Samstag, 1. Mai 2021

Dienstboten im 18. Jh. / servants during the 18th century T. 3 p. 3

Am Tag der Arbeit geht es weiter mit unserer Serie zu den Dienstboten.

At the labor day we continue our series about the servants. 

Dienstzeit und Löhne

Es ist schwierig über die Dauer des Dienstes und die Löhne zu generalisieren. Wenn man sich die Einkünfte der Dienstboten im 18. Jahrhundert anschaut, muss man ja auch die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten ansehen und auch der unterschiedliche Wert des Geldes in den verschiedenen Regionen. Denn erschwerend zur Einschätzung kommen die unterschiedlichen Währungen, Aspekte wie Münzverschlechterungen und ähnliches zur Wirkung. Daher ist es eigentlich am sinnvollsten die Dienstboten innerhalb einer Region, eines Staates oder am besten innerhalb einer Stadt oder Gemeinde zu vergleichen. Besonders aussagekräftig scheinen mir, auch wenn es hier in der Serie über Dienstboten garnicht um Dienerschaft an Höfen gehen soll die recht gut dokumentierten Rechnungen für Personalausgaben von Hofhaltungen. Das Schöne an diesen ist auch, dass man dort so ziemlich alle verschiedenen Typen von Dienstboten[1] findet, die es während der Epoche gab.

Length of service and wages 

It is difficult to generalize about length of service and wages. If you look at the income of the servants in the 18th century, you also have to look at the different cost of living and the different value of money in the different regions. Because the different currencies, aspects such as coin deterioration and the like make the assessment more difficult. Therefore, it actually makes the most sense to compare the servants within a region, state or, best, within a city or town. Particularly meaningful to me, even if the series about servants is not supposed to be about servants at courts, are the well-documented bills for personnel expenses of court holdings. The nice thing about these is that you can find pretty much all the different types of servants [1] that existed during the era.

Zwei Jungen servieren in einem Schokoladentrinkhaus. Gerade für solche Dienste hat man Kindern gern eingesetzt. - Two boys are serving in a chocoladedrinkinghouse. Especially for such jobs kids were used often. (Deutsch oder Italienisch: "Die Schokoladentrinkstube" 18. Jh.)

Eintrittsalter und Diensteintritt

Man kann hierrüber nichts allgemein gültiges sagen. Bisweilen finden wir nützliche Angaben in Biographien. Nicht ganz unüblich scheint mir das Schicksal der Susanne Margaretha Brandt, welche als Waise aufwuchs und von daher wohl keine besonders andere Perspektive hatte außer sich als Magd in Dienste zu begeben[2]. Sehr schön hat die Beweggründe etwa die eigenen Kinder in Dienste zu schicken Renate Dürr in ihrer Arbeit über die Mägde in Hall dargestellt. Sie verdeutlicht auch, dass die Mägde nicht unbedingt den unteren Bevölkerungsschichten entstammen mussten, sondern im Falle von Hall durchaus auch den führenden Bürgerfamilien der Reichsstadt entstammen konnten. Insbesondere eine große Schar von Kindern kann die Eltern dazu gezwungen haben zumindest einige von ihnen über eine Dienstbotenanstellung versorgt zu wissen. Gerade bei den höheren Familien war aber die Anstellung als Magd offenbar kein Hinderungsgrund später wieder als gleichberechtigt betrachtet in reiche Patrizierfamilien verheiratet zu werden[3].

Die Versorgung der Herrschaften einer Stadt mit einer ausreichenden Anzahl an Dienstboten war das ständige Augenmerk der damaligen Obrigkeit - also der Regierung eines Staates oder des Magistrats einer Stadt. Man findet von dieser Seite her auch immer wieder Klagen über zuviele Leute, welche statt  in Dienste zu treten versuchten mit ihrer Hände Arbeit als eine Art Tagelöhner, mit Spinnen und dergleichen Tätigkeiten eine Bleibe zu finden und unabhängig zu bleiben. Diese Menschen waren der Obrigkeit auch daher ein Dorn im Auge, da sie früher oder später etwa den Sozialkassen zur Last fielen. Auch die Eltern wie insbesondere "arme Wittweiber" wie es in Hall heißt wurden sogar mit Androhung einer Strafe dazu gezwungen ihre Kinder in Dienste zu schicken[4].

Einerseits versuchte zwar die Obrigkeit durch eine gewisse Transparenz und die Verordnung einer Art Fairness der Herrschaft gegenüber den Dienstboten die Arbeit als Gesinde attraktiv zu machen. Andererseits herrschte auch gewiss ein gewisser Eigennutz, da die Gesetzgeber letztlich ja auch selbst Herrschaft ihrer Dienstboten waren und wenn überhaupt von den Wohlhabenden auf kurze Sicht politischen Druck zu befürchten hatten[5]. Typisch für die doch eher einseitige Interessenlage der Obrigkeit ist die Verfügung von möglichst niedrigen Löhnen, welche zum Schutz der Herrschaft reguliert wurden. Einem sich gegenseitigen Abwerben mit höheren Löhnen sollten Gesindeordnungen einen Riegel vorschieben[6].

Je nach Gegend konnte neben der Obrigkeit auch eine eher private Art von Stellenvermittlung in Form der Gesindemäkler, "Gesindevermiether", "Knechtväter" oder "Mägdemütter", die aber mit der Obrigkeit insofern verbändelt ist, dass Krünitz erwähnt, dass diese Vermittlungen nur diejenigen Dienstboten annahmen, die auf die Gesindeordnung vereidigt und bei der örtlichen Polizei gemeldet waren[7].  

Entry age and entry into service 

One cannot say anything generally applicable about this. Sometimes we find useful information in biographies. The fate of Susanne Margaretha Brandt, who grew up as an orphan and therefore probably had no particularly different perspective other than to serve as a maid, seems to me not entirely unusual [2]. Renate Dürr's work on the maids in Hall very nicely portrayed the motivation to send one's own children into service. It also makes it clear that the maids did not necessarily have to come from the lower classes of the population, but in the case of Hall could also come from the leading bourgeois families of the imperial city. A large number of children in particular may have forced their parents to know that at least some of them are being cared for by servants. In the case of higher families in particular, however, employment as a maid was apparently no obstacle to later being married into wealthy patrician families as having equal rights [3]. 

Providing the rulers of a city with a sufficient number of servants was the constant focus of the then authorities - that is, the government of a state or the magistrate of a city. From this point of view, one finds again and again complaints about too many people who instead of entering service tried to work with their hands as a kind of day laborer, with spiders and similar activities to find a place to stay and to remain independent. These people were a thorn in the side of the authorities because sooner or later they would be a burden on the social security funds. The parents, especially "poor widow women" as it is called in Hall, were even forced to send their children into service with the threat of punishment [4]. 

On the one hand, the authorities tried to make work as servants attractive through a certain transparency and the regulation of a kind of fairness of the rule towards the servants. On the other hand, there was certainly a certain self-interest, since the legislators were ultimately also in control of their servants and, if at all, had to fear political pressure from the wealthy in the short term [5]. Typical for the rather one-sided interests of the authorities is the provision of the lowest possible wages, which were regulated to protect the rulers. Mutual poaching with higher wages should put a stop to servant orders [6]. 

Depending on the area, in addition to the authorities, a more private type of job placement in the form of "Gesindemäkler" (servant brokers), "Gesinde-Vermiether" (servant lessors), "Knecht-Väter" (farmhand fathers) or "Magd-Mütter" (maid mothers), which is linked to the authorities insofar as Krünitz mentions that these mediations are only used by servants assumptions that were sworn in to the servants' rules and reported to the local police [7].

Dauer des Dienstes

Prinzipiell blieben viele Dienstboten bis zu ihrem Tode in den Diensten irgendeiner Herrschaft. So erwähnt G. Wunder eine Klara Sibille Kurr (1661-1724) sie habe "in Diensten so lange verharrt, bis sie Alters und Baufälligkeit halber nimmer mehr fortkommen können" - immerhin kam diese Magd vor ihrem Tod zur Versorgung ins Spital [8]. In Dienste zu gehen konnte auch eine Art Altersabsicherung bedeuten. So erwähnt Graf Lehndorff, dass die Königin-Mutter Sophie Dorothea von Preußen (1687-1757) verfügt hatte, dass ihre Dienstboten nach ihrem eigenen Ableben finanziell versorgt sein sollten beziehungsweise man sich einfach um sie kümmerte[9] wie es auch eine Frau von Hacke verfügte für ihre Dienstboten[10]. Der treue alte Diener, welcher bis ins hohe Alter und über Generationen seiner Herrschaft brav gedient hat, scheint aber mehr als ein Topos zu sein und ist ein beliebte Figur auf dem Theater[11].

Eine Art von Ideal scheint es aber gewesen zu sein sich als Dienstbote irgendwann durch das Ersparte oder etwa Geld aus dem Vermächtnis der Herrschaft finanziell unabhängig zu machen. Beliebt ist im Theater das Bild des Dieners oder der Zofe, welche durch eine Schenkung der Herrschaft die Möglichkeit bekommt zu heiraten und einen eigenen Hausstand zu führen. 

Ein schönes Beispiel ist die Haller Dienstbotin Susanne Elisabeth Firnhaber (1678-1756), die durch ein Testament ihres Hausherrn des Haller Stättmeisters selber eine gute Partie wurde, im Alter von 41 Jahren den 20 Jahre jüngeren Christoph David Kochendörfer heiratete und noch eine offenbar recht glückliche Ehe führte[12].

Susanna Elisabeth Kochendörffer geb. Firnhaber Tochter eines Wein-und Zinsschreibers, später Haushälterin eines Städtmeisters. (Gemälde im Hällisch Fränkischen Museum Schwäbisch Hall) - Susanne Elisabeth Kochendörfer born as Firnhaber daughter of a vine and tin secretary and later housekeeper of the mayor of Hall.


Christoph David Kochendörffer (1698-1764), Gemälde von P.Meyer 1743, Kaufmann ursprünglich Nadler. - Christoph David Kochendörfer, painting by P. Meyer, merchant former needlesmith (Hällisch Fränkisches Museum Schwäbisch Hall).


Prinzipiell konnte das Dienstverhältnis von beiden Seiten aufgekündigt werden. Die zahlreichen überlieferten Polizeiordnungen und die darin enthaltenen oder separat veröffentlichten Gesindeordnungen regelten diese Auflösungen des Verhältnisses zwischen Herrschaft und Dienstboten. Es gab dafür bestimmte Termine und auch Fristen. In Schwäbisch Hall beispielsweise sollten Dienstboten bis auf Ausnahmen mindestens ein halbes Jahr in Diensten bleiben[13]. Auch das Ausstellen eines Arbeitszeugnisses wurde darin geregelt. Die Kündigung musste auch begründet werden, etwa wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Diener und Herrschaft zerstört war oder auf andere Weise ein Böswillen dem jeweils anderen Teil nachgewiesen werden konnte. Man liest aber auch immer wieder von entlaufenen Dienstboten, die beispielsweise ihrer Herrschaft abtrünnig wurden, wenn diese in finanzielle Engpässe kam wie es auch Major Tellheim in "Minna von Barnhelm" widerfuhr[14]. 

Gesinde-Erlassungsscheine nach dem Vorbild bei Krünitz. - Dismissal-documents as mentioned in Krünitz' book.

 


Duration of service

In principle, many servants remained in the service of some government until their death. G. Wunder mentions a Klara Sibille Kurr (1661-1724) that she "remained in service until she could never get away because of old age and dilapidation" - after all, this maid came to the hospital for care before her death [8]. Going into service could also mean a kind of old-age insurance. Count Lehndorff mentions that the queen mother Sophie Dorothea of ​​Prussia (1687-1757) had decreed that her servants should be financially supported after their own death or that they should simply be looked after [9] as it was very similar with the servants of a lady of Hacke[10]. The loyal old servant, who has served his rule well into old age and for generations, seems to be more than a topos and is a popular figure in the theater [11]. But it seems to have been a kind of ideal to become financially independent as a servant at some point through the savings or money from the legacy of the rule. Popular in the theater is the image of the servant or maid, who is given the opportunity to marry and run their own household through a gift from the rulers. A good example is the Hall servant Susanne Elisabeth Firnhaber (1678-1756), who became a good match herself through a will from her landlord, the Hall master, at the age of 41 married Christoph David Kochendörfer, who was 20 years younger, and who was apparently very happy Marriage led [12].

In principle, the employment relationship could be terminated by both sides. The numerous police ordinances that have been handed down and the servants' ordinances contained therein or published separately regulated this dissolution of the relationship between rule and servants. There were specific dates and deadlines for this. In Schwäbisch Hall, for example, servants should remain in the service for at least six months with a few exceptions [13]. It also regulated the issue of a job reference. The termination also had to be justified, for example if the relationship of trust between the servant and the master had been destroyed or if the other party could be proven to be malicious in some other way. But one also reads time and again about runaway servants who, for example, reneged on their rule when they ran into financial difficulties, as happened to Major Tellheim in "Minna von Barnhelm" [14].

Löhne

Wenn man sich die Bezahlung der Dienstboten anschaut, welche meistens auf ein Jahr oder eine Anzahl von Monaten berechnet wurde und zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgehändigt wurde, dann muss man berücksichtigen, dass bestimmte Leistungen in Geldes wert von Seiten der Herrschaft dazu kommen konnten. Nicht unüblich finden wir im Gunzenhauser Land einen Jahreslohn für Knechte von 17 fl. 30 x und dazu 30 x Leihkauf sowie die Stellung von Material für zwei Hemden[15]. Nicht zu vernachlässigen ist beispielsweise die Stellung der aus Tuch gefertigten Livree für Livreediener. Während für gewöhnlich die Verköstigung der Dienstboten von der Herrschaft gestellt wurde, kam es aber auch vor, dass diese durch ein Kostgeld wie in "Etwas für die Dienstmägde" von 1779 anschaulich erwähnt abgegolten wurde. In dem kleinen Werk sollte die Dienstmagd Liese für 8 Wochen in Diensten von einem Wirt 4 Taler Lohn und 2 Taler Kostgeld bekommen[16]. Die Speisen und Getränke der Dienerschaft haben sich auf jeden Fall, wo diese nicht etwas freiwillig oder durch Gewohnheit sich selber abzwackend [17] etwas von der herrschaftlichen Tafel bekamen, von jener der Herrschaft unterschieden. Sehr schön deutlich wird das in der Auflistung der Ausgaben einer Reise des Haller Ratsherrn Arnold 1744 nach Stuttgart, wobei neben teuren Weinen und Speisen auch enorm billigere Lebensmittel für die mitreisenden Dienstboten auftauchen. Der Wein der Bedienten kostete etwa halb so viel wie der der hohen Herren (32 Kreuzer pro Maß für die Herren und 17 Kreuzer pro Maß (ca. 2 Liter) für die Diener) [18].

Neben den Speisen mag auch die Unterbringung für die Dienstboten ein Kriterium bei der Wahl von diesem oder jenen Haushalt gewesen sein. Im Ländlichen Bereich gab es regelrechte Dachbodenkammern für Knechte und Mägde[19]. In Städten war die Enge in den Wohnungen beträchtlich. In Mozarts Wohnung in Wien, die heute ein Museum ist, kann man teils nur spekulieren, dass beispielsweise der Diener einfach nachts in einem Durchgangszimmer schlafen musste. Da in vielen Erlässen untersagt wurde, dass Mägde und Knechte in Kammern oder gar Betten zusammen gesteckt wurden, lässt dies einige Vermutungen in der Richtung zu, dass man mangels Möbeln das durchaus tat. Die Küchenbediensteten schliefen wohl oft in der Küche. Im höfischen Bereich sind bisweilen konkret Betten erhalten oder rekonstruiert wie in Schloss Schwetzingen die Betten der Kammerdiener, die in nächster Nähe zum Schlafgemach des Kurfürsten Carl Theodor schliefen und deren Bettstellen tagsüber auch als Tische genutzt werden konnten. Regelrecht eingeplant wurde die Unterbringung der Dienstboten v.a. in Stadtwohnungen scheinbar häufig nicht. 

In seltenen Fällen wurden Dienstboten auch nur auf eine kurze Zeit in Dienste genommen. Als besonders generöser Herr schilderte Schnabel seinen Helden, Herrn von Elbenstein, der dem deutschen Kammerdiener[20], den er am Ende seiner Abenteuer in Italien einstellt, "wöchentlich drei Kaisergulden und die freie Reise" nach Frankfurt am Main versprach[20].

Wages

If you look at the payment of the servants, which was usually calculated for a year or a number of months and was handed out at different times, then you have to take into account that certain services in monetary terms could be added by the rulers. It is not uncommon for us in the Gunzenhauser Land to find an annual wage for servants of 17 florins, 30 times as well as 30 loan purchases and the provision of material for two shirts [15]. Not to be neglected, for example, is the position of the livery made of cloth for livery operators. While food for the servants was usually provided by the rulers, it also happened that this was compensated by a fee as clearly mentioned in "Something for the Maidservants" from 1779. In the small factory, the maid Liese was supposed to receive 4 thalers wages and 2 thalers food from a landlord for 8 weeks [16]. The food and drinks of the servants have in any case, where they did not get something voluntarily or by habit by wringing themselves off [17] something from the stately table, from that of the rulership. This becomes very clear in the list of the expenses of a trip by the Hall councilor Arnold in 1744 to Stuttgart, where, in addition to expensive wines and meals, there are also enormously cheaper groceries for the servants traveling with them. The servants' wine cost about half as much as that of the high lords (32 kreuzers per measure for the masters and 17 kreuzers per measure (approx. 2 liters) for the servants) [18].

In addition to the food, the accommodation for the servants may also have been a criterion in the choice of this or that household. In the rural area there were real attic chambers for servants and maids [19]. In cities, the crampedness of the apartments was considerable. In Mozart's apartment in Vienna, which is now a museum, one can sometimes only speculate that, for example, the servant simply had to sleep in a connecting room at night. Since it was forbidden in many decrees that maids and servants were put together in chambers or even beds, this allows some assumptions in the direction that this was definitely done due to the lack of furniture. The kitchen servants often slept in the kitchen. In the courtly area, beds have been preserved or reconstructed, as in Schwetzingen Castle, the beds of the valets who slept in the immediate vicinity of Elector Carl Theodor's bedchamber and whose bedsteads could also be used as tables during the day. Often it seems that the servants' accommodation, especially in city apartments, was not properly planned.

In rare cases, servants were hired for even a short period of time. Schnabel described his hero, Herr von Elbenstein, as a particularly generous gentleman, who promised the German valet [20] whom he hired at the end of his adventure in Italy, "three imperial guilders a week and a free journey" to Frankfurt am Main[21].

Hier nun ein paar Beispiele vor allem zum Vergleich der Löhne verschiedener Chargen untereinander.

Here now some examples especialy to compare wages of different types of servants:


Löhne in Wertheim-Rochefort am Hofe (auszugsweise) 1750[22]: 

/ wages at the court of Wertheim-Rochefort (extracts) 1750 [22]: 


Hofmeister (kein Lehrer) "Hofmeister" (not a teacher) Bruno 423 fl. 

Kammerdiener valet Daniel 335 fl., 20 x

Kammerdiener valet Paris 300 fl.

Tafeldecker (covering the table?) Irsico 168 fl.

Hofgärtner court gardener Widt 205 fl.

Kammerlakai lackey of the chamber Joh. Neukirch 206 fl. 30 x

Kammerlakai lackey of the chamber Joh. Michel Kornmann 178 fl.

Hofjäger court hunter Jeremias Kaul 231 fl. 23 x

Läufer runner Christian Heydemann 278 fl. 53 x

Heiduke hajduk Georg Schuritz 265 fl. 5 x

Portier doorman Deimling 122 fl. 30 x

Stubenmensch (chamber man?) Magdalena 75 fl. 30 x

Silberspülerin (silver washer) Regina 73 fl. 30 x

Hausknecht house servant Weißkopf 102 fl. 30 x

Kutscher coachman Heller 168 fl.

Kutscher coachman Haffner 204 fl.

Reitknecht groom Sauer 168 fl.


Löhne in Wien (um 1780):

wages in vienna (around 1780):

Beamter official 300-600 fl.

Diener servant 60 fl

Stubenmagd chamber maid 30 fl.

Oben 60 Gulden, das Jahresgehalt eines Dieners in Wien und 30 Gulden, das Jahresgehalt einer Stubenmagd (Replikas von niederländischen Gulden). - Above 60 florins the anual wage of a servant in Vienna and 30 florins for a chamber maid (replicas of Dutch florins).

 

Fazit

Es zeigt sich insgesamt, dass einzelne Angaben etwa, dass Schillers Kammerdiener 40 Gulden im Jahr erhielt kaum bis garnichts nutzen, wenn wir nicht wenigstens auch die Bezahlung der anderen Dienstboten des Haushaltes kennen.

Es ist für mich spannend zu sehen wie beispielsweise am Hofe von Löwenstein-Wertheim-Rochefort auch Dienstboten mit der selben Funktion verschieden entlohnt wurden.


In der Folge will ich in zwei Beiträgen beschreiben wie ich selber aus der Perspektive als "Herrschaft" und "Dienstbote" das Leben zwischen beiden Polen wahrgenommen habe. Vielen Dank fürs Lesen.

Conclusion

Overall, it can be seen that individual statements, such as that Schiller's valet received 40 florins a year, are of little or no use if we do not at least know the payment of the other servants in the household.

For me it is exciting to see how, for example, at the court of Löwenstein-Wertheim-Rochefort, servants with the same function were rewarded differently.

In the following, I want to describe in two articles how I myself perceived life between the two poles from the perspective of "master" and "servant". Thanks for reading.

Text: André Hanselmann

Fotos: Cecilia & André Hanselmann


Avertissement:

Wir möchten euch darauf hinweisen, dass es schön wäre, wenn unsere lieben Leser das Freilandmuseum Wackershofen unterstützen würden, welches durch die Corona-Lage zahlreiche Veranstaltungen absagen oder gar das Museum geschlossen lassen musste/muss. Hier ein Link zur Homepage des Museums: https://www.wackershofen.de/

We want to inform our dear readers, that we would be happy if you would support the open-air-museum Wackershofen which had/has a lot of problems due to the current Corona-crisis because the museum had/has to close and cancel many events. Here is a link to the museum: https://www.wackershofen.de/


1) siehe: https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2021/03/dienstboten-im-18-jh-servants-during.html

2) Siegfried Brikner: "Das Leben und Sterben der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt. Nach den Prozeßakten dargestellt" Insel Verlag, Frankfurt 1973

3) Renate Dürr: "Mägde in der Stadt"Campus, Frankfurt am Main, 1995

4) Gesind-Ordnung in "Erneuerte Polizey-Ordnung", G.M. Mayer, Schwäbisch Hall,  1703, S.21

5) zur Partizipation der Bürger in Reichsstädten an der Macht der Räte z.B. / about the participation pf the citizens in the imperial towns in the power of the councils: Beate Iländer "Verfassung und Verwaltung der Reichsstadt Schwäbisch Hall vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zum Ende der Reichsstadtzeit (1648-1803)" Stadt Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall, 2001, S. 257-271

6) "Gesind-Ordnung, Schwäbisch Hall, 1703, S. 18

7) Krünitz, S. 576

8) Gerd Wunder: "Die Bürger von Hall" Thorbecke, Sigmaringen, 1980, S. 174

9) Lehndorff, S. 415-416, 502

10) ebenda: S. 369-370

11) so noch 1805 der alte Diener Christian in August von Kotzebues "Die Stricknadeln" Gotthelf Kummer, Leipzig, 1805 - As it was still with the old servant Christian in August of Kotzebue's "Die Stricknadeln" Gotthelf Kummer, Leipzig, 1805

12) Informationstafel, Hällisch-Fränkisches Museum Schwäbisch Hall

13) Gesind-Ordnung, Schwäbisch Hall, 1703, S. 18 

14) Lessing: "Minna von Barnhelm" 3. Aufzug, 2. Szene

15) Ernst Schubert: "Arme Leute, Bettler und Gauner im Franken des 18. Jahrhunderts" S. 104

16) Anonym: "Etwas für die Dienstmägde: Der Teufel im Schornstein" 1779 (heute in der Bayerischen Staatsbibliothek

17) Swift: S. 24

18) 1 Band mit losen Beilagen zu württembergischen Lehen der Stadt und des Spitals, hier 1744, Stadtarchiv Schwäbisch Hall, Sig. 5/0236

19) Ernst Schubert, S. 104 

20) Mit diesem Kammerdiener kann J.G. Schnabel durchaus sich selbst gemeint haben, da Schnabel wie auch der Kammerdiener die Chirurgie erlernt hatten. - J.G. Schnabel maybe introduced himself in the role of that "Kammerdiener" as he had learned the profession of a barber as the "Kammerdiener" did.

21) Johann Gottfried Schnabel: "Der im Irrgarten der Liebe herumtaumelnde Kavalier" Wilh. Heyne Verlag, München, 1972, S. 168-169

22) Christian Schreck: "Hofstaat und Verwaltung der Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rochefort im 18. Jahrhundert" Marie Leidorf, Rahden, 2006, S.117-118

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