zu werden auch erwähnen, dass man als ein solcher das Tanzen lernen durfte.

Die Wichtigkeit des Gesellschaftstanzes für das soziale Leben, für das Anbahnen von Ehen, das miteinander bekanntmachen von Menschen in Stadt und Land ist offensichtlich[1].


Dancing was indispensable for weddings, but that’s the same as a side effect of fairies and market days. Taverns were the most common places for dancing. Here the authority could observe them relatively well, although the rulers themselves didn’t push much of restrictions on themselves.

The popularity of dancing is underlined by the fact, which intelligence papers announced the arrival of dancing masters and even recruiting posters mentioned as one of the favors becoming a soldier was to get dancing lessons.

The importance of social dances for the social life, for the initiation of marriages, the necessity to become intimate with other individuals in town and land is obvious.


Wenngleich wir ein ziemlich deutliches Bild von den Vorgaben haben, was die Tänzer beim Tanzen zu unterlassen hatten, wissen wir doch recht wenig darüber wie und welche Tänzen tatsächlich getanzt wurden.

Zum Glück gibt es allerdings zahlreiche Quellen für Tänze im höfischen und bürgerlichen Umfeld. Wir nehmen an diese als Richtschnur für unser Tanzen verwenden zu dürfen. Tanzen macht Freude heute wie damals.



Tanz bei einem Galaball auf unserer Veranstaltung "Beim Gesandten 1783" in Mairy-sur-Marne, links der Musiker mit Geige, rechts Dame im Gala-Kleid - dancing at a gala-ball on our Event "Beim Gesandten 1783" at Mairy-sur-Marne, at the left the musician with his violin and at the right a lady in a Gala-robe (Foto: Stefan Winter, 2018)



Although we have a fairly clear picture of the restrictions, what the dancers had to refrain from due dancing, we not know much about which dances were actually danced.

Fortunately there are numerous sources of dances from a courtly or bourgeois background. We assume that we can use them as a guideline for our own dancing. Dancing is full of pleasure today as in the past.

Text: André Hanselmann
Foto: Stefan Winter



[1] Dazu auch: Michael Malkiewicz: „wir machen gschwind ein tanzerl …“ hier: „Der Tanz als sozialer Diskurs“ auf der HP des Mozart-Opern Instituts An der Universität Mozarteum Salzburg, abgerufen am 23.12.2019, https://mozartoper.at/content/view/107/56/lang,de/